Milk
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Sean Penn Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Milk:
Harvey Milk war einer der ersten offen schwulen Politiker, die in den Vereinigten Staaten in ein öffentliches Amt gewählt wurden. Sein Anliegen waren die Interessen der kleinen Leute seines Viertels in San Francisco, und die der schwulen Community. Milk organisierte Straßenfeste im Castro District und er stand stets an der Spitze, wenn es gegen Diskriminierung zu protestieren galt. Nach nur elf Monaten im Amt, am Abend des 27. November 1978, verkündet Dianne Feinstein, die Vorsitzende des Stadtrats von San Francisco, der auf der Treppe zum Rathaus versammelten Presse, dass einige Stunden zuvor ein Mann Bürgermeister George Moscone und Stadtrat Harvey Milk erschossen hat. Dan White, ein konservativer Ex-Stadtrat und Konkurrent von Harvey Milk, schmuggelte an diesem Tag eine Pistole in das Rathaus von San Francisco und erschoss zuerst den regierenden, liberalen Bürgermeister George Moscone und anschließend Harvey Milk. „Sollte einmal eine Kugel mein Hirn treffen, so soll sie alle verschlossenen Türen durchschlagen!“ (Harvey Milk) Dreißig Jahre nach dem Tod des charismatischen, politischen Hoffnungsträger sind zwar einige Türen weltweit geöffnet (Schwule dürfen hierzulande heiraten/ der schwule Politiker Klaus Wowereit ist der Bürgermeister der deutschen Hauptstadt – „und das ist gut so“), aber wenn in Österreich ein Bischof im Januar 2009 von der Homosexualität als „Krankheit, die geheilt werden kann“, spricht, zeigt das an, dass in unserer Gesellschaft noch viele Türen verschlossen sind. „Jeder Homosexuelle sollte im Rathaus immer die Treppe nehmen, um der Welt zu zeigen, dass er da ist“ (Harvey Milk) Regisseur Gus van Sant geht sozusagen die breite Treppe und verfilmte das Leben Milks im gleichnamigen Film, der dieses Jahr mit zwei Oscars (für den besten Hauptdarsteller und für das Bestes Original-Drehbuch) ausgezeichnet wurde, und inszenierte damit einen gesellschaftspolitisch sehr wertvollen und überzeugenden Beitrag, der weitere Türen öffnet. „Milk“ zeichnet die letzten acht Jahre im Leben von Harvey Milk (Sean Penn) nach. Es ist ein Film, der ganz auf Kitsch, Klischees und Pathos verzichtet und dennoch zu Tränen rührt. Die Mixtour aus alten Originalaufnahmen und gedrehten Filmsequenzen lässt den Film nicht nur die Geschichte Milks erzählen, sonder bietet zudem eine dokumentarisch anmutende Zeitreise in die 70er Jahre. Und auch die oscar-prämierte Darstellerleistung von Sean Penn macht „Milk“ sehr glaubhaft, der natürlich von einem großartigen Ensemble; James Franco („Spider-Man-3“), Emile Hirsch („Into The Wild“), Josh Brolin („No Country For Old Men“) und Diego Luna („...mit deiner Mutter auch!