Muxmäuschenstill
Schauspieler / Schauspielerinnen in Muxmäuschenstill:
Darsteller:
Jan Henrik Stahlberg, Fritz Roth, Wanda Perdelwitz, Joachim Kretzer, Ruwen Schneider, Sándor Söth, Engelbert von Nordhausen, Markus Will, Mehmet Yilmaz, Ulrich Meyer Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Muxmäuschenstill:
Die formale Gestaltung von Marcus Mittermeiers Film ist vergleichbar mit der von Kein Science Fiction (ebenfalls mit Stahlberg), aber auch mit der von anderen, sehenswerten neuen deutschen Filmen wie Identity Kills oder ½ Miete. All diese Werke strahlen eine ungeheure, schon regelrecht beängstigende Realitätsnähe aus, die durch den verwaschenen Videobilderlook, die relativ bis vollkommen unbekannten Darsteller und einen sehr intimen Inszenierungsstil noch weiter unterstrichen wird. Bei seiner Uraufführung auf dem Max-Ophüls-Festival (wo er gleich vier Preise gewann) hat Muxmäuschenstill zwiespältige Reaktionen ausgelöst, da die Wahl der Waffen bei Muxens Kampf gegen die Verrohung und Verblödung der Gesellschaft ebenfalls nicht immer moralisch unbedenklich ist – ganz abgesehen davon natürlich, dass sie darüber hinaus auch ungesetzlich ist. Da man den Stahlberg-Mittermeier-Film aber ohnehin als Parabel lesen sollte, erreichen die Filmemacher mit einer solchen Diskussion genau das, was ihnen sowieso als Intention für den Film vorgeschwebt haben muss: ihr Publikum darauf aufmerksam zu machen, dass sich unsere Gesellschaft auf dem Holzweg befindet und dass es dringend erforderlich ist, auch und gerade von den Medien neue Vorbilder präsentiert zu bekommen, denen mehr an einer moralischen Erziehung als an einer finanziellen Bereicherung gelegen ist. (Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ...
"Mux (Jan Hendrik Stahlberg) hat eine Mission: Der selbst ernannte Weltverbesserer will seinen Mitmenschen wieder Ideale und Verantwortungsbewusstsein beibringen - und bläst zum Kampf gegen Fehltritte aller Art: Big Mux is watching you! Mit makellos gebügeltem Hemd verfolgt der Saubermann Schwarzfahrer und Schwimmbad-Pinkler, Falschparker und Graffiti-Sprayer. Mux räumt auf in den Straßen Berlins, begleitet von seinem treuen Gehilfen, dem Ex-Langzeitarbeitslosen Gerd (Fritz Roth), der die Heldentaten mit einer Videokamera dokumentiert. Doch auf seinem Kreuzzug gegen Unrecht und Gleichgültigkeit wird der Westerntaschen-Sheriff bald selbst zum Gesetzesbrecher...MUXMÄUSCHENSTILL entstand unter abenteuerlichsten Bedingungen, die beispielsweise den Dreh mit Mini-DV-Kameras einschlossen. Entsprechend gruselig sieht das Bild aus: Die primäre Farbe ist grün, von Schärfe kann quasi keine Rede sein, und über den Kontrast sollte man besser auch schweigen. Hinzu kommt, dass selbst bei nur langsamen Kamerabewegungen alles deutlich verwischt. Zum schlechten Schluss tritt szenenweise ziemlich heftiges Grieseln auf. Einen etwas besseren Eindruck hinterlassen die eingestreuten Sequenzen, in denen Gerd mit seiner Videokamera filmt: Diese sind zwar total verwackelt, wie man es eben von eigenen Privataufnahmen kennt, doch zumindest erreicht hier die Schärfe im direkten Vergleich zum Rest ganz angenehme Werte. Insgesamt gibt das unter Berücksichtigung der Umstände und mit viel Wohlwollen noch...Der Sound unterstreicht den semi-dokumentarischen Charakter des Films insofern, dass er auf Spielereien verzichtet. Was bedeutet: Wenn es Umgebungsgeräusche gab, sind diese zu hören, aber eine Nachbearbeitung oder zusätzliches Einfügen von Effekten fand nicht statt. Im Ergebnis dessen hinterlässt die Dolby Digital 5.1-Spur einen ziemlich schwachen Eindruck - die Rears werden nur selten angesprochen, auch der Subwoofer bleibt recht stumm. Überhaupt dienen sämtliche Lautsprecher fast ausschließlich zur räumlichen Musikwiedergabe, da großteils nur der Center arbeitet, um Sprache abzubilden, was leider etwas dumpf geriet. Erwähnt sei an dieser Stelle noch, dass der ebenfalls enthaltene Dolby Digital 2.0-Track zwar noch dunkler, dafür aber auch wesentlich basslastiger daherkommt. Letztlich also ein sehr solider Ton, der nicht vom Hocker reißt, seinen Zweck jedoch gut erfüllt.Viel gibt's da eigentlich nicht zu sagen: Neben dem originell animierten und soundunterlegten Hauptmenü fällt zunächst der bei Auswahl einzelner Unterpunkte gegebene Bezug zum Film als gute Idee auf. So kann man beispielsweise ""unerlaubte Einstellungen"" vornehmen, eine nach § 116 BGB ""Geheime Fotogalerie"" anwählen oder ""Missbrauch von Dolby Digital 5.1"" üben. Ansonsten gibt es neben Trailer und Teaser zum Film noch die besagte Fotogalerie, welche 30 winzige Bilder zeigt, dafür aber immerhin mit Erklärungen aufwartet. Bei Interesse stehen darüber hinaus vier Biographien auf Texttafeln zur Ansicht bereit. Zu sagen wäre außerdem, dass die acht entfallenen Szenen mit einer Gesamtlänge von etwas mehr als 16 Minuten von ""sehr sehenswert"" bis hin zu ""völlig berechtigt rausgeworfen"" quasi die gesamte qualitative Palette abdecken.
