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Hildegard Knef

* 28. Dezember 1925 in Ulm, Baden Württemberg, Deutschland, als Hildegard Frieda Albertine Knef † 1. Februar 2002 in Berlin, Deutschland, Schauspielerin, Sängerin, Autorin Hildegard Knef gilt als ...

Biografie zu Hildegard Knef


* 28. Dezember 1925 in Ulm, Baden Württemberg, Deutschland, als Hildegard Frieda Albertine Knef † 1. Februar 2002 in Berlin, Deutschland, Schauspielerin, Sängerin, Autorin

Hildegard Knef gilt als die wohl letzte, vielleicht sogar als die einzige Diva in deutschen Landen. Sie hat als Schauspielerin Welterfolge gefeiert, sich als Sängerin und Texterin in die Herzen gesungen und geschrieben, als Schriftstellerin international die Bestsellerlisten erklommen. Doch nicht immer haben es ihr ihre Landsleute gedankt, denn gerade bei Weltstars setzt der Blick der Kritiker besonders hartnäckig an, da wird jede Handlung, jedes Wort doppelt abgewogen.

Die Kritiker, weniger die Fans, haben es ihr kaum je verziehen, dass sie mit ihrem - heute harmlos wirkenden - Nacktauftritt in Die Sünderin für den größten Skandal des Nachkriegsfilms sorgte, dass sie sich von Kurt Hirsch, ihrem ersten Ehemann, scheiden ließ, dass sie gerade heraus dachte, und das oft laut und klug. Viele waren deshalb eher erstaunt, als ihr in den 70er Jahren das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde.

Hildegard Knef wurde als Tochter eines Prokuristen geboren. Wie ein verspätetes Weihnachtsgeschenk kam sie an einem Montag zur Welt: am 28. Dezember 1925 in Ulm. Sie blieb nur ein Jahr in dieser schönen Stadt, wie sie selbst sagt - "entscheidend ist ja nicht, wo man geboren ist, sondern, wo man aufwächst." Und so ist sie also Berlinerin.Der Vater starb, als sie sechs Monate alt war, und die Mutter siedelte kurz darauf mit ihr nach Berlin um. Ihre Kindheit beschreibt die Knef selbst als "sehr hart" und "in meiner Einsamkeit oft sehr verstummt". Sie erkrankte an Kinderlähmung - und überwand sie! Nach dem Abschluss der Volksschule ('Volksschule', entspricht unserer heutigen 'Hauptschule') und in einem Lyzeum in München zogen ihre Eltern nach Berlin. Hier absolvierte sie von 1942 an eine Ausbildung als Trickfilmzeichnerin in den Studios der UFA-Universal-Film AG und studierte parallel an der Filmhochschule in Babelsberg Schauspielerei.

Das Kriegsende erlebte sie auf der Flucht. In Männerkleidern floh sie mit ihrem damaligen Freund, dem Chef der Filmfirma Tobis, vor den Russen. Das Paar wurde gefasst und in ein russisches Lager gebracht. Dort stellte sich heraus, dass der Geliebte ein hoher Nazi war, was der Knef nicht nur ihre erste enttäuschte Liebe, sondern später in den USA auch berufliche Diskriminierung einbringen sollte.

Nach Kriegsende erhielt sie Theater-Engagements an der Tribüne am Berliner Kurfürstendamm und im Schlossparktheater, ebenfalls in Berlin, ihre Regisseure waren Victor de Kowa und Boleslaw Barlog. Regisseur Wolfgang Liebeneiner entdeckte sie dann für den Film. Die Karriere der Knef begann dann mit Filmen, die heute unter dem Begriff Trümmerfilme bekannt sind. Sie katapultierten sie als ersten DEFA-Star in den Nachkriegshimmel.

