Ballet Shoes
Schauspieler / Schauspielerinnen in Ballet Shoes:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Ballet Shoes:
Klar ist eine Literaturverfilmung, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ein „Best-Of“ des Buches, mit mal mehr, mal weniger Ähnlichkeit/Gemeinsamkeit zum Buch. Doch wie bei den „Best-Of“ CDs, die jedes Jahr pünktlich zu Weihnachten erscheinen, kommt es auch bei einer Literaturverfilmung darauf an, welche Stücke sich die Produzenten herauspicken und wer alles mit reinreden darf. Darum kann es sowohl bei einer Best-Of CD, wie auch bei einer Literaturverfilmung passieren, dass trotz aller Mühe, wichtige Stücke fehlen. Bei Best-Of CDs oft, weil man nicht die Rechte daran besitzt oder sich auf die Nummer 1 Hits oder einen bestimmten Abschnitt der Karriere beschränkt, bei Literaturverfilmungen, weil man nur begrenzte Sendezeit hat und entsprechende Vorgaben, wie lange der Film sein darf und wie viele Teile, wenn überhaupt mehr als ein Teil geplant ist. Je nach dem, wann der Film ausgestrahlt wird, spielt auch noch mit rein ob und wenn ja wie oft ich Werbung vor, nach und/oder im Film zeigen darf. In beiden Fällen besteht also die Kunst darin, die richtigen Stücke auszuwählen. Im Idealfall finden so Fans auch auf dem Best-Of noch Perlen, während alle anderen beruhigt zugreifen können und so vielleicht erst Fans werden oder zumindest nichts falsch gemacht haben und die CD/den Film hie und da mal wieder einlegen. Ob die richtigen Stücke im Fall von „Ballet Schuhe“ ausgewählt wurden, vermag ich mangels Kenntnis der Literaturvorlage, nicht zu beurteilen, jedoch krankt der Film am gleichen Symptom, wie eine Best-Of CD oft beim Fan. Es ist das Gefühl von „irgendwas fehlt, obwohl doch Alles da ist“. Es will so recht kein (Erzähl-)Rhythmus aufkommen und „Ballet Schuhe“ wirkt wie eine Aneinanderreihung von Buchkapiteln, denen das gemeinsame Alles verbindende Element des Buches fehlt. Der Film ist nie mehr als die Summer seiner Einzelteile, er bleibt einfach deren Aneinanderreihung. Die drei Hauptdarstellerinnen werden abwechselnd von einer Episode ihres Lebens zur nächsten geschickt ohne, dass der Schwur, ihre Namen in den Geschichtsbüchern zu verewigen und die Sorgen um die Gesundheit ihrer Garnie Sylvia Brown als Motivation für ihr Handeln erkennbar sind. Im Fall der Armut handeln die Mädchen zu rational und erwachsen, ohne das jedoch klar wird, dass sie dies tun, weil sie aufgrund der Armut zu schnell erwachsen werden mussten. Ein einziges Mal, im Fall des widerwillige Engagement von Petrova, nach dessen Ende sie ihrer Schwester Pauline sehr deutlich klar macht, dass sie sie bitte nie mehr dazu zwingen möge, noch einmal ein solches Engagement anzunehmen, blitzt auf, dass dieses rationale, erwachsene Verhalten, eigentlich kindlich, irrationales Verhalten ist. Danach und davor, muss es sich der Zuschauer selbst zusammenreimen. Dem entsprechend ist die Szene zwischen Pauline und Petrova, neben der Szene in der Pauline aufgrund ihres Verhaltens, die Hauptrolle der Alice verliert, der emotionale Höhepunkt des Films. Apropos emotional. Der Film hat eine merkwürdige Distanz und Emotionslosigkeit, wenn es um die Armut der drei Mädchen, Sylvia und Nana geht. Es wird davon geredet nur man sieht kaum dass es irgendwelche Auswirkungen auf Nana oder Sylvie oder gar die Kinder hätte. Es wird, wie im Fall von Sylvias Krankheit, bloß angedeutet und darüber geredet, statt den Zuschauer mitleiden zu lassen. Gleich verhält es sich, wenn aus