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TECHNISCHE DATEN
zu Kuss der Spinnenfrau - Classic Selection

RC B FSK Freigabe ab 16 Jahren
BLU-RAY-Typ: 1 x Blu-ray BD50
Medium: BLU-RAY
Genre: Drama
Bildformat:
High Definition (1.85:1) - 1080p
Tonformat:
Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1,Deutsch: DTS-HD Master Audio 1.0 Mono,Englisch: DTS-HD Master Audio 5.1,Englisch: DTS-HD Master Audio 1.0 Mono
Verpackung: Blu-ray Case
Untertitel:
Deutsch
EAN-Code:
4010324038067 / 4010324038067
+++ ..DVD-RUBRIKEN.. +++

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Kuss der Spinnenfrau - Classic Selection

Titel:

Kuss der Spinnenfrau - Classic Selection

Label:

Concorde Home Entertainment

Regie:

Hector Babenco Hector Babenco Biografie

Laufzeit:
121 Minuten
Genre:
Drama
FSK:
ab 16 Jahren
Erscheinung:

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Stand der Preise: 21.02.2017 00:38:01.
Inhaltsangabe zu Kuss der Spinnenfrau - Classic Selection:


Luis Molina und Valentin Arregui sind Zellengenossen in einem südamerikanischen Gefängnis. Luis ist wegen Verführung Minderjähriger inhaftiert und Valentin ist ein politischer Gefangener. Um der Realität zu entfliehen, schwärmt Luis von romantischen Filmen, während Valentin versucht, erst einmal die ausweglose Situation, in der er sich befindet, zu erfassen. Die völlig unterschiedlichen Charaktere müssen lernen, auf engstem Raum Verständnis und Respekt füreinander aufzubringen. Kuss der Spinnenfrau - Classic Selection stammt aus dem Hause Concorde Home Entertainment.


Kuss der Spinnenfrau - Classic Selection Trailer ansehen:

Schauspieler / Schauspielerinnen in Kuss der Spinnenfrau - Classic Selection:


Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Kuss der Spinnenfrau - Classic Selection:
Eine Gefängniszelle, zwei Männer: Der homosexuelle Molina und der Marxist Valentin. Der eine sitzt wegen seiner Gefühle und Triebe, der andere wegen seiner ideologischen Überzeugung. Der eine ist sensibel und verträumt, der andere bodenständig und rauh. Die Situation zwischen den beiden ist zu Beginn angespannt, doch sie soll sich bessern, wenn beide anfangen, den jeweils anderen und sein Weltbild zu verstehen und zu akzeptieren.

„Kuss der Spinnenfrau“ ist ein Kammerspiel, in dem nicht nur zwei Figuren, sondern zwei Lebenssichtweisen aufeinander prallen: Jeder der zwei Männer geht auf seine eigene Art und Weise mit dem Gefängnisaufenthalt und überhaupt mit dem Leben um. Valentin will selbst in dieser Lage seinen Kampf gegen das Regime nicht aufgeben, er muntert die Mitsassen zu lautstarken Protesten auf und widersetzt sich der latenten Manipulation durch die Gefängnisleitung – doch sein Kampf bleibt ergebnislos, seine Mühen vergeblich. Molina dagegen ist ein Träumer, ein Gefühlsmensch, einer, der Filme mag. Deswegen erzählt er Valentin immer wieder einen von ihm sehr geliebten Film nach, um ihn aufzumuntern und von der Gefängnistristesse abzulenken. Für Valentin ist schnell ersichtlich, dass dieser Film ein Propagandafilm der Nazis war, doch für Molina bleibt es nichts als eine wunderschöne Liebesgeschichte.

