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TECHNISCHE DATEN
zu Intime Fremde

RC 2 FSK Freigabe ab 6 Jahren
DVD-Typ: 1 x DVD-9
Medium: DVD
Genre: Tragikomödie
Bildformat:
16:9 (2.35:1) anamorph
Tonformat:
Deutsch: Dolby Digital 5.1,Französisch: Dolby Digital 5.1
Verpackung: Amaray Case
Untertitel:
Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte
Anbieter:
Universum Film
EAN-Code:
0828767891194 / 0828767891194
+++ ..DVD-RUBRIKEN.. +++

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Intime Fremde

Titel:

Intime Fremde

Label:

Universum Film

Regie:

Patrice Leconte Interview mit Patrice Leconte: Ridicule

Laufzeit:
100 Minuten
Genre:
Tragikomödie
FSK:
ab 6 Jahren
Erscheinung:

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Stand der Preise: 10.12.2016 00:38:01.
Inhaltsangabe zu Intime Fremde:


Weil sie sich in der Tür geirrt hat, vertraut Anna (Sandrine Bonnaire) dem Steuerberater William Faber (Fabrice Luchini) ihre Eheprobleme an. Da ihm ihre Nöte sehr zu Herzen gehen und er ihre Geständnisse auch aufregend findet, bringt er es nicht fertig, ihr die Wahrheit zu sagen - dass er keineswegs der Psychotherapeut ist, für den Anna ihn hält. Im Laufe der Zeit stellt sich zwischen ihm und der jungen Frau ein seltsames Ritual ein, das von Termin zu Termin und mit jedem Geständnis ein engeres Band zwischen ihnen webt. Jedes Mal ist William aufs Neue bewegt - fasziniert erfährt er Geheimnisse, die jede Frau für sich behalten würde und die außer ihm nie jemand erfahren wird. Aber wer ist Anna wirklich? Und durchschaut sie sein Spiel tatsächlich nicht? Regisseur Patrice Leconte, bekannt durch Der Mann der Friseuse und Das Mädchen auf der Brücke, kleidet seine provokante Liebesgeschichte in das Gewand eines spannenden Thrillers. Mit Hitchcock`schem Suspense und Elementen des klassischen Hollywood-Melodrams gelingt Leconte ein Meisterwerk, das die üblichen Themen moderner Beziehungsgeschichten - Lust, Angst, Obsessionen, Geheimnisse, Missverständnisse, Entwicklungen - zu einem verspielten Thriller verknüpft. Intime Fremde stammt aus dem Hause Universum Film.


Intime Fremde Trailer ansehen:

Schauspieler / Schauspielerinnen in Intime Fremde:


Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Intime Fremde:
Es scheint in der Natur des Menschen zu liegen, dass er über seine intimsten Sorgen und Nöte am besten mit Leuten sprechen kann, die er eigentlich überhaupt nicht kennt. Auf diese Weise bekommt man bei ahnungslosen Kneipenbesuchen schon einmal unerwartet eine Lebensbeichte aufgedrängt. Und auf einem ähnlichen Prinzip beruht auch der Beruf des Psychoanalytikers – denn letztendlich ist dieser ja nicht viel mehr als ein ausgebildeter Zuhörer. Patrice Lecontes 20. Langspielfilm, der 2004 im Wettbewerb der Berlinale zu sehen war, variiert auf subtile Weise das Psychoanalysemotiv und ist dabei mal wieder ein typisch französischer Film geworden, bei dem die Erotik im Kopf stattfindet und die Darsteller und Dialoge die Spannung gekonnt am Köcheln halten.

