Die Frau des Leuchtturmwärters
Schauspieler / Schauspielerinnen in Die Frau des Leuchtturmwärters:
Darsteller:
Sandrine Bonnaire Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Die Frau des Leuchtturmwärters:
Philipe Lioret (geb. 10. Okt. 1955 in Paris) vertonte als Toningenieur über dreißig Filme, bevor er ins Regiefach wechselte und 1993 seinen ersten Spielfilm "Tombés du Ciel (mit Jean Rochefort) drehte, für den er beim Filmfestival von San Sebastian mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet wurde. "Die Frau des Leuchtturmwärters" ist sein fünfter Film und seine zweite Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Sandrine Bonnaire, mit der er bereits 2000 den Film "Mademoiselle" drehte. Sandrine Bonnaire wurde 1967 in Paris als Kind einer Arbeiterfamilie mit zehn Geschwistern geboren und ist mittlerweile eine international bekannte Schauspielerin. Dem deutschen Publikum ist sie wohl am meisten bekannt, aus Claude Chabrols teuflischer Gesellschaftssatire "Biester" von 1995. In dem hier vorliegenden Film spielt sie Mabé, die Ehefrau des Leuchtturmwärters Yvon. Doch von Anfang an, der Film beginnt damit, das die junge Camille auf die Insel Quessant, vor der bretonischen Küste, reist, wo sie ihre Kindheit verbrachte und aufwuchs, um das Haus ihrer nun verstorbenen Mutter zu verkaufen. Dort angekommen schaut sie noch die liegen gebliebene Post durch. Hier befindet sich ein Buch, dessen Umschlagbild den Leuchtturm La Jument zeigt. Ein Bild, was der Fixpunkt ihrer Kindheit war, da ihr Vater früher dort als Leuchtturmwärter gearbeitet hat, bevor er automatisiert wurde. Das Leben dieser Leuchtturmwärter war heroisch. Ein Turm mitten im Meer ist ein extrem gefährlicher Ort. Man schwebt oft in Todesgefahr, ein einfacher Durchzug kann einen in den Tod reißen. Nicht umsonst nennen die Männer ihren Arbeitsplatz die "Hölle". Neugierig beginnt Camille in dem Buch zu lesen, das von einem gewissen Antoine Cassedi geschrieben wurde. Es entführt sie in das Jahr 1963 und erzählt dessen Geschichte, als auch eine Geschichte über ihre Familie, insbesondere eine Geschichte über ihre Mutter. In eben diesem Jahr 1963 kommt der gut aussehende, charmante und intelligente Antoine auf die Insel. Er soll den freigewordenen Posten von Mabés verstorbenen Vater auf dem Leuchtturm übernehmen, um ihrem Mann Yvon und die anderen Leuchtturmwärter in dem Schichtdienst zu unterstützen. Eigentlich ist Antoine Uhrmacher, doch im algerischen Krieg, in dem er als Reservist eingezogen wurde, verkrüppelte er sich die Hand und konnte so seinen eigentlichen Beruf nicht mehr durchführen. Und so wurde ihm die Stelle des Leuchtturmwärters von der Direktion zugeteilt. Die Dorfbewohner sind verärgert, denn die Männer der Insel hatten den Arbeitsplatz schon für jemanden von ihnen eingeplant. Ihr Missfallen zeigen sie Antoine offen, lediglich die Frauen mögen den gut aussehenden, immer lächelnden Mann. Nach mehreren Schichten freundet sich langsam Yvon mit Antoine an. Yvon verteidigt ihn sogar vor seinen übergelaunten Arbeitskollegen. Aber auch Mabé, fühlt sich zu dem einsamen Antoine hingezogen. Während der Nacht des Feuerwerks zum 14. Juli, als Yvon allein auf dem Leuchtturm ist und Antoine an Land, kommt es zwischen Antoine und Mabé zu einer leidenschaftlichen Begegnung. Für Antoine ist klar, dass er nicht länger auf der Insel bleiben kann, um das Leben und Ansehen von Mabé im Dorf nicht zu erschüttern. Doch diese eine Nacht hatte Folgen die bis in die Gegenwart von, der nun in diesem Buch lesenden, Camille hineinreichen. Denn bis zur Ankunft von Antoine war die Ehe der Eltern kinderlos geblieben, und nach diesem Sommer kam Camille zur Welt. Ein Film, wie ein Roman. Er basiert auf einer ausgeklügelten Dramaturgie, eine berührende, menschlich wie atmosphärisch dichte Geschichte, von einer Welt am Meer, die sich in ständigem Kampf mit den Elementen befindet. Sehr gute und überzeugende Schauspieler, vor herrlichen Naturaufnahmen, machen diese unerfüllte Liebesgeschichte absolut sehenswert. Obwohl der Film sehr stark an eine Rosamude Pilcher-Verfilmung erinnert (die er natürlich um Längen schlägt!), ist er nicht nur