Der Fluch der Goldenen Blume
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Visuell berauschendes Historienepos von Zhang Yimou (HERO) um blutige Intrigen in der chinesischen Kaiserfamilie.
China vor mehr als 1000 Jahren, zur Zeit der Tang-Dynastie. Als Prinz Jai (Jay Chou) nach langjährigen Kriegszügen unerwartet an den Hof zurückkehrt, merkt er sofort, dass im Palast so ...
4.95 Euro
Rezension / Filmkritik von Jean Lüdeke (Review)
Gong Li steht zum ersten Mal seit über zehn Jahren wieder für Zhang Yimou vor der Kamera. In dem packenden und bonbonfarbenen Historiendrama mimt sie die intrigante und diabolische Gattin eines böswilligen Kaisers.
Das neueste aufwendige und farbenprächtige Epos des gefeierten chinesischen Star-Regisseurs Zhang Yimou. Zu seinen weltweit zelebrierten Werken gehören die Martial Arts Filme „Hero“ und „House Of The Flying Daggers“: China vor über 1000 Jahren, zurzeit der Tang-Dynastie. Der königliche Palast ist zwar ein prächtiges und glanzvolles Bauwerk, aber innen herrschen Machtgier, Eifersucht, Hass und Lügen. Als eine Studie in Wahnsinn und Zerfall, versteckt hinter höfischen Ritualen, orientierte sich „Der Fluch der goldenen Blume“ orientiert sich klar am Kaiser des Drama, William Shakespeare.
Rezension / Filmkritik von Frank Brenner (Review)
Mit seinen bildgewaltigen Epen hat sich der chinesische Regisseur Zhang Yimou nicht nur eine treue westliche Fangemeinde erobert, sondern auch dem visuellen Stil so mancher Hollywoodproduktion nachhaltig seinen Stempel aufgedrückt. Erinnert sei an die Matrix-Filme der Wachowski-Brüder, aber auch ganz aktuell gibt es mit Zack Snyders 300 ein US-Schlachtengemälde, bei dem sich so manche Parallele zu Der Fluch der goldenen Blume finden lässt. Zhangs neuer Film beruht auf historischen Ereignissen des 10. Jahrhunderts, als sich im chinesischen Königshaus eine Familientragödie abspielte. Das Chrysanthemenfest steht kurz bevor, als die Königin, die eine Affäre mit dem ältesten Sohn des Königs aus dessen erster Ehe unterhält, hinter ein Komplott ihres Gatten kommt. Dieser mischt ihrer täglichen Medizindosis das tödliche Gift eines schwarzen Pilzes bei, um sie langsam, aber allmählich ins Jenseits zu befördern. Die Königin fasst einen beherzten Entschluss, wie sie das näher rückende Fest mit einem wahrlich krönenden Abschluss versehen kann.
Zhang Yimou (Hero) schwelgt in betörend schönen Aufnahmen seiner farblich berauschenden Kulissen und Kostüme, die der „Larger than Life“-Geschichte den angemessenen visuellen Rahmen verleihen. Tricktechnisch hält er sich in den ersten beiden Dritteln des Films weitgehend zurück, lässt vielmehr die Gefühle sprechen und die ganze Dramatik der schicksalhaften Verkettungen deutlich werden. All das steuert freilich auf das opulente Finale zu, bei dem genau wie in 300 die Speere zu hunderten durch die Luft sausen und die gelben Chrysanthemenblüten vom Rot des Blutes durchtränkt werden. Aber auch diese teilweise übertrieben brutalen Szenen faszinieren durch ihre ausgeklügelte Choreografie, die mitunter sogar mit einem Augenzwinkern ironisch gebrochen wird.
Rezension / Filmkritik von Danny Walch, dvdpalace.de (Review)
Visuell berauschendes Historienepos von Zhang Yimou (HERO) um blutige Intrigen in der chinesischen Kaiserfamilie.
China vor mehr als 1000 Jahren, zur Zeit der Tang-Dynastie. Als Prinz Jai (Jay Chou) nach langjährigen Kriegszügen unerwartet an den Hof zurückkehrt, merkt er sofort, dass im Palast so einiges faul ist. In seiner Abwesenheit wurden allerlei verbotene Begehrlichkeiten geweckt, heimliche Liebesbande geknüpft und unheilvolle Allianzen geschmiedet. Während der Kaiser (Chow Yun Fat) Vorkehrungen trifft, die eigene Gattin (Gong Li) zu vergiften, treibt die Kaiserin hinter seinem Rücken ein ebenso intrigantes Komplott voran. Und auch Kronprinz Wan (Liu Ye) und Prinz Yu (Qin Junjie) sind in das komplizierte Geflecht aus Liebe, Eifersucht, Machtgier und Hass verstrickt. Doch wer hält hier die Fäden in der Hand, und wer stolpert als nächstes über die geschickt ausgelegten Fallstricke? Der anamorphe 2,35:1-Transfer zeigt kaum Rauschen und eine überdurchschnittliche Leistung, was die Schärfe angeht. Kanten werden recht klar getrennt und leiden kaum unter Edge Enhancement. Es sind in jeder Einstellung viele Details erkennbar. Da die Farb- und Kontrastwerte allesamt auf die vielen Goldtöne abgestimmt sind, kann es in Szenen, wo das Bild vornehmlich aus goldfarbenen Requisiten besteht, zu einem leichten Unschärfeeffekt kommen. Hier hat wohl die Kompression leichte Darstellungsprobleme, obwohl diese eigentlich tadellos arbeitet und nur auf Hintergründen dezentes Rauschen aufweist. Ansonsten gibt es an den Farben nichts auszusetzen, denn die Töne werden stets sehr satt abgebildet. Der