Muxmäuschenstill
Rezension / Filmkritik von Michael Holland, dvdpalace.de (Review)
"Mux (Jan Hendrik Stahlberg) hat eine Mission: Der selbst ernannte Weltverbesserer will seinen Mitmenschen wieder Ideale und Verantwortungsbewusstsein beibringen - und bläst zum Kampf gegen Fehltritte aller Art: Big Mux is watching you! Mit makellos gebügeltem Hemd verfolgt der Saubermann Schwarzfahrer und Schwimmbad-Pinkler, Falschparker und Graffiti-Sprayer. Mux räumt auf in den Straßen Berlins, begleitet von seinem treuen Gehilfen, dem Ex-Langzeitarbeitslosen Gerd (Fritz Roth), der die Heldentaten mit einer Videokamera dokumentiert. Doch auf seinem Kreuzzug gegen Unrecht und Gleichgültigkeit wird der Westerntaschen-Sheriff bald selbst zum Gesetzesbrecher...MUXMÄUSCHENSTILL entstand unter abenteuerlichsten Bedingungen, die beispielsweise den Dreh mit Mini-DV-Kameras einschlossen. Entsprechend gruselig sieht das Bild aus: Die primäre Farbe ist grün, von Schärfe kann quasi keine Rede sein, und über den Kontrast sollte man besser auch schweigen. Hinzu kommt, dass selbst bei nur langsamen Kamerabewegungen alles deutlich verwischt. Zum schlechten Schluss tritt szenenweise ziemlich heftiges Grieseln auf. Einen etwas besseren Eindruck hinterlassen die eingestreuten Sequenzen, in denen Gerd mit seiner Videokamera filmt: Diese sind zwar total verwackelt, wie man es eben von eigenen Privataufnahmen kennt, doch zumindest erreicht hier die Schärfe im direkten Vergleich zum Rest ganz angenehme Werte. Insgesamt gibt das unter Berücksichtigung der Umstände und mit viel Wohlwollen noch...Der Sound unterstreicht den semi-dokumentarischen Charakter des Films insofern, dass er auf Spielereien verzichtet. Was bedeutet: Wenn es Umgebungsgeräusche gab, sind diese zu hören, aber eine Nachbearbeitung oder zusätzliches Einfügen von Effekten fand nicht statt. Im Ergebnis dessen hinterlässt die Dolby Digital 5.1-Spur einen ziemlich schwachen Eindruck - die Rears werden nur selten angesprochen, auch der Subwoofer bleibt recht stumm. Überhaupt dienen sämtliche Lautsprecher fast ausschließlich zur räumlichen Musikwiedergabe, da großteils nur der Center arbeitet, um Sprache abzubilden, was leider etwas dumpf geriet. Erwähnt sei an dieser Stelle noch, dass der ebenfalls enthaltene Dolby Digital 2.0-Track zwar noch dunkler, dafür aber auch wesentlich basslastiger daherkommt. Letztlich also ein sehr solider Ton, der nicht vom Hocker reißt, seinen Zweck jedoch gut erfüllt.Viel gibt's da eigentlich nicht zu sagen: Neben dem originell animierten und soundunterlegten Hauptmenü fällt zunächst der bei Auswahl einzelner Unterpunkte gegebene Bezug zum Film als gute Idee auf. So kann man beispielsweise ""unerlaubte Einstellungen"" vornehmen, eine nach § 116 BGB ""Geheime Fotogalerie"" anwählen oder ""Missbrauch von Dolby Digital 5.1"" üben. Ansonsten gibt es neben Trailer und Teaser zum Film noch die besagte Fotogalerie, welche 30 winzige Bilder zeigt, dafür aber immerhin mit Erklärungen aufwartet. Bei Interesse stehen darüber hinaus vier Biographien auf Texttafeln zur Ansicht bereit. Zu sagen wäre außerdem, dass die acht entfallenen Szenen mit einer Gesamtlänge von etwas mehr als 16 Minuten von ""sehr sehenswert"" bis hin zu ""völlig berechtigt rausgeworfen"" quasi die gesamte qualitative Palette abdecken. |
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