Ihren filmischen Durchbruch erlangte die Knef zweifelsfrei mit Unter den Brücken (1945). Neben Hannelore Schroth, Carl Raddatz, Gustav Knuth und Ursula Garbley brillierte sie als "Vera". Dieser Steifen wurde in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges unter extrem erschwerten Umständen gedreht, da in der Nacht aufgrund von Fliegerangriffen nicht im Freien gedreht werden durfte und stattdessen einige Szenen im Studio nachgebaut werden mussten. Außen-Drehort war vornehmlich die Glienicker Brücke in Berlin-Potsdam. Dem Publikum blieb der Film jedoch zunächst weiterhin unbekannt, da er nicht zeitgerecht uraufgeführt wurde. Dies änderte sich, als sich Wolfgang Staudte um sie kümmerte.

Seitdem kennen wir Hildegard Knef in zahlreichen Rollen: als Trümmermädchen und Sünderin, als Alraune, Vamp, Spelunken-Jenny und als Kommissarin Ninotschka. Schon in Hildegard Knefs erster kleinen Rolle in Helmut Käutners Ufa-Drama Unter den Brücken (1945) spielte sie sich in die Herzen des Publikums. Sie wurde zum Star des deutschen Nachkriegsfilm - im Osten wie im Westen -, als sie in Wolfgang Staudtes Film Die Mörder sind unter uns (1946) ihre erste Hauptrolle spielte und durch die trostlose Ruinenlandschaft von Berlin ging. Sie spielte eine ehemalige KZ-Insassin, die einen Kriegsheimkehrer davon abhält, einen unentdeckten Nazi-Schergen zu richten.

In dem Film, der sie auch im Ausland berühmt macht, erlangt sie ihren Durchbruch als Charakterdarstellerin. Gedreht wurde die dramatische Geschichte in der Trümmerwüste des zerstörten Berlins. Insbesondere durch die Bilder, die an den Originalschauplätzen entstanden, erreichte der Stoff eine beklemmende Realitätsnähe, welche dem Film im Ausland größte Beachtung zukommen ließ.

Aber bereits kurz darauf, 1948, erhielt sie bei den Filmfestspielen in Locarno die Auszeichnung als Beste Schauspielerin für die weibliche Hauptrolle in Film ohne Titel von Wolfgang Jugert, den sie ein Jahr zuvor gedreht hatte, und der ihren Filmruhm festigte.

Ihr schönes Gesicht und ihr Talent elektrisierten Hollywood, Selznick holte sie 1947 - jung verheiratet mit dem US-Filmoffizier Kurt Hirsch - nach Übersee, versprach ihr vieles, hielt kaum etwas davon. Durch die Hochzeit wurde sie übrigens US-Bürgerin! Hollywood brauchte ein neues Gesicht, nachdem das von Marlene Dietrich zu verblassen begann. Marlene und 'Hilde' wurden gleichwohl Freundinnen. An der Seite eines Fernfahrers namens Rock Hudson nahm sie vorerst mal Sprechunterricht, ansonsten hatte sie zu warten, bis man entscheiden sollte, sie zu casten. Die ersten zwei Jahre waren trist. Dann schien eine Rolle greifbar nah zu sein, weil aber ihre Nazi-Liebelei publik wurde, durfte sie doch nicht spielen. Hildegarde Neff, wie sie dort genannt wurde, konnte sich auch mit dem oberflächlichen Hollywood jedoch nie recht anfreunden.

1950 kehrt sie - desillusioniert - nach Europa zurück, um mit verschiedenen Regisseuren zusammenzuarbeiten (u. a. Litvak und Jugert), und um im sauberen Aufbau-Deutschland mit ihrem Auftritt in Die Sünderin den erwähnten Skandal zu entfachen. Über ihre erste Nachkriegszeit in den USA meinte sie später zurück blickend: "Flucht war es nie. Zuerst mal war es Großkotzigkeit, Frechheit eines jungen Dings, 22 Jahre alt."

