Schweinchen Wilbur und seine Freunde
Rezension / Filmkritik von Frank Brenner (Review)Zur Jahrtausendwende wurden in Hollywood die Erlebnisse der vorwitzigen Maus „Stuart Little“ verfilmt, die auf den Kinderbuchklassikern E.B. Whites basierten. Der Stand der Technik hatte es seinerzeit möglich gemacht, die tolldreisten Abenteuer des Nagers überzeugend in einen Realfilm zu integrieren. Nun hat man sich eines weiteren Bestsellers E.B. Whites angenommen, der Mensch-Tier-Freundschaftsgeschichte „Charlotte’s Web“. Darin nimmt sich Fern (junge Mädchen werden in Hollywoodfilmen momentan wohl nur noch von den Fanning-Schwestern gespielt, hier ist es mal wieder Dakota) der Obhut eines kleinen Ferkels an, das nicht stark genug ist, ohne menschliche Hilfe zu überleben. Die Freundschaft weitet sich auf die anderen Tiere auf der Farm von Ferns Onkel aus, als ihr kleiner Wilbur aus Platzgründen in dessen benachbarten Stall umziehen muss. Um Wilbur davor zu bewahren, an Weihnachten in den Ofen zu wandern, lassen die plappernden Tiere ihren Einfallsreichtum spielen. Den größten Anteil daran hat die Spinne Charlotte, die in ihre Netze Botschaften schreibt, die auf die Einmaligkeit des quiekenden Vierbeiners aufmerksam macht. Schweinchen Wilbur und seine Freunde ist ein reizender Film für Vor- und Grundschulkinder, der auf liebenswerte Art eine Freundschaftsgeschichte erzählt und darüber hinaus die Qualitäten von Spinnen preist, deren Leben verständlich macht und mithilft, den Ekel vor den wuseligen Achtbeinern abzubauen. Für die deutsche Fassung hat man sich auf die Stammsprecher der US-Stars verlassen, die in der Originalversion ihre Stimmen liehen. So haben sich die treffenden Besetzungen, die John Cleese als Ober-Schaf, Robert Redford als alten Ackergaul oder Kathy Bates und Reba McEntire als zynische Kuhdamen präsentierten, hervorragend in die Synchronfassung herübergerettet. Rezension / Filmkritik von Jean Lüdeke (Review)Vor über drei Jahrzehnten erschien E.B. Whites sympathischer Kinderbuchklassiker "Wilbur und Charlotte" auf der Leinwand. Diesmal sorgt Gary Winick ("30 über Nacht") mit namhaften Tierstimmen für bezaubernde und didaktisch verbrämte Familienunterhaltung. Auf der Zuckerman-Farm nimmt sich die junge Fern (Dakota Fanning) des schwächsten der gerade neugeborenen Ferkel an. Sie tauft es Wilbur und pflegt es, bis es stark genug ist, dem Abenteuer Stall, dem Leben und seinen zahlreichen Herausforderungen zu trotzen. Dort wartet auf das aufgeweckte Tierchen ein Haufen streitlustiger Nutztiere - und außerdem die Erkenntnis, am Ende der Saison nur als Kotelett in der Metzgerei zu liegen. Dieses Ende verhindert Töchterchen Fern (Dakota Fanning) in letzter Minute und sorgt l für das quiekende rosa Etwas, das in der Schule nur Unsinn cht und sich in der Küchenspüle seifen lässt. Bald sind die beiden ein unzertrennliches Gespann. Als Wilbur stark genug ist, kommt er beim Onkel in den Stall und trifft eine streitlustige Truppe aus Schafen, Gänsen, Kühen, einem Pferd und einer verfressenen Ratte. Nur die weise Spinne Charlotte kümmert sich um den Neuzugang - der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Damit das kleine „Nutztier“ nicht doch noch als Festtagsschmaus endet, lässt sich Charlotte etwas einfallen und macht Wilbur mit einem Supertrick zu etwas "Besonderem". Und siehe da, das Frühjahrsschwein erlebt putzmunter den ersten Schnee. Wenn Wilbur sich im Wasser suhlt, treuherzig mit den Augen blinzelt oder eine beleidigte Schnute zieht, vergeht einem jegliche Gelüste auf Schnitzel. Diese reale Neufassung, in der viele der vermenschlichten Bewegungen der Tiere CGi—generiert werden, wurde 2006 zu Ende gedreht und ging danach in die Postproduktion. Hauptdrehort war das australische Victoria. Der US-Start fand am 20. Dezember 2006 statt, der Deutschlandstart am 4. Januar 2007. Sowohl in den USA als auch in Deutschland wurde der Film ohne Altersbeschränkung freigegeben. Eine freundschaftliche Allegorie um Freundschaft, vertrauen und Verlust, die ans herz geht. Nicht nur für Kids eine sympathische und notwenige Unterhaltung. Ein geschichtsträchtiges Haustier: Über die bäuerliche Schweinehaltung in Mitteleuropa in den ersten Jahrhunderten nach der Völkerwanderung, ist nur wenig bekannt. Die großen Schweineschinken aus Germanien wurden aber bereits in Rom und den größeren Städten Die Bedeutung der Schweinehaltung im Raum nördlich der Alpen nahm ab dem 1. Jahrtausend nach Christus ständig zu. Eine Riesenschweinerei ist jedoch die Tatsache, dass Ferkel in Deutschland immer noch ohne jegliche Betäubung kastriert werden, obwohl es schon längst „humanere“ Methoden gibt, vom tagelangen Transport der geschunden Kreaturen ganz zu schweigen… |
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