Flutsch und weg
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Mäuserich Roddy St. James gehört den oberen Zehntausend an und führt ein Luxusleben im elitären Londoner Stadtteil Kensington. Das angenehme Dasein findet ein jähes Ende, als Rowdy Sid, den das Spülbecken ausspuckte, das Kommando übernimmt und Roddy schließlich sogar die Toilette runterspült. ...
Rezension / Filmkritik von Frank Brenner (Review)
Momentan gibt es weltweit eigentlich nur zwei Firmen, die im Bereich des Animationsfilmes ausnahmslos hervorragende Arbeiten vorlegen: die Pixar Studios und Aardman Animations. Ihre Genialität beschränkt sich nicht nur auf die handwerkliche Perfektion, sondern findet auch im überbordenden Ideenreichtum der Geschichten, der Liebenswürdigkeit der Charaktere und in der inszenatorischen Rasanz ihre makellose Entsprechung. Die Aardman Studios im britischen Bristol haben ihren reizenden Plastilin-Figuren bisweilen in zwei abendfüllenden Spielfilmen eine Plattform geboten: Chicken Run – Hennen rennen und Wallace und Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen bezeugen eindrucksvoll die Professionalität ihrer Schöpfer. Bei Flutsch und weg waren es wiederum die kreativen Knetformer um Peter Lord, die ihrer Fantasie freien Lauf ließen und eine ganz eigene Welt um glubschäugige und hasenzahnige Wesen entwarfen, die dieses Mal jedoch nicht von Hand geformt, sondern komplett digital am Rechner erzeugt wurden. Den Unterschied sieht man kaum, zumal man von dem Film ohnehin von der ersten Minute an derart gefesselt ist, dass man sich darüber gar keine Gedanken mehr macht.
Roddy St. James ist eine Hausmaus einer reichen Familie im Londoner Nobelviertel Kensington, die sprichwörtlich im goldenen Käfig wohnt. Als er von einem unerwünschten Eindringling, der Proleten-Ratte Sid, argwöhnisch das Klo hinuntergespült wird, findet sich Roddy in einer ihm vollkommen unbekannten Unterwelt wieder. Gemeinsam mit seiner unfreiwilligen Retterin, der Rattendame Rita, muss er sich in der Kanalisation vor einer listigen Gaunerbande in Sicherheit bringen, die von einer schleimigen Kröte angeführt wird. Der irre Unterweltboss hat einen arglistigen Plan, mit dem er sich an seinen Erzfeinden rächen und die Macht im Entwässerungssystem endgültig an sich reißen will.
Wie in den Pixar Studios sitzen bei Aardman auch eine Vielzahl von kreativen Köpfen, die sich einen Spaß daraus machen, ihre eigenen Arbeiten und die Klassiker der Animations-, ja der ganzen Filmgeschichte wirkungsvoll auf die Schippe zu nehmen. Man muss schon sehr genau hinschauen, wenn man die Hasen aus dem letzten „Wallace & Gromit“-Abenteuer oder Herrchen und Hund selbst in den Kulissen dieses Films entdecken will. Andere Anspielungen wiederum, auf einen verloren gegangenen Fisch oder eine romantische Spaghetti-Szene im Restaurant beispielsweise, sind fast schon Bestandteil der Haupthandlung und können kaum übersehen werden. So oder so lohnt es sich aber auf jeden Fall, Flutsch und weg mehrfach anzuschauen, um all die Details zu erkennen und all die Seitenhiebe zu verstehen. Nicht zuletzt ist es der aktuelle Bond-Hype, dem so manche Breitseite verpasst wird, schließlich ist Roddy eine urbritische Maus im Smoking, die am liebsten Bondklassiker wie Stirb an einem anderen Morgen auf DVD anschaut und sich schließlich mit dem berüchtigten Le Frosch und seiner Bande herumschlagen muss. So sieht gelungene Familienunterhaltung aus, von der alle Altersklassen etwas haben und die von den Aardman Studios hoffentlich auch in Zukunft auf gleich bleibend hohem Niveau produziert werden wird.