Sie ist immer ein Original, auch wenn die Rolle mal etwas dürftig ist wie die der jungen Frau in Willi Forsts Drama Die Sünderin (1951). Eine harmlose Nacktszene hat diesen Film zum Kassenhit gemacht. Und der Film machte weltberühmt - bis heute, er löste zwar einen Skandal aus, der ihren Bekanntheitsgrad aber noch steigerte.

"Das war der Donnerschlag in der Heimat", erinnerte sich die Knef später in einem dpa-Gespräch. UFA-Produzent Erich Pommer hatte sie noch gewarnt, der Film könnte sie in eine Richtung drängen - zum Vamp-Typ. Aber ihre Freundin Marlene Dietrich riet ihr zu, sie sah das - typisch Dietrich - ganz pragmatisch unter Karriereaspekten: "Wenn du das spielst, bist du wieder drin im Geschäft." Sie sollte Recht behalten. Hildegard Knefs Kommentar: "Mein Gott, war das eine Aufregung. Und das alles nach dem, was vorher in unserem Land passiert war. Da hatte man nun etwas, wo man seine übrig gebliebenen Zähne reinhacken konnte. Die deutsche Frau entkleidet sich nicht vor Millionen."

Der Kölner Josef Kardinal Frings galt als ein Mann mit Weltblick und Humor. Er müsste daher gute Gründe gehabt haben, um am 4. März 1951 einen ungewohnt scharfen Mahnbrief gegen einen Film von allen Kanzeln der Kölner Erzdiözese verlesen zu lassen. Der Film hieß Die Sünderin und war, als er am 18. Januar 1951 seine Premiere feierte, schon zum größten Skandalfall des deutschen Nachkriegsfilms geworden. Die kirchlichen Vertreter beider Konfessionen sagten sich von der Freiwilligen Selbstkontrolle für Altersfreigaben (FSK) los, als der Versuch misslang, dem Film jegliche Freigabe zu verweigern.

Die Wellen der Empörung schlugen hoch. Es kam zu erbitterten Demonstrationen, Geistliche warfen Stinkbomben in Kinos, Landes- und Oberlandesgerichte ordneten Polizeiaktionen an. Der heutige Blick zurück in jenen Frühling nimmt diese Vorgänge eher belustigt zur Kenntnis. Wer je Die Sünderin sah, wird wenig erotischen Skandalwert gefunden haben. Hildegard Knef entblößt nur einmal kurz ihre Brüste. Die schlicht gestrickte Mär erzählt vom Mädchen aus ehemals gutem Hause, das der Prostitution anheimfällt und sich dann ernstlich in einen Maler (Gustav Fröhlich) verliebt, der an einem Hirntumor leidet. Aber dass die Heldin ihren Geliebten mit Gift von seinen Leiden erlöst und dann auch ihr eigenes Leben beendet, das kratzte entschieden an den Grundfesten christlicher Weltanschauung.

Schließlich befasste sich das Karlsruher Bundesgericht mit der Sache und befand, dass Film nicht unter "freie Meinungsäußerung" falle, sondern ein "Erzeugnis der Kunst" sei. Der Richterspruch bedeutete fortan einen weitgehenden Schutz vor Polizeisanktionen und führte zu einer Reform der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft - insofern hat Hildegard Knef auch hier Filmgeschichte geschrieben.

Aufgrund der Ereignisse wurde man in den USA auf den umstrittenen Stoff und auf Hildegard Knef aufmerksam. Nachdem "Die Sünderin" auch in US-Kinos gezeigt wurde avancierte sie in den Staaten zu einer akzeptierten Filmgröße. Und als Frau des US-Filmoffiziers Kurt Hirsch geht Hildegard Knef zu Beginn der 50er Jahre wieder nach New York. Zurück in den USA, kommt die Karriere jetzt richtig in Schwung: In den Jahren 1951 bis 1953 spielt sie in elf Filmen mit!

