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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu :
Volker Koepp ist ein deutscher Regisseur für Dokumentarfilme. In vierzig Jahren hat der Dokumentarfilmregisseur Volker Koepp über fünfzig Filme produziert. Er begann im DEFA-Studio und drehte sein "Wittstock"-Film. Zweiundzwanzig Lebensjahre umfasst seine Bekanntschaft mit Frauen aus Wittstock, die er immer wieder porträtiert. Über mehrere Jahre reist er durch den Ostteil Deutschland, beobachtet Menschen aus dem Havelland, dem Oderbruch, von der Ostsee, aus dem Erzgebirge. Dabei sind Volker Koepps Beobachtung frei von ideologischen Prämissen; er fragt sensibel nach Situationen, Geschichte, nach Heimat. Egal in welchen Regionen und Gebieten der Regisseur Geschichte und Geschichten erkundet, immer lässt er den Menschen genügend Platz für ihre Erzählungen, setzt sie poetisch in eins mit der sie umgebenden Landschaft. International bekannt wird er mit dem Film "Herr Zwilling und Frau Zuckermann".

2005 wurde Volker Koepp für sein künstlerisches Gesamtwerk der "Georg Dehio-Kulturpreis" des Deutschen Kulturforums östliches Europa zuerkannt. In der Begründung der Jury heißt es: »Der renommierte Dokumentarfilmer Volker Koepp hat mit eindrucksvollen Filmen wie z.B. "Kalte Heimat" oder "Herr Zwilling und Frau Zuckermann" Orte und Regionen im östlichen Europa­ von Ostpreußen bis Czernowitz­ aus dem Vergessen hervorgeholt und sie in einen neuen Kontext gestellt. Die Filme sind geprägt von einer sehr individuellen Ästhetik und einem sensiblen, tiefen Verständnis für den Gegenstand.« Die Preisverleihung fand am 23. November 2005 in Berlin statt.

Sechs seiner Filme sind nun auf sechs DVDs, sowohl einzeln als auch zusammen in einem Schuber erhältlich. Die Kollektion enthält sämtliche Produktionen, die zwischen 1999 und 2005 entstanden sind. Als Bonusmaterial sind Booklets sowie Trailer enthalten, "Schattenland - Reise nach Masuren" enthält zudem eine rund einstündige Werkbesprechung.

Die Filme:

"Herr Zwilling und Frau Zuckermann" (127 Min./ 1999): Herr Zwilling und Frau Zuckermann sind die "Helden" des Films von Volker Koepp. Der eine 70-jährig, ausgestattet mit unverbesserlichem Pessimismus, die andere 90 Jahre alt und immer noch mit ungebrochener Lebenszuversicht. Jeden Abend besucht Herr Zwilling die Frau Zuckermann. Man spricht über frühere Zeiten, das gemeinsam Erlebte, über Politik und Literatur und die alltäglichen Sorgen. Jeden Abend hat Herr Zwilling eine Hiobsbotschaft parat, und jeden Abend versucht Frau Zuckermann den chronischen Pessimisten davon zu überzeugen, dass es so schlimm nicht steht.

"Kurische Nehrung" (OmU/ 88 Min./ 2001.): Nach dem Ersten Weltkrieg wird der nördliche Teil der Kurischen Nehrung litauisch und nach dem Zweiten Weltkrieg der südliche Teil russisch. Auch die neu angesiedelten Menschen leben meist vom Fischfang. Und jedes Jahr wieder gibt es die großen Vogelzüge über die Nehrung. Die Orte des Films heißen Rybatschi (Rossitten) und Nida (Nidden). Dort leben heute vor allem Russen und Litauer, ein paar Deutsch sind im litauischen Teil der Nehrung geblieben.

"Uckermark" (104 Min./ 2002): Durch den am dünnsten besiedelten deutschen Landkreis zwischen Vorpommern und Polen streift diese Reise mit Volker Koepps gleichermaßen Vergangenheit und Gegenwart von Übriggebliebenen und Heimkehrern der Nachwendezeit und porträtiert Landarbeiter, Bauern und Vertreter des zurückgekehrten Adels.

