Source Code
Schauspieler / Schauspielerinnen in Source Code:
Darsteller:
Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Source Code:
Mit seinem retrolastigen aber dadurch nicht minder faszinierenden Science-Fiction-Thriller „Moon“ hat der britische Regisseur Duncan Jones die Kritiker weltweit zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Nun legt der Sohn David Bowies mit einem weiteren Film des Genres nach, der in Look und Gestaltung eigentlich das genaue Gegenteil seines erfolgreichen Debüts darstellt, auf der inhaltlichen und philosophischen Ebene jedoch jede Menge Parallelen und ähnliche Ansätze aufweist. Für diese Art Filme hat man in Hollywood den Begriff „Mindfuck Movies“ kreiert, da in ihnen mit der Wahrnehmung der Zuschauer gespielt wird und sich das Publikum auf eine Seherfahrung einlassen muss, die die Gehirnwindungen zum Glühen bringt. „Source Code“ ist ein „Mindfuck Movie“ im doppelten Sinne, da er nicht nur seine Zuschauer zum Nachdenken bringt, sondern auch die Gehirnwindungen seines Protagonisten manipuliert. Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) war eigentlich als Helikopterpilot in Afghanistan im Einsatz. Dass er sich nun an Bord eines Zuges wieder findet, der ihm nach einigen Minuten durch eine schwere Bombendetonation um die Ohren fliegt, ist erst der Anfang einer ausgeklügelten Geschichte. Colter wird immer wieder im Geiste für acht Minuten zurück in jenen Zug geschickt, um den Bombenleger zu identifizieren. Diesen Auftrag hat er von seinen militärischen Vorgesetzten (Vera Farmiga und Jeffrey Wright) erhalten. Warum seine Mission immer nur acht Minuten dauert und warum er am Ende dieser Zeitspanne immer wieder stirbt, wird der Film uns erst nach und nach erklären. Wenn man sich auf diese Ausgangskonstellation eingelassen hat, die natürlich ein wenig Aufgeschlossenheit gegenüber einer fantastischen Geschichte voraussetzt, wird man von Duncan Jones auch hier wieder aufs Beste unterhalten. Sein Film ist kurzweilig und durchweg spannend, darüber hinaus wirft er eine ganze Menge interessanter Fragen zu Obrigkeitshörigkeit, menschlicher Identität und dem Wechselspiel zwischen Zufällen und schicksalhafter Bestimmung auf. Wie schon in „Moon“ interessiert Jones auch in „Source Code“ wieder, was die menschliche Existenz ausmacht, wodurch sich unsere Individualität konstituiert und wie wir unserem Dasein einen Sinn geben können. Die eingesetzten Mittel sind in den beiden Filmen jedoch grundlegend verschieden. „Moon“ war ein Kammerspiel mit einem stark überschaubaren Figurenensemble, das einigen klassischen Science-Fiction-Filmen huldigte und inszenatorisch stark zurückgenommen war. Mit „Source Code“ versucht Duncan Jones nun offensichtlich mit einem ordentlich aufgestockten Budget ein wesentlich größeres Publikum anzusprechen, das für sein Geld die entsprechenden Schauwerte geboten bekommen möchte. Diese Mischung wird bei all jenen aufgehen, die darüber hinaus auch Futter fürs Gehirn nicht abgeneigt sind. Die BluRay-Veröffentlichung bietet, wie beim Label StudioCanal fast nicht anders zu erwarten, einen exzellenten DTS 5.1 HD Master Audio-Sound (wahlweise für die amerikanische Original- oder die deutsche Synchronfassung) und ein vorzügliches Bild. Auch hinsichtlich der Extras hat man sich nicht lumpen lassen, wobei das meiste des Bonusmaterials genauso auch auf der DVD-Edition vorhanden ist. Dazu gehören der launige Audiokommentar von Regisseur Duncan Jones, Hauptdarsteller Jake Gyllenhaal und Drehbuchautor Ben Ripley, elf Clips mit einer Mischung aus Interviews und Behind-the-Scenes-Material (zusammen 25 Minuten), fünf sehr knappe animierte wissenschaftliche Hintergrundfeaturettes (7 Minuten), ein separater Audiokommentar zu den wissenschaftlichen Hintergründen von Paralleluniversen (19 Minuten), deutscher und englischer Trailer und Trivia Tracks, die einem während des Films in Einblendungen einige Hintergründe zu Zeitreisen und den im Film auftauchenden Orten und Personen liefern. Auf der BluRay gibt es darüber hinaus ergänzend noch die Möglichkeit, sich das meiste Bonusmaterial als Picture-in-Picture während des Hauptfilms anzuschauen. Des Weiteren kommen noch drei eher überflüssige Featurettes in Teaserform (zusammen 5 Minuten) und zwei Einzelinterviews mit Jake Gyllenhaal (8 Minuten) und Duncan Jones (10 Minuten) hinzu. (Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ...