Während sie in Deutschland den herben, zugleich erotisch selbstbewußten Frauentyp prägt, spielt sie in Hollywood-Filmen neben Richard Basehart und Oskar Werner in Entscheidung vor Morgengrauen (1951), der auch in den USA zu einem Erfolg wird. Dann spielt sie an der Seite von Tyrone Power in Der Kurier von Triest (1952) und mit Gregory Peck und Ava Gardner im Drama Schnee am Kilimandscharo (1952).

In Schnee am Kilimandscharo musste sie ein Cole Porter-Lied singen, was die zweite Karriere, die der Sängerin Knef, ins Rollen brachte. Porter war so begeistert von ihr, dass er ihr die Hauptrolle in seinem Broadway- Musical Silk Stockings (Seidenstrümpfe)antrug. Entscheidenden internationalen Durchbruch erlangte Hildegard Knef dann in den Jahren 1954 bis 1956 mit den insgesamt 675 Vorstellungen als Ninotschka in dem Broadway-Musical Seidenstrümpfe, einer Musical-Version von Ernst Lubitschs Film Ninotschka. Die Kritiker meinten zwar, sie träfe nicht immer den richtigen Ton, aber die Intensität und das Timbre ihrer Stimme faszinierten das Publikum. Ella Fitzgerald meinte gar, die Knef sei 'die grösste Sängerin ohne Stimme'.

1959 wird sie mit Auszeichnungen überschüttet: Deutscher Filmpreis, Filmstreifen in Silber, Outstanding Individual Achievement als Supporting Actress für Der Mann, der sich verkaufte. Ihre Rollen in den Filmen Die Dreigroschenoper und Wartezimmer zum Jenseits verhelfen ihr in den Jahren 1963 und 1964 zu weiterer Popularität.

Die paar Musical-Gesangsstunden in New York hatten Hildegard Knef gelehrt, mit ihrer rauhen, verknarzten Stimme auch singend umzugehen. Mit spitzer Feder, untrüglicher Beobachtungsgabe, sympathischer Selbstironie, sicherem Gespür für Wort und Pointe und atemberaubender Intensität schuf "die Knef" das deutsche Chanson, das ihr so niemand nachzumachen versteht.

Vor 1962 sang sie alles, was ihr gefiel und Erfolg versprach. Im August 1962 veröffentlichte sie ihr erstes Album: So oder so ist das Leben (Decca), was als Motto für alle nachfolgenden Singles und ihre zehn Alben gelten kann. Ab da beginnt Hildegard Knef mit großem Erfolg eine zweite Karriere als Chansonsängerin mit zum Teil mit eigenen Texten, ihr Markenzeichen wird die rauchig-verruchte Stimme.

Nach ihrer letzten großen Kinorolle 1964 an der Seite von Martin Held in Alfred Weidenmanns Drama Verdammt zur Sünde, nach dem Roman Die Festung, wurde sie als Ehefrau des britischen Regisseurs David Cameron mit 43 Jahren im Jahr 1968 Mutter, ihre Tochter Christina wurde geboren. Das machte ebenso Schlagzeilen wie der spätere melodramatische Scheidungskampf im Jahr 1976 um die achtjährige Christina, sowie die dritte Ehe mit dem 15 Jahre jüngeren Landedelmann Paul von Schell.

Im März 1965 kam ihr Album Hildegard Knef spricht und singt Kurt Tucholsky auf den Markt. Unterstützt von kongenialen Vertonungen junger Komponisten präsentierte sich die neue Knef. Auf voller Bandbreite, nachdem bereits mehr oder weniger deutliche Andeutungen "vorausgesungen" worden waren. Als dann ein paar Monate später die nächste Produktion, Ich seh die Welt durch deine Augen, erschien, waren selbst Skeptiker unter den Fachleuten überzeugt, daß sie einen Wendepunkt des deutschen Chansons der Nachkriegszeit darstellt. Das Material und vor allem die künstlerische Persönlichkeit war gefunden, die - ohne auf Massenmedien Rücksicht nehmen zu müssen - einen Chansonabend solo bestreiten konnte.

