King of California
Rezension / Filmkritik von Frank Brenner (Review)
Charlie ist gerade aus der Psychiatrie entlassen worden und wohnt nun wieder bei seiner 17jährigen Tochter, die sich zwei Jahre lang allein durchschlagen musste. Der zauselige Vater hat auch schon wieder eine neue fixe Idee: Unter einem Kaufhauskomplex soll sich ein jahrhundertealter Schatz verbergen. Ja, richtig gesehen! Hinter dem wuscheligen Vollbart grinst mit irre aufgerissenen Augen kein geringerer als der Sonnyboy und Blockbuster-Garant Michael Douglas hervor – auch wenn er in der ersten Einstellung seines neuen Films King of California eher an Geoffrey Bayldon in dessen Paraderolle als „Catweazle“ erinnert. Mut zur Hässlichkeit beweist das Sex-Symbol und Sohn des gleichfalls sehr wandlungsfähigen Kirk Douglas in dieser Rolle, die als erste wahre Altersrolle des Stars durchgehen dürfte. Evan Rachel Wood, die als Ich-Erzählerin durch die Handlung führt und die abstrusen Ideen und Geistesblitze ihres Filmvaters das ein ums andere Mal mit einem Achselzucken hinnimmt, dient als Identifikationsfigur für den Zuschauer, der dem seltsamen Gebaren des alten Zausels mit Staunen und Belustigung folgt. Da kommen zunächst Metalldetektoren zum Einsatz, um auf Erdhügeln Kaliforniens nach ersten Spuren zum grandiosen Dublonenschatz zu stoßen, schließlich werden mit Baggern und Presslufthammern engere Kreise gezogen, die am Ende ein Kaufhaus über dem Hauptversteck ausmachen. Vater und Tochter machen sich dann mit Hilfe eines alten Kumpans des Seniors daran, das letzte Hindernis zu meistern. Rezension / Filmkritik von Carlito Brigante, dvdpalace.de (Review)Miranda (EVAN RACHEL WOOD) hat es nicht einfach. Die Mutter der 17-Jährigen ist längst abgehauen; ihr Vater Charlie (MICHAEL DOUGLAS) hat gerade zwei Jahre in der Klapsmühle verbracht. Um sich über Wasser halten zu können, hat Miranda die Schule geschmissen und einen Job bei McDonald’s angenommen. Jetzt ist Charlie wieder da. Und er ist wunderlicher und verrückter denn je, und auch völlig mittellos. Noch dazu ist er besessen von der fixen Idee, den verborgenen Schatz eines spanischen Eroberers des 17. Jahrhunderts zu heben: Charlie wird nicht müde, in ganz Südkalifornien danach zu suchen – und fündig zu werden. Der Haken an der Sache: Da, wo der Schatz vergraben liegen soll, steht jetzt ein riesiger Supermarkt. Ausgerechnet Miranda soll Charlie helfen, doch noch an die spanischen Golddublonen zu kommen... Die Schärfe ist ausgezeichnet und bietet eine detailreiche Darstellung. Der Kontrast ist ebenfalls gut. Die Farben sind sehr kräftig und bleiben weitgehend natürlich, bis auf nachbearbeitete Szenen, die bewusst mit der grellen Sonne Kaliforniens spielen. Es gibt ein dezentes Hintergrundrauschen, welches aber kaum stört, sowie eine überwiegend unauffällige Kompression. Da dies ein durchweg ruhiger und zurückhaltender Film ist, sollte man sich auch nicht wundern, dass es keinerlei Tonorgien und Soundgewitter gibt. Und weil der Film von seinen Dialogen lebt, ist der auditive Eindruck entsprechend frontlastig. Lediglich die Musik tut das ihrige, um diesen Zustand zu verändern. Sie ist fast ständig präsent und wird dabei über alle Lautsprecher verteilt wiedergegeben, was zumindest eine gewisse räumliche Atmosphäre schafft. Optionale deutsche Untertitel sind vorhanden. Die Extras sind nicht besonders zahlreich geworden. Es gibt leider nur ein kurzes Making of (ca. 10 min) , einen Trailer, der wahlweise in Deutsch oder Englisch vorliegt, und eine Bildergalerie. KING OF CALIFORNIA (USA, 2007) ist das gelungene Debüt von Regisseur und Drehbuchautor Mike Cahill, der einen ruhigen und eigenwilligen Film inszenierte und sich dabei Zeit für die kleinen Dinge nahm. Die schräge und durchaus gesellschaftskritische Tragikomödie um einen etwas seltsamen Mann lebt hauptsächlich von der Darstellung durch Michael Douglas, der hier herrlich überdreht spielt und eine wunderbare Performance abliefert. Evan Rachel Wood als Filmtochter kann da kaum mithalten, füllt aber den undankbaren Part aufs Beste aus. KING OF CALIFORNIA ist ein kleiner, stiller und unspektakulärer Film, der dennoch mit seinem verschrobenen Charme und seiner einfühlsamen Art zu begeistern weiß. |
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