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Das ortlose Kino - Über Marguerite Duras  

Titel: Das ortlose Kino - Über Marguerite Duras
Verlag: Schnitt - Der Filmverlag
Autor: Lars Henrik Gass
Seitenzahl: 191 Seiten
ISBN: 3980631338


Dot Inhaltsangabe des Buches:

Marguerite Duras ist eine der renommiertesten französischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, und Romane wie "La Douleur" (Der Schmerz), "Le Marin de Gibraltar" (Der Matrose von Gibraltar) und vor allem "L'Amant" (Der Liebhaber) haben ihrer Verfasserin zu Weltruhm verholfen.

Doch wird oft übersehen, daß das Oeuvre der Französin nicht nur aus Romanen, Erzählungen und Theaterstücken besteht, sondern daß sie auch von den 60er bis in die 80er Jahre hinein nicht nur eine große Anzahl an Drehbüchern - "Hiroshima Mon Amour" wurde für den Oscar für das beste Originaldrehbuch nominiert - schrieb, sondern auch selber Regie führte. Ihr kinematographisches Schaffen bestand jedoch nicht aus einer reinen Adaption des geschriebenen Wortes an die Leinwand im Sinne der traditionellen Literaturverfilmung. Marguerite Duras versuchte im Film vielmehr eine neue Art des künstlerischen Ausdrucks zu finden und die Grenzen, die ihr das geschriebene Wort zu setzen schienen, zu sprengen. Heraus kamen kleine Meisterwerke wie "Natalie Granger"(1972), "India Song"(1975) und "Le Camion"(1977), letzterer mit einem jungen Gérard Depardieu in der Hauptrolle. Ihre Filme waren für die bedeutendsten Auszeichnungen der europäischen Filmindustrie, etwa die Goldene Palme von Cannes und den Goldenen Bären von Berlin, nominiert.

Lars Henrik Gass, der seit 1997 die Internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen leitet und schon zahlreiche Veröffentlichungen im Bereich Film und Fotographie publizierte, unternimmt in seinem Buch "Das ortlose Kino: Über Marguerite Duras" erstmals den Versuch, das filmische Schaffen der Autorin nachzuzeichnen, indem er ihre Hinwendung zum Film weniger als Absage an die Literatur und somit als bloße Veränderung des Mediums sieht, sondern mehr als einen für sie notwendigen Schritt, ihre ästhetische Vision weiterverfolgen zu können. Marguerite Duras' Filme sollen gelesen werden wie ein Buch - und doch durch die erweiterten ästhetischen Möglichkeiten des Mediums Film die eng gesetzten Grenzen des gedruckten Wortes sprengen.

Gass zeichnet in seinem Buch kein Porträt der Autorin anhand ihrer Biographie oder einer chronologisch angeordneten Analyse ihres künstlerischen Schaffens, sondern versucht, die künstlerische Vision von Marguerite Duras anhand ihrer wichtigsten Filme herauszuarbeiten und damit ein Gesamtbild ihrer filmischen und literarischen Ästhetik zu entwerfen. In diesem Zusammenhang zeigt der Autor exemplarisch auf, wie Film und Literatur als Teil eines künstlerischen Gesamtwerkes einer Schriftstellerin koexistieren können, ohne daß das Buch die dominierende Rolle übernehmen muß.

Dot Rezension:

Ihre Bücher sind weltbekannt und in mehr als 60 Sprachen übersetzt worden, doch die Tatsache, dass sie sich auch intensiv mit Filmen beschäftigt hat, ist nur wenigen zu Ohren gekommen. Marguerite Duras ist eines der wenigen Ausnahmetalente, die sowohl auf ein außergewöhnliches schriftstellerisches Talent als auch auf eine beeindruckende Filmographie zurückblicken können. Dabei widmete Duras fast 20 Jahre ihres vielschichtigen Lebens ausschließlich ihren Filmen, was eine andere Art der Monographie notwendig werden ließ: keine Interpretationen in chronologischer Reihenfolge oder umfassende Beschreibungen ihrer kreativen Ergüsse, sondern ein beinah anonymes Werk hat der Autor Lars Henrik Gass mit „Das ortlose Kino – Über Marguerite Duras“ geschaffen. Dabei bezieht sich diese Anonymität nicht auf die Qualität des äußerst gelungenen Werkes, sondern auf die Tatsache, dass Gass beinahe vollständig darauf verzichtete, Duras’ tatsächliche Lebensumstände zu recherchieren. Allen Filmen von Duras ist eine sehr eigentümliche und eigenwillige Ästhetik zu attestieren, die maßgeblich daran beteiligt ist, dass der Film das bessere Buch wird. Somit handelt es sich bei ihren Filmen nicht um die reine Verfilmung von Literatur, sondern um eine vollkommen neuartige Abhängigkeit von Sprache und Bild, von Aussagen, Thesen und Sichtbarem, welche sich durch den Film transportiert und das Kino in etwas verwandelt, was an keinem realen Ort zuhause ist.

191 Seiten mit noch mehr Randbemerkungen füllte der Autor mit dieser komplexen Materie und langweilt dabei keinen Augenblick. In 12 Kapitel teilte er sein Werk auf, welches im Rahmen des Förderprogramms des Französischen Außenministeriums erschienen ist. Als Vorbereitung auf die Lektüre von „Das ortlose Kino“ ist es sehr zu empfehlen, sich umfassend mit der Filmographie von Duras vertraut zu machen, da man ansonsten vor einem Buch mit mehr als sieben Siegeln steht, doch mit der Kenntnis ihrer Werke gewinnt „Das ortlose Kino“ ungemein und lässt sich ohne Übertreibung als eines der besten Bücher bezeichnen, die jemals über Duras verfasst wurden. Dies gilt umso mehr, als dass nicht der Versuch unternommen wurde, das Werk Duras’ in seiner Gesamtheit zu erfassen, sondern es wurde sich lediglich bravourös auf ihr filmisches Schaffen konzentriert. Leider geht der Autor nicht auf die Verfilmungen ihrer Werke von anderen Regisseuren ein, wie z.B. Jean-Jacques Annauds Verfilmung von „Der Liebhaber“, doch dieser klitzekleine Wermutstropfen wird durch die homogene Qualität dieser Monographie blitzschnell davongespült

Fazit: „Das ortlose Kino“ ist einer jener seltenen Glücksgriffe, in denen fast alles stimmt. Mit diesem Werk erhält das filmische Schaffen von Marguerite Duras endlich seine langverdiente Würdigung und es stellt eine Oase für jeden Cineasten dar, der sich intensiv mit ihren Filmen beschäftigen will. (Tino Hahn)

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