Gerade in diesem Aspekt wird der Unterschied zwischen den beiden Hauptfiguren deutlich und es ist ein bittersüßes Vergnügen, zu sehen, wie die beiden beginnen, den jeweils anderen in seinem Standpunkt zu verstehen. „Kuss der Spinnenfrau“ ist ein Charakterfilm, der wenig auf tatsächliche Aktionen setzt, sondern eher die Reaktionen der Figuren beleuchtet. Das mag sich spröde anhören, doch das ist der Film keineswegs: Visuell präsentiert er sich überraschend farbenfroh, ohne dabei die Stimmung zu verklären, und durch die Film-in-Film-Elemente kommt eine traumartig-betörende Komponente in die Atmosphäre, welche das Ganze ebenso verträumt erscheinen lässt, wie Molina sich immer wieder benimmt. Überhaupt ist Molina – beziehungsweise der ihn spielende William Hurt – eins der Highlight des Films: Seine Darbietung ist teils amüsant, teils berührend, aber niemals kitschig oder peinlich. Auch Raul Julia als Valentin weiß zu überzeugen – alleine schon sein gequälter, aber doch standhafter Blick sagt mehr als tausend Worte. Die Darsteller harmonieren perfekt miteinander und kreieren ein fühlbares psychologisches Gerüst, auf dem die gesamte emotionale Ebene des Films aufbaut.

„Kuss der Spinnenfrau“ ist kein großer Film, er konzentriert sich auf seinen eigenen Mikrokosmos und doch weiß er Aussagen zu tätigen, die über diesen hinausgehen. Geht es um das, was gemeint ist, oder um das, was man dabei empfindet, scheint der Film zu fragen, wenn Molina in Nazipropaganda eine schöne Liebesgeschichte zu sehen glaubt – und was ist nun wichtiger, die politische Überzeugung oder vielleicht doch die simple menschliche Empfindung? Sollte man der Wirklichkeit begegnen, wie sie ist, oder ist Eskapismus doch die einzige Möglichkeit zur persönliche Erlösung? Alles mündet in ein tragisches und berührendes Ende, dessen letzte Sekunden auf den ersten Blick unpassend erscheinen, aber durchaus Sinn machen und im Hinblick auf die eigentliche Geschichte irgendwo zwischen „schön“ und „verstörend“ pendeln.

Nicht nur der Film ist gut, auch die BluRay zu diesem ist es: Der Film selbst wird, obwohl von 1985, in der vollen 1080p-Auflösung präsentiert und begeistert mit kräftigen Farben und einem tollen Kontrast – so müssen Klassikerneuauflagen aussehen. Angenehm ist auch, dass das Bild trotz der Schärfe eine leichte Körnigkeit aufweist und den Film somit nicht „gelackt“ aussehen lässt. Natürlich kommt die Bildqualität nicht an die moderner Filme heran, für das Alter ist sie jedoch sehr gut. Auch der Ton, der im DTS-HD Master Audio 5.1 präsentiert wird und sowohl die englische Originaltonspur als auch die deutsche Synchronisation enthält, ist klar und gut, wobei man bei dem eher ruhigen Film kein akustisches Feuerwerk erwarten sollte.

Lobenswert auch die Extras: Neben einem achtseitigen Booklet (welches leider bei der Pressefassung nicht dabei war und deshalb nicht bewertet werden kann) und einem Artwort-Kunstdruck finden sich auf der Disc drei Featurettes: In „Tangled Web – Making Of“ wird in Spielfilmlänge von den Dreharbeiten erzählt, „Vom Roman zum Film“ beschreibt die Schwierigkeiten bei den Verhandlungen zwischen Manuel Puig, dem Autor der Buchvorlage, und Hector Babenco, dem Regisseur des Films, und in „Manuel Puig – Geheimnisse der Spinnenfrau“ wird auf die Besonderheiten der Figuren eingangen. Das Bonusmaterial lohnt sich demnach für Interessierte und bietet überdurchschnittlich viele Infos.

