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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu :
Nach dem Coen-Werk „True Grit“ legte „Fluch der Karibik“-Regisseur Gore Verbinski eine weitere perfekte Revitalisierung des Western vor, allerdings in einer animierten Version.

Hauptfigur ist ein großmäuliges Chamäleon namens Rango, mit einem Knick im Hals und einer ausgewachsenen Identitätskrise. Sein Leben ist relativ übersichtlich, aber wie sollte es auch anders sein, wenn man in einem Terrarium lebt. Doch sein beschauliches Leben ändert sich schlagartig, als er zufällig bei einer Autofahrt aus dem Wagen fällt. Er landet alleine mitten in der mexikanischen Wüste.

Es gelingt ihm durch Zufall, einen gefährlichen Habicht zur Strecke zu bringen. Prompt machen ihn die Bewohner des Wüstenkaffs „Dirt“, das regelmäßig von üblen Banditen überfallen wird, zum Sheriff. Doch die Banditen sind das kleinere Übel der Stadt, denn auf mysteriöse Weise werden die Bewohner ihrer Lebensgrundlage beraubt: dem Wasser. Das ist doch die perfekte Gelegenheit für Rango, endlich ein Held zu werden! Beim Versuch, das Rätsel zu lösen und damit auch die süße Echse „Bohne" zu beeindrucken, legt sich das Ringo nicht nur mit dem gefährlichen Klapperschlangen-Jake an, sondern auch mit dem mächtigen Bürgermeister.

Die Story ist natürlich nicht neu, und erinnert vom Plot stark an Roman Polanskis „Chinatown" (1974). Dennoch liefert Verbinski mit „Ringo“ einen spannenden, unterhaltsamen und sehr schön anzusehenden Western, der alle Western-Clichés genüsslich ausgeschlachtet. Was den Lachfaktor angeht, so schwächelt der Film hier leider ein wenig, aber Kinder werden trotzdem ihren Spaß haben, dafür sorgen schon die unglaublich kreativ gestalteten Charaktere dieser skurrilen Wild-West Stadt.

Untermalt wird das Ganze durch einen tollen Score von Hans Zimmer, der sich eindeutig am Werk von Ennio Morricone anlehnt, gekonnt, aber nicht kopierend. Besonders gelungen ist auch die Landschaftskulisse, die Dank George Lucas' Special-Effects-Firma Industrial Light & Magic mit einer Tiefe und Räumlichkeit daher kommt, dass man nur Staunen kann.

Fazit: Gore Verbinski hat hier, mit perfekter Optik und zahlreichen liebevollen Einfällen, eine Western-Hommage erschaffen, die sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht. Na, und Western-Fans sowieso.

Was die technische Umsetzung des Films auf DVD angeht, so sieht „Rango“ von der ersten bis zur letzten Minute fantastisch aus. Das Bild (Widescreen/ 2.40:1 – anamorph) ist durchgehend hervorragend und auf höchsten Niveau. Gestochen scharf mit perfekter Detailzeichnung und sehr natürlichen Farben. Zudem eine großartige Plastizität und grandiose Tiefenwirkung.

Auch in akustischer Hinsicht macht „Rango“ eine sehr gute und ebenfalls hochwertige Figur. Wer auf abwechslungsreiche, sehr surroundlastige und zudem druckvolle Sound-Umsetzung (Dolby Digital 5.1) steht, wird hier bestens bedient.

Bei den Extras sieht es etwas mau aus. Hier gibt es lediglich 10 „Entfernte Szenen“ zu sehen, die es in dieser Form nicht in die Kinofassung (aber zum Teil in die ebenfalls auf der Disc verfügbaren Extended Version) geschafft haben. Zudem kommt noch die kurze aber interessante Dokumentation „Triff die echten Kreaturen aus Dirt“, bei der die echten Tiere vorgestellt werden, die als Vorlage für die Figuren des Films gedient haben.

Wer mehr Bonusmaterial (inkl. Audiokommentar und weiteren Featurettes) haben möchte, der sollte zur „Rango – Extended Version“-DVD oder gleich zur Blu-ray greifen. ()

