Baadasssss - Limitierte 2 Disc Edition
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Mehr als 30 Jahre nachdem Melvin van Peebles mit Sweet Sweetback‘s Song Filmgeschichte geschrieben hat, rollt sein Sohn Mario van Peebles die Geschichte neu auf. Entstanden ist ein Film, der sehr offen die Produktionsgeschichte dieses gewagten Werkes zeigt. Trotz widriger Umstände, Geldnot und Ärger ...
7.79 Euro
Rezension / Filmkritik von Frank Brenner (Review)
Mario Van Peebles hat einen Traum! Seit den frühen 70er Jahren hat sich der Filmemacher konsequent darum bemüht, diesen Traum Realität werden zu lassen. Bis in die 60er Jahre hinein war die Darstellung farbiger Menschen im US-Film– wie die der meisten ethnischen, sexuellen und religiösen Minderheiten – auf die des stupiden Clowns reduziert, der in drittklassigen Nebenrollen lediglich für ein paar Lacher gut sein mußte. Van Peebles wollte mit seinen eigenen, unabhängig produzierten Filmen mit diesen Klischees brechen und seiner Rasse eine Plattform für normale Heldenrollen und somit echte Identifikationsfiguren bieten. 1971 schaffte er mit seinem ersten Independentwerk Sweet Sweetback’s Baadasssss Song den Durchbruch. In einer Zeit, in der ohnehin überkommene gesellschaftliche Zwänge zunehmend einem modernen Lebensverständnis weichen mußten, stießen seine Bemühungen um die Gleichberechtigung der Rassen auf viel Verständnis, wenn auch noch nicht in Deutschland, wo der Film bis zur diesjährigen Berlinale nicht gezeigt wurde.
Melvins Sohn Mario Van Peebles ist mittlerweile selbst ein renommierter Regisseur (New Jack City, Posse) und hat sich nun mit diesem Film den schwierigen Produktionsbedingungen in den frühen 70er Jahren angenommen und damit das Buch seines Vaters verfilmt. Sein Inszenierungsstil ist dem deutschen Publikum aus den Fernsehfilmen von Horst Königstein und Hans-Christoph Blumenberg vertraut, die Spielszenen mit Interviews und zeitgeschichtlichen Dokumenten zu einer Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm schon mehrfach erfolgreich miteinander verbunden haben. So eröffnet Van Peebles jr. seinen Film mit Interviewpassagen von Zeitzeugen – die hier allerdings von Schauspielern gespielt werden. Mario, der wie sein Vater auch Schauspieler ist, übernahm der Einfachheit halber hier auch gleich die Rolle seines alten Herrn – die physische Ähnlichkeit läßt sich auch nicht verleugnen. Danach werden dokumentarische Aufnahmen eingefügt, die in die Lebenssituation zur Zeit der efreiungsbewegungen einführt. Wie schon in anderen aktuellen Biopics, die sich dieser Epoche verschrieben haben (AutoFocus), ist auch Marios Film präzise ausgestattet und fängt das Lebensgefühl authentisch ein. Da auch Melvin Van Peebles an der Produktion beteiligt war, kann man zudem davon ausgehen, daß sein autobiografisches Buch in seinem Sinne adaptiert wurde. Der Zuschauer erfährt eine ganze Menge über die chaotischen Produktionsbedingungen und vor allem auch Einiges über den unbeugsamen Willen des idealistischen Filmemachers, der sich auch von zahlreichen Rückschlägen nicht von seinem Plan abbringen ließ, dem schwarzen Mann im Kinofilm ein angemessenes Sprachrohr zu bieten. Der Stellenwert des in Deutschland völlig zu Unrecht übersehenen Films und sein Einfluß auf das afroamerikanische Kino generell und das Black Exploitation im besonderen ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen, was Gettin’ the Man’s Foot Outta Your Baadasssss! zu einem wichtigen filmgeschichtlichen Dokument macht.
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