Marlene Dietrich - Her Own Song
Rezension / Filmkritik von Bernd Hellweg (Review)
Sie bestand nicht nur aus Beinen, obwohl sie diese noch im Alter für zwei Millionen bei Lloyds in London versichern ließ. Blaue Augen, rotblondes Haar, marmorne Wagenknochen, verschatteter Blick und die Andeutung eines ewigen Lächelns um Mund und Augen – so kennt man die Gestalt dieser Verführerin: Marlene Dietrich
Rezension / Filmkritik von Jean Lüdeke (Review)Stimmen von Augenzeugen, Freunden, Kollegen und Verwandten wie Marlenes Tochter Maria Riva, Volker Schlöndorff, Burt Bacharach, Hildegard Knef, Beate Klarsfeld und Kriegsveteranen beider Seiten lassen ein Bild von unglaublicher Intimität über die Dietrich und ihr politisches Engagement während des Zweiten Weltkrieges soweit die Zeit danach entstehen. Ihre Aussagen, Marlenes persönliche Tagebücher und Material über ihre Treffen mit Hitlers Helfern und Henkern werfen ein neues Licht auf die komplexe Beziehung Marlenes zu Amerika und Nazi-Deutschland. Dabei werden unveröffentlichtes oder neu entdecktes Dokumentarmaterial sowie noch nie gezeigte Filme aus Marlenes Privatsammlung gezeigt. Das sauber inszenierte Porträt ihres Enkels J. David Riva setzt mit bislang unveröffentlichten Materialien aus dem privaten Nachlass und einer erlesenen Schar von Interviewpartnern neue Akzente und erzählt eine faszinierende Geschichte. Erstmalig wird hier die politische Mission der Dietrich fokussiert, ihre Motivation, von Hollywood an die Kriegsschauplätze n Europa zu reisen und einen Großteil ihrer Kraft dem Kampf gegen Die NSDAP aufzunehmen. Warum folgte Marlene den amerikanischen GIs an die Front, betrat als eine der ersten Zivilisten mit General Pattons Truppen deutschen Boden und kehrte für kurze Zeit ins zerstörte Berlin ihrer Kindheit zurück? Beginnend im Berlin der 20er und 30er Jahre wird dem Zuschauer der Aufstieg von Marlene Dietrich wieder in Erinnerung gerufen. Ihre Heimat indes war stets die Spree-Metropole. Angesichts der politischen Situation im Nazi-Deutschland emigriert sie in die. Berühmt sind ihre Auftritte vor amerikanischen Soldaten, unter denen sie auch Freunde hat. Ihre Karriere steht immer im geschichtlichen Zusammenhang, egal ob sie in den Ruinen Warschaus oder in Tel Aviv auftritt. Marlene Dietrich, Deutschlands einzige Filmdiva, ist bereits in zahlreichen Dokumentarfilmen durchleuchtet worden. Dieser Film hat nicht den Anspruch an einer Dokumentation ihrer Karriere, sondern legt den Schwerpunkt auf Marlene Dietrichs politisches Engagement. Schön in dieser Filmversion: Die sonst so stoisch-starre Maske, die sie dem Kinopublikum zunehmend entfremdete, ist bei den Hobbyaufnahmen verschwunden. Dort sieht man eine umwerfend sympathische Frau, einen guten Kumpel und nicht den antiquierten, humorlosen Ur-Vamp, der sich camoufliert und drapiert einer breiteren Öffentlichkeit präsentierte. Ihr Song ich weiß nicht, zu wem ich gehöre, ist signifikant für ihr gesamtes Leben: „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre, ich bin doch zu schade für einen allein. Wenn ich jetzt grad dir Treue schwöre, wird wieder ein anderer ganz unglücklich sein. Ja, soll denn etwas so Schönes nur einem gefallen, die Sonne, die Sterne, gehör'n doch auch allen Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre, ich glaub, ich gehöre nur mir ganz allein.“ |
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