„Kuss der Spinnenfrau“ ist kein Film für jedermann, es braucht etwas Geduld und Offenheit, um sich auf seinen ungewöhnlichen Charakter einlassen zu können – wer dies tut, wird mit einem emotionalen und berührenden Erlebnis belohnt, welches von herausragenden schauspielerischen Leistungen getragen wird und zum Reflektieren und Nachdenken anregt. Die BluRay-Edition wird in Qualität wie Ausstattung dem Medium würdig und stellt sogar einige neuere auf BD aufgelegte Filme in den Schatten. ()

alle Rezensionen von Dmitrij Panov ...
Filmklassiker „Kuss der Spinnenfrau“ erstmals auf Blu-ray Disc und DVD.
Südamerikanisches Gefängnisdrama erscheint bei Concorde Home Entertainment.

„Kuss der Spinnenfrau“, ein Filmklassiker des brasilianischen Regisseurs Hector Babenco, der 1985 viel Aufsehen erregte und als erste Independent-Produktion überhaupt einen Oscar bekam, erscheint jetzt bei Concorde Home Entertainment mit vielen Extras erstmals auf Blu-ray Disc und Doppel-DVD. Die theatermäßige Inszenierung spielt in einem Gefängnis in einem südamerikanischen faschistischen Staat. Zwei Insassen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, sind gemeinsam in einer Zelle. Der homosexuelle Transvestit Luis Molina (William Hurt), inhaftiert wegen der Verführung eines Minderjährigen und der Marxist Valentin Arregui (Raul Julia), ein politischer Gefangener. Außerhalb des Gefängnisses wären sie sich nie begegnet, jetzt sind sie auf engstem Raum zusammengepfercht. Der Film zeigt, wie sich ihr Verhältnis allmählich von Unverständnis zu Achtung und Respekt entwickelt. Schließlich erkennen beide, dass ihre Ziele und Ideale auf einer höheren Ebene identisch sind, beide lehnen sich gegen die Unmenschlichkeit auf. Nebenbei wird ein rechtsgerichtetes Gewaltregime entlarvt, das individuelles Freiheitsbestreben und oppositionelle politische Bewegungen bekämpft.

Während Arregui sich im Gefängnis nicht unterkriegen lässt und auch unter Folter keine Namen seiner Freunde verrät, fantasiert der romantische Molina und erzählt ständig poetische Inhalte, die man als „Film im Film“ in farbstichigen Aufnahmen sieht. Sie spielen in den 1940er Jahren im von den Deutschen besetzten Frankreich. Molina schwärmt von schönen Menschen und der Liebe, der genervte Arregui reagiert wütend auf die realitätsferne Liebesschnulze. Für ihn ist es ein Propagandafilm der Nazis. Oft bricht der weichliche Molina, der sich wie eine Frau aufmacht, in Tränen aus. Eher weiblich ist auch seine Fürsorge gegenüber seinem Zellengenossen, als der unter Magenkrämpfen und starkem Durchfall leidet. Allmählich erfährt der Zuschauer, dass Molina von der Gefängnisleitung als Spitzel auf Arregui angesetzt wurde. Er soll von ihm Namen von anderen linken Aktivisten herausbekommen. Als Belohnung bekommt er gutes Essen, Zigaretten und die Aussicht auf eine frühere Entlassung. Die beiden ungleichen Häftlinge teilen sich die Gaben. Langsam entsteht zwischen ihnen eine Freundschaft. Arregui erzählt von seiner großen Liebe Marta, die er für die Revolution verließ und von seiner Freundin Lydia. Er erfährt von Molinas unerfüllter Liebe, einem verheirateten Mann, mit dem ihn eine platonische, Freundschaft verband. So geht die Rechnung des Gefängnisdirektors nicht auf, Molina verrät seinen Freund nicht. Ihre gemeinsame Rebellion gegen das Terrorregime, unterschiedlich motiviert, aber aus derselben Hoffnung entstanden, schweißt die beiden zusammen. Molina wird entlassen und soll Arreguis Freunden eine Nachricht überbringen. Doch er wird beschattet und erschossen. Arregui wird durch Folter schwer misshandelt. In der Schlusssequenz findet er sich wie im Traum unversehrt mit seiner Freundin am Strand und rudert mit ihr ins weite Meer.

