Mein letzter Film
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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Mein letzter Film:
Für diesen letzten Film engagiert sie einen jungen Mann mit einer Videokamera, er soll filmen, wie sie ihren Koffer packt und dabei Bilanz mit den Vieren zieht. Jedes Teil, das sie in den Koffer packt, oder entschließt es doch nicht einzupacken, erinnert sie an etwas, was sie ausführlich auf dem Video preisgibt. Sie schaut aus dem Fenster auf die Straße hinunter, läuft durch die Wohnung, raucht eine Zigarette nach der anderen und trinkt Wein direkt aus der Flasche. Der junge Mann hat die Videokamera schon längst vom Stativ geschraubt und versucht ihr durch die Zimmer zu folgen. Am Schluss bittet Marie den Mann, sie allein zu lassen. Das Ende wolle sie allein aufnehmen. Sie schraubt die Kamera wieder aufs Stativ und spricht weiter. Als der junge Mann noch da war, lief sie einmal aus dem Zimmer, weil sie sich vor Erregung übergeben musste. Jetzt muss sie kurz das Zimmer verlassen, um ihre Wut herauszubrüllen. "Jetzt ist, wenn es am meisten weh tut". Am Ende nimmt Marie die Videokassette aus der Kamera, schreibt "für Richard" darauf und stellt sie auf den Kaminsims. Dann nimmt sie ihren großen, fertig gepackten Koffer und fährt mit ihrem Wagen los, um irgendwie neu anzufangen. Hannelore Elsner ist "das" Aushängeschild der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Neben Senta Berger und Iris Berben hat sie die Rolle der starken Frau geprägt. Sie wurde im bayrischen Burghausen geboren und wuchs in München auf. Nach dem Besuch der Schauspielschule spielte sie Theater in München und Berlin. In den siebziger Jahren wurde sie zu einer der Hauptdarstellerinnen des deutschen Autorenfilms, sowie in internationalen Produktionen. In den achtziger Jahren spielte sie in vielen beliebten Fernsehserien mit, wie "Die Schwarzwaldklinik", "Mit Leib und Seele" und "Lorentz und Söhne". In den neunziger Jahren prägte sie als Lea Sommer in der Krimiserie "Die Kommissarin" einen neuen Rollentyp: Die starke, weibliche Polizeiermittlerin, die nicht das Anhängsel eines erfolgreichen männlichen Kollegen ist. 2000 kam sie mit einem viel beachteten Comeback zurück auf die Leinwand. Der Film "Die Unberührbare" sorgte nicht nur in Deutschland für Aufsehen, sondern auch im Ausland machte er von sich reden. Sie erhielt für ihre Rolle u.a. den Deutschen Kritikerpreis, den Bayrischen Filmpreis, den Deutschen Videopreis, den Preis für die beste Hauptdarstellerin auf den Filmfestivals von Chicago und Istanbul. Zuletzt sah man sie in der Tragikkomödie "Alles auf Zucker", an der Seite von Henry Hübchen. Eine schöne, tolle Frau, eine klasse Schauspielerin! Die Dreharbeiten zu "Mein letzter Film" dauerten nur zwei Wochen, und das Schneiden nahm gerade mal eine Woche in Anspruch. Heraus kam dabei ein kleines Kunstwerk. Er ist ein spannendes, anregendes und unterhaltsames Einpersonen-Kammerspiel. Hannelore Elsner hält die Zuschauer mit ihrer Mimik und Gestik in Bann und spricht den ausgefeilten Text von Bodo Kirchhoff so, als entstehe er gerade erst spontan in ihrem Kopf. Das ist echte Schauspielkunst! Dieser Film hätte eine wahrlich besser ausgestattete DVD verdient. Bild ( 16:9 ) und Ton ( DD 2.0 ) sind zwar gut, doch es fehlt jegliches Bonusmaterial. Außer die Filmografien von Hannelore Elsner, Wanja Mues ( junger Mann ) und Oliver Hirschbiegel ( Regie/ ist auch verantwortlich für die Filme:"Das Experiment"/ "Der Untergang" ) auf Texttafeln, ist hier rein gar nichts zu finden. Man hätte sich ein Interview zum Film mit H. Elsner, oder auch dem Regisseur gewünscht. Zum Bild sollte man vielleicht noch sagen, dass nur die ersten und die letzten Minuten mit einer professionellen Kamera aufgenommen wurden. Dazwischen sieht der Zuschauer durch die Videokamera, mit der Maries Film aufgenommen wird. Das amateurhafte Zoomen, die Probleme mit der Schärfe, das Verreißen der Kamera, die fehlende Ausleuchtung lassen alles dafür umso echter wirken. (Bernd Hellweg) alle Rezensionen von Bernd Hellweg ...
