Chicago
Schauspieler / Schauspielerinnen in Chicago:
Darsteller:
Taye Diggs, Renée Zellweger Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Chicago:
Chicago in den zwanziger Jahren: Velma Kelly und Roxie Hart haben bis auf einen Punkt nichts gemein. Während Velma das Nachtleben der aufblühenden Stadt um sich versammelt, indem sie singend und tanzend Chicagos Nachtclubs aufpeppt, ist Roxie das kleine naive Mädchen, das lediglich von Velmas Ruhm träumen kann. Als Roxie aus Wut und Enttäuschung die männliche Hälfte ihrer heimlichen Affäre erschießt und ihr Mann Amos ihr sowieso dürftiges Alibi aufliegen lässt, kreuzt ihr Weg, den von Velma, die wegen Doppelmord in den Bau einwandern musste. Dort werben die Frauen, um Strafverteidiger Billy Flynn, der bisher jeder seiner Klientinnen den Strick Dank seines gekonnten Auftretens ersparen konnte. Doch sein Preis ist hoch und es gilt von nun an die Konkurrenz aufzustechen, um Flynns Gunst zu erlangen. Mit „Moulin Rouge“ brach der Musicalfilm 2001 in neue Dimensionen vor. Baz Luhrmanns überbordende Inszenierung spaltete Publikum und Kritiker, bewies aber stets den Mut das eindrucksvolle, farbenreiche und akustisch bemerkenswerte Konzept konsequent durchzusetzen und wandelt somit auf dem schmalen Grat zwischen sinnlichem Overkill und Musicalmeisterwerk. „Chicago“ erscheint dagegen regelrecht blass. Das Farbspektrum ist an gewöhnliche Sehgewohnheiten angepasst, die Szenarien überschaubar und trotzdem geht der Esprit eines begeisternden Bühnenwerkes nicht verloren. Marshall leistet schnitttechnisch ganz Großes. Nachdem ein Handlungsort eingeführt wurde, setzt sich dieser aus konventionellen Elementen für die Krimihandlung zusammen. Sobald aber die musikalische Ebene einsetzt, wird das Geschehen in Traumebenen transferiert. Mal im komplett Dunklem, mal in Kombination mit bereits etablierten Kulissen. Dabei grenzt Marshall allerdings nicht Realität und Traum durch ein schwarz-weißes Gewand ab, sondern lässt beide Teile nahtlos ineinander übergehen, bis diese verschmelzen. Grandios gelingt das bei einer Gerichtsverhandlung, die gleichzeitig mit einem Stepptanz (bemerkenswert: Richard Gere) kohäriert. Dramatisch gekonnt auf die Spitze getrieben, wird hervorragend mit diegetischer und nicht diegetischer Ebene gespielt, was gerade in Verbindung der Songs eine abwechslungsreiche Gestaltung garantiert. Dieser künstlerisch wertvolle Part wird allerdings nur soweit ausgereizt, dass das Publikum nie den Faden verliert. Wäre man hier einen Schritt weitergegangen, hätte „Chicago“ zwar an Massentauglichkeit verloren, dafür aber eine noch konstantere Eigensinnigkeit entwickelt, die sich nicht mit konventionellen Musicals vergleichen ließe. Renée Zellweger und Catherine Zeta-Jones können auf diesem Gerüst gut aufbauen, egal ob gesungen oder geschauspielert wird. Was die einfach gestrickten Charaktere an Potential vernachlässigen, fällt kaum negativ ins Gewicht, da im Musical genügend andere Reize vorhanden sind, die über solche Schwächen hinwegsehen lassen. Ihre Figuren, die von Öffentlichkeits- und Ruhmgeilheit getrieben werden, führen beständig durch fast zwei Stunden Spielzeit. Der Clou im Cast kommt aber erst mit Richard Gere ans Licht. Der „Pretty Woman“-Star verführt diesmal nicht Julia Roberts, sondern darf eigennützig und egozentrisch in einer Rolle glänzen, deren Charme vielmehr ihre Unausstehlichkeit ist. In weiteren Nebenrollen überzeugen Queen Latifah als Knast-Mama und John C. Reilly als machtloser Ehemann. Kleine Auftritte absolvieren Lucy Liu und Sängerin Mýa, um die Starpower zu erhöhen. Ob der umstrittene Oscar für den besten Film in Anbetracht der Konkurrenz gerechtfertigt war oder nicht, lässt sich weiterhin diskutieren. In den Nebenkategorien wie dem bereits erwähnten besten Schnitt war „Chicago“ ein würdiger Gewinner. Gerade die Parallelmontagen zwischen Traum und Realität erweisen sich als Highlights in Marhsalls kreativen Inszenierung. Zellweger, Zeta-Jones und Gere führen den spielfreudigen Cast an und sorgen für ein unterhaltsames Filmvergnügen mit passenden Songeinlagen. Ankreiden könnte man „Chicago“ nur, dass er zu brav ist, anstatt einen Schritt mehr zu wagen, um wie „Moulin Rouge“ in neue Dimensionen des Musicalfilms vorzudringen. (Matthias Hopf) alle Rezensionen von Matthias Hopf ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Chicago, BLU-RAY:
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Weitere Filminfos zu Chicago: Originaltitel: Chicago Land / Jahr: USA 2002 Medien-Typ: Blu-ray Disc Bonusmaterial zu Chicago:
Kapitel- / Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Audiokommentar von Regisseur Rob Marshall und Drehbuchautor Bill Condon, Von der Bühne auf die Leinwand: Making of „Chicago“, Zusätzliche Musikszene „Class“
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