für Frauen geeignet. Auch Männer werden interessiert zuschauen, wenn die Leuchtturmwärter von Boot aus, über eine Seilwinde, bei wildem Seegang zum Leuchtturm rüber schwingen. Atemberaubend! Die DVD überzeugt mit einem klaren, detailreichen Bild in 16:9. Gute Schärfe- und Kontrastwerte, sowie eine natürliche Farbzeichnung sorgen für eine ausgewogene Optik. Der Ton ist zufrieden stellend. Die deutsche Fassung liegt in DD 5.1 vor, kann aber auch nicht mehr Dynamik und Raumklang erreichen als das DD 2.0 im Original. Auch die Extras der DVD können sich sehen lassen. Es gibt ein ausführliches Making of, eine Foto-Slideshow, den original Trailer, sowie den deutschen Trailer , und es gibt Infos zu Cast & Crew. Übrigens: Der Beruf des Leuchtturmwärters ist mittlerweile ausgestorben. Heutzutage sind sie voll automatisiert worden. Es gibt sie nicht mehr, die Schichtwechsel, die Leuchtturmwärter, die manchmal sechzig Tage in ihrem Turm eingeschlossen waren, weil die stürmische See keine Ablösung zuließ. Männer, oftmals am Rande des Wahnsinns, die um jeden Preis das Feuer in der Lampe am Brennen halten mussten, egal wie hoch die Windstärke und wie heftig die Wucht der meterhohen Brecher waren, die die Leuchttürme bis in die Grundfeste erschüttern. "C´est des îles, ca - Das sind die Inseln" (Bernd Hellweg) alle Rezensionen von Bernd Hellweg ...
Das filmische Gold steckt im stillen Detail: Ein heimliches Meisterwerk präsentiert Regisseur Philippe Lioret in seinem vierten Film über eine ungewöhnliche Dreiecks-Geschichte an einem ungewöhnlichen Ort. Die epischen Kinobilder der Geschehnisse rund um den Leuchtturm „La Jument“ auf der bretonischen Insel Ouessant.
Das Licht am Ende der Welt bedeutet hier den leidvollen Anfang dieser ungewöhnlichen Geschichte: 1963, Frankreich liegt mit Algerien im Krieg, doch Ouessent, eine kleine Insel vor der rauen Küste der Bretagne, scheint davon unberührt. Während der Geburtstagsfeier für die attraktive Mabé (Frankreichs stille Ikone, Sandrine Bonnaire), steht ein wildfremder Mann namens Antoine (Gregori Dérangère) vor der Tür; er soll Mabés Mann Yvon (Philippe Terreton) auf dem mächtigen Leuchtturm verstärken. Doch in der rauen Landschaft, in der seine Einwohner zu dieser Zeit fast ausschließlich noch vom Fischfang lebten und europäische Touristen just die Adria und Costa Brava erschlossen, bläst dem „Neuen“ ein eisiger Wind von Ablehnung und Hass entgegen. Lediglich die Frauen aus dem kleinen Dorf kokettieren mit dem attraktiven jungen Mann. So auch Mabé, die zwischen Zaudern, Interesse und Zuneigung schwankt. Das gemeinsame Arbeiten in der Fischfabrik, in der Antoine zwischen seinen Schichten arbeitet, bringt die beiden näher zusammen. Verunsichert registrieren sie ihre hilflose Begierde füreinander… Auf dem stark umbrandeten Leuchtturm „La Jument“ dagegen beruhigt sich das Verhältnis zwischen Antoine und Ivon nach geraumer Zeit voller Anstrengungen und Gefahren. Sie nähern sich sogar freundschaftlich an. Aber während der Feier zum nationalen französischen Feiertag am 14 Juli begehen Mabé und Antoine einen fatalen faux pas, denn Mabé ergreift die Initiative… Von diesen Geschehnissen erfährt Camille (Anne Consigny), die Tochter Mabés, aus dem Jahre später veröffentlichtem Buch Antoines. Die Wahrheit über Antoines Anwesenheit auf Quessent scheint ernsthafte Spuren hinterlassen zu haben, denn bis zu seiner Ankunft war die Ehe ihrer Eltern kinderlos geblieben; erst danach wurde Camille geboren. Ganz in der Tradition des sparsamen-französischen „Kinos der Blicke“ inszenierte Lioret ein Meisterwerk im Zusammenspiel von atmosphärischen Bildern und genügsamen Gesten. Es ist ein Kino der kurzen Blicke, Augenblicke und behutsamer Berührungen. Die Hauptdarsteller brauchen nicht zu reden, verzichten auf langatmige Dialoge zugunsten einer mächtigen Mimik. Weniger ist in diesem Film wirklich viel mehr. Daher vermeidet Lioret auch ständig wechselnde Schauplätze. Der 47,4 Meter hohe Turm in seiner ganzen Kraft inmitten tosender See bleibt Hauptmotiv durch den gesamten Film: und der ist ein Meisterstück für anspruchsvolle Video-Fans. (Jean Lüdeke) alle Rezensionen von Jean Lüdeke ...