Schlussendlich hätten wir dann noch den Audiokommentar mit Regisseur, Hauptdarsteller und Andreas aus Leipzig. Letztgenannter wurde von Jan ""Mux"" Stahlberg einfach auf der Straße angesprochen und gefragt, ob er gern den Film schauen würde. Eine anarchische Idee, welche hervorragend zum Tenor des Werkes passt - der Kommentar an sich überzeugt allerdings nur bedingt. Hier wird einfach viel gelacht, etwas gelobt und letztlich trotz der großen Erheiterung arg trocken informiert. Hinzu kommt, dass Andreas wohl nicht sehr cineastisch begabt ist und nur wenig beitragen kann, was zudem teilweise störend überhebliche Sprüche der beiden anderen Sprechenden nach sich zieht (""Das ist die U-Bahn, Andreas!""). Angesichts der wertungsmindernden Tatsache, dass sowohl hier als auch im Hauptfilm Untertitel gänzlich fehlen, bringt all das am Ende bloß...Herr Mux, der unscheinbare Anzugträger mit der spießigen Frisur, geht als Paradebeispiel der alten Weisheit durch, dass ein Fanatiker nur ein Irrer ist, der etwas hat, woran er glaubt - was ihn umso gefährlicher macht. Kleine Ausrutscher bestraft Mux sofort, größere Vergehen bedürfen brachialerer Methoden. Wenn das den Tod des Sünders bedeutet, ist es eben nicht zu ändern. Ganz schön harter Tobak also, was hier aus sonst so schläfrigen deutschen Landen auf das ahnungslose Publikum losgelassen wurde. Das dachten sich auch diverse Filmförderungen und verweigerten jegliche finanzielle Unterstützung - in der selbstgefälligen Gewissheit, dass ""unsoziales Verhalten im Kino kaum interessieren"" könne. Da hatte er also wieder zugeschlagen, der teutonische Friede-Freude-Eierkuchen-Habitus. Zum Glück ließ sich Regisseur Marcus Mittermeier davon nicht beirren und zog das Projekt im Alleingang durch - einen Berg Schulden inklusive. Was am Ende dabei herauskam, war eine der großen Offenbarungen des Kinojahres 2004. Mittermeier findet genau das richtige Maß, seinen Protagonisten gleichzeitig absolut abstoßend und doch auf seltsame Weise liebenswert zu machen. Wer hätte sich schließlich beim Tritt in einen mitten auf dem Fußweg platzierten Hundehaufen oder angesichts eines fiesen Dränglers auf der Autobahn nicht schon oft einen persönlichen Mux gewünscht? Ganz zu schweigen davon, was man im tiefsten Inneren gern mit Vergewaltigern und sonstigen echten Verbrechern machen würde. Letztlich ist dieser unrettbar überspannte Typ, der sämtliche Moralvorstellungen psychotisch auf die Spitze treibt, doch nur ein Spiegel der unterdrückten negativen Energie ebenso wie des Gerechtigkeitsempfindens, die beide mehr oder weniger in jedem von uns stecken (Michael Holland) alle Rezensionen von Michael Holland ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Muxmäuschenstill, DVD:
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Weitere Filminfos zu Muxmäuschenstill: Originaltitel: Muxmäuschenstill Land / Jahr: Deutschland 2004 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Muxmäuschenstill:
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