Mit einem geringen Budget gelang Babenco ein Film mit Kultstatus und zugleich großes Theater. Bereits die Eingangssequenz zeigt im Schwenk jedes Detail der engen Zelle und die beiden schon äußerlich so unterschiedlichen Protagonisten. Molina in einem Morgenmantel mit Turban tänzelnd, geschminkt wie eine Frau, und Valentin in schmutzigen Kleidern, gekrümmt und mit Blutspuren als Zeichen der Folter. Die Gefängniszelle wird allmählich zu einem intimen Raum. Einzig die Film-im-Film-Szenen in Molinas Fantasie und einige Ansichten vom Gefängnishof mit Tausenden von Häftlingen bilden Kontrastmomente. Die schauspielerische Leistung, besonders von William Hurt, ist außergewöhnlich. Er verleiht seiner schwierigen Rolle glaubwürdig Weiblichkeit und Würde, frei von komischen Schwulenposen, und erhält dafür den Oscar als bester Hauptdarsteller. Auch er ist ein Gezeichneter, aber nicht von äußeren Narben, sondern tief in seiner sensiblen Seele.

Das umfangreiche Bonusmaterial hat eine Länge von zweieinhalb Stunden. Im Making-of wird an die schwierige finanzielle Situation bei den Dreharbeiten erinnert. Der Romanautor wollte lange die Rechte nicht verkaufen. Er wollte besonders die Rolle der unterwürfigen Frau in den südamerikanischen Machismo-Kulturen thematisieren, und war mit dem Film nur zufrieden, weil er finanziell erfolgreich war. Burt Lancaster sollte ursprünglich die Rolle Molinas spielen, doch er war mit dem Drehbuch unzufrieden und erkrankte. Der Film hatte in Cannes einen großen Erfolg und löste in New York einen großen Wirbel aus. Die Kritiker lobten ihn in einer Zeit, als AIDS erstmals die Schlagzeilen beherrschte. Die Nachfrage für den Film über einen Homosexuellen und einen Marxisten war weltweit so groß, dass die Verleiher sie nicht befriedigen konnten. Vier Trailer und verschiedene Fotogalerien mit über 250 Bildern lassen keine Wünsche mehr offen. ()

alle Rezensionen von Johannes Kösegi ...
Luis Molina und Valentin Arregui sind Zellengenossen in einem südamerikanischen Gefängnis. Luis ist wegen Verführung Minderjähriger inhaftiert und Valentin ist ein politischer Gefangener. Um der Realität zu entfliehen, schwärmt Luis von romantischen Filmen, während Valentin versucht, erst einmal die ausweglose Situation, in der er sich befindet, zu erfassen. Die völlig unterschiedlichen Charaktere müssen lernen, auf engstem Raum Verständnis und Respekt füreinander aufzubringen. Codec: MPEG-4 AVC Video (High Profile 4.1)
Bitrate: 29703 kbps
Auflösung: 1080p / 23,976 fps / 16:9

Der Blu-ray-Transfer von DER KUSS DER SPINNENFRAU besitzt auf dieser Disc von Concorde das originale Bildformat 1,85:1. Die Bildqualität ist allerdings nicht ganz zufriedenstellend. Der Film im Film wurde zwar absichtlich mit starkem Soft Focus gedreht und wirkt dementsprechend beabsichtigt traumatisch-verschwommen, allerdings wirken auch die Szenen in der Realität nicht richtig knackig. Die Feinzeichnung lässt die letzten Details vermissen und wirkt meistens leicht weich. Konturen sind aber recht klar und nur marginal nachgeschärft. Ein sehr geringes Rauschen, welches nur ganz leicht auf Hintergründen zu erkennen ist, deutet auf Filtereinsatz hin - das erklärt wohl die suboptimalen Schärfewerte. An der Kompression gibt es hingegen nichts auszusetzen. Artefakte sind nirgends zu erkennen. Die Farben des Films im Film sind monochrom in Braun-weiß gehalten, während die Töne in der Realität gut gesättigt und sehr natürlich rüberkommen. Auch die ausgewogene Kontrastbalance weiß hier zu gefallen, bietet sie doch ein ordentliches Schwarz bei verhältnismäßig guter Plastizität. Zum Überstrahlen von hellen Flächen kommt es nicht. Schmutz sowie analoge Defekte huschen leider regelmäßig durchs Bild und können mitunter störende Ausmaße annehmen. Technische Daten:
Verfügbare Tonspuren:

