Rezension:
Trashfilme polarisieren ihr Publikum: Für die einen stellen solche Filme eine unerträgliche Qual dar, während andere sich vor Begeisterung kaum noch einkriegen können. Die Begeisterung rührt dabei weniger aus ernsthaftem Interesse denn aus der unfreiwilligen Komik, die sich aus miserablen Schauspielerleistungen und dilettantischen Spezialeffekten ergibt. Rolf Giesen und Ronald Hahn haben es sich jetzt zur Aufgabe gemacht und ein Werk verfasst, was für Fans und Gegner gleichermaßen lohnenswert ist: „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ zeigt Gegnern, welche Filme sie unbedingt meiden sollten, während Fans in dem umfangreichen Werk sicherlich noch jede Menge Schrott finden, den sie noch nicht gesehen haben.
Ein wenig verärgert die Tatsache, dass sich einige Patzer und Ungenauigkeiten eingeschlichen haben, die zum Teil daraus zu resultieren scheinen, dass Giesen und Hahn ein wenig in ihren anderen Werken wie z.B. „Lexikon des Horrorfilms“ recherchiert haben und die dort begangenen Patzer einfach übernommen haben. Diese Schwächen werden aber durch die unüberlesbare Leidenschaft der beiden Autoren für die kleinen und großen Perlen des Trashfilms wieder aufgewogen. Umfangreich und mit großen Informationsgehalt wird auf Hunderte von B- und C-Movies eingegangen und jeder noch so schlechte Zelluloid-Müll unerbittlich aus den Abgründen der Filmgeschichte wieder ans Tageslicht gezerrt. Bei einigen der Filmen lässt sich jedoch hervorragend darüber streiten, ob sie wirklich in einem Buch mit dem Namen „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ auftauchen sollten, doch eine kurzweilige Lektüre ist das Buch auf jeden Fall. Auch als Geschenk für Filmfreunde eignet es sich allemal, denn damit kann man kaum etwas falsch machen! Einzig und allein das Layout hätte optisch ansprechender gelöst werden können, doch wenn der Inhalt stimmt, dann ist die Optik Nebensache, was im Übrigen auch für Filme gilt…
Fazit: „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ ist eine sinnvolle Ergänzung im Regal von Trashfilm-Freaks, wenn man über einige Schwächen großzügig hinwegsieht. Fans und Gegner werden aber von dem Buch gleichermaßen zufrieden gestellt, weil die Autoren sichtlichen Spaß an schlechten Filmen und ihrer Arbeit haben.
(
Tino Hahn)