Bent
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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Bent:
Martin Shermanis gelang es, mit dem Bühnenstück „Bent“ das Thema der Verfolgung Homosexueller in der Zeit des Nationalsozialismus eindringlich darzustellen. Regisseur Sean Mathias hat sich an die Leinwandadaption des Erfolgsstückes gewagt und konnte dafür bekannte Stars wie Sir Ian McKellen und Mick Jagger gewinnen. Berlin, 1943: Erzählt wird die Geschichte des Playboys Max (Clive Owen), der sich selbstvergessen Nacht für Nacht in das Berliner Partyleben stürzt. In einer dieser Nächte verguckt sich der Lebemann in einen SA-Soldaten und nimmt ihn in seine Wohnung, die er eigentlich mit seinem Lover Rudy teilt. Das Objekt der Begierde wird den Morgen nicht erleben, denn die beiden haben sich ausgerechnet die „Nacht der langen Messer“ ausgesucht und der geplante One-Night-Stand endet tödlich. SS-Männer bringen den Liebhaber um. Max gelingt es mit seinem Partner Rudy zu fliehen. Beide leben eine Weile im Untergrund und planen die Flucht nach Amsterdam. Helfen soll dabei Max Onkel Freddie (Ian McKellen). Noch ehe das Paar die Grenze erreicht, werden die Beiden gestellt und nach Dachau deportiert. Mit den Schrecken des Lagers konfrontiert, verändert sich Max zwangsläufig radikal. Er verleugnet seine Homosexualität und ordnet sich allen Anordnungen der Gestapo unter, selbst als es um die Ermordung Rudys geht. Sein wichtigster Freund im Lager wird Horst (Lothaire Bluteau), der ihm klar macht, dass Vertrauen und Nähe die einzigen Verbündeten im Kampf ums Überleben und gegen die Schergen des Nazi-Regimes sind. „Bent“ ist ein eindringlicher Film, der mit starken Schauspielern und einer fesselnden Geschichte für Menschlichkeit plädiert. Gleichzeitig stellt der Film auch Fragen an den Zuschauer: Wie weit würden wir gehen, um zu überleben? Welche Vorurteile schleppen wir selbst mit uns rum? Ein Film, der sich lohnt und für den man sich Zeit nehmen sollte! (SK) alle Rezensionen von SK ...
Die Geschichte von „Bent“ startet in der Nacht vor dem sogenannten ‚Röhm Putsch’ in Berlin 1934:
In Gretas Club feiert man die letzte Party und auch der lebenslustige Max und sein Freund Rudy drängeln sich unter den überwiegend schwulen Gästen. Obwohl Max’ Emotionen gegenüber Rudy sehr stark sind, kann er einem attraktiven SA-Mann nicht widerstehen, doch es ist die berüchtigte ‚Nacht der langen Messer’ und die Eroberung von Max wird in seiner und Rudys Wohnung von der SS ermordet. Auf ihrer Flucht vor den Ereignissen werden Max und Rudy gestellt und umgehend nach Dachau deportiert. Schon auf der Fahrt ins Konzentrationslager lernt Max von dem Mitgefangenen Horst, sich auf die sogenannte ‚Neue Ordnung’ einzustellen und verleugnet seine Homosexualität und befolgt die Anweisungen der Gestapo, die ihn unter anderem dazu zwingen, seinen Liebhaber zu ermorden. Der unbarmherzige Alltag im Konzentrationslager, wo Max und Horst tagtäglich Steine schleppen müssen, soll eigentlich dafür Sorge tragen, dass Freundschaften dem blanken Willen zum Überleben weichen sollen. Doch Max erobert seine Gefühlswelt zurück, indem er einen Weg findet, Horst zu lieben, ohne von den Aufsehern entdeckt zu werden. Als Horst in den barbarisch kalten Winternächten erkrankt, zeigt sich die perfide Grausamkeit des Nazi-Regimes in seiner vollen Härte... Liebe in Zeiten extremer Belastungen und Umstände waren schon immer der Stoff für besonders tragische Liebesgeschichten. „Bent“ bildet dabei keine