Eine Eilmeldung im Fernsehen: Kurz vor Chicago explodierte ein Personenzug – es gab keine Überlebenden. Wenig später erwacht Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) in genau diesem Zug – im Körper eines anderen Mannes und an der Seite der jungen Christina (Michelle Monaghan). Nach und nach begreift der Kampfpilot: Er ist im „Source Code“. Dank dieser Technologie kann Stevens den Körper eines anderen Menschen übernehmen – für acht Minuten vor dessen Tod. Sein Auftrag: Finde die Bombe und schalte den Bombenleger aus. Wieder und wieder durchlebt Stevens die Katastrophe und setzt das Puzzle mit Christinas Hilfe zusammen. Die Zeit drängt, denn ein weiterer, viel größerer Anschlag droht. Wie schon in seinem letzten Werk setzt Duncan Jones bei der visuellen Ausgestaltung seines Tech-Thrillers, der im 1080p / AVC MPEG-4 – Format im Seitenverhältnis von 1.85:1 vorliegt, auf eine eher sterile Farbgebung, die von Blau- und Grautönen dominiert wird. Der Transfer zeigt außerdem eine sehr gute Schärfe und legt eine ordentliche Detailvielfalt an den Tag, dennoch gibt es hin und wieder Sequenzen, die vom guten Gesamteindruck etwas abfallen. Da wäre zum einen der Flug über die Skyline von Chicago während des Vorspanns – zwar ist die hohe Auflösung der Blu-ray Disc hier deutlich spürbar, dennoch fehlt es dem Bild an dieser Stelle sowohl an natürlich wirkenden Farben als auch etwas an Tiefeneindruck und somit auch an Schärfe. Irritierend ist außerdem, dass Duncan Jones mit Vorliebe seinen Szenen durch leichte Defokussierung einen etwas eigenwilligen Touch verleiht. Was also zunächst wie ein Fehler aussieht, ist in diesem Film meist tatsächlich die Intention des Regisseurs - und diese hatte er zu Recht, denn auch wenn dies den qualitativen Eindruck des Transfers etwas schmälert, die Atmosphäre profitiert unweigerlich vom visuellen Design des Werkes.
Neben teilweise sehr hohen Kontrasten mit leichten Überschwingern in hellen Bereichen, weist das Bild auch eine sichtbare Körnung auf. Der Schwarzwert ist über weite Strecken hervorragend; nur wenige Szenen lassen eine etwas definiertere Auflösung der unteren Graustufen vermissen. Beim Sound setzt man seitens Studiocanal auf deutschen sowie englischen DTS-HD Master Audio 5.1 – Sound, der zwar Leben in die Bude bringt, aber sicherlich nicht als spektakulär bezeichnet werden kann, denn dafür bietet Duncan Jones\' Interpretation von dimensionalen Reisen zu wenig Gelegenheit. Das heißt jedoch nicht, dass der Sound nicht gelungen wäre - ganz im Gegenteil – denn sowohl das Original als auch die Synchronisation machen einen sehr ausgewogenen Eindruck und sorgen in den Action-Sequenzen für einiges an Abwechslung. Einziges Manko ist der teilweise abrupte Wechsel zwischen frontlastigen Dialogsequenzen und sehr dynamisch sowie räumlich wirkenden Szenen. Etwas mehr hätte es auch auf Seiten der Dynamik sein können, denn die Explosion des Zuges ist zwar auch akustisch gewaltig, dennoch fehlt es etwas an Druck und Differenziertheit, um vollkommen überzeugen zu können. Das Bonusmaterial ist insgesamt als gelungen zu bezeichnen. Neben einem „Picture-In-Picture“-Feature, das unter anderem Interviews mit Cast & Crew sowie Behind-The-Scenes Material bietet, findet man außerdem noch einen „Audiokommentar mit Duncan Jones“. Die beiden Trivia-Tracks „Wusstest du...