"Dieses Jahr in Czernowitz" (130 Min./ 2004): Seit zwei Drittel der einst 150.000 Bewohner von den Nationalsozialisten ausgelöscht wurden, existiert das alte Czernowitz in der ukrainisch-rumänischen Bukowina nicht mehr. Die Überlebenden haben sich in Folge in der ganzen Welt zerstreut. Ihre Angehörigen und Nachkommen kehren nun in die alte Heimat zurück.

"Pommerland" (89 Min./2005): Im Zentrum der Dokumentation steht das Ehepaar Bastosiewicz, welches versucht, einen alten Herrensitz wieder in Stand zu setzen und landwirtschaftlich nutzbar zu machen, wobei es auf verschiedene Schwierigkeiten trifft. Einerseits versuchen die beiden vergeblich, Kontakt zu den ehemaligen Deutschen Besitzern des Gutes aufzunehmen, die ihre Besitzansprüche noch nicht aufgegeben haben und andererseits haben sie mit strukturellen Schwierigkeiten der Agrarwirtschaft zu kämpfen, die teilweise auf kommunistische Misswirtschaft zurückzuführen sind, oft aber auch durch den Zusammenbruch des agrikulturellen Sektors nach der Öffnung zum Westen entstanden sind.

"Schattenland - Reise nach Masuren" (89 Min./ 2005): Masuren im Nordosten Polens gelegen ist wohl die bekannteste Landschaft des früheren Ostpreußens. Weder Deutsche noch Polen wollten, dass die Gegend eine eigene Identität entwickelt. Gegenwärtig sucht das masursche Volk seine Wurzeln und eine eigene Identität. In der Doku geht Koepp in dieser vernachlässigten Region auf Entdeckungsreise.

Fazit: Bild (4:3 bzw 16:9) und Ton (Dolby Digital Stereo) gehen völlig in Ordnung, der Zuschauer bekommt solide Qualität geliefert. Teilweise ist das Bild zwar recht grobkörnig, weißt Verschmutzungen auf, aber dies stört nicht wesentlich.

Wer allerdings hier kommerzielle Dokus aller Michael Moore erwartet, wird hier nicht fündig. Diese Filme sind eher ruhig und beschaulich, sie zeigen Land und Leute, die ihre eigenen kleinen Geschichten erzählen. ()

alle Rezensionen von Bernd Hellweg ...
„Das Werkgespräch“ stammt vom deutschen Regisseur Volker Koepp und ist Inhalt der jetzt erschienenden Volker Koepp Kollektion. Noch während seines Studiums drehte er seinen ersten Dokumentarfilm „Sommergäste bei Majakowski“, eine Spurensuche über den Dichter. Von 1970 bis zum Jahr 1990 war er im DEFA Studio für Dokumentarfilme zuständig. Es entstanden Filme wie „Mädchen von Wittstock“ oder „Leben in Wittstock“. Ab 1976 beginnt Koepp mit einer Reihe von Filmen, die Menschen zeigen, in der Landschaft, in der sie leben. Als Stationen sind hier u.a. das Erzgebirge, das Oderbruch und die Uckermark zu nennen. Internationale Aufmerksamkeit erlangt Volker Koepp 1999 mit seinem Film über die beiden letzten in der bukowinischen Hauptstadt lebenden, deutschsprachigen Juden, „Herr Zwilling und Frau Zuckermann“, der u.a. für den Dt. Filmpreis nominiert wird, und den er 2004 mit „Dieses Jahr in Czernowitz“ fortführt; hier befragt er u.a. den Schauspieler Harvey Keitel, was Heimat für ihn bedeutet. Das Werkgespräch zeigt Volker Koepp im Gespräch mit Dr. Rainer Rother, dem Künstlerischen Direktor der Deutschen Kinemathek. Aufgezeichnet wurde das Interview am 05.05.2006 im Museum für Film und Fernsehen, Berlin. Diese DVD ist als Zusatz-DVD der Volker Koepp Kollektion anzusehen und kann daher nicht separat gekauft werden. In ca. 62 Minuten gibt es zu den Dokumentarfilmen „Herr Zwilling und Frau Zuckermann“, „Kurische Nehrung“, „Uckermark“, „Dieses Jahr in Czernowitz“, „Pommerland“ und „Schattenland – Reise nach Masuren“ eine Werkbesprechung zu sehen und zu hören. Die Laufzeit dieser DVD beträgt ca. 62 Minuten. Die Tonspur ist im Format Dolby Digital 2.0 Stereo und ausschließlich in der deutschen Sprache vorhanden. Untertitel gibt es keine. Das Bildmaterial aus dem Museum ist im Widescreenformat (16:9) anzusehen. Weiteres Bonusmaterial ist auf diesem Silberling nicht hinterlegt. ()

