Die kalte See
Schauspieler / Schauspielerinnen in Die kalte See:
Darsteller:
Gunnar Eyjólfsson, Hilmir Snær Gudnason, Hélène de Fougerolles, Kristbjörg Kjeld, Sven Nordin, Gudrún S. Gísladóttir, Sigurdur Skúlason, Elva Ósk Ólafsdóttir, Nína Dögg Filippusdóttir, Herdís Thorvaldsdóttir, Thórir Gunnar Jónsson, Theódór Júlíusson, Hjalti Rögnvaldsson, Ellert Ingimundarson, Magnús Ragnarsson, Bö Erlingur Gíslason, Thröstur Leó Gunnarsson, Kristjana Samper, Ármann Hjörleifsson, Annetta Rut Kristjánsdóttir, Bjarki Birkisson, Gísli Gunnarsson, Maria Theresa Michelsen, Heideleta A. Thorgrimsson, Bjarni Adalsteinsson, Stella I. Steinthórsdóttir, Katrín Gróa Gudmundsdóttir, Óttar Gudmundsson, Appadoo Dass, Inga Birna Hákonardóttir, Xu Wen, Guangbai Xu, Pálína Jóhannsdóttir, Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Die kalte See:
Nicht meckern kann man dagegen angesichts der Schärfe, welche trotz einer allgemein zu weichen Optik stets zu gefallen weiß. Außerdem fällt die fast völlige Rauschfreiheit positiv ins Auge - wer das höchst selten auftretende, minimale Grieseln im Hintergrund bemerken möchte, muss schon sehr genau hinsehen. Trotz großzügigen Einsatzes einer unruhigen Handkamera bleibt man darüber hinaus von Nachzieheffekten verschont; auch sonstige Artefakte treten nirgends auf. Abschließend bleibt zu erwähnen, dass keinerlei Verschmutzungen oder Beschädigungen das Master trüben und die Kompression jederzeit unauffällig arbeitet. Insgesamt liegt das Bild trotz der genannten kleineren Mängel eindeutig über dem Durchschnitt, was (allerdings wackelige) sieben Punkte bringt. Hinweis vorab: Auf dieser DVD wird kein einziges Wort Deutsch gesprochen; beide Tonspuren liegen in Isländisch vor! Zunächst wäre da der Dolby Digital 5.1-Sound, welcher einen richtig guten Eindruck hinterlässt. Zwar wird er genregemäß nicht im vollen Umfang gefordert, doch erstaunlicherweise bekommen sogar die Rears immer etwas zu tun - da pfeift der Wind, schreien Möwen oder erschallt Fabriklärm. Auch sonstige Effekte, wie beispielsweise das Ticken einer Standuhr, können klar geortet werden, woraus sich ein überraschend differenziertes Klangbild ergibt. Dessen aber noch nicht genug, kommt der Score nicht nur glasklar aus allen Lautsprechern, sondern wirkt zudem immer ein wenig über dem Geschehen schwebend, was jedoch kein Mangel ist; dadurch wird im Gegenteil für eine teils echt surreale Atmosphäre gesorgt. Der Subwoofer hat bei alldem meist Sendepause, darf aber zumindest punktuell ebenfalls ins Geschehen eingreifen (man denke an die Feuersbrunst gleich zu Beginn). Alles in allem entsteht hier eine trotz aller Beschränkungen hochklassige, überaus lebendige Akustik, aus der sich dennoch Dialoge stets hervorragend verständlich abheben, ohne aufdringlich zu klingen. Dagegen fällt der in DD 2.0 codierte und ungleich dumpfere Track gnadenlos ab. Zwar bietet er mehr Bass, aber gleichzeitig wirken Stimmen sehr unrealistisch und viel zu laut. Darüber hinaus hallen sie störend. Zudem kann bei diesem ungenießbaren Brei aus Musik und Effekten von Differenziertheit keine Rede sein. Da man diesem Übel durch Wahl der vorher beschriebenen Spur aber ganz leicht aus dem Weg gehen kann, bezieht sich die nachfolgende Wertung ausschließlich auf den Mehrkanalton: wiederum (diesmal felsenfeste) sieben Punkte! Es fällt auf, dass Neue Visionen im Gegensatz zu früheren Veröffentlichungen bei der Ausstattung diesmal mit Sorgfalt und spürbarem Interesse zu Werke ging. Aus dem dezent animierten und soundunterlegten Bonus-Menü kann man zunächst Trailer und Teaser wählen. Weiter geht es mit einem Videoclip, der wie immer Geschmackssache ist. Die Bio- und Filmografie des Regisseurs fiel zwar nicht sonderlich umfangreich aus, gefällt jedoch wiederum durch zurückhaltende Animationen. Ganz anders als gewohnt wird auch die Fotogalerie präsentiert: Mit 14 Bildern ist sie zwar grundsätzlich nicht gerade üppig, allerdings handelt es sich dabei jeweils um sehr interessante