Das Labyrinth der Wörter
Schauspieler / Schauspielerinnen in Das Labyrinth der Wörter:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Das Labyrinth der Wörter:
Wie können die Einfalt vom Lande und Literatur zusammenfinden? Marie-Sabine Roger hat in ihrem Roman „Das Labyrinth der Wörter“ die Antwort auf liebenswerte Weise mit einer außergewöhnlichen Amour fou gefunden. Jean Becker („Ein mörderisches Sommer“) hat aus diesem Bestseller einen originellen Film gemacht. Er lebt besonders von den beiden Hauptdarstellern Gérard Depardieu und Gisèle Casadesus als ein Paar, das ungleicher nicht sein könnte. Germain ist ein kräftig gebauter etwa 50jähriger trotteliger Trampel, der sich im Blaumann am wohlsten fühlt. Von seiner Mutter bis heute mehr verachtet als geliebt vernachlässigte er seine Schulbildung. So blieb er ein Fast-Analphabet, der sich an seinem Gemüsegarten und den Tauben im Park erfreut. Die Freizeit verbringt er mit Gleichgesinnten in der Kneipe. Doch eines Tages trifft er auf einer Parkbank die zierliche Margueritte, fast doppelt so alt und halb so schwer wie er. Diese Begegnung wird sein Leben verändern. Die beiden treffen sich noch öfter am selben Ort und reden über Gott und die Welt. Germain, dem bei Guy de Maupassant nur Guide Michelin einfällt und die belesene kultivierte alte Dame kommen sich langsam näher. Sie liest ihm vor und schenkt ihm den Roman „Die Pest“ von Albert Camus sowie ein Wörterbuch. Da er die Literatur anfangs nur auditiv aufnehmen kann, kommt ihm das Wörterbuch wie ein Labyrinth vor. Er besucht Margueritte in ihrem noblen und teuren Seniorenwohnheim und will es ihr wieder zurückbringen. Doch mithilfe seiner Freundin Annette (Sophie Guillemin) lernt Germain Lesen, auch damit er Margueritte vorlesen kann, wenn ihre Sehkraft einmal nachlässt. Die Literatur bringt ihn dazu, über sich und sein Leben nachzudenken, so etwa über das schwierige Verhältnis zu seiner Mutter. Für die Freunde in der Kneipe wird er dadurch immer seltsamer. Eines Tages ist Margueritte verschwunden. Ihr Neffe und seine Frau haben sie in ein schäbiges und billiges Altenheim weit weg an der belgischen Grenze abgeschoben. Germain folgt ihr, „entführt“ sie zu sich nach Hause und macht ihr eine große Freude damit. Nachdem zwischenzeitlich seine Mutter gestorben ist, muss er nicht mehr im Wohnwagen im Garten leben und hat jetzt Platz, auch für Annette und den erwarteten Nachwuchs. Am Ende waren auch am Set alle gerührt von dieser ungewöhnlichen Begegnung zwischen Liebe und Zärtlichkeit, die auch ohne das abgedroschene „Ich liebe dich“ auskommt. Und die Haupterkenntnis des Filmes heißt: Es ist nie zu spät im Leben, noch etwas Neues zu lernen. Jean Becker beschreibt mit einem typisch französischen beschwingten Erzählstil eine seltene Annäherung zweier Gegensätze und will ohne falsches Pathos Hoffnung wecken. Langeweile kommt keine auf, obwohl es wenig Handlung und fast nur leise Töne gibt. Es sind kleine Gesten, vielsagende Blicke und witzige wie nachdenklich stimmende Dialoge, die in Erinnerung bleiben. Hinzu kommen die beiden Hauptdarsteller, denen die Charaktere auf den Leib geschrieben sind. Der grobe Kerl mit Herz und die alte gebrechliche Dame könnten nicht authentischer gespielt werden. Für ein altersgerechtes Aussehen musste wenig geschminkt werden. Gisèle Casadesus ist 1914 geboren und vertritt ausgezeichnet die Würde des Alters. (Johannes Kösegi) alle Rezensionen von Johannes Kösegi ...
