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MAGAZINE UND ZEITSCHRIFTEN Neu am Kiosk: DVD SPECIAL
Laurel und Hardy auf dem Atoll  

Titel: Laurel und Hardy auf dem Atoll
Verlag: Schüren Verlag
Autor: Norbert Aping
Seitenzahl: 160 Seiten
ISBN: 3894724366


Dot Rezension:

Am 7. August 1950, im Hafen der Mittelmeer-Metropole Marseille, fiel die erste Klappe für die Dreharbeiten von „Atoll K“, dem letzten Film von Stan Laurel und Oliver Hardy.

Stark gealtert und von schwerer Krankheit gezeichnet (Stan ist schwer zuckerkrank und Ollies Leibesfülle sowieso eine tickende Zeitbombe), fernab der Kunstfiguren "Dick und Doof" versuchen die Protagonisten ein Image ihrer selbst aufrechtzuerhalten, das vom Leben schon längst eingeholt wurde.

Viele Gerüchte und Halbwahrheiten ranken sich um den Streifen, der 1950 im Süden Frankreichs gedreht wurde. Die Produktionsbedingungen waren katastrophal und die schleichende Krankheit Laurels war schon weit fortgeschritten.

Die Aufnahmen für „Atoll K“ waren auf zunächst zwölf Wochen veranschlagt, zogen sich jedoch weit über ein Jahr hin. Fernadel („Don Camillo“) und Totó („Große Vögel, kleine Vögel“) waren zwischenzeitlich abgesprungen und durch weniger bekannte Darsteller ersetzt worden. Suzy Delair („Die Abenteuer des Rabbi Jacob“), die weibliche Heldin, wurde sogar erst wenige Tage vor Beginn der Aufnahmen unter Vertrag genommen. Laurel musste wegen einer Geschwulst an der Prostata im Pariser US-Krankenhaus operiert werden. Er überstand die Produktion nur unter Schmerzen und war gezwungen, nach jeweils einer Stunde Arbeit eine Ruhepause einzulegen. Gleichzeitig hatte Hardy wegen der ungewohnten Hitze an der Riviera ernsthafte Kreislaufprobleme. Erhebliche künstlerische Differenzen gab es schließlich mit dem Regisseur Leo Joannon, der ein versierter und produktiver Filmemacher, aber kein Spezialist für Komödien war. Darüber hinaus sprach er kein Englisch, wie die gesamte Produktion unter der vielsprachigen Crew litt. Laurel erinnerte sich später: „Der Film war ein Fehlschlag. Ein Teil der Schauspieler sprach französisch, einige redeten italienisch, und wir beide, immerhin die Hauptdarsteller, sprachen englisch. Niemand, weder Regisseur noch wir, wusste Bescheid, was zum Teufel eigentlich los war.“

Stan Laurel rief letztlich Alf Goulding zu Hilfe, den Regisseur von „A Chump at Oxford“, der die chaotischen Produktionsbedingungen entwirren sollte und fortan die Szenen von Laurel und Hardy inszenierte.

Trotz der unzähligen Schwierigkeiten verfügt „Atoll K“, der nach fast eineinhalbjähriger Herstellungszeit im November 1951 in die Kinos kam, besitzt er stellenweise den typischen Humor von Laurel und Hardy. Der Film bietet keinen Slapstick, sondern versteht sich eher als Satire mit leichten politischen Untertönen.

Besonders lieblos ist man übrigens ausgerechnet in den USA mit dem Film umgegangen. Dort kam der Film unter dem Titel "Utopia" auf den Markt. Laurel und Hardy sprachen englisch, der Rest des Ensembles französisch. Die Schauspieler wurden nicht einmal lippensynchron übersetzt.