“); unterstützt wird. Fazit: „Milk“ ist nicht bloß ein erzähltes Biopic sondern ein politisches Statement für Gleichberechtigung, und damit sehr sehenswert! Randnotiz: Dan White wurde für sieben Jahre Gefängnis wegen Totschlags verurteilt. Ein sehr mildes Urteil, welches bei der Verkündung im Mai 1979 zu schweren Zusammenstößen zwischen Schwulen und der Polizei vor dem Rathaus führte. In der Folge stürmte die örtliche Polizei auch in das, überwiegend von Schwulen und Lesben bewohnte, Castro Viertel und zerstörte die Einrichtung mehrerer schwul-lesbischer Bars, so auch den von Harvey Milk 1974 eröffneten Shop und spätere Wahlkampfzentrale „Castro Camera“. Dan White verbüßte für den doppelten Totschlag nur fünf Jahre seiner Haftstrafe, und beging mit 39 Jahren in San Francisco am 22. August 1985 Suizid durch Einleitung von Auspuffgasen in sein Auto. Zur technischen Umsetzung und Ausstattung des Films auf Blu-ray: Das Bild (1.85:1/ 16:9), welches mit Originalaufnahmen und absichtlich auf alt getrimmte Filmszenen daherkommt, unterstreicht mit dieser Machart die Glaubwürdigkeit des Films, welches aber natürlich zulasten der Bildqualität geht. Auch beim Ton (DTS-HD 5.1) hält sich der Film eher bedeckt und zurückhaltend, welches themenbedingt zu erwarten war. Lediglich bei Massenszenen wird der Ton auch räumlich überzeugend. Das Bonusmaterial gibt einige Einblicke in das Leben von Harvey Milks („Marsch für Gleichberechtigung“/ „Interviews“) und in die Produktion des Films („Hollywood kommt nach San Francisco“/ „Blick hinter die Kulissen“). Sehr interessant sind dabei die Statements und Aussagen von Milks Freunden und Weggefährten, die am Film beteiligt waren und sehr persönliche Erinnerungen an ihren Freund und Wegbestreiter preisgeben. Abgerundet wird das ganze noch mit „Deletes Scenes". Alles in allem sind die Extras eine gute Ergänzung zum Film. Übrigens: Am 12. August ehrte der amerikanische Präsident Barack Obama Harvey Milk postum mit der „Medal of Freedom", der US-Version des Bundesverdienstkreuzes. Die „Medal of Freedom" ist die höchste zivile Auszeichnung in den USA. Sie erkennt Menschen an, die einen „besonders lobenswerten Beitrag zur Sicherheit oder den nationalen Interessen der Vereinigten Staaten, zum Weltfrieden, zu kulturellen oder anderen öffentlichen oder privaten Bestrebungen geleistet haben." Für Milk nahm sein Neffe Stuart die Medaille entgegen. „Milk wird im In- und Ausland als Pionier der schwul-lesbischen Bürgerrechtsbewegung verehrt für seine außergewöhnliche Fähigkeit zu führen und für seinen Einsatz zu Gleichberechtigung", begründete das Weiße Haus die Auswahl. (Bernd Hellweg) alle Rezensionen von Bernd Hellweg ...
San Francisco, 1972. Harvey Milk (Sean Penn) und sein Partner Scott Smith (James Franco) haben vom Leben in New York die Nase voll und suchen ihr Glück an der Westküste. Sie eröffnen im Arbeiterviertel Castro einen kleinen Fotoladen: „Castro Camera“. Bald wird das Geschäft als Treffpunkt und Nachrichtenbörse zum Mittelpunkt des Viertels, vor allem dank Harvey Milks herzlichen, überschäumenden Temperaments. Es dauert nicht lange, bis Milk seinen Hang zur Politik entdeckt: Sein Anliegen sind die Interessen der kleinen Leute seines Viertels - und die der schwulen Community. Milk organisiert Straßenfeste im Castro District und er steht stets an der Spitze, wenn es gegen Diskriminierung zu protestieren gilt.
