Anam
Schauspieler / Schauspielerinnen in Anam:
Darsteller:
Nursel Koese, Navíd Akhavan, Tayfun Bademsoy, Jülide Girisken, Leonard Lansink Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Anam:
Es sind die kleinen Dinge, die Szenen ohne große Worte, sonst eher Füllmaterial, sind sie hier alles andere als überflüssig, sondern genau das, was den Film so groß macht. Mühelos gelingt es der Regisseurin den Zuschauer an die Hand zu nehmen und ihn in Anams Welt, über die, so scheint es, von jetzt auf gleich das Chaos hereinbricht und sie orientierungslos zurücklässt, mitzunehmen. Hier erlebt er, wie Anam versucht in Tradition und Religion ihren Halt zu finden, nur um einen Augenblick später das genaue Gegenteil zu tun. Verwirrt? Gut so, denn das reale Leben ist nicht viel anders. Widersprüchlich und gegensätzlich. Praktisch mühelos gelingt es der Regisseurin hier darzustellen und aufzuzeigen, woran viele ihrer Kollegen scheitern, das „wahre“ Leben abzubilden, auf die Leinwand zu bringen. Dass sie dabei zur Übertreibung greift macht den Film noch besser und nachdenklicher, kann man sich so doch zumindest zeitweise befreien und „ach es ist eh nur ein Film“ denken und bereitwillig den ausgeworfenen Köder zu schlucken. Sieht es zwischendrin zumindest für Mandy, Deniz ebenfalls drogenabhängige Freundin, die von Anam aufgenommen wird, nach einem Happy-End aus, so steht am Ende, die schlimmstmögliche Wendung, der Tod zweier Menschen. Ob sinnlos oder moralisch verwerflich ist bei einem Opfer nicht die Frage und dürfte es auch beim zweiten nicht sein, doch stellt sich hier die Frage, hätte man nicht ähnlich reagiert, wenn das eigene Kind in dieser Lage gewesen wäre. Vielleicht ist hier die „Übertreibung“ mit dem Schlimmstmöglichen gerade richtig. Die Kunst liegt in der Übertreibung, das Lachen muss einem buchstäblich im Hals stecken bleiben. So wird, ebenso wenig wie ihre Kolleginnen, die mit ihr auf der Suche nach Deniz sind, auch der Zuschauer nicht schlau aus Anam. Erfrischend auch, dass die beiden anderen Hauptdarstellerinnen Rita und Didi auch so ihre Probleme haben und ihre eigenen Art damit fertig zu werden, was manchmal in krassem Gegensatz zu Anam steht und für Spannungen zwischen den Dreien sorgt. Ist es nicht auch im wahren Leben so? Trotz aller Gegensätzlichkeiten und Spannungen, im entscheidenden Augenblick ist man füreinander da. Aber auch sie können den Tod zweier Menschen nicht verhindern. Der Mix aus Türkisch und Deutsch spiegelt ganz gut die Zerrissenheit, das hin- und hergerissene von Anam wieder ebenso wie das „Spiel“ mit dem Kopftuch von Anam. Mal an, mal aus, mal das eine, mal das andere absichtliche oder doch unabsichtlich, so genau kann man das als Zuschauer nicht sagen, und die Darstellerin, bzw. Anam wohl auch nicht. Eine großartige Leistung von Regie, Drehbuch und Darstellerin Nursel Köse. Sie aber allein zu loben wäre vermessen und unverantwortlich, waren alle anderen Darsteller mindestens ebenbürtig in ihrer Darbietung. Besonders angetan hatte es mir Jülide Girisken, als Lenâ. Einfach rotzfrech wie sie ihre Tante abserviert und sich auch sonst durch das Leben schlägt, erwachsener als viele andere in ihrem Umfeld, was eine große Last für eine vielleicht Acht-,Zehn,-Zwölfjährige ist. Schade, dass ein Trailer, das einzige Bonusmaterial ist und das der Film nur in Stereo vorliegt, die Anlage anzumachen lohnt sich da nicht wirklich. Eine sehenswerte Dokumentation über Türken in Deutschland und/oder Süchtige und ihre Familien hätte sich doch sicherlich im Archiv von Arte oder dem ZDF finden lassen. Ebenso ein paar, wenn auch wenige Infos, zu den Darstellern wären wünschenswert gewesen. Für einen Fernsehfilm ist das Bild jedoch astrein und stellt so manchen Transfer einer Kinoproduktion in den Schatten. Fazit: Unbedingt ansehen. Eine Perle oder mit den eines Kollegen: >>Endlich wieder einmal ein Film, der wirklich etwas zu erzählen hat.<< Links: (Eric Hoch) alle Rezensionen von Eric Hoch ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Anam, DVD:
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Weitere Filminfos zu Anam: Originaltitel: Anam Land / Jahr: Deutschland 2001 Buch: Buket Alakus Produktion: John Boorman Vorlage: John Le Carrè Musik: Shaun Davey Kamera: Philippe Rousselot Ausstattung: Derek Wallace Kostüme: Maeve Paterson Schnitt: Ron Davis Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Anam:
Kapitel- / Szenenanwahl
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