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Ilse Kubaschewski

* 1907 (?) in Berlin, Deutschland • † 30. Oktober 2001 in München, Bayern, Deutschland, Produzentin Über ihr Alter ließ die Filmproduzentin ihre Umgebung im Unklaren, mal nannte sie 1916, mal 1907 ...

Biografie zu Ilse Kubaschewski


* 1907 (?) in Berlin, Deutschland • † 30. Oktober 2001 in München, Bayern, Deutschland, Produzentin

Über ihr Alter ließ die Filmproduzentin ihre Umgebung im Unklaren, mal nannte sie 1916, mal 1907 als ihr Geburtsjahr. Ihre Geschäftstüchtigkeit aber war offensichtlich und nicht zu übersehen. "Die Kuba", wie sie respektvoll genannt wurde, hat mit ihrem Gloria Filmverleih Millionen verdient. Mit 20 Millionen Mark Jahresumsatz war die Gloria in ihren Glanzzeiten der zweitgrößte deutsche Filmverleih. Über 500 Filme produzierte oder verlieh die gebürtige Berlinerin, auch in Klassiker wie Fellinis Drama La dolce vita steckte sie ihr Geld.

Sie war eine der Ersten, die 1949 eine Verleihlizenz von den Allierten bekam, und mit Marika Rökk- und Zorro-Filmen füllte sie die Kinos. Mit dem US-Trash-Studio Republic schloss sie einen Exklusivvertrag und mit ihrem Gloria Filmverleih überschwemmte sie Deutschland mit Republics alten Serials, von Der Mann mit der Totenmaske bis König der Raketenmänner. 1949 noch die mittellose Kinopächterin und Filmvorführerin, war sie schon fünf Jahre später die einflussreichste Frau des deutschen Nachkriegsfilms.

Die Investitionen in Heimatfilme wie Grün ist die Heide (1951) oder Rührstücke wie Die Trapp-Familie (1956) brachten ihr den abfälligen Titel "Vorsitzende des Schnulzenkartells" und später "Totengrüberin des deutschen Films" ein, doch ungerührt konterte sie: "Kritik gibt's nur an der Kasse." Die Zahlen gaben der Königin des Filmgeschäfts Recht.

Bereits 1951 hatte sie Rudolf Prack nach dessen Schwarzwaldmädel-Erfolg exklusiv verpflichtet (16 Millionen Zuschauer hatte das Schwarzwaldmädel - und wir feiern die zehn Millionen von Der Schuh des Manitu!) und machte sich daran, die Erfolgsformel "Heimat + Liedtitel = Kassenschlager" wie eine Zitrone auszupressen.

Es folgten Grün ist die Heide ("Ein Großfilm nach dem unsterblichen Volkslied!"), Ave Maria ("Das sehnsüchtige Lied einer schwergeprüften Mutter") oder Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren ("Wer kennt nicht die romantische Melodie um Liebe und Leid?"). Und das Interessante war, dass der Kubaschewski viele auf dem Weg zum einfachen Geld folgten.

Und so konnte die Tochter eines kleinen Berliner Beamten und einer Kintopp-Pianistin den deutschen Kinogeschmack beherrschen. Einer Illustrierten verriet sie damals ihre sechs Gebote:

- Keine unsympathischen Hauptfiguren
- Keine Rückblenden
- Unter allem Umständen ein Happyend
- Viele Bilder von der Heimat
- Sehr viel Musik
- Immer etwas zum Lachen

Und es gebe nur zwei Personen, auf die sie in Filmdingen höre: ihre Köchin und ihren Chauffeur. Auf diese Weise hat Ilse Kubaschewski als Verleiherin und Produzentin rund 15 Jahre - bis Mitte der 60er Jahre - sehr gut verdient. Aber wenn jemand erklären möchte, warum der deutsche Film der Fünfziger so war, wie er war, der muss sich mit der "Kuba-Krise" befassen - auch bekannt als "Stilles Tal"-Drama.

1955 waren Curd Jürgens und Winnie Markus für den Film Schweigepflicht engagiert. (Inhalt: Die Frau eines Rittmeisters verschweigt ihrem Mann 20 Jahre lang, dass nicht er, sondern ein Pianist der Vater ihrer Tochter ist.) Bei den Filmfestspielen in Cannes traf Winnie Markus einen Vertreter des Gloria Filmverleihs, der sie mit der Nachricht überraschte, ihr Film solle nun Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde heißen. Später, bei den Aufnahmen in Hildesheim, verbreitete sich ein neues Titel-Gerücht: O du mein stilles Tal!

Curd Jürgens, der damals gerade auf dem Sprung ins internationale Filmgeschäft war, zog gegen den seiner Meinung nach "Kitschtitel" vor Gericht. Die 17. Zivilkammer des Berliner Landgerichts erließ eine einstweilige Verfügung gegen die Umbenennung von Schweigepflicht in O du mein stilles Tal, insbesondere, da in dem Drehbuch gar kein Tal vorkomme. In zweiter Instanz einigten sich die Parteien dann gütlich: Der Film kam als Du mein stilles Tal in die deutschen Filmtheater.

Der Regisseur des Welterfolges Der Hexenjäger ("The Witchfinder General", 1968), Michael Reeves, war 1969 eigentlich die erste Wahl der Produzentin für den Film Hexen bis aufs Blut gequält gewesen. Leider nahm sich aber Reeves noch während der Vorbereitungen zu Hexen bis aufs Blut gequält das Leben, so dass man sich aus verschiedenen Gründen für seinen Assistenten Michael Armstrong als neuen Regisseur entschied. Der mit psychischen Drogen hantierende Engländer schaffte es aber nur, das erste Drittel des Streifens abzudrehen. Dann entschied die Gloria-Chefin, den wohl verwirrten Armstrong durch Adrian Hoven zu ersetzen. Mitdarsteller Herbert Fux erzählte später, dass sich Armstrong mit einer Sänfte zum Drehort habe tragen lassen.

Ilse Kubaschewskimochte diese Art Filme überhaupt nicht und stand damals vor der Entscheidung, an der aufkommenden Welle von Hexen-Filmen zu partizipieren oder sich das Geschäft von der Constantin Film (Der Hexentöter von Blackmoor, 1969) wegschnappen zu lassen. Somit drängt sich aus heutiger Sicht natürlich die Frage auf, warum es nach dem großen Erfolg dieser Streifen keine weiteren Nachzügler gab? Eine wirkliche Welle fand jedenfalls nicht statt.

Spät hat sie - gegen den Rat von Köchin und Chauffeur - auch Anspruchsvolles wie Nachts, wenn der Teufel kam oder Mein Onkel ins Programm genommen, was wenig Kasse machte, aber das so lange entbehrte Prestige einbrachte. Als auch die letzten Geldkühe von Opas Kino, die "Pauker"-Filme und die Softpornos, ausgemolken waren, verkaufte die Kuba ihren Verleih an die Amerikaner.

Die wohl einflussreichste Frau des Nachkriegsfilms verstand es übrigens hervorragend, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden: ihre Gloria-Bälle waren in den 50er und 60er Jahren in München legendär. (DJFL)


Filme auf DVD oder Blu-ray Disc mit Ilse Kubaschewski




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