Während dreier Wahlkampagnen für den Stadtrat von San Francisco gewinnt Milk unzählige Helfer und Freunde dazu; vor allem sein Berater Cleve Jones (Emile Hirsch) steht ihm unermüdlich zur Seite. Doch in dieser Zeit zerbricht die Beziehung zu seinem langjährigen Geliebten Scott. An der Seite seines neuen Partners Jack Lira (Diego Luna) schafft Milk bei der Wahl 1977 schließlich den Einzug in den Stadtrat. Kaum im Amt, stößt Milk eine Vielzahl von politischen Initiativen an, womit er sich nicht nur Freunde macht. Und einer seiner Gegner, Milks Stadtrats-Kollege Dan White (Josh Brolin) entpuppt sich schließlich als Todfeind... Technische Daten: Codec: MPEG-4 AVC Video High Profile 4.1 Bitrate: 26774 kbps Auflösung: 1080p / 23,976 fps / 16:9 Das Bildformat bei MILK beträgt 1,85:1. Die Bildqualität kann auf ganzer Linie überzeugen, zumal endlich auch mal wieder eine BD50 bei einem Constantin-Titel verwendet wurde, was hohe Bitraten garantiert. Die Konturen werden stets klar und ohne erkennbare Überschärfung dargestellt, während die Detailzeichnung viele Feinheiten offenbart. Es fehlt vielleicht das letzte Quäntchen an knackiger Feinzeichnung, trotzdem kann man mit den Schärfewerten zufrieden sein. Die Körnung des Ausgangsmaterial ist vor allem auf einfarbigen Hintergründen gut zu erkennen, drängt sich allerdings nie in den Vordergrund. Die Kompression arbeitet ohne Artefaktbildung. Die Farben wirken eher erdig im Stil der 1970er Jahre. Die Töne werden satt, aber halt stilbedingt nicht sonderlich bunt darstellt. Die Kontrastbalance wurde ziemlich hart gewählt. Helle Flächen überstrahlen zwar nicht, dafür wirken dunkle Bildanteile auch in hellen Sequenzen etwas zu dominant. Trotzdem bleibt das Geschehen in Nachtszenen immer noch gut zu erkennen und der Schwarzwert präsentiert sich durchweg sehr tief. Schmutz oder analoge Defekte sind auf dem Ausgangsmaterial nicht zu erkennen. Es bleibt noch zu erwähnen, dass für MILK teilweise Originalaufnahmen aus den 1970er Jahren verwendet wurden. Diese Einstellungen weisen eine schlechtere Qualität auf und sind meistens sehr rauschig, farbschwach und nicht besonders scharf. Verfügbare Tonspuren: Englisch: DTS-HD Audio 5.1 / 48 kHz / 2046 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit) Deutsch: DTS-HD Audio 5.1 / 48 kHz / 2046 kbps / 24-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 24-bit) Zwei DTS-HD High Resolution 5.1-Tracks zieren die Blu-ray Disc, welche aber noch mehr als genug Platz für Master Audio-Tonspuren bereitgehalten hätte. Genrebedingt würde das aber wahrscheinlich sowieso keinen Unterschied machen, da es bei MILK nirgends auf eine brachiale Dynamik oder besonderes Volumen ankommt. Der Score beschallt den Hörraum relativ dicht aus allen Boxen und des Öfteren versuchen Umgebungsklänge Räumlichkeit zu vermitteln. Direktionale Effekte muss man schon mit der audiophilen Lupe suchen, Tiefenbass aus dem Subwoofer gibt es ebenfalls kaum. Die Dialoge sind in beiden Sprachfassungen bestens zu verstehen und die Qualität der deutschen Synchronisation erscheint wirklich exzellent. Die Klangqualität wurde bewusst eher mittig und wenig dynamisch gehalten, um sich dem Look des Films anzupassen und eine biedere 1970er-Atmosphäre zu schaffen. Ein Sound-Feuerwerk erlebt man also hier definitiv nicht. Deutsche Untertitel gibt es normale sowie zusätzlich in einer Form für Hörgeschädigte. Das Bonusmaterial wird mit dem achtminütigen Beitrag "Marsch für Gleichberechtigung" (HD) eingeleitet, in welchem von Crewmitgliedern sowie Statisten erläutert wird, wie die Demonstrations-Sequenzen zu Stande kamen und wie man an Hand von Fotos versuchte, die damalige Stimmung nachzustellen. Die Erinnerungen an Harvey Milk (HD) sind 14 Minuten lang und lassen Weggefährten von Milk zu Wort kommen, die teilweise auch im Film dargestellt werden. Sie erklären die Faszination, Motivation sowie Energie, mit der Milk für die Schwulenrechte