Rezension / Filmkritik von Marcus Kampfert, dvdpalace.de (Review)
"Mäuserich Roddy St. James gehört den oberen Zehntausend an und führt ein Luxusleben im elitären Londoner Stadtteil Kensington. Das angenehme Dasein findet ein jähes Ende, als Rowdy Sid, den das Spülbecken ausspuckte, das Kommando übernimmt und Roddy schließlich sogar die Toilette runterspült.
Roddy landet in der belebten Unterwelt des Abwassersystems, einer Miniaturausgabe von London. Dort trifft er auf die unternehmungslustige Piratin Rita, die mit ihrem Boot ""Jammy Dodger"" als Schrottsammlerin die Kanalisation durchkreuzt. Zusammen trotzen die beiden Gefahren, die jeder Maus die Nackenhaare hochstellen würden, darunter Furcht einflößende Stromschnellen, trügerische Strudel und vor allem Gangsterboss Toad, eine gerissen-bösartige Kröte, die den beiden den Killer-Cousin Le Frog mit seinen Frosch-Ninjas auf den Pelz hetzt.
Der privilegierte Roddy, erst denkbar fehl am Platze, mausert sich zum Helden, als er erfährt, dass der Mäusemetropoleunter den Straßen Londons Gefahr droht.Die Aardman-Produktion FLUTSCH UND WEG brilliert als rein digitaler Transfer auf der ganzen Linie. Knallbunte, hoch gesättigte Farben, ein perfekter Kontrast und ein ebensolcher Schwarzwert sorgen für eine schöne Bildtiefe. Die Schärfe bietet stets die höchstmögliche Detailauflösung und auch die Konturen sind immer tadellos abgegrenzt. Das digitale Ausgangsmaterial ist selbstverständlich frei von jeglichen Artefakten und Rauschen, die Kompression arbeitet fehlerfrei. Bei ganz genauem Hinsehen ist ein minimales Hell-Dunkel-Flimmern erkennbar, welches allerdings so selten auftritt, dass es nicht abwertend einfließt.
Kurzum: Ein AWARD ist die einzig richtige Wertung!Während der Film inhaltlich bei vielen Gags eher ein erwachseneres Publikum anspricht, hielt man dagegen die Vertonung des Trickabenteuers quasi kindgerecht. Die Dynamik bei Effekten und Musik bleibt eher verhalten und auch der Raumklang beschränkt sich auf den Score sowie einige größere Effekte. Ansonsten spielt sich das tonale Geschehen meist auf einer verbreiterten Stereofront ab. Die Dialoge sind stets klar verständlich und verlassen bildkonform schon mal den Centerbereich. Somit erreicht die Soundkulisse nicht ganz die Klasse anderer DreamWorks-Klassiker wie SHREK oder AB DURCH DIE HECKE, ist aber wie erwähnt auch für Kinder jüngeren Alters durchaus geeignet. Das reicht für knappe acht Punkte.DreamWorks kündigt die Ausstattung als ""umfangreich"" an. Sofern man ein Zuschauer mit einem Alter zwischen vier und zehn Jahren ist, mag das durchaus zutreffen, denn sowohl unter ""DWK (kurz für DreamWorks Kids)"" als auch unter ""Nacktschnecken-Kram"" finden sich diverse Spiele (insgesamt sieben) von unterschiedlichem Anspruch. Weitere gibt es im jeweils angeschlossenen DVD-ROM-Part, der sich am PC abrufen lässt. Ergänzt werden sie durch Druckvorlagen zum Ausmalen. So weit ganz hübsch und tatsächlich ""umfangreich"", wenn man der Zielgruppe angehört. Sucht man dagegen die Information über die Produktion, so gilt es die Featurettes ""Die Musik von FLUTSCH UND WEG"" (08:51 
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