Frankreichs Westen ist mit einer beachtlichen, steil klippigen Küstenregion ausgestattet. Für den sicheren Schiffsverkehr war es dort Jahrhunderte lang unumgänglich, an besonders gefährlichen Stellen Leuchttürme zu platzieren. Vor der einsetzenden Automatisierung dieser Sicherungseinrichtungen boten sie jeweils einer Handvoll unerschrockener Leuchtturmwärter einen abseits gelegenen und stellenweise lebensgefährlichen Arbeitsplatz. Philippe Lioret (Mademoiselle) erzählt hier vor dem Hintergrund des Lebens dieser Leuchtturmwärter eine spannungsgeladene Geschichte von einer heimlichen Liebe zwischen der Titel gebenden Frau und einem Neuankömmling auf der Insel.
In der abgeschotteten Gemeinschaft Ouessant am Ende der Welt sind grundsätzlich alle Neulinge zunächst einmal unerwünscht und erscheinen der eingeschworenen Clique suspekt. Antoine hat den zusätzlichen Nachteil, dass er eigentlich Uhrmacher ist und zum ersten Mal eine Stellung als Aushilfsleuchtturmwärter antritt. Eine im Algerienkrieg verletzte Hand ist ein weiteres Handicap für ihn. Die Ablehnung der meisten Dorfbewohner wird allerdings nicht von Mabé geteilt, der Frau seines neuen Chefs Yvon. Die frustrierte, hart arbeitende Frau beginnt während der unterschiedlichen Schichten des Leuchtturmpersonals eine Affäre mit Antoine, die zu einer weiteren Steigerung der Differenzen in Ouessant führen wird. Philippe Liorets ruhiger Erzählfilm schwelgt wie ein epischer Roman in den liebevoll rekonstruierten Settings der frühen 60er Jahre und schafft es, beim Zuschauer eine angenehme Vertrautheit zu seinen bodenständigen Charakteren aufzubauen. Der Arbeitsalltag zwischen Leuchtturm, Fischerboot, Konservenfabrik und Dorfkneipe wird in all seiner Unaufgeregtheit, Routine und Liebenswürdigkeit geschildert, und bietet den idealen Hintergrund für die lebensnah gezeichneten, hervorragend gespielten Figuren der Geschichte. Der klassische Aufbau von Die Frau des Leuchtturmwärters, dessen Geschichte in eine Rahmenhandlung eingebettet ist, die in unserer Zeit spielt und von der Identitätssuche einer Frau der nächsten Generation erzählt, kann zwar nicht verhindern, dass der Zuschauer hinsichtlich der Auflösung schon sehr früh die richtigen Schlüsse zieht. Der perfekten und überaus bedachten Inszenierung gelingt es aber trotzdem, das Interesse der Zuschauer wach zu halten und die Geschichte zu einem abgerundeten, gelungenen Stück Erzählkino zu machen. (Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Die Frau des Leuchtturmwärters, DVD:
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Weitere Filminfos zu Die Frau des Leuchtturmwärters: Originaltitel: L`équipier Land / Jahr: Frankreich 2004 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Die Frau des Leuchtturmwärters:
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