Der harte und die Zarte: Hilfsarbeiter Germain (Gérard Depardieu) ist ein rustikaler Kerl mit schlichtem Gemüt und großem Herzen. Leider hat er nach guten 50 Jahren auf dieser Welt immer noch nicht richtig Lesen und Schreiben erlernt. Doch eines Tages trifft der sanfte Riese in der Latzhose auf einer Parkbank die zierliche, alte Dame Magueritte (Gisèle Casadesus). Die beiden mögen zwar vier Jahrzehnte und gute und hundert Kilo Körpergewicht auseinander liegen, dennoch freundet sich der stets wissenshungrige Germain rasch mit der gebildeten Seniorin an, um bedächtig zuzuhören, wenn sie ihm aus großen Romanen der Weltliteratur vorliest. Sie entführt ihn in eine völlig fremde Welt der Zeichen, Buchstaben und Wörter. Als sie jedoch langsam erblindet und obendrein in ein weit entferntes Altersheim abgeschoben wird, lernt Germain nicht nur schneller Lesen um seine Freundin zu retten.
Frankreichs Vorzeige-Ikone Gérard Dépardieu wütet als ungeschliffener Arbeiter Germain sanft in einer für ihn völlig neuen Welt der Literatur und wird dabei immer neugieriger: Aus seinem analphabetischen Mikrokosmos des 50jährigen Arbeiters Germain rettet ihn eine schicksalhafte Begegnung auf der Parkbank mit der verwitweten Margueritte (Gisèle Casadesus), die dem groben Kerl mit dem sanften Gemüt vorliest. Die Liebe zur großen Literatur schweißt beide dabei immer fester zusammen. Mit subtilem Humor und melancholischem Augenzwinkern setzte Frankreichs Altregie-Ikone Jean Becker („Dialog mit meinem Gärtner“) abermals dem kleinen Mann von der Straße mit Esprit und Engagement, aber auch der großen Weltliteratur ein liebenswürdiges cinéastisches Denkmal. „La tête en friche“, bedeutet so viel wie der „brachliegende Kopf“ und beschreibt die fatale Ausgangssituation treffend: Der Hilfsarbeiter Germain (Gérard Dépardieu, „Smallworld“) ist ein grober Kerl mit großem Herzen und sanften Gemüt. Leider aber ein Beinahe-Alphabet, der oft Spott kassiert, aber mit seinen verlässlichen Freunden im Café und mit der Busfahrerin Annette (Sophie Guillemin), die ihn so liebt, wie er ist, völlig zufrieden ist. Immer wieder jedoch steht ihm seine stigmatisierende Begriffsschwäche ebenso wie seine nörgelnde Mutter (Claire Maurier), im Weg. Dies soll sich bald ändern, als er eines Tages auf der Parkbank die alte und grazile Dame Magueritte (Gisèle Casadesus) kennen lernt. Sie weiht ihn in die Liebe zur Weltliteratur und die Leidenschaft zum Lesen ein und erweckt so seine Neugierde. Allmählich aber erblindet sie und wird überdies vom herzlosen Schwiegersohn in ein weit entferntes Armen-Altersheim verfrachtet. Germain schaltet sofort, lernt nicht nur schneller lesen, sondern befreit in einer spontanen Rettungsaktion seine platonische Liebe. Jean Beckers tragikomischer Filmcoup ist ein rustikales Melodram mit sensiblen Zwischentönen. Das Resultat ist eine wunderschöne Filmperle über eine ungewöhnliche Amour Fou. (Jean Lüdeke) alle Rezensionen von Jean Lüdeke ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Das Labyrinth der Wörter, BLU-RAY:
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Weitere Filminfos zu Das Labyrinth der Wörter: Originaltitel: La tête en friche Land / Jahr: Frankreich 2010 Medien-Typ: Blu-ray Disc Bonusmaterial zu Das Labyrinth der Wörter:
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