“ sowie „Geschichten über Zeitreisen“ bieten einige lustige und spannende Anekdoten zum Thema des Filmes. Im Abschnitt „Cast & Crew findet man eine Reihe an kurzen Features mit einer Gesamtlaufzeit von knapp 27 Minuten die auch teilweise so im PiP-Teil der Blu-ray zu sehen sind. Sehr lustig aufgezogen ist der Beitrag „Im Brennpunkt“, der auf unkonventionelle Art und Weise die Quantenphysik erklärt. Drei weitere, viel zu kurz geratene Dokus enthält der Unterpunkt „Featurettes“, besser ist hingegen das „Interview mit Jake Gyllenhaal“, der detailliert auf seine Arbeit am Film eingeht. Mit seinem Regie-Debüt \'Moon\' (GB 2009) landete Duncan Jones vor zwei Jahren einen Volltreffer und begeisterte sowohl Kritiker als auch Cineasten mit seinem Science-Fiction-Werk, das nicht nur spannend inszeniert wurde, sondern auch mit seiner einfachen, fast schon puristisch wirkenden, aber mitnichten einfallslosen Story begeisterte. Viele Regisseure schaffen den Sprung ins hollywood\'sche Haifischbecken zunächst mit Bravour – darin jedoch den richtigen Kurs zu wählen, gelingt vielen jedoch nicht und so bleiben deren erste Gehversuche meist auch deren letzte. Mit \'Source Code\' (USA 2011) nimmt Duncan Jones - seinerseits übrigens Sohn der Musik-Legende David Bowie - nun schon zum zweiten Mal Anlauf auf die große Leinwand und tatsächlich schafft er es auch hier zu begeistern. \'Source Code\' bewegt sich inhaltlich auf bekannten Gefilden. Zwar ist der Inhalt keine plumpe Kopie eines Werks, vielmehr gibt es mehr oder minder offensichtliche Anleihen aus anderen Werken des Genres zu entdecken, wie etwa unverkennbare Elemente aus \'12 Monkeys\', Ideen rund um \'Star Trek\' sowie jüngerer Werke wie \'8 Blickwinkel\'. Das stört jedoch in keiner Weise, denn schon wie in seinem ersten Werk \'Moon\' macht Duncan Jones keinen Hehl um die inhaltliche Einfachheit seiner Vision, ihm geht es vielmehr um die Gesamtwirkung seines Endproduktes. Dank hervorragender Schauspieler in Gestalt von Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan sowie Vera Farmiga hebt sich der Film weit vom stereotypischen, sterilen Technik-Thriller ab und baut auf die Fähigkeiten seiner Darsteller. Aber auch die Inszenierung funktioniert, denn statt das Werk durch die vielen Wiederholungen von Schlüsselszenen in ein Debakel ähnlich \'8 Blickwinkel\' zu reißen, gelingt es Duncan Jones durchgehend spannend zu inszenieren, ohne sich auf der Stelle festzulaufen. Zwar ist das Ende dann etwas zu vorhersehbar und auch der eine oder andere Twist schnell aufgedeckt, dennoch wirkt alles wie aus einem Guss und bleibt insgesamt sehr unterhaltsam. Duncan Jones hat es mit seinen zwei Filmen geschafft, sich stabil auf dem Weltmarkt zu etablieren und dabei Kritiker und Cineasten zu überzeugen. Man darf gespannt sein, wie er sich in den nächsten Jahren entwickelt und ob er es tatsächlich schafft, einen Stil für sich zu finden, der als Alleinstellungsmerkmal gilt. Die Chancen stehen auf jeden Fall gut... Technisch gefällt die Disc mit einem ordentlichen Bild-Transfer sowie mit solidem Sound, sowohl in Deutsch als auch Englisch. Die Extras sind durchaus umfangreich, wenngleich die Produktionsqualität nicht immer ganz überzeugt. Subjektive Filmwertung: 7.5 von 10 kurzweiligen Genre-Mixes (Matthias Schmieder) alle Rezensionen von Matthias Schmieder ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Source Code, BLU-RAY:
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Weitere Filminfos zu Source Code: Originaltitel: Source Code Land / Jahr: Frankreich / USA 2011 Medien-Typ: Blu-ray Disc Bonusmaterial zu Source Code:
Kinotrailer, Kapitel- / Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Audiokommentare, Cast & Crew Interviews, Featurette: Expertenwissen, Featurette: Im Brennpunkt, Trivia Tracks, Picture-in-Picture Modi
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