Wie Christian Morgenstern liebt sie Aphorismen, mit dem fliegenden Schneider teilt sie die Geburtsstadt und mit Dietrich Fischer-Diskau das Geburtsjahr, wie Friedrich Dürrenmatt gehört sie zu den Steinböcken und mit Hermann Kahn teilt sie die Initialen und das Los, von der Umwelt mit Superlativen bedacht zu werden. Eine Frau, eine Künstlerin, die Widerspruch am laufenden Band auslöst - und doch von allen verehrt wird. Auch von denen, die sie eigentlich nicht mögen (was schon ein Widerspruch ist). Mit ihren eigenen Texten ersang sie sich den Rang eines Weltstars und wurde zum Vorbild, dem nie erreichten, vieler Liedermacher.

Ende 1966 machte Hildegard Knef eine erste große Tournee mit Günter Noris und seinem Ensemble und zwei Jahre später zusammen mit Kurt Edelhagens Big Band, ein Wagnis (es war die hohe Zeit von The Beatles und The Rolling Stones!), das wegen des individuellen Orchestersounds wohl nur sie sich leisten kann. Im musikalischen Grenzland zwischen Unterhaltung und Kunst angesiedelt, überzeugt sie auch jeden, die sonst ihre musikalischen Maßstäbe von jenseits des großen Teiches beziehen. "Highbrows" sowie der gern genannte "kleine Mann" hören ihren Texten zu und vergessen einen Moment lang, was sie selbst über die Themen denken. Denn man denkt wie sie. Das Identifikationsmuster ist perfekt. Nicht aus gewollter Künstelei und wegen gesuchter Ausdrücke. Die Sprache der Knef ist bildhaft und ihr Wortschatz trifft ... man glaubt ihr, was sie singt, denn sie kennt Höhen und Tiefen.

Kurz darauf, 1968, erhielt sie eine Auszeichnung als beste deutschsprachige Sängerin und mehrere Goldene Schallplatten für insgesamt über 3 Millionen verkaufte Tonträger.

Im Jahr 1969 wurde bereits die erste Dokumentation über ihre Karriere als Chansonsängerin in den Fernseh-Produktionen Die Knef. Bericht über ein Konzert (1969) gezeigt. 1975 erfolgte die zweite TV-Dokumentation unter dem Titel Hildegard Knef und ihre Lieder (1975).

"Ich bin einen weiten Weg gegangen" heißt eine ihrer Langspielplatten. Sie ist einen sehr weiten Weg gegangen - die Knef! Schauspielerin, Sängerin, Buchautorin. Und dieser weite Weg hat sie sehr bekannt gemacht. Und sie hat das getan, was ein Künstler immer tun will (oder sollte): sich selbst mit allen Erfahrungen der Umwelt auszudrücken. Individualistisch, ehrlich - und glaubhaft. Wie sagt doch Ella Fitzgerald von ihr? "Die größte Sängerin ohne Stimme!"

Hildegard Knef hat die Straße ihres Erfolges in den letzten Jahren sehr genau festgelegt - ganz besonders, seit sie sich einen großen Teil ihrer Texte selbst schreibt. In einer Sprache von heute, ohne Pathos und Geziertheit. Sie hat ihr Publikum dorthin gebracht, wo sie es haben wollte: Zum intelligenten, unterhaltenden Chanson. Und da steht das Publikum nun und sagt: Das nächste, bitte.