Anna hat Probleme in ihrer vierjährigen Ehe mit Marc. Um diese zu lösen, erhofft sie sich Hilfe bei einem Psychoanalytiker zu finden. Da sie sich aber versehentlich in der Tür irrt, beichtet sie dem ahnungslosen Steuerberater William, was zwischen Tisch und Bett nicht mehr im Lot ist. Der etwas weltfremde Mittfünfziger spielt zunächst mit, findet es aber alsbald nur fair, Anna von dem Missverständnis in Kenntnis zu setzen. Diese ist jedoch von seiner Einfühlsamkeit mehr als begeistert und vereinbart auch weiterhin Termine für Analysesitzungen beim Steuerberater. Die Lage spitzt sich zu, als William immer mehr von Annas Leben erfährt und eines Abends ihr eifersüchtiger Ehemann in seinem Büro steht. Patrice Leconte (Die Verlobung des Monsieur Hire, Ridicule) gelingt es auch in diesem kleinen, intimen Film ausgezeichnet, die seelische Verfassung seiner beiden Protagonisten auszuloten. Sandrine Bonnaire, die bereits bei Maurice Pialat und Claude Chabrol brillierte, kann auch in dieser undurchsichtigen, betörenden Rolle wieder uneingeschränkt überzeugen. Es ist allerdings der Charakterdarsteller Fabrice Luchini (Die Auferstehung des Colonel Chabert), der in dem Film die Show stielt. Wenn er zu Beginn mit Dackelblick nicht so recht versteht, wie ihm geschieht, wenn er frisch verliebt in seiner Wohnung zu einem Stück von Wilson Pickett über das Parkett wirbelt oder beim echten Psychoanalytiker im gleichen Flur professionelle Hilfe einholt, um Anna die richtigen Ratschläge geben zu können – stets stimmen seine Mimik und Gestik bis aufs I-Tüpfelchen. Leconte legt auch großen Wert darauf, dass die Nebenfiguren bleibenden Eindruck hinterlassen. So gibt es u.a. Hélène Surgère als stets leicht genervte Sekretärin Williams, Urbain Cancelier als Patient mit Fahrstuhl-Phobie und eine ganze Reihe weiterer fein charakterisierter Figuren. Liebhaber französischer Dialogfilme mit dezenter Charakterkomik werden sich bei Lecontes Werk sicherlich wieder vorzüglich unterhalten. ()

alle Rezensionen von Frank Brenner ...
Weil sie sich in der Tür geirrt hat, vertraut Anna (Sandrine Bonnaire) dem Steuerberater William Faber (Fabrice Luchini) ihre Eheprobleme an. Da ihm ihre Nöte sehr zu Herzen gehen und er ihre Geständnisse auch aufregend findet, bringt er es nicht fertig, ihr die Wahrheit zu sagen - dass er keineswegs der Psychotherapeut ist, für den Anna ihn hält.

Im Laufe der Zeit stellt sich zwischen ihm und der jungen Frau ein seltsames Ritual ein, das von Termin zu Termin und mit jedem Geständnis ein engeres Band zwischen ihnen webt. Jedes Mal ist William aufs Neue bewegt - fasziniert erfährt er Geheimnisse, die jede Frau für sich behalten würde und die außer ihm nie jemand erfahren wird. Aber wer ist Anna wirklich? Und durchschaut sie sein Spiel tatsächlich nicht?

Regisseur Patrice Leconte, bekannt durch "Der Mann der Friseuse" und "Das Mädchen auf der Brücke", kleidet seine provokante Liebesgeschichte in das Gewand eines spannenden Thrillers. Mit Hitchcock'schem Suspense und Elementen des klassischen Hollywood-Melodrams gelingt Leconte ein Meisterwerk, das die üblichen Themen moderner Beziehungsgeschichten - Lust, Angst, Obsessionen, Geheimnisse, Missverständnisse, Entwicklungen - zu einem verspielten Thriller verknüpft. Über die gesamte Laufzeit dominieren natürliche, aber recht blasse, schlimmstenfalls gar triste Farben. Falls es sich dabei um ein gewolltes Stilmittel handelt, hat dieses seinen Sinn leider verfehlt, weil die Atmosphäre keinen Zugewinn verzeichnet, sondern vielmehr (ganz leicht) leidet. Unterstützend leistet sich der Kontrast einige Schwächen: Während er bei Außenaufnahmen wunderbare Ergebnisse liefert, wirken Innenräume stets etwas zu dunkel, wodurch feine Einzelheiten verloren gehen. Auch die handelnden Personen werden davon optisch in Mitleidenschaft gezogen - kleinste mimische Regungen sind nur noch extrem schwer auszumachen.

