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Lexikon der Filmpannen  

Titel: Lexikon der Filmpannen
Verlag: Gustav Kiepenheuer Verlag
Autor: Gregor Jochim
Seitenzahl: 149 Seiten
ISBN: 3378010509


Dot Rezension:

Jeder, der schon einmal im Kino war und mit offenen Augen den Film verfolgt hat, wird sie schon einmal bemerkt haben: Die Fehler, die in jedem Film enthalten sind. Ich sage bewusst, in jedem Film, den wie der Autor des „Lexikon der Filmpannen“ im Vorwort bemerkt, träumen Regisseure von zwei Dingen: dem Oscar und einem fehlerfreien Film. Der Autor ist der Meinung, der Traum von einem fehlerfreien Film ist der realistischere, und dieser Meinung schließe ich mich an.

Mit dem vorliegenden Lexikon möchte Gregor Jochim die Fehler beleuchten, die in zahlreichen Filmen passiert sind und auch in Zukunft passieren werden. Filme sind de facto ein hochkomplexes Kunstwerk (zumindest sollten sie das sein), an dessen Herstellung zahlreiche Menschen beteiligt sind. Deshalb existiert seit geraumer Zeit eine Person, die nur dafür verantwortlich ist, die zeitlichen Abläufe eines Film zu überwachen. Fehler im zeitlichen Ablauf (z.B. trägt die ehemals glattrasierte Person wenige Sekunden später einen Bart, etc.) stellen mit Abstand die größte Fehlerrate, sind aber auch die langweiligsten Filmfehler.

Leider widmet sich das „Lexikon der Filmpannen“ zu 90 Prozent nur den angesprochenen, in Fachkreisen „Continuity-Fehler“ genannten, Filmpannen. Weitaus witziger sind aber doch Fehler, wie sie z.B. in „Gettysburg“ auftreten: Dort ist in der finalen Schlacht ein LKW zu entdecken, der am Horizont seines Weges fährt, obwohl damals die Erfindung des LKWs noch in weiter Entfernung lag. Oder das Kind, welches bei „Noch drei Männer, noch ein Baby“ bei einer Szene aus unerfindlichen Gründen plötzlich im Hintergrund auftaucht. Oder der Film, in dessen Kussszene sich das komplette Kamerateam im Spiegel hinter den Küssenden spiegelt. Die von mir erwähnten Fehler finden im Buch keinen Platz, obwohl sie zu den offensichtlichsten Fehlern gehören, die ich bis jetzt gesehen habe!

Generell räumt das Buch lustigen Filmfehlern viel zu wenig Platz ein und erklärt es stattdessen für lustig, wie sich die Farbe der Unterhose der Nebendarstellerin Nancy Kyes in „Halloween – Die Nacht des Grauens“ plötzlich von einfarbig in bunt wechselt. Besonders große Komik kann ich dem leider nicht abgewöhnen, aber vielleicht haben der Autor und ich nicht die selbe Vorstellung von Humor. Ebenfalls nicht die gleiche Vorstellung haben wir von Billard: Auf Seite 121 mokiert sich Gregor Jochim darüber, dass die Billardkugeln in einer Episode von „Star Trek“ die Position ändern, obwohl sie der Darsteller nicht mit dem Queue berührt. Für mich erscheint es nicht merkwürdig, denn meines Wissens wird beim Billard nur die weiße Kugel vom Queue berührt... Selbstverständlich existiert dieser Anschlussfehler, aber die Erklärung des Autors für dessen Vorhandensein zeugt von Inkompetenz auf anderen Gebieten...

Aber glücklicherweise beweist Jochim seine Inkompetenz auch auf cineastischem Gebiet, denn wer John Travoltas Rolle in „Pulp Fiction“ mit dicklicher Bodyguard beschreibt oder durch seine kurzen Zusammenfassungen des Inhalts verrät, das er „Die üblichen Verdächtigungen“ allenfalls vom Hören-Sagen kennt, ist nicht der geeigneteste Mann für das Verfassen eines Filmpannen-Lexikons. Denn einige, bereits zu Legenden gewordenen Fehler finden keinerlei Erwähnungen, stattdessen erschöpft sich das Buch in Korintenkackerei über wechselnde Haarfrisuren, die Größe verändernde Flecken (wahlweise Blut, Schweiß, Schmutz oder verschüttete Flüssigkeiten) und weitere vernachlässigenswerte Details. So fällt dem Autor bei „Dracula“ nur auf, dass Winona Ryders Kopf in einer Nahaufnahme nicht vom fließenden Blut umgeben ist und dass eine Bisswunde von der linken auf die rechte Seite wechselt. Allerdings fällt ihm nicht auf, dass in dem Film eine Bluttransfusion vorgenommen wird, ohne vorher die Blutgruppen von Empfänger und Spender zu überprüfen.

Seitenweise verschwendet der Autor den Platz, den er für lustige und wissenswerte Infos hätte verwenden können, lieber für Aufzählungen, in welchen Filmen links und rechts verwechselt wurde, was zwar auffällt, aber weder lustig noch in irgendeiner Weise wissenswert ist, selbst für eingefleischte Cineasten nicht.

Ein weiterer Minuspunkt ist die Gliederung des Buches: Man sollte doch annehmen, dass die Leser eines Buches über Filmpannen die Pannen zu einem bestimmten Film lesen möchten, oder? Der Autor hingegen ist wohl der Meinung, dass den geneigten Leser aber die Fehler interessieren, die in Filmen mit einem bestimmten Gegenstand passiert sind, deshalb finden sich in der alphabetischen Gliederung Themen wie „Bauchnabel“, „Handtasche“ und „Wasserfall“. Zu Ehrenrettung von Gregor Jochim soll noch erwähnt werden, dass in dem umfangreichen Register sowohl die erwähnten Filme als auch Schauspieler aufgelistet sind. Einigen bekannten Schauspielern und Filmtrilogien sind eigene Rubriken gewidmet, und selbstverständlich findet man „Krieg der Sterne“ unter „Star Wars“, denn „Insider“ bezeichnen Filme grundsätzlich nur mit dem Originaltitel, denn das ist wesentlich cooler...Für Neulinge auf dem Gebiet, und nur für diese kann das Buch geschrieben sein, denn mir bleibt angesichts der schlampigen und nachlässig recherchierten Infos beinahe die Luft weg, wäre zumindest ein Querverweis wünschenswert gewesen, aber solche Kleinigkeiten stören dann auch nicht mehr...

Als Schlusswort kann ich nur sagen, dass jeder mit Englischkenntnissen wesentlich umfangreichere Informationen bei der „Internet Movie Database“ finden kann, denn mit 149 Seiten ist das Buch nicht besonders umfangreich ausgefallen.

Einige interessante und wissenswerte Pannen finden sich zwar in dem Buch und es ist durchaus unterhaltsam zu lesen, aber angesichts der Möglichkeiten, die das Thema bietet, kann man es nur als große Enttäuschung gewertet werden und die Ausnahmen bestätigen lediglich die altbekannte Regel! (Tino Hahn)

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