Englisch: DTS-HD Master Audio / 5.1 / 48 kHz / 2178 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit)
Deutsch: DTS-HD Master Audio / 5.1 / 48 kHz / 2155 kbps / 16-bit (DTS Core: 5.1 / 48 kHz / 1509 kbps / 16-bit)
Englisch: DTS-HD Master Audio / 1.0 / 48 kHz / 831 kbps / 16-bit (DTS Core: 1.0 / 48 kHz / 768 kbps / 16-bit)
Deutsch: DTS-HD Master Audio / 1.0 / 48 kHz / 870 kbps / 16-bit (DTS Core: 1.0 / 48 kHz / 768 kbps / 16-bit)

Der Sound liegt wahlweise in Deutsch und Englisch als DTS-HD Master Audio 5.1 oder 1.0 (Mono) vor. Aber großartige Unterschiede gibt es klanglich eigentlich nicht. Die Sechskanal-Abmischung klingt sehr frontlastig und bezieht die Surround-Kanäle nur wenig ins Geschehen ein, wobei die deutsche Version etwas lauter abgemischt wurde als das englische Original. Effekte gibt es eigentlich nicht und auch der Tiefbass hat Sendepause. Ganz dezente Umgebungsklänge sind von hinten wahrnehmbar, aber eigentlich nicht der Rede wert. Räumlichkeit kommt nie auf, zumal auch die Front nicht wirklich mit Stereoaktivitäten aufwarten kann. Die Dialogwiedergabe ist in beiden Sprachfassungen sowie beiden Mixen absolut tadellos. Die allgemeine Klangqualität kann man in Anbetracht des Alters als sehr gut bezeichnen. Der Sound ist satt und klar. Die Mitten kommen sehr breit daher, die Höhen sauber und unverzerrt. Das Bassfundament ist aber ziemlich dünn. Deutsche Untertitel sind für DER KUSS DER SPINNENFRAU vorhanden. Ebenfalls durch Untertitelung dargestellt wird der Trivia-Track zum Film, der hochinteressante Informationen zur Entstehung sowie den Beteiligten enthält. Das retrospektive Feature "Tangled Web - Making Of" dauert satte 109 Minuten und lässt wirklich kein wissenswertes Detail aus. Interviews mit den Beteiligten belegen die Fakten eindrucksvoll und sind nur eines der Highlights dieses Vorzeige-Making Ofs, welches niemals langweilig wird oder den Eindruck erweckt, nur zu Werbezwecken da zu sein. In "Vom Roman zum Film" geht es in 36 Minuten um die Umsetzung der Vorlage von Manuel Puig in das letztendliche Drehbuch. Dabei wird sowohl die Entstehung des Skripts, als auch die Portierung verschiedener Elemente sowie der Charaktere angesprochen. Auch dieser retrospektive Beitrag enthält viele tolle Interview-Passagen. Anschließend folgt "Manuel Puig - Geheimnisse der Spinnenfrau", ein neun Minuten langer Beitrag, in welchem das Leben und Wirken des Romanautors erzählt wird und natürlich die Entstehung der Literaturvorlage. Danach folgen fünf Fotogalerien zu verschiedenen Themen sowie vier Trailer zu DER KUSS DER SPINNENFRAU. Zum Abschluss darf auch eine Trailershow mit Titeln vom Verleih Concorde nicht fehlen. DER KUSS DER SPINNENFRAU ist ein Gefängnis-Drama des argentinischen Regisseurs Hector Babenco (CARANDIRU). Die brasilianisch-argentinisch-amerikanische Koproduktion aus dem Jahr 1985 wurde international mit Preisen überhäuft, darunter auch den Oscar 1986 für William Hurt für den besten Hauptdarsteller. Insgesamt war der Film vier Mal nominiert. Dabei basiert er auf der gleichnamigen Literaturvorlage von Manuel Puig, während die Adaption für die Kinoleinwand von Leonard Schrader, dem Bruder von Autor und Regisseur Paul Schrader (KATZENMENSCHEN), erstellt wurde. Die Handlung spielt während des argentinischen Bürgerkriegs und dreht sich um den schwulen Molina (William Hurt; ROBIN HOOD) sowie den inhaftierten Revolutionsjournalisten Valentin (Raul Julia; DIE ADDAMS FAMILY). Die beiden ungleichen Charaktere müssen sich gemeinsam eine enge Zelle teilen, wo sich Molina wirre Filmstories ausdenkt, um sich die Zeit zu vertreiben und seinen Zellenkumpan zu unterhalten. Dadurch kommen sich die beiden näher. Doch Molina hat etwas zu verbergen, denn er soll für seine baldige Entlassung Valentin in Bezug auf dessen Revolutionskontakte ausspionieren und an die Gefängnisleitung verpetzen. Als sich die beiden Männer näherkommen, gerät Molina daher in einen Gewissenskonflikt...