Doch worum geht’s eigentlich in dem so angeblich missglückten Film? Hier der Inhalt: Stan und Olli erben von ihrem stinkreichen Onkel lediglich ein altes Schiff und eine unbekannte Insel im Pazifischen Ozean. Voller Stolz stechen die beiden in See um ihre Insel zu suchen. Doch es kommt wie es kommen muss: auf hoher See kentert der alte Kahn und erleidet einen irreparablen Motorschaden. So stranden die neugeborenen Matrosen auf einem Atoll. Doch als plötzlich Uran auf dem Atoll gefunden wird, ist es mit der Ruhe vorbei. Während Stan und Olli zusammen mit ihrem Koch und einer jungen Frau, auf eine andere Insel flüchten und dort ihre eigene Staatsform gründen, zeigen die Großmächte dieser Welt Interesse an dem Eiland…

Norbert Aping, Autor des Dick-und-Doof-Buches, widmet sich in seinem neuem Buch „Laurel & Hardy auf dem Atoll“ ausschließlich diesen letzten Werk der beiden Filmkomiker. Er rekonstruiert mit akribischem Fleiß die Vorbereitung, Entstehung und Vermarktung dieses schwierigen Projekts. Dabei verwendet er bisher unbekannte Produktionsunterlagen, noch nie veröffentlichte Fotos vom Drehset und ein Interview mit der weiblichen Hauptdarstellerin, dem damaligen Star Suzy Delair.

Der Film wurde damals sehr negativ beurteilt - zu Unrecht, wie der Autor findet, denn für ihn ist er eines der meist verkanntesten Filmwerke, ein Feuerwerk aus Gags und politischer Satire. „Atoll K“ ist auf DVD erhältlich; leider liegt sie dem Buch nicht gleich bei. Doch auch so bietet es seinen Lesern einen faszinierenden Einblick in die Dreharbeiten zu „Atoll K“ und dem recht traurigen Abgesang von Laurel & Hardy auf der Leinwand.
Fazit: Norbert Aping hat hier ein wirklich gelungenes Buch kreiert, und es ist für Laurel & Hardy Fans unverzichtbar, genauso wie für Filmfans allgemein. Wer schon Freude an den Filmbüchern wie „Mr. Hitchcock, wie haben sie das gemacht?“ von Francois Truffaut, Hellmuth Karaseks „Billy Wilder“ oder Janet Leigh Schilderungen zu den Dreharbeiten von „Psycho“ in dem gleichnamigen Buch hatte, der wird mit „Laurel und Hardy auf dem Atoll“ ebenfalls sehr zufrieden sein.

Weitere Alternativen, indem Filme ausführlich recherchiert wurden: Andreas Missler-Morell „Casablanca – Der Kultfilm“ und „African Queen oder Wie ich mit Bogart, Bacall und Huston nach Afrika fuhr und beinahe den Verstand verlor“ von Katharine Hepburn.

Das Ende von Laurel & Hardy: Nachdem Oliver Hardy 1956 einen Schlaganfall erlitten hatte und daraufhin fast völlig gelähmt war, erlitt er Anfang 1957 zwei weitere Schlaganfälle und lag seitdem im Koma. Oliver Hardy starb am 7. August 1957. Er war 65 Jahre alt geworden. Als sein Freund Laurel davon erfuhr, konnte dieser für einige Zeit nicht mehr sprechen und die Ärzte untersagten ihm, an der Beerdigung teilzunehmen.

Neun Jahre später erlitt Stan Laurel einen Herzinfarkt, und es war offensichtlich, dass Stan den Tag nicht überleben würde. „Ich sollte lieber Ski fahren als das hier zu machen“, sagte er mit schwacher Stimme zu der Schwester. „Fahren sie den Ski, Herr Laurel?“ wollte sie wissen. „Nein, aber es wäre besser als zu sterben.“ Sein Sinn für komisches Timing blieb wach bis zuletzt. Denn im nächsten Moment, es war der 23. Februar 1965 um 13.45 Uhr, starb Stan Laurel, im Alter von 74 Jahren. (Bernd Hellweg)

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