Schauspielerin. Chanson-Sängerin. Texterin. Stationen einer Karriere. Berufe. Aber keine in sich abgeschlossenen Kapitel im wechselvollen Leben einer außergewöhnlichen Persönlichkeit. Hildegard Knef ist Bewegung. Hildegard Knef ist Abwechslung. Ihre Musik, ihre Alben sind Manifeste ihrer Vielseitigkeit. Die Texterin: Hildegard Knef formuliert sehr persönliche Meinungen, Gedanken und Gefühle. Autobiographische Aspekte sind nicht zu verleugnen. Aber ebensowenig Allgemeingültigkeit und Identifikation. Die Interpretin: Hildegard Knef singt - wie sie singt: unverwechselbar. Sie lotet ihre Texte aus. Sie gibt den Inhalten die zweite Dimension der Interpretation. Und die Grundstimmung ist Bejahung: Da ist eine Zeit zu lachen und zu leben! Zu leiden und zu streben jedoch ebenso. Mit dem Fazit: Der Weg, er hat sich gelohnt.

Ihre dritte Karriere begann sie 1975 - sie veröffentlichte ihre Autobiographie Der geschenkte Gaul, die als internationaler Bestseller großen Erfolg hat, in 17 Sprachen übersetzt wird und auch bei der Kritik als literarisches Werk gewürdigt wird. In diesem Buch verarbeitet sie auch ihre Krankheit - ihre Brustkrebsoperation im Jahre 1973. Kurz darauf sorgte ihre detailgenaue Schilderung der eigenen Krebserkrankung und der 60 Operationen im Roman Das Urteil für Furore.

1970, nach dem unerwartet großen Erfolg ihres ersten Buches Der geschenkte Gaul, wurde dieses sogleich vom damaligen Ehemann David Cameron vorzüglich und kongenial übersetzt und als The Gift Horse auch in den USA ein Bestseller. Natürlich blieb eine Einladung ihres New Yorker Verlagshauses McCraw-Hill nicht aus. Hildegard Knef unternahm 1971 eine ausgedehnte PR-Tour durch viele US-Fernseh- und Radiostationen, wobei sie das Publikum nachhaltigst beeindruckte, nicht nur mit der Offenheit ihrer Darstellung der Kontroverse ihrer Generation, die bei Hitlers Machtübernahme zu jung war, aber für das unsägliche Leid in den Endstadien des Krieges keinesfalls, und deren Schicksal es wurde, dennoch dafür quasi zur Rechenschaft gezogen zu werden. In ihren Interviews versuchte Hildegard Knef immer wieder, dieses Pauschalbild aus seiner Schräglage zu begradigen.

Ausgangs- und Endstation dieser besonderen Reise in Sachen Literatur war New York, wie auch wenige Jahre später, nach dem Erfolg des zweiten Buches Das Urteil, das unter dem Titel The Verdict in den USA große Anerkennung fand, besonders wegen seiner uneitlen Auseinandersetzung mit Tabuthema Krebs, das in den USA zwar offener diskutiert wird als in Deutschland, jedoch ebenso menschlich berührt, wenn es die eigene Krankheit - hier sogar mit Brustkrebs - beschreibt. Das war auch in den USA ungewöhnlich mutig.

40 bis 60 Zigaretten rauchte Hildegard Knef am Tag, dann kam der Zusammenbruch - am 4. Januar 1996. Viele Tage lag sie auf der Intensivstation des Martin-Luther-Krankenhauses in Berlin. Schließlich versprach sie Ihrem behandelnden Arzt, nie mehr zu rauchen. Im Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt (1999-08-20) behauptete sie, dass sie vor einem Jahr aufgehört habe, aber immer noch darunter leide.

Hildegard Knef hatte ihren Kampf gegen den Krebs zwar gewonnen, nicht aber den gegen Abhängigkeit von Medikamenten, insbesondere des Morphium-Ersatzdroge Metadon. Ausgerechnet in einer Zeit der Ehekrise und nach der strapaziösen Arbeit an der Hans Fallada-Verfilmung Jeder stirbt für sich allein in Berlin entschloss sie sich, einen Radikalentzug ("Cold Turkey") zu machen, die ihr alles an seelischen und physischen Reserven abforderte. Sie hielt - wie immer - tapfer durch.

