Goyas Geister
Rezension / Filmkritik von Frank Brenner (Review)Ende des 18. Jahrhunderts wird die Kaufmannstochter Inés von der Inquisition der Ketzerei beschuldigt. Ihr Vater versucht durch seine Bekanntschaft mit dem Maler Francisco de Goya, der auch den Inquisitionsmönch Lorenzo porträtiert, Inés freizubekommen. Währenddessen setzt die französische Revolution ein. Miloš Forman ist ein Meister des tiefsinnigen Biopics. Häufig schon hat der tschechische Regisseur historische Figuren in seinen Filmen porträtiert, und stets hat er versucht, mehr zu bieten als eine einfache Bebilderung eines Lebens. In Amadeus machte er die Biografie an der Rivalität mit Salieri fest, in Larry Flynt – Die nackte Wahrheit zog er die Dramatik abermals aus der stetigen Konfrontation des Herrenmagazinherausgebers mit den moralischen Instanzen des Landes. In seinem bislang letzten Film, Der Mondmann, in dem Forman das Leben des Komikers Andy Kaufman thematisierte, machte er sich das Stilprinzip Kaufmans, den Spaß am Foppen und Geschichten erfinden, zunutze und wandte dies in seiner Inszenierung an, um seine Zuschauer an der Nase herumzuführen. Trotz des Titels geht es in Goyas Geister um mehr als nur den Hofmaler mit der satirisch-karikaturistischen Ader. Forman erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das von der Inquisition unschuldig festgehalten wird, klagt die barbarischen Verhörmethoden der Moralapostel an und stellt deren Mittel spielerisch als Farce bloß. Die historischen Wirren der Zeit spiegeln sich auch in Formans Inszenierung wider. Bei dem ganzen Hin und Her zwischen Inquisition und Revolution verpuffen wichtige Aussprachen in der Luft und verschieben sich die Bedürfnisse der Protagonisten im Handumdrehen. So gelingt es dem Filmemacher, dem Thema noch neue, spannende Aspekte abzutrotzen. Rezension / Filmkritik von Matthias Schmieder, dvdpalace.de (Review)
Spanien 1792, ein Land unter dem Diktat der Inquisition. Die Kirche fürchtet den Verlust der Macht und die Ideen der Aufklärung wie der Teufel das Weihwasser. Goyas Muse und Modell Inès gerät ins Visier fanatischer Tugendwächter und muss sich vor dem Tribunal verantworten. Auch der skrupellose Pater Lorenzo, den Goya besticht, kann dem Mädchen nicht helfen. Sie verschwindet in finsteren Verließen. Sechzehn Jahre später wird Ines wird von Napoleons Armee befreit, eine gebrochene Frau, die mit Unterstützung Goyas ihre in der Zelle geborene Tochter sucht und den Erzeuger - Lorenzo. Das Bild dieser DVD liegt im anamorphen 1.85:1-Format vor und erweist sich als qualitativ sehr solide. Die Farbintensität wurde etwas zurückgenommen, um dem Ambiente des späten 18. Jahrhunderts besser zu entsprechen. So dominieren vor allem leicht bräunliche Farbtöne das Geschehen auf der Leinwand. Der Kontrast sowie die Schärfe können meist durchaus überzeugen. Dennoch vermisst man vor allem in der Tiefe eine etwas bessere Feinzeichnung. Störend ist auch das starke Rauschen, welches sich aber hauptsächlich während Außenaufnahmen bemerkbar macht. |
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