Das Massaker von Katyn
Schauspieler / Schauspielerinnen in Das Massaker von Katyn:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Das Massaker von Katyn:
Der Kontrast ist zwar recht steil gewählt, dennoch schafft es der Transfer unschönes Überstrahlen heller Bildsegmente erstaunlich gut im Zaum zu halten. Dunkle Szenen zeigen eine gute Auflösung der tiefen Graustufen, was die Plastizität nachhaltig prägt. Insgesamt ist der Transfer wunderbar gelungen, zumal Verunreinigungen, Defekte oder Kompressionsartefakte zu keinem Zeitpunkt festzustellen sind. Die Blu-ray Disk bietet jeweils eine DTS-HD Master Audio 5.1 sowie eine Dolby Digital 5.1-Tonspur in deutscher sowie polnischer Sprache. Die Unterschiede zwischen den Tracks sind nicht gravierend, lediglich die Auflösung der Mitten und Höhen scheint dem DTS-Pendant etwas besser zu gelingen als den herkömmlichen Dolby-Tracks. Die deutsche Synchronisation ist sehr gut geworden - nicht nur die Sprecher machen ihre Arbeit gut, auch die Abmischung ist nahezu identisch zu der des Originals. Besonders gut gefällt die fantastische Abbildung des Scores, der schon während der Eröffnungssequenz den gesamten Hörraum einnimmt und über die gesamte Spielzeit ein nicht wegzudenkender Faktor im Gesamtkonzept des Filmes bleibt. Auch die vereinzelt eingestreuten Umgebungsgeräusche werden sehr plastisch aus allen Richtungen abgebildet, wenn sich das Hauptgeschehen auch in großen Teilen auf der Front bewegt. Das Bonusmaterial hat eine ordentliche Laufzeit von über zwei Stunden und kann auch inhaltlich überzeugen, doch die Bild- und Tonqualität sind eine kleine Katastrophe. Den Anfang macht das 27 Minuten dauernde Making of, das jedoch eher ein „Behind the Scenes“-Feature darstellt als eine echte Aufbereitung des Drehs zu sein. Das „Interview mit Andrzej Wajda“ dauert eine dreiviertel Stunde und thematisiert neben der Entstehung des Filmes auch die persönlichen Verwicklungen des Regisseurs in die Geschichte. Weiter geht es mit etwas Lobhudelei mit dem Titel „Biographie Andrzej Wajda: Eine Nahaufnahme“, was ebenfalls 45 Minuten in Anspruch nimmt und den Lebenslauf des wohl bekanntesten polnischen Regisseurs akribisch herausarbeitet. Neben diesen eher länglichen Extras gibt es noch „Einleitende Worte vom Regisseur“, wo er auch darauf hinweist, dass dies sein letzter Film sein werde, sowie ein „Statement des Produzenten“. Wer jetzt noch nicht genug hat, findet noch einen Trailer zum Hauptfilm sowie eine Trailershow mit weiteren Titeln. Oscar-Preisträger Andrzej Wajda thematisiert in seinem wohl leider letzten Werk das politisch sehr brisante Thema des Massakers von mehr als 20.000 polnischen Soldaten und Offizieren zu Zeiten des Hitler-Stalin-Pakts im Jahr 1940. Nach dem Blitzkrieg gegen Polen fielen mehrere Zehntausend polnische Soldaten in Kriegsgefangenschaft der Deutschen und Russen. Um die Gefahr einzudämmen, die von den Kriegsgefangenen bei einer eventuellen Freilassung bestünde, von vornherein auszuschließen, entschied sich der russische Militärapparat die inhaftierten Offiziere und Soldaten hinrichten zu lassen. Mit größter Geheimhaltung wurden die polnischen Soldaten mit Zügen abtransportiert und im Wald von Katyn zu Zehntausenden mit Genickschüssen hingerichtet. Der Verbleib ihrer Väter, Brüder und Kinder war der polnischen Bevölkerung mehrere Jahre unbekannt bis deutsche Soldaten die Massengräber 1943 entdeckten, exhumierten und für ihre Propaganda instrumentalisierten. Die russische Regierung stritt jegliche Beteiligung ab und schob den Deutschen den schwarzen Peter zu und verfolgte Andersdenkende während der Okkupation Polens regelrecht. Bis zum Mauerfall 1989 verfechtete die russische Regierung die Ansicht, dass Deutsche