Im Jahr 1977 erhielt sie den Deutscher Filmpreis Honorary Award für ihre Lebensleistung. Sie nahm dann eine längere Auszeit vom Film und drehte erst 1982 wieder einen Fernsehfilm: Der Gärtner von Toulouse. Danach siedelte sie nach der Scheidung von David Cameron von Berlin aus nach Hollywood um - wo sie bis 1989 mit ihrem 15 Jahre jüngeren Mann Paul von Schell und ihrer Tochter Christina lebte. In den 90er Jahren kehrte sie wieder zurück, zunächst nach München und schließlich wieder nach Berlin: "Das ist wie ein Magnetfeld."

1985 wurde ein TV-Portraits über Hildegard Knef mit dem Titel Nein ich gebe niemals auf ausgestrahlt. Zehn Jahre später wurde eine Film-Collage zum 70. Geburtstag von Hildegard Knef unter dem Titel Für mich soll's rote Rosen regnen ausgestrahlt.

Seit ihrer Rückkehr nach Deutschland lebt Hildegard Knef zurückgezogen in Berlin und war kaum noch bei öffentlichen Anlässen oder Arbeiten zu sehen. Als Bundeskanzler Gerhard Schröder im Jahr 2001 erfuhr, das Hildegard Knef immer noch die US-Staatsbürgerschaft besaß, arrangierte er kurzfristig, dass "Hildchen" wieder die deutsche Staatsbürgerschaft bekam.

Eine Überfahrt nach den USA im Herbst 2000 auf der Queen Elisabeth II war Kulisse für Aufnahmen zu einem Film über Hildegard Knef. Als Profifotograf begleitete D. Kerpenisan die Diva auf dieser Reise. Einige der Fotos erschienen zum 75. Geburtstag von Hildegard Knef Ende 2000 in den Zeitschriften "Stern" und "Die Zeit".

In den letzten Jahren war sie als fleißige, aber von den Kunstkritikern weitgehend ignorierte Malerin tätig.

Während der 53. Bambi Verleihung 2001 erhielt Hildegard Knef für ihr Lebenswerk einen Bambi. Aus gesundheitlichen Gründen konnte sie ihn - wie schon zuvor bei der Goldenen Kamera - diesen Preis nicht persönlich entgegennehmen.

Hildegard Knef hat zusammen mit dem britischen Regisseur David Cameron eine Tochter mit dem Namen Christina, die 1964 geboren wurde, sie lebt heute in Los Angeles. (DJFL)


Filme auf DVD oder Blu-ray Disc mit Hildegard Knef

Sünderin (s/w), Die mit Hildegard Knef 1.

Sünderin (s/w), Die

mit Gustav Froehlich, Robert Meyn, ...
Kinowelt Home Entertainment
Freigegeben ab 12 Jahren
Medium: DVD


Die Sünderin mit Hildegard Knef 2.

Die Sünderin

mit Gustav Froehlich, Robert Meyn, ...
Kinowelt Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 02.05.2000 (Deutschland 1951)
Freigegeben ab 12 Jahren
Medium: DVD


Hildegard Knef - Stationen mit Hildegard Knef 3.

Hildegard Knef - Stationen


Erscheinungsdatum: 10.03.2003 (Deutschland 1986)
Freigegeben ab oA Jahren
Medium: DVD


Hildegard Knef - A Woman And A Half mit Hildegard Knef 4.

Hildegard Knef - A Woman And A Half

MAWA Film & Medien
Erscheinungsdatum: 08.09.2003
Freigegeben ab oA Jahren
Medium: DVD


Edgar Wallace - Wartezimmer zum Jenseits mit Hildegard Knef 5.

Edgar Wallace - Wartezimmer zum Jenseits

mit Götz George, Richard Münch, ...
Universum Film
Erscheinungsdatum: 13.12.2004 (Deutschland 1964)
Freigegeben ab 16 Jahren
Medium: DVD


Katharina von Russland mit Hildegard Knef 6.