"Hannelore Elsner in der Rolle einer erfolgreichen Schauspielerin, die sich nach allem Erreichten von ihrem bisherigen Leben verabschiedet. Während die alternde Diva die letzten Sachen für ein neues Leben packt, hält ein junger Kameramann ihre schonungslose und unbarmherzige Abrechnung mit Leben, Karriere und Männern fest.Um maximale Authentizität zu schaffen, wurde MEIN LETZTER FILM fast ausschließlich mit einer wackeligen Videokamera gedreht. Daran muss man sich gewöhnen - und natürlich beeinflusst diese Entscheidung auch das Bild.
Jedoch bei weitem nicht so negativ, wie man jetzt glauben möchte, denn Highlight hat sich offensichtlich viel Mühe gegeben, um ein ordentliches Ergebnis präsentieren zu können. So fallen während der wenigen ""professionell"" gefilmten Minuten am Anfang und Ende geradezu perfekte Farben auf: kräftig, aber natürlich. Der im Monolog-Teil über allem liegende Goldschimmer muss demnach als Stilmittel gelten. Darüber hinaus hat der Kontrast zwar oft leichte (überstrahlende helle Flächen, im Dunkeln verschwindende Details) bis deutliche Probleme (0:04:00 - 0:04:05), geht aber generell gerade noch in Ordnung. Ebenfalls sehr erfreut darf man angesichts des satten Schwarzwertes sein. Darüber hinaus kann die Schärfe zwar nicht als ""großartig"" bezeichnet werden, gibt aber stets erstaunlich viele Details preis. Verschmutzungen oder Beschädigungen sucht man vergebens, selbst Rauschen stört bloß höchst selten und kommt über ein immer sehr dezentes Maß nicht hinaus. Teils deutlich sichtbare Doppelkonturen sind wohl auf Edge Enhancement zurückzuführen. Störende Kompressionsprobleme treten - angesichts einer reinen Videobitrate von 7,42 Mbps wenig verwunderlich - nicht auf. Gemessen an den Produktionsbedingungen, liegt hier also ein verblüffend gutes Bild vor, welches verdiente sieben Punkte bekommt.Beim Ton kann man sich extrem kurz fassen: Weil das nahezu vollständig in reiner Monologform präsentierte Geschehen niemals eine einzige Wohnung verlässt (abgesehen von der kurzen Einleitung und Endsequenz), genügt der deutsche Dolby Digital 2.0 Stereo-Ton völlig. Raumklang darf schon allein wegen fehlender musikalischer Untermalung nicht erwartet werden. Treten Effekte auf, sind diese praktisch ungewollter Natur, da sich beim Drehen eben die Umgebung zu Wort meldete. Es geht letztlich ausschließlich um eine klare, verständliche Sprachwiedergabe, welche jederzeit hervorragend gegeben ist. Dafür bleiben gute vier Punkte.Das Amaray enthält ein kleines Booklet mit Filmografien der Darsteller Hannelore Elsner und Wanja Mues sowie des Regisseurs Oliver Hirschbiegel, welche zusätzlich in digitaler Form vorliegen. Hat man den nicht überspringbaren Anti-Piraterie-Spot hinter sich gebracht, erfreut eine animierte und soundunterlegte Hauptauswahl das Auge. Ansonsten herrscht jedoch gähnende Leere: Neben einer vier Titel - darunter MEIN LETZTER FILM - umfassenden Trailershow gibt es lediglich noch, wie von Highlight gewohnt, den ""Besonderen Filmtipp"" zu sichten - in diesem Fall SCHATTEN DER ZEIT. Immerhin kann Maries Lebensbeichte optional englisch