Trotzdem wäre es völlig übertrieben, hier von echten Mängeln zu sprechen. Dies übrigens umso mehr, da alle anderen visuellen Disziplinen fast schon zu Höchstleistungen auflaufen. So beschränkt sich Rauschen auf natürliches, nur bei sehr genauem Hinschauen sichtbares Grieseln im Hintergrund. Außerdem bleiben Verschmutzungen beziehungsweise Beschädigungen komplett aus, während eine angenehm üppige Videobitrate von 6,4 Mbps kompressionsbedingten Artefakten bloß ganz selten Chancen zur Entfaltung gibt. Doch selbst die dann vorhandene dezenteste Blöckchenbildung bedarf der böswilligen Suche; schon eher fallen gelinde Ruckler ins Auge. Darüber hinaus leistet die Schärfe Großartiges: Ob Close-ups oder Totalen - stets erfreuen klare Kanten, tolle Plastizität sowie meistens eine Vielzahl deutlich abgebildeter Details (zum Beispiel an Kleidungsstücken), sofern der Kontrast hier nicht, wie oben erwähnt, negativ dazwischenfunkt.

Insgesamt ist das Bild zwar keinesfalls frei von Mängeln, hinterlässt aber generell dennoch einen überwiegend runden und mehr als angenehmen Eindruck. Darum erhält es trotz allem noch hauchdünne... Im deutschen Dolby Digital 5.1-Track gefällt zunächst der überaus weiträumig verteilte Score - ein echter Garant für Atmosphäre! Aber auch sonst leidet INTIME FREMDE nicht unter den potenziell gegebenen Genre-Beschränkungen, denn selbst fast alle der kammerspielartigen Szenen in Räumen weisen eine reiche Umgebungsambienz auf. Da laufen parallel zum Gespräch Menschen deutlich hörbar durchs Treppenhaus, hupen Fahrzeuge auf der Straße oder klappen die Türen anderer Wohnungen. Alle diese kleinen Effekte wurden örtlich ebenso präzise platziert wie überzeugend umgesetzt. Bei Außenaufnahmen gesellen sich noch zwitschernde Vögel und dergleichen hinzu. Etwas indifferent zeigt sich dagegen die Sprachwiedergabe. Zwar wirken Stimmen niemals abgehoben oder gar steril, dafür jedoch ziemlich zurückhaltend (im Sinne von "kraftlos") und manchmal derart leise, dass sie nahezu untergehen. Auch ein teils auftretender unrealistischer Nachhall erklärt sich nicht immer aus der jeweiligen Umgebung.

Hier punktet das generell ziemlich adäquate französische Original (ebenfalls in DD 5.1) durch deutlich voluminösere Dialoge. Zudem wirkt es allgemein dezent dunkler in der Klangfarbe, weswegen beispielsweise Musik noch ein wenig bedrohlicher erscheint. So angenehm diese beiden Aspekte auch das Ohr umschmeicheln, können sie zwei andere individuelle Mängel jedoch kaum verbergen. Leichtes Hintergrundrauschen bleibt nämlich nicht immer aus, und bezüglich der Abbildung von Effekten schwächelt diese Spur, indem sie es an Druck fehlen lässt. Man vergleiche beispielhaft das zwischendurch mit Blitz und Donner einsetzende Gewitter, welches im Deutschen auffällig klarer, kräftiger sowie breiter angelegt daherkommt.

Summa summarum leistet der Ton dennoch absolut Erstaunliches und sorgt für große Lebendigkeit sowie treffende Atmosphäre. Natürlich fließen die genannten kleinen Kritikpunkte wertungsmindernd ein, aber trotzdem verdient sich INTIME FREMDE hier ohne Probleme verblüffende... Ein großes Lob gebührt Universum dafür, alle (Unter-)Menüs vertont und bewegt zu präsentieren. Einfach klasse; nicht nur, weil Pascal Estèves zum Einsatz kommender Score ein wahrer Ohrenschmaus ist. Da schaut man sich doch gern die vier Titel umfassende Trailershow an, obwohl der Vorschauclip zu INTIME FREMDE leider fehlt. Nach Aufruf des Punktes "Bonusmaterial" dürfen wir dann reichliche sechs Minuten lang erleben, wie im gleichnamigen Feature Ivan Maussion über das Produktions-Design berichtet. Dies ist insofern höchst interessant, da Maussion keine lahmen "Ich habe dieses oder jenes so und so drapiert"-Sprüche bringt, sondern wirklich Erklärungen liefert, welche sich beispielsweise mit dem optisch zu transportierenden Rhythmus der Handlung beschäftigen ("Der Korridor ist auch ein Akteur").