alle Rezensionen von Bernd Hellweg ...
RANGO, ein leicht hysterisches Chamäleon (im Original spektakulär von Johnny Depp gesprochen), wird aus seinem sicheren Haustierdasein geradewegs in das wilde und raue Leben der Stadt Dirt geschleudert. Diese braucht dringend einen Helden und durch die Verkettung einiger unglücklicher Un- und Zufälle wird RANGO der neue Sheriff. Was nun folgt, ist eine Stampede atemberaubender Animation und visuellen Einfallsreichtums. Ein tierisches Westernspektakel mit einem grandiosen Showdown. Wie so oft in den letzten Jahren gibt es auch bei dieser Animationsfilm-Produktion an der Bildqualität praktisch nichts zu bemängeln! Natürliche Farben, sofern man bei einem Animationsfilm davon sprechen kann, mit teils erhöhter, meist aber normaler Sättigung, ein perfekter Kontrast ohne Detailverluste, der tiefe Schwarzwert und die herausragende Schärfe auf allen Ebenen sorgen auch auf DVD für eine außergewöhnlich plastische Tiefe. Das Ausbleiben von Rauschen und Artefakten sind bei einer rein digitalen Produktion dagegen natürlich selbstverständlich – es sei denn, man verhaut die Kompression. Hier liegt dann – wenn man wollte – auch der einzige winzige Kritikpunkt, denn gelegentlich scheint das Bild bei größeren, längeren Bewegungen etwas nachzuziehen bzw. sehen dann kurzzeitig (jeweils kleiner als eine Sekunde) Konturen und Details etwas weicher aus. Dennoch verdient sich der Transfer den Palace-Bild-Award, da er auf DVD zu den aktuellen Referenzen zählt. Der Sound kann mit dem tollen Bild nicht ganz mithalten, obwohl auch die Vertonung durchaus gelungene Höhepunkte präsentiert. So gefallen besonders die actionlastigeren Sequenzen, da in diesen reichlich direktionale Signale, dynamisch gelungene Akzente und raumgreifende Boxenaktivitäten zu vermelden sind. Auch der Subwoofer tönt in diesen Momenten ordentlich mit. Außerhalb dieser wird es aber oft etwas zu ruhig im Hörraum, werden Hintergrundgeräusche häufig nur dezent und überwiegend aus den Frontlautsprechern (mit Stereo-Splitting) ausgegeben. Der Score tut es der Action-Vertonung gleich, während die Musikeinspieler der Erzählercombo aus Schleiereulen etwas dünn aus dem Center erklingen. Die Stimmen sind stets klar und sauber aus dem Center zu vernehmen. Das Original unterscheidet sich nur den Stimmen nach, was auf das gleiche Tonmaster für alle Sprachspuren schließen lässt. Das erste Extra ist das Vorhandensein zweier abweichender Filmversionen. So findet sich auf der DVD sowohl die Kinofassung, als auch die ca. vier Minuten längere "Extended Version" des Films. Zu dieser längeren Fassung gibt es dann auch einen Multivoice-Audiokommentar von den Machern von RANGO. Hier kommen sowohl Regisseur und Produzent Verbinski, als auch weitere kreative Köpfe wie Drehbuchautor, Animations-Director und Visual-FX Leiter zu Wort. Zusammen im Gespräch geben sie Auskunft über viele Aspekte der Produktion. Das Gespräch wird von Verbinski quasi moderiert, was anfangs amüsant ist, später aber etwas eintönig wird.

Weiter geht es mit zehn entfernten Szenen, die überwiegend kurze Erweiterungen zeigen und mit nur acht Minuten Laufzeit schon andeuten, dass da nicht viel Erhellendes vorzufinden ist. Das Feature "Echte Kreaturen von DIRT" (DIRT ist übrigens der Originaltitel des Films) ist eigentlich eine 21-minütige Tier-Doku, in welcher die wichtigsten Tierarten (und damit Charaktere) des Films "in echt" und in ihrer natürlichen Umgebung von einem mutigen Tierdokufilmer vorgestellt werden. Sicherlich gerade für Kids durchaus sehenswert, aber nur am Rande relevant in Bezug auf den Film. Abschließend gibt es noch die Credits zur Tier-Doku auf diversen blätterbaren Bildschirmseiten und eine Auswahl an Previews, wie die traditionelle Trailershow hier benannt wurde, da sie Vorschauen auf künftige Titel zeigt, die allerdings bereits nach Einlegen der Disc übersprungen werden mussten, hier aber nochmal in aller Ruhe separat anwählbar sind. Auch enthalten ist ein Teaser vom Video- und PC-Game zu Rango. RANGO ist kein reiner Animationsfilm für Kinder, sondern eher einer für die ganze Familie und insbesondere für Junggebliebene, die einen gewissen Anspruch an Story, Animation und Umsetzung stellen! Verantwortlich zeichnet Gore Verbinski, der sich erstmals an einem Animationsfilm versucht und gleich einen Volltreffer landet. Bekannt vom FLUCH DER KARIBIK-Franchise ging er bei der Umsetzung der Story vom Großstadt-Chamäleon, dass sich unverhofft in einem Wüstenkaff wiederfindet, das einen Sheriff und Helden braucht, der das Wasser wiederbringt, vollkommen neue Wege. Während in der Regel die Animationsfilme nach dem Dreh – also nachträglich - von Synchronsprechern vertont werden, sollten die Sprecher in diesem Film diesen selbst spielen. So wurden im Original Johnny Depp (Rango) und seine Kollegen in Cowboy-Outfits gesteckt, auf Set-artige Bühnen gestellt und spielten zunächst die Story durch, wobei zugleich die Stimmen aufgezeichnet wurden. Gleichzeitig bekamen die Animatoren perfektes Bildmaterial, um die Gesichter, Mimiken und Körperbewegungen für die gezeichneten Charaktere zu übernehmen. Verbinski nennt diese neue Art des Animationsfilmens "Emotion Capture". So kommt es, dass die animierten Charaktere perfekte menschliche Züge in ihrer Mimik und Gestik haben ohne dabei die tierischen Eigenschaften der Arten vollends zu vernachlässigen. Überhaupt sind die Animationen und Bewegungen inklusiver der Szenenausleuchtung extrem realitätsnah ausgefallen, was dem Film eine gewisse ernsthafte Basis verleiht. Das Rendering ist dabei absolut perfekt, kein Wunder, wurden der Film und dessen visuelle Effekte doch von der Trickschmiede ILM realisiert.

