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Filmkunst und Gesellschaftskritik: Sozialethische Erkundungen  

Titel: Filmkunst und Gesellschaftskritik: Sozialethische Erkundungen
Verlag: Schüren Presseverlag
Autor: Walter Lesch, Charles Martig, Joachim Valentin
Seitenzahl: 232 Seiten
ISBN: 3894723963


Dot Rezension:

Obwohl Film Wirklichkeit nicht einfach bloß abbildet, sondern aus dramaturgischen Gründen verändert und in Szene setzt, sind einige Fragen nach wie vor von brennender Aktualität: Welchen Beitrag leisten Filme zur authentischen Wahrnehmung der sozialen Wirklichkeit? Wie bestimmt ein filmischer Standpunkt das Verhältnis zwischen gesellschaftlichen Konflikten und Veränderungsimpulsen? Welche Bedeutung hat der realistische Blick der Kamera für die Bildsprache?

Diesen und weiteren Fragestellungen nimmt sich das Autorenteam von „Filmkunst und Gesellschaftskritik - Sozialethische Erkundungen“ an. Bei den Filmbeispielen in dem 232 Seiten umfassenden Band handelt es sich nahezu ausnahmslos um Werke der üblichen Verdächtigen: Neben Andreas Dresen, Pier Paolo Pasolini, Bruno Dumont und Michael Moore tummeln sich auch die britischen Sozialkritiker Mike Leigh und Ken Loach im Auswahlbecken. Das Autorenduo Walter Lesch und Charles Martig beleuchtet unter der Überschrift „Von der Dokumentation zum Autorenfilm“ das Werk der Brüder Dardenne, deren Filme nicht nur in Cannes für Aufsehen gesorgt haben. Bei dem ansonsten sehr fundierten und gut recherchierten Beitrag „Made in Belgium – Filmische Einblicke in die belgische Gesellschaft“ fällt auf, dass der Fall Dutroux in dem Beitrag mit keinem Wort Erwähnung findet. Recht unverständlich, da die schrecklichen Verbrechen des Kinderschänders, die vielen Pannen und der anschließende Prozess das Land für immer verändert haben. Natürlich darf auch der Dogma-Stil nicht fehlen, der auch immer eine Suche nach der Ästhetik der Wahrheit war. Michael Staiger setzt sich damit auseinander und kommt zu interessanten Erkenntnissen.

Die implizite Aussage des Klappentexts von „Filmkunst und Gesellschaftskritik“, dass auch Michael Moores Filme keine einfachen Botschaften vermitteln, ist allerdings diskussionswürdig. Deshalb setzt sich Alexander Darius Ornella kritisch mit Moores Anspruch auseinander, stets Fakten statt Fiktionen zu präsentieren. Anhand von aussagekräftigen Beispielen wird Moores Spiel mit Bild und Ton und die daraus resultierenden Manipulationen ersichtlich.

Leider beschäftigen sich, abgesehen von Moores Werken, keine im Buch erwähnten Filme mit den zahlreichen Kriegsschauplätzen, die überall auf unserer Erde verteilt sind. Das Hauptaugenmerk liegt also eindeutig auf filmischen Schilderungen sozialer Missstände im ‚normalen’ Alltag, was den siebten Band der Schriftenreihe „Film und Theologie“ aber keineswegs weniger lesenswert macht.

Fazit: „Filmkunst und Gesellschaftskritik“ ist eine lesens- und diskussionswerte Sammlung von Aufsätzen zum Spannungsverhältnis zwischen Filmkunst und Gesellschaftskritik, die den Mikrokosmos Film sozialethisch erkunden. Das Ergebnis sind 232 Seiten voller interessanter und stellenweise auch kontroverser Ansichten über den Beitrag von Filmen zur Wahrnehmung der sozialen Wirklichkeit. (Tino Hahn)

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