Ausnahme, sondern zeigt auf besonders tragische Art und Weise, welche Auswirkungen diese Ereignisse auf die Liebe haben können und wie man trotz allem einen Weg finden kann, seine Liebe zum Ausdruck zu bringen. Bravourös meistert Regisseur Sean Mathias alle Klippen, die den Film als überambitioniert hätten scheitern lassen. Ihm liegt es nicht daran, eine möglichst authentische Atmosphäre und naturalistische Auferstehung des Nazi-Regimes zu erschaffen, wie es Steven Spielberg in „Schindlers Liste“ schon unnachahmlich gelungen war. „Bent“ war ursprünglich ein in 35 Ländern aufgeführtes Bühnenstück, dessen Uraufführung in London stattfand, deshalb wirken Sprache und Settings sehr britisch. Berlin und Dachau wurden in Glasgow nachgestellt, der gesamte Look des Films wirkt sehr stilisiert und teilweise auch distanziert. Damit wirken die Hauptfiguren teilweise mythisch überhöht, da es den Anschein hat, als ob sie sich in einem irrealen Alptraum bewegen würden. Doch spätestens in der zweiten Hälfte der Handlung wird der Zuschauer die Verzweiflung in sich hochsteigen spüren angesichts der Hoffnungslosigkeit, welcher die Protagonisten ohne Gnade ausgeliefert sind. Dabei wirkt nicht die offensichtliche Grausamkeit schockierend, sondern der psychologische Terror, dem die Gefangenen permanent ausgesetzt sind. Das von Martin Sherman geschriebene Drehbuch in Verbindung mit der ausgezeichneten Regie setzen den Zuschauer einer Tour de force aus, deren Ende im Verlauf der Handlung immer offensichtlicher wird. „Bent“ ist beileibe kein einfacher und heiterer Film, auch wenn einige Komödien-Elemente eingeflochten wurden, sondern wird noch lange im Gedächtnis nachhallen und stellt ein absolutes Highlight nicht nur im Bereich des Gay-Films dar. Exzellente Leistungen aller Schauspieler tragen ihr übriges zum Gelingen des Films bei. Besonders Ian McKellen, der schon mit seiner Darstellung des Frankenstein-Regisseurs Frank Whale in „Gods and Monsters“ eine meisterhafte Leistung ablieferte. Die Hauptrollen wurden mit Clive Owen und Lothaire Bluteau besetzt, denen die Rollen auf den Leib geschnitten zu sein scheinen. Cliwe Owen war unter anderem in „Croupier“ zu sehen sowie in den von David Fincher produzierten BMW-Werbespots, wo er unter der Regie von Ang Lee, John Frankenheimer, Guy Ritchie und Wong Kar-Wai die Hauptrolle des Fahrers übernahm, der u.a an der Seite von Madonna einen Luxuswagen des Auftraggebers steuert. Bluteau war in einigen kleineren Rollen zu sehen, darunter auch in „Black Robe – Am Fluss der Irokesen“ und „I shot Andy Warhol“ von Mary Harron. Fazit: „Bent“ ist ein Meisterwerk des Liebes-Drama, dessen homosexuelle Färbung besonders darauf aufmerksam macht, welchen Repressalien Minderheiten im Dritten Reich ausgesetzt waren. Anmerkung: auf http://www.salzgeber.de/kino/BENT/ finden sich viele weitere wissenswerte Informationen, darunter ausführliche Details zu Homosexualität im Dritten Reich. Sehr zu empfehlen! (Tino Hahn) alle Rezensionen von Tino Hahn ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Bent, DVD:
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Weitere Filminfos zu Bent: Originaltitel: Bent Land / Jahr: England 1997 Produktion: Michelle Pappalardo-Robinson Vorlage: A. A. Milne Musik: Carly Simon Schnitt: Ivan Bilancio Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Bent:
Kinotrailer, Kapitel- / Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü, Picture Gallery, Texttafeln
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