Was den Film daneben auch für Erwachsene interessant macht, sind die durchaus ausgewachsene, tempo- und wendungsreiche Story (die dennoch nicht allen Vorhersehbarkeiten trotzen kann), die nicht auf Hochglanz polierte Optik und die wenig knuddeligen Charaktere. Hier gibt es nämlich kaum großäugige, flauschige Tierchen mit kindhafter Stimme und ebensolchem Ausdruck (das so genannte "Kindchenschema"), sondern überwiegend fiese, dreckige und oft verwahrloste Figuren, die man so selten im Trickfilm zu sehen bekommt. Selbst die Hauptfigur ist kein wirklicher Hingucker für Kinderaugen und wirkt eher sagen wir mal seltsam. Eine grandiose Szene, die auch nur Erwachsenen ins Auge fallen wird – und insbesondere den Westernfans: Das Zusammentreffen von Rango und dem "Mann ohne Namen" aus den Dollar-Filmen (hier "The Spirit from the West" benannt) in einer Vision kurz vor Ende des Films. Natürlich sieht dieser aus wie Clint Eastwood (als Mensch), der diese Figur einst verkörperte, gesprochen wird sie allerdings von Timothy Olyphant, dessen Stimme der von Eastwood ähnelt. Es gibt noch weitere Anspielungen auf große Filme wie etwa der Vogelangriff aus der Luft, der optisch stark an PEARL HARBOR erinnert (natürlich waren es dort Kampfflieger). Überdies bietet der Film eine ordentliche Portion Lacher oder zumindest viele Gelegenheiten zum Schmunzeln. Dies und die perfekte Qualität der Animationen machen die actionreiche Story zum absolut kurzweiligen Vergnügen mit sehr hohem Unterhaltungswert auch für Erwachsene. Es wird trotz vieler emotional angehauchter Story-Elemente auch nie wirklich kitschig oder zu rührselig, was ja oft das Problem anderer Animations-Produktionen aus den bekannten Studios ist. Zu guter Letzt spricht die Laufzeit von deutlich über anderthalb Stunden für eine etwas andere Ausrichtung der Zielgruppe, da die Jüngsten wohl kaum so lang ruhig auf dem Stuhl zu halten sind und wohl schon nach gut einer Stunde der Handlung nicht mehr wirklich folgen werden!

Kurzum RANGO ist ein Fest für fast alle Sinne und macht Jung wie Alt bestimmt viel Spaß. Das natürlich auch deshalb, weil Paramount zumindest qualitativ eine praktisch perfekte DVD-Umsetzung gelingt. Das Bild ist über jeden Zweifel erhaben und zählt zu den aktuellen Referenzen – und das ohne, dass der Titel dabei denen aus der Pixar-Schmiede oder den Disney Studios wirklich nachstehen würde. Auch die Vertonung bietet einen dynamischen und räumlich gelungenen Sound. Nur die Extras sind etwas dünn geraten – schade, denn zumindest wir hätten gern noch viel mehr über die Hintergründe und neuartige Machart dieser Animations-Produktion in Form von Videofeatures erfahren! ()

alle Rezensionen von Marcus Kampfert ...
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Medien-Typ: DVD
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