untertitelt werden. Wieso dies allerdings nicht auch in Deutsch möglich ist, bleibt ein Geheimnis. Man bekommt also nur Standards geboten, obwohl gerade ein ausführliches Interview mit Hannelore Elsner potenziell unglaublich interessant gewesen wäre. Zudem haben des Englischen nicht mächtige hörgeschädigte Zuschauer das Nachsehen, was schade ist, selbst wenn sie vermutlich einen eher geringen Teil der Käuferschaft ausmachen. Deshalb bleibt hier unter dem Strich bloß ein ""ungenügend"".Weibliche Möchtegern-Stars bevölkern (auch) das deutsche Kino in üppiger Auswahl. Darüber hinaus finden sich fast ebenso viele Darstellerinnen, welche den Klischees einer ""Diva"" entsprechen. Einige Schauspielerinnen, wie zum Beispiel Corinna Harfouch, stehen allerdings kurz davor, besagten negativ behafteten Terminus mit positivem Leben zu erfüllen. Wirklich geschafft hat es bislang aber nur Hannelore Elsner. Sie büßte über die Jahre nichts von dieser speziellen Grazie ein, nimmt die niederprasselnden Filmpreise mit genau dem richtigen Gleichgewicht aus Glamour und Bescheidenheit entgegen, wählt Rollen klug. Vielleicht liest man Elsners Namen nicht mehr so häufig auf Kinoplakaten wie noch vor einigen Jahren. Wenn sie dann aber auf der Leinwand erscheint, um mit ihrer samtigen Stimme, welche gleichzeitig Zigaretten, Erfahrung, Erotik und Melancholie atmet, die ersten Sätze zu sprechen, hat es Deutschlands einzige wahre Diva in Sekundenschnelle geschafft, das Publikum um den Finger zu wickeln. Schon allein deshalb, weil Elsner es durch ihre Natürlichkeit ungeachtet aller Unnahbarkeit des Stars leicht macht zu glauben, dass sie im Supermarkt um die Ecke Brot und Taschentücher kauft. Sozusagen das kleine Mädchen und die weise Frau, die Heilige und das Miststück, das glamouröse Showgirl und die schüchterne Nachbarin in einem Paket. Eine explosive Mischung, welche sich auch nicht scheut, für den Spaß praktisch über die eigene Leiche zu gehen. Man erinnere sich diesbezüglich an Oskar Roehlers Trash-Granate FAHR ZUR HÖLLE, SCHWESTER!, in der Elsner als vulgäre, hässliche, psychopathische Spät-Hippie-Schlampe dermaßen brillierte, dass sie unter dem Mantel aus grausigem Make-up, unglaublich geschmackloser Frisur, fürchterlicher Kleidung und völlig durchgeknalltem Gehabe - natürlich - förmlich strahlte. Muss man sich also Sorgen machen, dass MEIN LETZTER FILM misslungen sein könnte? Natürlich nicht, schließlich liefert Elsner hier eine One-Woman-Show. Allerdings sollten potenzielle Zuschauer sich darüber klar sein, was sie erwartet. Wie Marie so treffend einleitet: ""Ich packe hier und rede, keiner sollte mehr erwarten."" In der Tat trifft diese Aussage den Nagel auf den Kopf. Wir beobachten Marie, den alternden Filmstar, dabei, wie sie mit dem Leben aufräumt. Elsner bewegt sich also anderthalb Stunden in nur wenigen Räumen, um zu reden, lachen, schreien - und wieder zu reden. Darauf muss sich das Publikum einlassen, wird jedoch belohnt, falls es dies wagt. Die Grenzen zerfließen: Wo hört der fiktive Charakter Maries auf, wann spricht Elsner als Privatperson beziehungsweise