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Farbe im Kino  

Titel: Farbe im Kino
Verlag: Schüren Presseverlag
Autor: Susanne Marschall
Seitenzahl: 438 Seiten
ISBN: 3894723947


Dot Rezension:

Kino ist ein Fest für die Sinne: Markerschütternde Explosionen fahren bis in unsere Mägen herab, leidenschaftliche Küsse erwärmen unser Herz und akrobatische Slapstickeinlagen reizen unser Zwerchfell. Doch vor allem ist Kino Futter für die Augen. Alles, was auf der Leinwand zu sehen ist, wird sofort von ihnen ergriffen, begierig betastet und unabhängig vom cineastischen Nährwert verschlungen. Der Verdauvorgang findet erst im Gehirn statt. Die eingefangenen Lichtreize landen also in unserem Denkzentrum, das auf Farben unterschiedlich reagiert. Farbempfindungen entstehen aufgrund einer bislang nicht ausreichend erforschenden Kette von Verarbeitungsprozessen, die kognitiver und emotionaler Natur sind. Farben bilden deshalb die Brücke zwischen Verstand und Gefühl. Dennoch fand die Wahrnehmung von Farben im Kino bisher wenig Beachtung in der Filmliteratur.

Die Hochschuldozentin Dr. Susanne Marschall möchte dies mit ihrem grundlegenden Werk „Farbe im Kino“ ändern. Auf 438 Seiten erläutert sie anhand vieler prägnanter Beispiele die Ästhetik der Farbwahrnehmung und beschreibt die Dramaturgie der Farbe im Film. Ihre Reise durch die Farbwelt des Films führt sie von Werken wie „Schreie und Flüstern“ von Ingmar Bergman über „Moby Dick“ hin zu aktuellen Filmen wie „Memento“. Drei Filme werden einer längeren Analyse unterzogen, die sich dezidiert mit der Farbdramaturgie, ihrer Wahrnehmung und Umsetzung auseinandersetzt.

Etwas unglücklich wirkt dabei die Auswahl des dritten Films, der einer ausführlichen Analyse seiner Farbdramaturgie unterzogen wird: Dabei handelt es sich um Carlos Sauras filmische Biographie des spanischen Künstlers Goya, wodurch auch bereits weite Teile der verwendeten Farbästhetik vorgezeichnet zu sein scheinen. Sauras Werk hypnotisiert zwar mit seiner Bilderflut, die jedoch dem Sujet geschuldet ist. Zwar überzeugt die Synthese aus Theater, Malerei und Film, aus cineastischer Sicht wäre es jedoch wesentlich interessanter gewesen, die Analyse eines Films von Wong Kar-Wai, Michael Winterbottom oder einem weiteren vielfältigen Bildkomponisten zu lesen. Immerhin findet der visuelle Overkill „Hero“ Erwähnung, ansonsten ist der asiatische Film allerdings über weite Flächen ein schwarzer Fleck in „Farbe im Kino“. Diese kleinen Wermutstropfen werden aber von der geballten Informationsflut wieder ausgebügelt.

Fazit: In „Farbe im Kino“ durchstöbert Susanne Marschall hypnotische Bilderwelten auf der Suche nach den Grundlagen einer Farbenlehre der Filmkunst und kommt diesem Ziel sehr nah. Die Farbdramaturgie im Film wird anhand vieler Beispiele beschrieben und beleuchtet. Mit zahlreichen eindrucksvollen Farbbildern überzeugt „Farbe im Kino“ nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell. Einige Ausführungen regen darüber hinaus zum angeregten Diskutieren und Reflektieren mit Interessensgenossen an. Nicht nur aufgrund fehlender Alternativen ist „Farbe im Kino“ ein grundlegendes Werk zur Farbenlehre der Filmkunst. (Tino Hahn)

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