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Bergführer Lorenz: Karriere eines missglückten Films  

Titel: Bergführer Lorenz: Karriere eines missglückten Films
Verlag: Schüren Presseverlag
Autor: Yvonne Zimmermann
Seitenzahl: 0 Seiten
ISBN: 3894725117


Dot Inhaltsangabe des Buches:

Bergführer Lorenz von Eduard Probst (CH 1942/43) ist ein missglückter Film und ein erfolgloser dazu: Nach der Auswertung in der Schweiz muss die Produktionsfirma Konkurs anmelden. Selbst dem Re-Release in München 1950 ist kein Erfolg beschieden. Aus der Überzeugung, dass auch missglückte Filme Erkenntniswert besitzen, gewährt Yvonne Zimmermann einer formal und inhaltlich dürftigen Produktion den Vortritt vor dem so genannt wertvollen kinematografischen Erbe. Bergführer Lorenz: Karriere eines missglückten Films ist eine symptomatische Fallstudie zum Schicksal einer Schweizer Produktion, die exemplarisch für das Schweizer Kino im Kontext der Geistigen Landesverteidigung steht und über die nationalen Grenzen hinaus auf viele relevante Bereiche der Filmgeschichte ausstrahlt. So gewähren die verschiedenen Fassungen von Bergführer Lorenz beispielhaften Einblick in die filmische Anlehnung an und Abgrenzung zum deutschen Nachbarn und schlagen einen Bogen von den Bergfilmen eines Arnold Fanck und Luis Trenker zum deutschen Heimatfilm der Nachkriegszeit. Die Analyse von Produktions- und Verwertungszusammenhängen vermittelt ein differenziertes Bild der historischen, politischen, ökonomischen und strukturellen Bedingungen, denen ein Film als Produkt seiner Zeit unterworfen ist.

Dot Rezension:

Bereits in der Einleitung wird festgestellt, dass „Bergführer Lorenz“ nicht bloß ein schlechter Film ist, sondern auch noch keinerlei Erfolg beim Publikum hatte. Wieso um Himmels Willen macht sich dann jemand die Heidenarbeit und schreibt ein derart dickes Buch über diesen Film? Die Frage ist ebenso schnell wie ungewöhnlich beantwortet: Autorin Yvonne Zimmermann ist mehr daran gelegen, diesem missglückten Film einen Erkenntniswert abzugewinnen. Dafür hat sie sich durch Unmengen von Quellen gegraben und ihre Erkenntnisse in destillierter Form auf 335 Seiten zusammengetragen. Herausgekommen ist eine symptomatische Fallstudie, die exemplarisch für das Schweizer Kino steht: Immer wieder werden die wenigen gelungenen Filme aus der Schweiz wie „Wachtmeister Studer“ als stellvertretend für die Filmkunst des Landes genannt, doch die Wirklichkeit hinter den kulturellen Kulissen sieht anders aus: Werke wie „Bergführer Lorenz“ sind kein Einzelfall, sondern die traurige Realität in der Eidgenossenschaft.

Die Fleißarbeit der Autorin ist bemerkenswert, allerdings schießt sie gelegentlich etwas über das Ziel hinaus und verstrickt sich in zu tiefschürfenden Betrachtungen und philosophischen Deutungen. Dadurch ergeben sich allerdings immer wieder interessante Gedanken und Sichtwinkel, von denen der aufgeschlossene Leser profitieren kann. Eine cineastische Grundbildung, ausgeprägtes Interesse für die historischen Dimensionen dieser Filmproduktion und der Filmgeschichte der Schweiz sind für die Lektüre von „Bergführer Lorenz“ dringend angeraten. Unter diesen Voraussetzungen entwirft das hervorragend recherchierte Buch nicht nur das Bild einer missglückten Filmproduktion, sondern beleuchtet auch die historischen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen, denen der Film unterworfen ist. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse treffen jedoch nicht nur auf „Bergführer Lorenz“ zu, sondern lassen sich exemplarisch auch auf andere Filme übertragen.

Eine besondere Erwähnung verdient auch hier wieder einmal der Schüren-Verlag, dessen Engagement und Verdienste um die deutschsprachige Filmliteratur jede Unterstützung durch einen Buchkauf verdient haben: Mit „Bergführer Lorenz – Karriere eines missglückten Films“ lassen sich sicherlich keine Umsatzrekorde brechen und die Verkaufsaussichten eines Buchs mit einer derart speziellen Zielgruppe dürften ziemlich ungewiss sein.

Fazit: „Bergführer Lorenz“ ist nicht nur die penible und detaillierte Dokumentation einer missglückten Filmproduktion, sondern ermöglicht auch noch einen exemplarischen Einblick in die vielfältigen Strömungen, denen ein Film als Produkt seiner Zeit unterworfen ist. Lohnenswert für Filmhistoriker und Cineasten, deren Interesse Schweizer Filmen gilt. (Tino Hahn)

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