Sie befinden sich hier: Home - Filmbücher - Details
Werbung
Abonnieren Sie unseren DVD-Newsletter:


MAGAZINE UND ZEITSCHRIFTEN Neu am Kiosk: DVD SPECIAL
Göttliche Komödien. Religiöse Dimensionen des Komischen im Kino.  

Titel: Göttliche Komödien. Religiöse Dimensionen des Komischen im Kino.
Verlag: Katholisches Institut für Medieninformation
Autor: Stefan Orth, Joachim Valentin, Reinhold Zwick (Herausgeber)
Seitenzahl: 214 Seiten
ISBN: 3894723637


Dot Inhaltsangabe des Buches:

"Göttliche Komödien" führt den Dialog zwischen Film und Theologie mit Blick auf Komödien fort. Die Beiträge widmen sich sowohl der ästhetischen und theologischen Grundlegung des Komischen als auch der exemplarischen Interpretation ausgewählter Filme. Vor allem Tragikomödien werden untersucht, um die Momente der Komik zwischen menschlichem Leid, subversivem Witz und erlösendem Lachen zu analysieren und auf ihre religiösen Dimensionen hin zu befragen. Wie wird Komik inszeniert? Welche Facetten und Funktionsweisen des Komischen gibt es? Wo liegen die Grenzen einer ironisch gebrochenen Sicht auf die Welt?

Dot Rezension:

Lange Zeit waren Humor und Komik kein Thema für die Theologie. Zu unvereinbar schienen die Würde der Religion und der Ernst des Christentums mit einem so flüchtigen, unkontrollierbaren und ambivalenten Phänomen wie dem Lachen. In Jean-Jacques Annauds Film „Der Name der Rose“ wird diese Thematik sogar zum Gegenstand der Inszenierung. Doch mittlerweile findet eine Annäherung zwischen den früher so verhärteten Fronten statt, da immer mehr die theologisch bedeutsamen Dimensionen des Komischen entdeckt werden, zum Beispiel dass in ihm die Spuren einer erlösten Welt zu finden sind.

In der Schriftenreihe der Internationalen Forschungsgruppe „Film und Theologie“ ist mit Zusammenarbeit der Katholischen Akademie Schwerte mit „Göttliche Komödien – Religiöse Dimensionen des Komischen im Kino“ eine Sammlung von überarbeiteten Texten veröffentlicht worden, die von dem gleichnamigen Symposium stammen. Das Symposium fand im Frühjahr 2000 statt und widmete sich sowohl der ästhetischen und theologischen Grundlegung des Komischen als auch der exemplarischen Interpretation ausgewählter Filme. Bei den ausgewählten Filmen handelt es sich um:

- „American Beauty“ von Sam Mendez
- „The Big Lebowski“ von Joel und Ethan Coen
- „Happiness“ von Todd Solondzv
- „Das Leben ist schön“ von Robert Benigni
- „Notting Hill“ von Roger Michell
- „Sweetie“ von Jane Campion
- „Wolken ziehen vorüber“ von Aki Kaurismäki

Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass es sich bei allen Filmen um Werke handelt, die in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts entstanden sind; darüber hinaus handelt es sich bei allen Filmen, bis auf Ausnahme von „Notting Hill“, um Tragikomödien. Und darin liegt auch der einzige Kritikpunkt vergraben, dem man den glänzend geschriebenen und recherchierten Beiträge vorwerfen kann: Alle Filme haben die Form der Komödie gewählt, doch könnten sie ihre Geschichte auch relativ mühelos im Gewand eines reinrassigen Dramas erzählen. Es wäre sehr interessant gewesen, wie sich die Forschungsgruppe auf theologische Spurensuche in Werken a la „Dumm und dümmer“ oder „Road Trip“ begeben hätte, die Komödien in ihrer destillierten Form sind. Doch wären sie daran wohl grandios gescheitert, während ihre Suche bei den nun ausgewählten Werken auf handfeste Ergebnisse stieß, was nicht sehr verwunderlich ist. „American Beauty“ etwa ist reich an Momenten voller menschlichem Leid, subversivem Witz und dem schließlich erlösenden Lachen. Darin die religiösen Dimensionen zu erkennen, bedarf keiner besonders großen interpretatorischen Fähigkeiten, die Facetten und Funktionsweisen des ganzen zu beleuchten, verlangt hingegen doch einiges an Können. Dabei erliegt besonders Joachim Valentin in seiner Betrachtung von „Das Leben ist schön“ der vordergründigen Moral von Benignis KZ-Farce, die viel zu sehr eine Selbstinszenierung eines leidlich talentierten Künstlers ist, als das, was sie vorzugeben scheint. Doch den Mut, einen Film über das Leben im KZ zu kritisieren, den man aus Gründen der political correctness einfach gut finden muss, bringt er nicht auf und findet viele schöne Worte, um die platten und primitiven Zoten der ersten Hälfte des Films in einen würdigen Gesamtkontext zu rücken.

Unter dem Titel „Die Unvermeidbarkeit des Happy-Ends“ zeigt Peter Hasenburg die Grundstrukturen der romantischen Komödie am Beispiel von „Notting Hill“ auf und verhilft somit dem etwas unbedarfteren Leser zu tieferen Einblicken in die Funktionsweise einer Komödie. Hasenbergs Ansatz ist literaturwissenschaftlich geprägt, doch im Gesamtbild des Buches ist er hervorragend integriert. Insgesamt ist mit dieser Beitragssammlung ein herausragendes Werk über die religiösen Dimensionen in der Komödie, aber auch über Komödien generell entstanden. Und auch Freunde der besprochenen Filme werden sich über die zusätzlich gewonnenen Dialog- und Interpretationsansätze freuen. Die Autoren der einzelnen Beiträge haben mit viel Wissen, Fachkompetenz und interpretatorischem Fingerspitzengefühl die Essenz der Filme destilliert und in relativ leicht verdauliche Artikel gefüllt, die auch Einsteigern in die Materie einigermaßen zugänglich sein dürften. Für Cineasten allerdings stellt „Göttliche Komödien“ eine klare Empfehlung dar. (Tino Hahn)

 Aktuelle Bücher aus diesem Bereich, die wir Ihnen empfehlen können:
DVD Rubriken und Genres

WERBUNG


Klang und Kleid
Videos, 6000 DVDs, 2000 Plakate, 1500 Soundtracks!




Weitere Tipps
Copyright © 2001-2016 DigitalVD ® - Letzte Aktualisierung: 02.12.2016 12:53:27
DigitalVD.de - DVD und Heimkino Magazin. Alle Rechte vorbehalten. Haftungsauschluss
Alle Angaben sind ohne Gewähr!s
Tipps unserer Freunde
 
DVD A DVD B DVD C DVD D DVD E DVD F DVD G DVD H DVD I DVD J DVD K DVD L DVD M DVD N DVD O DVD P DVD Q DVD R DVD S DVD T DVD U DVD V DVD W DVD X DVD Y DVD Z DVD 1 DVD 2 DVD 3 DVD 4 DVD 5 DVD 6 DVD 7 DVD 8 DVD 9 DVD 0