Rezension:
Meg und Sarah verfolgten auf dem Monitor, wie der hagere Kerl mit den Dreadlocks und der andere mit den Brandverletzungen vom Schlafzimmer die Treppe hinuntergingen. Es sah aus, als ob sie sich stritten. Meg wünschte sich, hören zu können, was sie sagten, vielleicht würde sie eine Schwäche entdecken, die sie zu ihrem Vorteil nutzen konnten. Meg fragte sich, warum der große Schwarze nicht mitgegangen war – war er womöglich das schwache Glied in der Kette?
„Panic Room“ ist der langerwartete neue Film von David Fincher, dessen bisherige Werke in den mehr oder weniger schmeichelhaften Ruf von Kultfilmen gelangten, auch wenn der große kommerzielle Erfolg in letzter Zeit ausblieb. Sein neuer Film ist ein reinrassiger Blockbuster, dessen 0815-Story mit einer sehr originellen Grundidee verknüpft wurde und der vor allen Dingen von seiner überbordenden Visualität lebt. Diese Atmosphäre in ein Buch zu übertragen, ist ein Ding der Unmöglichkeit, so dass man den Roman von James Ellison als gescheitert bezeichnen kann. Bei näherer Betrachtung wird nämlich eine stereotype Story abgespult, die nur durch die Grundidee des „Panic Room“ getragen wird. Wer den Film nicht kennt, wird kaum verstehen können, warum sich viele Kritiker überschlagen und den Film in den höchsten Tönen loben, sondern das Buch leicht gelangweilt lesen und schnell wieder vergessen.
Fazit: „Panic Room – Das Buch zum Film“ ist allenfalls als zusätzliches Souvenir für Hardcore-Fans sinnvoll, ansonsten ein vernachlässigbares Rad in der Merchandising-Maschinerie. Die überbordenden Bilder des Films kann man nicht in ein mit wenig Liebe heruntergekurbeltes Routinebuch packen.
(
Tino Hahn)