Kontrast wurde bewusst etwas steil gewählt, um wie erwähnt die Farbe Gold hervorstechen zu lassen. Der Schwarzwert sorgt mit seinen intensiven Eigenschaften für etwas Plastizität. Schmutz oder Defekte in auffallender Anzahl konnten nicht ermittelt werden. Im Endeffekt macht das 7,5 Punkte. Die beiden Dolby Digital 5.1-Tracks liegen in den Sprachen Deutsch und Kantonesisch vor, wobei letztere leider nicht den Originalton darstellt, denn dieser ist Mandarin. Da über weite Teile des Films Dialoge die Handlung bestimmen, darf man nicht allzu viele Surroundeffekte erwarten. Erst gegen Ende, wenn die finale Schlacht losgeht, surren Geschosse direktional durch die Luft und erreicht das Kampfgetümmel den Zuschauer auf allen Kanälen. Umgebungsklänge sowie ein räumlicher Score sind jedoch auch schon vorher anzutreffen. Für den Bass gilt dasselbe: Vor dem Finale kommt er eigentlich nur bei der Musik zum Zuge, dann aber darf auch er zeigen, was in ihm steckt. Die Dialoge sind immer gut zu verstehen und die deutsche Synchronisation macht einen überzeugenden Eindruck. An der allgemeinen Klangqualität gibt es nichts zu rütteln. Von tiefen Bässen über breite Mitten bis zu klaren Höhen ist alles zu finden und wird auch ohne Fehler wiedergegeben. DER FLUCH DER GOLDENEN BLUME besitzt deutsche Untertitel, welche allem Anschein nach nicht direkt auf der Synchronisation basieren, denn der Wortlaut weicht ab. Das Bonusmaterial beinhaltet natürlich wieder einmal die obligatorische Trailershow mit einer Auswahl an Clips des Labels Universum Film.
Die eigentlichen Extras beginnen mit dem 21-minütigen internationalen Making Of, welches durch einen englischsprachigen Sprecher kommentiert samt deutscher Untertitel Eindrücke vom Entstehungsprozess des Films wiedergibt. Hierbei kommen in jeder Phase entsprechende Beteiligte zu Wort, um das vom Kommentator Vorgetragene zu untermauern. Weiter geht es mit der Featurette „Die Kaiserin“, in welcher vier Minuten lang diverse Aspekte der Figur der Kaiserin wie zum Beispiel die Kostüme vorgestellt werden. Dasselbe gibt es auch als Featurette „Der Kaiser“, welche jedoch nur dreieinhalb Minuten dauert. Satte 24 Minuten an unkommentierten Aufnahmen von den Dreharbeiten erwarten den Zuschauer bei der B-Roll. Danach folgt eine Fotogalerie sowie zwei Trailer, der Teaser und TV-Spots. Wenn man die DVD in einen PC steckt, hat man schlussendlich noch Zugriff auf das Pressheft im PDF-Format. Mit DER FLUCH DER GOLDENEN BLUME legt Chinas Starregisseur Zhang Yimou (HOUSE OF FLYING DAGGERS, HERO) ein opulentes Familiendrama in der Zeit der Tang-Ära vor. Die Tang-Ära ist in China bekannt als eine Zeit der verschwenderischen Zurschaustellung von Prunk und Reichtum, ähnlich des europäischen Absolutismus. Dementsprechend gigantisch fallen die Sets dieses Werks aus. Man scheute keine Kosten und Mühen, um einen kompletten Palast, der durch und durch mit Gold verziert ist, zu erschaffen, hinter dessen prunkvollen Kulissen die Dekadenz des Hochadels ihren verhängnisvollen Lauf nimmt. Die Mitglieder der kaiserlichen Familie schmieden untereinander unheilige Bande, um sich gegenseitig ins Jenseits zu befördern, was sich am Ende vom internen zum externen Konflikt entwickelt.
Neben den opulenten Kulissen mussten für das Portrait einer intriganten Kaiserfamilie geeignete Charakterdarsteller gefunden werden, welche die unterschiedlichen Charaktere passend darzustellen vermochten. Die Wahl von Zhang Yimou fiel auf den Star des Hongkong-Kinos Chow Yun-Fat (THE KILLER, HARD BOILED), der zwar seine liebe Mühe mit dem Mandarin-Chinesisch hatte, aber auf der anderen Seite als Tang-Kaiser eine bombastische Leistung abliefert. Seine Ehefrau und Gegenpart wird von Gong Li (MIAMI VICE, DIE GEISHA) dargestellt, welche zum ersten Mal seit elf Jahren wieder mit Zhang Yimou einen gemeinsamen Film drehte und dem sie durch Meisterwerke wie ROTE LATERNE ihre internationale Bekanntheit zu verdanken hat. Die Kinder des Kaisers werden im Wesentlichen durch unbekanntere, aber alles andere als schlechte Darsteller verkörpert. Einzig Jay Chou als Prinz Jie ist als Pop-Sänger und aufstrebender Schauspieler aus aktuellen Produktionen auch international schon recht bekannt. Nicht nur als Anhänger des chinesischen Films sollte man sich dieses intensive, überwältigend ausgestattete und inszenierte Familiendrama auf keinen Fall entgehen lassen – mal wieder ein genial gespieltes Meisterwerk von Regisseur Zhang Yimou.
Die DVD aus dem Hause Universum Film zeigt den Film in guter technischer Qualität und hält einige interessante Extras bereit, die genügend Informationen für diejenigen beinhalten, die nach dem Film noch mehr über dessen aufwändige Entstehung erfahren wollen.
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