und höchst ansprechende Collagen. Eine tolle Idee! Zum guten Schluss sei das 42 Minuten lange Making Of wärmstens empfohlen. Es bietet nicht nur einen wirklich informativen Blick in die Produktion und bleibt immer angenehm werbefrei, sondern porträtiert Regisseur Baltasar Kormákur auch als intelligenten, nachdenklichen Menschen mit einer ganz eigenen Auffassung davon, wie Filme entstehen: "Es ist ein wenig so, als würde man in den Krieg ziehen." Abgerundet wird die Ausstattung von (dringend nötigen) deutschen beziehungsweise französischen Untertiteln für den Hauptfilm. Insgesamt also eine wirklich gelungene Ausstattung, bei der Wert auf Klasse anstatt Masse gelegt wurde. Punktabzug gibt es dennoch leider dafür, dass - wie oben erwähnt - keine Synchronfassung zur Verfügung steht und das Making Of ausschließlich englische Untertitelung bietet. Das DVD-Cover ruft uns freudig zu, es handele sich bei diesem Film um "ein neues Meisterwerk von Baltasar Kormákur". An der Identität des Regisseurs sei nicht gezweifelt, doch als regelmäßiger Kinogänger kennt man ja die riesige PR-Maschinerie und wird bei Superlativen erst recht vorsichtig. Ist DIE KALTE SEE also wirklich das angepriesene Meisterwerk? Kurze Frage, knappe Antwort: JA. War Kormákurs halbgares Debüt 101 REYKJAVÍK im bockigen Aufbäumen gegen Konventionen eher ein teils ungenießbarer Mischmasch aus Drama, Komödie und kalkuliertem Tabubruch, glückt ihm mit DIE KALTE SEE im zweiten Anlauf tatsächlich ein wahrhaft großer Film. Zwar zeichnet dieser Island unverändert in arg trostlosen Farben (Patriotismus ist Kormákur offensichtlich absolut fremd), wirkt dabei aber wesentlich reifer und vielschichtiger. Vielleicht liegt dies auch daran, dass ein Theaterstück als Vorlage diente, also ein künstlerisches Medium, das naturgemäß die unterschiedlichsten Facetten auf engsten Raum übertragen muss. Dennoch vermeidet die Inszenierung jegliche Stolperfallen, welche sich leicht daraus ergeben könnten: Sie erliegt weder der Statik einer Bühne, noch neigen die Darsteller zum übertriebenen Deklamieren. Vielmehr gelingt es Kormákur, die Schauplätze geschickt zu öffnen und seine Schauspieler zu subtilen Leistungen zu führen, an denen Mimik und Blicke wesentlichen Anteil tragen. Überhaupt verzichtet der Jung-Regisseur diesmal auf jeglichen Schnickschnack und gräbt sich zielstrebig in die familiäre Seele ein, um dort viel zu früh verlorenes Vertrauen, Sprachlosigkeit und letztlich mehr Hass als Liebe zu finden. Einzig Agûsts reizende Freundin, also quasi der Fremdkörper unter allen Anwesenden, darf ausschließlich positive Züge tragen - konsequenterweise schützt sie das aber nicht vor Verletzungen. Ganz perfide Züge zeigt DIE KALTE SEE allerdings immer dann, wenn Kormákur das Publikum unvermittelt sozusagen von hinten packt, indem er sein Werk mit unerwartetem Humor spickt oder aber Szenen auf die äußerste nur mögliche Spitze treibt. So untermalt beispielsweise gediegen-romantische Musik einen Dialog, in dem Agûst erzählt, dass Ragnheidur einst einer Vergewaltigung zum Opfer fiel. Wie wenig Emotionen er in diesen nüchternen Bericht legt, ist zusätzlich exemplarisch für den Tenor des Films und tut schon fast weh. Keine Schmerzen verursacht dagegen die Umsetzung auf DVD, welche mit gutem Bild, tollem Sound sowie sehenswerten Extras keinen Anlass zu echter Kritik bietet und in der Gesamtwertung somit nur haarscharf sieben Punkte verfehlt. Eine klare Empfehlung! (Michael Holland) alle Rezensionen von Michael Holland ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Die kalte See, DVD:
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Weitere Filminfos zu Die kalte See: Originaltitel: Hafið Land / Jahr: Island / Frankreich / Norwegen 2002 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Die kalte See:
Kinotrailer, Kapitel- / Szenenanwahl, Making Of, Animiertes DVD-Menü, Musikvideo(s), Fotogalerie, Bio-/Filmographie Regisseur
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