Leider gibt es danach bloß noch einen Audiokommentar des Regisseurs Patrice Leconte für ausgewählte Szenen (zusammen 36:44) - konkret sechs Stück, darunter die Anfangs- und Endsequenz. Spannende Aussagen zu technischen Aspekten mischen sich dabei mit Analysen des Gezeigten. Wer sich auf INTIME FREMDE schon weit genug eingelassen hat, um seine eigenen Schlüsse zu ziehen, erfährt aus den letztgenannten Anmerkungen nicht wirklich viel Neues, darf aber immerhin Lecontes beeindruckendes Auge für Details würdigen. Tatsächlich trägt manche beim ersten Mal nicht wahrgenommene Einzelheit dann doch zur Faszination bei, indem sie bestehende Gedanken vertieft beziehungsweise in andere Richtungen lenkt. Übrigens gönnt uns das Regietalent hier einen schönen, allumfassenden Satz: "Zum Glücklichsein braucht man wenig."

Ähnliches gilt für diese Ausstattung, welche durch optionale deutsche Untertitel (im Hauptfilm sogar für Hörgeschädigte) abgerundet wird: Ungeachtet quantitativer Beschränkungen überzeugt sie qualitativ auf voller Linie. Dafür bleiben ganz knappe... INTIME FREMDE: Allein schon den Titel dieses Films umweht der Hauch eines Paradoxons. Aber er könnte treffender nicht gewählt sein, denn die Ungewissheit, Zweideutigkeit, das Gegensätzliche geraten schnell zum Hauptbestandteil. So muss man das mysteriöse Werk denn auch entschlossen als verschwiegenen Dialogfilm bezeichnen. Sicher, es wird viel geredet, doch im Grunde umschleichen sich die beiden Protagonisten über weite Strecken bloß, wahren Geheimnisse, deuten an, ziehen ihre Beinahe-Eröffnungen wieder zurück, kalkulieren kühl. Selbst der Zuschauer erfährt nur in winzigen Bruchstücken, was ihre Motivation ausmacht. Das Innerste entfaltet sich unter Ablegen unzähliger Schichten und bleibt bis zum Ende verborgen. Sogar noch lange nach der letzten (übrigens wunderschönen, bereits aus Lecontes DER MANN DER FRISEUSE bekannten) Einstellung steht ein nagender Zweifel im Raum. Wer sind Anna und William nun eigentlich? Zwar fühlt sich das Gesagte insgesamt ganz logisch an, aber irgendwo fehlen Puzzleteile. Umso mehr, da sich dieses seltsame Verhältnis nicht bloß auf unsere beiden Hauptpersonen auswirkt, sondern ebenfalls ihr Umfeld in Mitleidenschaft ziehen wird: der klare Fall eines weitläufigen Kammerspiels.

Aber auch der Terminus "hochgeschlossenes Erotikum" passt gut. Hier ein süffisantes Lächeln, dort ein vielsagender Blick, lasziv geblasene Rauchringe, während Anna im Stuhl des vermeintlichen Psychiaters sitzt und plaudert - über ihre Ehe, das Sexuelle. Es wabert, brodelt und kocht, allerdings großteils unter der Oberfläche. Nach außen hin mimt Anna die Unschuld vom Lande, hüllt sich in triste Farben, manchmal sackartige Kleider - oder spielt sie dabei gar keine Rolle? Erwachsen die besagten Signale bloß völlig naiv einer blütenweißen, jedoch einsamen Seele? Häufig aufblitzender, ungemütlicher Humor verstärkt den Eindruck, dass hier so manches im Argen liegt - willkommen zu unserer ernsthaften Komödie!

Wer immer noch mehr möchte, darf sich sogar auf einen stillen, lediglich herzblutigen Romantikthriller freuen. Die eingangs erwähnten Zweifel kriechen durch jede Szene, wälzen sich träge am spießigen Mobiliar der Kanzlei entlang, streifen kurz Williams schiefes Grinsen und richten sich schließlich häuslich hinter Annas so abweisend schöner Stirn ein. Gefällt es hier einem manipulativen Miststück, mit ihrem armen Opfer zu spielen, benutzt Anna diesen steifen Steuerberater, um perfide psychologische Befriedigung zu finden? Oder hat sie gar ein mentales Problem, welches von einem verklemmten Voyeur dankbar zur geistigen Masturbation verwandt wird? Handelt es sich möglicherweise tatsächlich bloß um eine lächerliche Verwechslung, die aber zwei Menschen zusammenführt(e)? Alles ist möglich, aber vielleicht stimmt auch gar nichts davon. Zu hinterfragen wäre intern, wieso Anna selbst nach Aufklärung des Irrtums wiederkommt.

