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Die Girls von St. Trinian - Diese Schule rockt - Home Edition
Rezension / Filmkritik von Frank Brenner (Review)Das St. Trinian’s Mädchencollege hat einen denkbar schlechten Ruf. Trotzdem schickt Carnaby Fritton seine Tochter in die Obhut seiner Schwester Camilla, die die Schule mit den rauen Sitten mehr schlecht als recht leitet. Für Annabelle beginnt eine Phase der Anpassung. Als Zuschauer ist man bei „Die Girls von St. Trinian“ um ein Vielfaches besser aufgehoben, wenn man Anhänger des verschrobenen, sarkastischen und vor keiner Respektlosigkeit zurückschreckenden britischen Humors ist. Die europäischen Insulaner haben im Laufe der Jahrhunderte einen wahrlich ganz eigenen Sinn für Komik entwickelt, der vielfach gepriesen, aber auch genauso oft schlichtweg nicht verstanden wird. Ein Highlight britischer Popkultur stellen seit den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Streiche der Mädchen von St. Trinian’s dar, die Starcartoonist Ronald Searle in einer überaus erfolgreichen Comicserie Gestalt annehmen ließ. Auch Verfilmungen ließen nicht lange auf sich warten und setzten bis in die frühen 80er Jahre hinein die Erfolgsstory weiter fort. In der einnehmenden Hauptrolle der stets nachsichtigen Leiterin der „Verziehungsanstalt“, Miss Fritton, brillierte in den ersten beiden Filmen der korpulente, nicht gerade sonderlich hübsche britische Charaktermime Alastair Sim. Es ist also nahe liegend, dass in der Wiederaufnahme der kultisch verehrten Geschichten abermals ein Mann in den Fummel schlüpft. Rupert Everett, auf dessen Initiative „St. Trinian’s“ wieder belebt wurde, darf hier dem Affen mal so richtig Zucker geben. Das Mädchencollege „St. Trinian’s“ ist eine Brutstätte der Anarchie. Im Lehrerzimmer wird regelmäßig Alkohol ausgeschenkt, die noch minderjährigen Eleven verdienen sich mit Schwarzbrennerei und windigen Geschäften mit einem ortsansässigen Hehler gehörig was dazu oder tüfteln am richtigen Mischungsverhältnis für hochexplosive Substanzen. Die von einem Elitecollege kommende Annabelle fühlt sich hier zunächst gar nicht wohl, lernt allerdings im Laufe der Zeit, sich an die Unangepasstheit anzupassen und für ihre Mitschülerinnen durch dick und dünn zu gehen. Das Regiegespann Oliver Parker und Barnaby Thompson hat seinen Film bewusst „camp“ angelegt, schließlich soll er seinem bekannten Vorbild Tribut zollen und Liebhaber der Filmklassiker ansprechen. Dass hier alles heillos übertrieben dargestellt wird, kann aber auch Uneingeweihte begeistern, wenn sie sich für die skurrile Machart erwärmen können. Die Streiche und das Auftreten der berüchtigten Mädchengang hat jedenfalls eine umfassende Frischzellenkur erfahren, denn man hat das College nicht nur akustisch, sondern auch visuell aufgepeppt. Zudem strotzt der Film von Referenzen an andere Filme (vor allem „Stolz und Vorurteil“, dessen Hauptdarsteller Colin Firth hier munter Selbstironie betreibt) und Medienevents, die der Kenner mit einem süffisanten Grinsen quittieren kann. Auf der DVD liegt der Ton in deutsch und englisch in Dolby Digital 5.0 sowie in Deutsch in DTS vor. Als Extras bietet die DVDs rund fünfzehn Minuten an geschnittenen Szenen sowie eine Auswahl an Versprechern und Drehpatzern, die ca. 5 Minuten laufen. Zudem ist das Musikvideo der Titelmelodie „Girls Aloud“ im Bonusmaterial zu finden. |
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