finanziellen Gründen, dies und das verkauft werden muss. Es wird darüber geredet und bis auf eine Szene zu Beginn des Films, geht jeder Verkauf sehr emotionslos und rational, im Falle der Kinder noch dazu sehr erwachsen, über die Bühne, selbst dann als die Kinder ihre Halsketten, ein Geschenk für jede vom Gum, an John Simpsons verkaufen. Es scheint als wolle der Film keine Emotionen zulassen und die Armut als Entschuldigungsgrund für die Verkäufe nicht gelten lassen und so bleibt er emotional kalt und baut eine Distanz zum Zuschauer auf, die das Gefühl, des lieblosen Aneinanderreihens bei mir nur verstärkte. Nicht viel Mühe haben sich die Produzenten auch bei Maske und Garderobe der Darsteller gegeben. Man sieht bei Nana zu deutlich, dass Frisur und Alter nicht zusammenpassen wollen. Ich hatte fast schon das Gefühl eines Bollywoodstreifens wo die zwanzigjährige Hauptdarstellerin zur sechzig oder siebzigjährigen Oma gemacht wird, in dem man ihr einfach die Haare grau färbt, aber selbst das hätte im Fall von Nana vielleicht noch besser ausgesehen, als das tatsächliche Resultat im Film. War es jetzt eine Perücke, gefärbt, schlecht geschnitten, ne Kombination aus allem, ich weiß es nicht, auf jeden Fall machte es die Person vom Alter her unglaubwürdig, nur um dann am Beispiel des Gum zu zeigen, wie es richtig und gut geht, als dieser nach Jahren der Abwesenheit und nachdem er schon für tot erklärt wurde, zurückkommt und mit langem Bart und kleinen, schlechten Äuglein, aufräumt. Obwohl bei Räumen und Kostümen darauf geachtet wurde, das sie möglichst der Zeit zu Beginn des 20 Jahrhunderts entsprechen, fehlt dem Film die räumliche Weite. Viel zu viele Einstellungen wirken so, als hätten die Produzenten um „Irgendwas“ herum gefilmt. Viele Sets wirken zu eng und anstelle einer Totalen wird zu oft eine Nahaufnahmen gezeigt. Da bekomme ich als Zuschauer beinahe das Gefühl, die Produzenten verheimlichen mir, dass sie gar keine eigenen Sets hatten, sondern die einer Daily Soap, die im Jahr 2007 spielt. Wird dann mal in einem weitläufigen Raum gedreht, dann auch hier ja nicht zeigen, dass der Raum auch nicht mehr so aussieht wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, sondern den Bildausschnitt so wählen, dass nur das gezeigt wird, was notwendig ist. Bei Außenaufnahmen seltsam leer sind auch die Straßen. War kein Geld mehr da für ein paar Statisten, die als Fußgänger die Straße entlang gehen können? Die Riege namhafter Schauspieler, angeführt von den Harry Potter Größen Emma Watson und Richard Griffiths, der aus „Gerichtsmediziner Dr. Dalton bekannten Emilila Fox, denen Yasmin Paige als Petrova und Lucy Boynton als Posy in Nichts nachstehen, kann aufgrund des blutleeren Drehbuchs nicht mehr viele Kohlen aus dem Feuer holen. Eine Verschwendung von Talent, großen, kleinen und aufstrebenden Namen und guter Leistungen. Hätte das Drehbuch seinen Figuren mehr Raum, Zeit zur Entfaltung und Emotionalität erlaubt, wäre hier sicherlich was drinnen gewesen, so aber bleibt eine durchwachsene Romanverfilmung, die sich zu oft selbst ein Bein stellt. Kann man, muss man aber nicht gesehen haben. (Eric Hoch) alle Rezensionen von Eric Hoch ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Ballet Shoes, BLU-RAY:
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Weitere Filminfos zu Ballet Shoes: Originaltitel: Ballet Shoes Land / Jahr: Großbritannien 2007 Medien-Typ: Blu-ray Disc Bonusmaterial zu Ballet Shoes:
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