alle Rezensionen von Ingo Lüttecke ...
Die Dokumentation „Dieses Jahr in Czernowitz“ stammt vom deutschen Regisseur Volker Koepp. Noch während seines Studiums drehte er seinen ersten Dokumentarfilm „Sommergäste bei Majakowski“, eine Spurensuche über den Dichter. Von 1970 bis zum Jahr 1990 war er im DEFA Studio für Dokumentarfilme zuständig. Es entstanden Filme wie „Mädchen von Wittstock“ oder „Leben in Wittstock“. Ab 1976 beginnt Koepp mit einer Reihe von Filmen, die Menschen zeigen, in der Landschaft, in der sie leben. Als Stationen sind hier u.a. das Erzgebirge, das Oderbruch und die Uckermark zu nennen. Internationale Aufmerksamkeit erlangt Volker Koepp 1999 mit seinem Film über die beiden letzten in der bukowinischen Hauptstadt lebenden, deutschsprachigen Juden, „Herr Zwilling und Frau Zuckermann“, der u.a. für den Dt. Filmpreis nominiert wird, und den er 2004 mit „Dieses Jahr in Czernowitz“ fortführt; hier befragt er u.a. den Schauspieler Harvey Keitel, was Heimat für ihn bedeutet. Seinen zweiten internationalen Erfolg „Dieses Jahr in Czernowitz“ gibt es nun in der „Volker Koepp Kollektion“ zu kaufen. Eine DVD-Box wo 6 Filme von Volker Koepp zusammengefasst worden sind. Aber auch als Einzel-DVD kann diese Dokumentation aus dem Hause „Salzgeber & Co. Medien GmbH“ käuflich erworben werden. Zum Inhalt: Sechs Jahren zuvor drehte Volker Koepp den Film „Herr Zwilling und Frau Zuckermann“. Rosa Roth-Zuckermann und Mathias Zwilling gehörten zu den letzten noch im alten Czernowitz geborenen Juden, die den Krieg und die Lager überlebt hatten und in ihrer Stadt geblieben waren. Die im vergangenen Jahrhundert aus der Bukowina geflüchteten Juden haben Exil in vielen Teilen der Welt gefunden. In ihren Familien wirken die Erinnerungen an Menschen, Lebenswelten und Landschaften nach. Mit Emigranten und ihren Kindern kehrt „Dieses Jahr in Czernowitz“ dorthin zurück. Der Cellist Eduard Weissmann macht sich von Berlin aus auf den Weg, aus Wien kommen die Schwestern Evelyne Mayer und Katja Rainer, aus New York der Schauspieler Harvey Keitel und der Schriftsteller Norman Manea. Die Fahrt zu den mythischen Orten ihrer Herkunft führt sie nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Gegenwart, zu Menschen, die heute in Czernowitz leben, zur ukrainischen Studentin Tanja und dem beinahe 90jährigen Deutschen Johann Schlamp. Die Laufzeit dieser DVD beträgt ca. 130 Minuten. Die Tonspur hat das Tonformat Dolby Digital 2.0 Stereo und ist fünf Sprachen einstellbar. Und zwar in Deutsch, Hebräisch, Jiddisch, Russisch, Ukrainisch. Zusätzlich können deutsche Untertitel aktiviert werden. Das Bildmaterial aus dem Jahre 2004 ist im Vollbildmodus (4:3) anzusehen. Zum Bonusmaterial gehört ein Booklet mit Interview sowie Informationen zum Regisseur und einem Kinotrailer. ()

alle Rezensionen von Ingo Lüttecke ...
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Weitere Filminfos:

Medien-Typ: DVD
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