Katharina von Russland

mit Sergio Fantoni, Giacomo Rossi-Stuart, ...
PRICE-LIGHT Medien GmbH
Erscheinungsdatum: 07.02.2005 (Italien / Frankreich 1963)
Freigegeben ab 12 Jahren
Medium: DVD


Hildegard Knef - Erinnerungen mit Hildegard Knef 7.

Hildegard Knef - Erinnerungen

Universal Music Company
Erscheinungsdatum: 18.11.2005 (Deutschland 2005)
Freigegeben ab oA Jahren
Medium: DVD


Hildegard Knef - Die frühen Jahre mit Hildegard Knef 8.

Hildegard Knef - Die frühen Jahre

Universum Film
Erscheinungsdatum: 20.02.2006 (Deutschland 2005)
Freigegeben ab oA Jahren
Medium: DVD


Alraune mit Hildegard Knef 9.

Alraune

mit Karlheinz Böhm, Erich von Stroheim, ...
Kinowelt Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 06.07.2007 (Deutschland 1952)
Freigegeben ab 12 Jahren
Medium: DVD


Hildegard Knef - Tapetenwechsel - Das Beste aus den 60er & 70er Jahren mit Hildegard Knef 10.

Hildegard Knef - Tapetenwechsel - Das Beste aus den 60er & 70er Jahren

edel media & entertainment GmbH
Erscheinungsdatum: 14.03.2008 (Deutschland 2008)
Freigegeben ab 12 Jahren
Medium: DVD


Ein Wiedersehen mit Hildegard Knef mit Hildegard Knef 11.

Ein Wiedersehen mit Hildegard Knef

mit Karlheinz Böhm, Erich von Stroheim, ...
Kinowelt Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 07.11.2008 (Deutschland 1951 / 1952)
Freigegeben ab 12 Jahren
Medium: DVD


Edition Deutscher Film - 05 - Die Sünderin mit Hildegard Knef 12.

Edition Deutscher Film - 05 - Die Sünderin

mit Gustav Froehlich, Robert Meyn, ...
Kinowelt Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 16.10.2009 (Deutschland 1951)
Freigegeben ab 12 Jahren
Medium: DVD


Brüche und Kontinuitäten 01 mit Hildegard Knef 13.

Brüche und Kontinuitäten 01

mit Arno Paulsen, Elisabeth Flickenschildt, ...
Alive AG
Erscheinungsdatum: 18.05.2012 (Deutschland 1942-1948)
Freigegeben ab 12 Jahren
Medium: DVD


Flügel und Fesseln mit Hildegard Knef 14.

Flügel und Fesseln

mit Brigitte Fossey, Ivan Desny, ...

Erscheinungsdatum: 15.07.2013
Freigegeben ab 16 Jahren
Medium: DVD


Blonde Fracht für Sansibar mit Hildegard Knef 15.

Blonde Fracht für Sansibar

mit Paul Hubschmid, Vivi Bach, ...
Alive AG
Erscheinungsdatum: 04.10.2013
Freigegeben ab 16 Jahren
Medium: DVD


Und die Bibel hat doch recht mit Hildegard Knef 16.

Und die Bibel hat doch recht

mit Ricci Monseñor, ...
Alive AG
Erscheinungsdatum: 31.10.2014 (Deutschland 1977)
Freigegeben ab 16 Jahren
Medium: DVD




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Biografien

Als Biografie bezeichnet man die Lebensbeschreibung einer Person. Eine Biografie ist die schriftliche Präsentation des Lebenslaufs eines Menschen. Die präsentieren wir euch für zahlreiche Stars. Neben der Beschreibung geben wir euch einen Einblick auf die erschienen DVDs oder Blu-ray Discs. Dazu kommen Erwähnungen in News und Blog-Einträgen.

Wir konzentrieren uns mit unseren Biografien auf Schauspieler und Schauspielerinnen, aber auch Regisseure und andere Prominente aus der Film-Branche.

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