Der Film besitzt eine äußerst interessante Charakterzeichnung. Trotz der langsamen Erzählweise, die ohne reißerische Action auskommt, wird DER KUSS DER SPINNENFRAU niemals langweilig, was auch an den abwechslungsreichen, erdachten Film-im-Film-Sequenzen von Molina liegt und mit denen die Handlung aus den engen vier Wänden der Gefängniszelle entflieht. Egal ob Nazi-Drama oder verführerische Spinnenfrau - jede Geschichte hat eine tiefere Bedeutung und wurde mit einer traumähnlichen Atmosphäre versehen. Ohne die grandiosen Darsteller würde der Film wohl kaum funktionieren. William Hurt und Raul Julia liefern famose Leistungen ab, wobei es einem schwer fällt, sich Burt Lancaster in der Rolle des homosexuellen Molina vorzustellen. Denn ursprünglich sollte die Hollywood-Legende diesen Part übernehmen. In gleich einer Dreifachrolle ist Sonia Braga zu sehen, die mittlerweile eine beachtliche Karriere in den USA vorzuweisen hat und zum Beispiel in SEX AND THE CITY, ALIAS oder ROOKIE - DER ANFÄNGER mitgespielt hat. Insgesamt ist DER KUSS DER SPINNENFRAU ein sehr intensives Knast-Drama der etwas anderen Art. Wer auf Action steht, ist hier falsch, denn dieser Film legt mehr Wert auf Anspruch und Charakterzeichnung. Erzähltempo und Stil sind daher eher ruhig und entspannt.

Die Blu-ray Disc von Concorde bietet ein etwas zu weiches Bild sowie guten Sound. Die Ausstattung ist für so einen Katalogtitel sehr üppig und wunderbar detailliert! ()

alle Rezensionen von Danny Walch ...
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3


Weitere Filminfos:

Originaltitel: Kiss of the Spider Woman
Land / Jahr: USA 1985
Medien-Typ: Blu-ray Disc


Bonusmaterial:
Kinotrailer, Kapitel- / Szenenanwahl, Making Of, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Vom Roman zum Film, Manuel Puig – Geheimnisse der Spinnenfrau, Trivia Track, Fotogalerien (über 250 Bilder)
Kommentare:

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