kann sie sich mit dem Gesagten identifizieren? Wir wissen es nicht, erfahren es vermutlich nie. Aber beiden Frauen sind gewisse Dinge gemeinsam. Zum Beispiel ihr Stolz, die atemberaubende Würde, mittels derer hier Monologzeilen à la ""Männer stellen sich gern tot, wenn es ernst wird"" oder ""Natürlich hoffte Paul auf mehr, wie die meisten verheirateten Männer auf mehr hoffen - und wenn sie nur vor dem Fernseher sitzen und hoffen, dass 'ne zweite Person auftaucht"" quasi in cineastischen Stein gemeißelt werden. In jedem Satz schwingt Lebenserfahrung mit, das noch so kleinste Fältchen macht sich in der Nahaufnahme praktisch selbstständig, um seine ganz eigene Geschichte zu erzählen, die zwischen den Zeilen schlummert und möglicherweise niemals hätte geweckt werden dürfen. Aber Marie rechnet eben gnadenlos ab - mit den Männern, weinerlichen Verlierern, Lügen, Schmerz, der Schnelligkeit des Lebens, Konsumgier, den Medien, jedoch auch sich selbst. Um frei zu sein. Sie möchte aufstehen, alles hinter sich lassen. Dies soll ihr letzter Film werden, bestimmt für nur wenige Personen, die er etwas angeht. Dann will Marie gehen, die ohnmächtige Stärke ganz für sich nutzen. ""Nur ein einziger Koffer diesmal... Ich nehm' nicht viel mit."" Wozu auch? Es gibt keine Rückkehr, unnötiger Ballast bleibt - ebenso wie hinderliche Menschen - da, wo er jetzt ist. Elsner spielt Marie nicht, sondern lebt den Charakter mit jeder Facette ihrer Darstellungskunst und der Lebenserfahrung einer intelligenten, starken Frau. Das hilft problemlos über (um dann doch zu kleineren Problemen zu kommen) die erwähnte, manchmal quälende Statik des Geschehens oder artifizielle Skript-Anwandlungen hinweg. Bodo Kirchhoff lenkt sein (Dreh-)Buch nämlich in eine teils übertrieben einseitig beobachtende beziehungsweise schlicht gestelzte Richtung. Aber solche Details mindern das Sehvergnügen bloß unwesentlich. Schon allein deshalb, weil das deutsche Kino ohne Hannelore Elsner um einiges ärmer wäre. Darum, liebe Frau Elsner: Lassen Sie dies bitte nicht ihren letzten Film gewesen sein! Highlight macht bei der DVD-Umsetzung des wortlastigen Werkes technisch tatsächlich das Allerbeste aus den arg begrenzten Möglichkeiten, weswegen man ihr diesbezüglich eine klare Empfehlung aussprechen kann. Ein paar spezifische Extras wären allerdings wirklich schön gewesen. Subjektive Filmwertung: 8 von 10 Lebensbeichten" (Michael Holland) alle Rezensionen von Michael Holland ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Mein letzter Film, DVD:
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Weitere Filminfos zu Mein letzter Film: Originaltitel: Mein letzter Film Land / Jahr: Deutschland 2002 Produktion: Hubertus Meyer-Burckhardt Kamera: Rainer Klausmann Kostüme: Claudia Bobsin Maske: Aurora Hummer Ton: Kai Lüde Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Mein letzter Film:
Kinotrailer, Trailer von anderen Filmen, Kapitel- / Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Filmografien Darsteller/Regisseur,Der besondere Filmtipp
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