das Massaker verübt hatten, und erst Ende April diesen Jahres veröffentlichte Präsident Medwedew Dokumente, welche als offizielle Beweise gelten, dass russische Offiziere das Massaker angeordnet hatten. Trotz des nationalen Traumas, dass die Polen über Jahrzehnte mit sich trugen und permanent das polnisch-russische Verhältnis belastete, geht Andrzej Wajda in seinem Werk sehr behutsam mit der Materie um. Niemals erhebt er den Zeigefinger, sondern schildert sachlich und inszenatorisch spannend das Geschehen. DAS MASSAKER VON KATYN (2007) ist dabei weit entfernt als Kriegsfilm zu gelten - es gibt nämlich nicht eine einzige Action-Szene, vielmehr ist es ein Drama, dass die Familien und Angehörigen beim Versuch herauszufinden was mit ihren Liebsten geschehen ist, begleitet. Geschickt verpackt Andrzej Wajda seinen Film so, dass die Verwirrung der Kriegs- und Okkupationstage vom Zuschauer mit Leichtigkeit erfasst werden können. Die stellenweise zeitlich asynchrone Erzählung hilft dabei die Spannung aufrecht zu erhalten, wenngleich das Ende bekannt ist. Andrzej Wajdas Werk hat durchaus seine Längen und man braucht eine ganze Weile um die vielen verschiedenen Charaktere zuordnen zu können. Gerade die inhaftierten Soldaten bleiben austauschbar und somit schwer zuzuordnen, was im Verlauf des Filmes die Geschichte unnötig verkompliziert. Dennoch ist die Nominierung für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film im Jahr 2008 mehr als gerechtfertigt. Ausstattung, Inszenierung und vor allem auch der Soundtrack sind weit über internationalem Standard. Was Ascot Elite bei der Planung und Veröffentlichung dieses polnischen Werkes nicht ahnen konnte ist, dass just nach Veröffentlichung eine polnische Passagiermaschine mit hochrangigen Politikern, Angehörigen von Opfern des Massakers sowie weitere Zivilisten bei der Anreise zur Gedenkfeier der Geschehnisse kurz vor der Landung in Katyn abstürzte. Bei dem Absturz kamen neben Präsident Kaczynski sowie dessen Ehefrau viele hochrangige Repräsentanten des Landes und Angehörige der Opfer des Massenmordes ums Leben. DAS MASSAKER VON KATYN (2007) ist ein bemerkenswerter Film, der sich mit erstaunlicher Leichtigkeit von populistischem Fingerzeigen fern hält und die Geschehnisse mit hohem Anspruch an historische Korrektheit wiedergibt. In seiner langjährigen Schaffensphase hat Andrzej Wajda viele wichtige Independent-Beiträge geleistet, doch dieser, sein wohl letztes Werk, ist sicherlich eines der besten! Auch auf technischer Seite gibt es nur Gutes zu berichten. Die Bildqualität ist hervorragend gelungen, doch besonders beeindruckt hat mich der mehr als solide Sound, der mit einer hervorragenden Abmischung, einer tollen Auflösung sowie einem wirklich passenden Score ein dichtes atmosphärisches Grundgerüst bildet, an welches sich die Storyline perfekt anlehnen kann. Das Bonusmaterial ist insgesamt spannend, wenngleich die Bild und Tonqualität derart minderwertig ist, dass es im Vergleich zu dem Hauptfilm schon fast weh tut. Subjektive Filmwertung: 8 von 10 historisch fundierte Aufarbeitungen nationaler Trauertage (Matthias Schmieder) alle Rezensionen von Matthias Schmieder ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Das Massaker von Katyn, BLU-RAY:
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Weitere Filminfos zu Das Massaker von Katyn: Originaltitel: Katyn Land / Jahr: Polen 2007 Medien-Typ: Blu-ray Disc Bonusmaterial zu Das Massaker von Katyn:
Kinotrailer, Kapitel- / Szenenanwahl, Making Of, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Interviews, Grußwort von Andrzej Waida zur deutschen Kinopremiere, Statement des Prodzenten Michal Kwiecinski
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