kämpfte. Das viertelstündige Feature "Hollywood kommt nach San Francisco" (HD) widmet sich der Entstehung von MILK von den ersten Ideen bis zur Umsetzung. Zu Wort kommen vor allem der Autor sowie einige Darsteller. Hauptdarsteller Sean Penn und Regisseur Gus van Sant geben dagegen überhaupt keine Statements von sich. Es folgen dreieinhalb Minuten an Deleted Scenes, welche unter anderem Harvey Milk als Clown zeigen und dem Film durchaus einige neue Facetten abgewinnen. Der nächste Menüpunkt stellt neun Interviews mit Darstellern, Regisseur sowie dem Autor bereit, allerdings glänzt Sean Penn erneut durch Abwesenheit. Die Clips dauern insgesamt gerade mal 13 Minuten, so dass hier außer kurzen Aussagen keine tiefen Inhalte vermittelt werden können. Der Blick hinter die Kulissen zeigt unkommentierte Ausschnitte von den Dreharbeiten und dauert dreieinhalb Minuten. Die Darstellerinfos zu sechs Mimen sind in gedruckter Form ebenfalls im Booklet zu finden. Mit MILK schuf Regisseur Gus van Sant einen bewegenden Film über die Ikone der Schwulenszene von San Francisco in den 1970er Jahren. Harvey Milk (Sean Penn, MYSTIC RIVER) ist ein nicht mehr ganz junger Homosexueller im Viertel Castro der kalifornischen Stadt mit der berühmten Golden Gate Bridge. Dort will er einen Fotoladen eröffnen. Die ständigen willkürlichen Übergriffe der Behörden sowie die permanente Diskriminierung auf der Straße und in den Medien weckt alsbald sein politisches Engagement. Er kandidiert als Stadtrat und wird tatsächlich 1977 beim dritten Anlauf in jenen gewählt. Dort trifft er auf seinen härtesten Widersacher, den Konservativen Dan White (Josh Brolin, NO COUNTRY FOR OLD MEN), mit dem er sich ein hartes Duell um die Anerkennung der Schwulenrechte liefert. Milk gewinnt, White manövriert sich ins politische Aus, woran er Milk sowie dem progressiv orientierten Bürgermeister die Schuld gibt. Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als Milk Morddrohungen erhält und eine USA-weite Kampagne von Konservativen gegen die Homosexuellen zur Aberkennung sämtlicher Rechte zu führen droht... Fabelhaft aufgelegte Darsteller drücken MILK ihren Stempel auf. Sean Penn liefert als Harvey Milk die beste Leistung seiner Karriere ab und auch Nebendarsteller wie Emile Hirsch (INTO THE WILD), James Franco (SPIDER-MAN) oder Josh Brolin spielen hier sichtbar mit Freude sowie Engagement. Die Handlung wird stetig und ohne auffallende Längen vorangetrieben, ohne die Charaktere zu vernachlässigen. Regisseur Gus van Sant (ELEPHANT) ist es vorzüglich gelungen, die Stimmung der 1970er Jahre einzufangen. Authentisch wirkende Frisuren und Kleidung sowie die realitätsnahe Inszenierung des Castro-Viertels begeistern den Zuschauer und erzeugen eine überzeugende Atmosphäre. Einige Einspielungen von Originalaufnahmen sind zwar jederzeit als solche zu erkennen, harmonieren inhaltlich aber perfekt mit den gedrehten Sequenzen. Insgesamt ist MILK ein wunderbar gespieltes Drama über eine Ikone der Schwulenbewegung der 1970er Jahre - Pflichtprogramm für jeden anspruchsvollen Cineasten. Die Blu-ray Disc von Constantin/Highlight Video zeigt MILK in sehr guter Bild- und Tonqualität. Das Bonusmaterial enthält fast nirgends Inhalte mit Sean Penn, aber informativ ist es auf alle Fälle. (Danny Walch) alle Rezensionen von Danny Walch ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Milk, BLU-RAY:
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Weitere Filminfos zu Milk: Originaltitel: Milk Land / Jahr: USA 2008 Medien-Typ: Blu-ray Disc Bonusmaterial zu Milk:
Kapitel- / Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Marsch für die Gleichberechtigung (ca. 8 Min.), Erinnerungen an Harvey Milk (ca. 13 Min.), Hollywood kommt nach San Francisco (ca. 15 Min.), Deleted Scenes (ca. 4 Min.), Interviews (ca. 12 Min.), Blick hinter die Kulissen (ca. 3 Min.), Darsteller-Infos
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