Solche Mehrdeutigkeit, Dehnbarkeit, die nie ganz klare Positionierung beziehungsweise der stete Wechsel zwischen "maléfique" und "magnifique" machen INTIME FREMDE zu einem sperrigen Meisterwerk, dem man trotz Verzicht auf jegliche Art von Gewalt oder graphischer sexueller Darstellungen nur mit feuchten Händen folgen kann. In den USA gab es dafür ein R-Rating, spanische Jugendschützer hielten die Freigabe ab 18 für angebracht. Völlig unverständlich, denn das unterschwellige Unheil entsteht tatsächlich "bloß" im Kopf des Betrachters - dafür aber richtig. Unterstützend zeigen sich alle Beteiligten von ihrer allerbesten Seite. Sandrine Bonnaire, gemeinsam mit Isabelle Huppert Frankreichs fähigste Aktrice, vermeidet es virtuos, sich in die Karten schauen zu lassen. Ihre Anna bleibt ein Mysterium, ein gleichsam anziehendes wie seltsam abstoßendes Wesen, Heilige und Hure in Personalunion. Dies kontrastiert Fabrice "William" Luchini durch die hervorragende Darstellung eines verknöcherten Bürokraten, in dem doch noch einmal (oder gar erst jetzt?) sämtliche Lebensgeister erwachen, was natürlich zu Spannungen im eigenen Geist führt. All das packt Kameramann Eduardo Serra in traumwandlerische Bilder, hinter deren äußerer Eleganz, aber auch Unruhe stets das Finstere, Fragwürdige, eventuell Unheilvolle lauert. Pascal Estève hat dazu einen adäquaten Score komponiert: purer Wohlklang inklusive perfider, unverhoffter Spitzen, atmosphärisch Jerry Goldsmiths meisterlicher BASIC INSTINCT-Vertonung eng verwandt. Drehbuchautor Jérôme Tonnerre würzt sein Skript schließlich mit wunderbar doppelbödigen Zeilen à la "Jeder Mensch, jeder von uns hätte gern eine Nummer", während Regisseur Patrice Leconte alle Versatzstücke stilsicher und souverän zu einem großen Ganzen vereinigt. Getreu dem Motto: "Es ist zu Ende, wenn es zu Ende ist. Diese halb geöffnete Tür zum weiblichen Geheimnis ist schwer wieder zu verschließen."

INTIME FREMDE präsentiert sich also insgesamt als träumerisch und surreal. Die bereits erwähnte Eleganz zieht sich ebenso durch jede einzelne Minute wie das überraschend Hinterhältige. Viele nur scheinbar ruhig plätschernde Passagen dienen als Vorboten einiger rasanter Stromschnellen sowie gefährlicher Untiefen. Wer von Protagonistenseite nicht aufpasst, ertrinkt unter Umständen darin - aber es wäre ein unglaublich schöner, geradezu betörender cineastischer Tod. Oder stimmt ganz einfach nur ohne Wenn und Aber, was Leconte im Audiokommentar sagt, nämlich: "Alles findet seinen Abschluss in Sandrines Lächeln. Es handelt sich hier um eines der schönsten Lächeln der Welt"?

Etwas weniger toll, jedoch ohne Zweifel weit überdurchschnittlich kommt die deutsche DVD daher, welche durch sehr gute Technik erfreut und zwar nur wenige, dafür indes höchst sinnige Extras beinhaltet. Alles in allem ein Pflichtkauf für Freunde des anspruchsvollen Kinos!

Subjektive Filmwertung: 9 von 10 rundum geglückten Drahtseilakten ()

alle Rezensionen von Michael Holland ...
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Weitere Filminfos:

Originaltitel: Confidences trop intimes
Land / Jahr: Frankreich 2003
Medien-Typ: DVD


Bonusmaterial:
Trailer von anderen Filmen, Kapitel- / Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Audiokommentar des Regisseurs Patrice Leconte zu ausgewählten Szenen,Making of Szenenbild mit Kommentar des Dekorateurs
Kommentare:

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