Rendezvous nach Ladenschluss
Schauspieler / Schauspielerinnen in Rendezvous nach Ladenschluss:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Rendezvous nach Ladenschluss:
Der Film spielt in Budapest der 30er Jahre: Der Eigentümer des Galanterie- und Lederwarengeschäft Matuschek & Co., ist davon überzeugt, seinen Angestellten ein fairer, gutmütiger Chef zu sein. Zweifel quälen ihn jedoch an der Beständigkeit seiner Ehe sowie an seiner Geschäftstüchtigkeit, da sein Erster Verkäufer Alfred Kralik (James Stewart) mehr Geschäftssinn zu haben scheint als er selbst. Als Aushilfe für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft stellt Matuschek Klara Novak (Margaret Sullavan) ein, eine nach außen selbstbewusst auftretende Frau, die aber in ihrem Privatleben darauf angewiesen ist, einen anonymen Briefwechsel mit einem poetisch veranlagten Brieffreund zu unterhalten, um ihrem Leben wenigstens einen Hauch von Romantik zu geben. Klara weiß nicht, dass Kralik, der in seiner Freizeit genauso einsam ist wie sie, ebenfalls postlagernd Liebesbriefe schreibt, und was Beide nicht wissen, dass sie die Briefe miteinander austauschen, ohne die Identität des jeweils anderen zu kennen. Im Geschäft können die beiden sich nicht leiden, sie zeiht ihn ständig damit auf, "nur ein Angestellter" zu sein, und er hält sie für arrogant. Kraliks Arbeit im Laden findet ein abruptes Ende, als Matuschek ihn einer Affäre mit seiner Frau bezichtigt und ihn rausschmeißt. Nachdem der gehörnte Matuschek einen Selbstmordversuch unternimmt, der von einem Angestellten vereitelt wird, erkennt er jedoch, dass seine Frau ihn nicht mit Kralik, sondern mit dem Ladengehilfen Vadas betrügt. Matuschek stellt Kralik nicht nur wieder ein, sondern überträgt ihm auch, bis er sich wieder erholt hat, die Geschäftsführung. Beim Anblick dieses schicksalhaften Auf und Ab in Kraliks Leben überwindet Klara ihre kühle Distanz und weiht Kralik in das Geheimnis ihres wunderbaren Liebhabers ein, den sie nur über den Briefwechsel kennt. Kralik, der schon vor einiger Zeit herausgefunden hat, wem er seit langem schreibt, sucht nach einer günstigen Gelegenheit, um sich Klara zu erkennen zu geben. Erst nachdem sie ihm am Heiligabend gestanden hat, dass er ihr von Anfang an gefallen habe, kann er sich dazu überwinden. Sein Eingeständnis fällt bei ihr auf fruchtbaren Boden und die beiden Liebenden finden zueinander. Die Lubitsch-Komödie über Glück und Unglück der kleinen Leute im Mikrokosmos eines Ladens war seinerzeit ein kommerzieller Misserfolg. Trotzdem war "Rendezvous nach Ladenschluss" einer von Lubitschs Lieblingsfilmen. Hier porträtiert der Meister der frivolen Komödie Menschen in ihren erotischen und geschäftlichen Verwicklungen nicht mit satirisch-kalter Schärfe, sondern eher mit liebevollem Verständnis. Denn es geht nicht um Angehörige der High Society, sondern um Verkäufer, Ladenmädchen und Botenjungen, um deren Angst um ihren Job sowie um deren Kampf um ein bisschen Würde. Der wöchentlich erscheinende "New Yorker" schrieb damals, dass "Rendezvous nach Ladenschluss" nahezu perfekt wäre, eine der am besten gespielten und rhythmischsten Komödien, die jemals in diesem Lande gedreht wurden. Auch wenn es dieses Urteil nun mittlerweile 67 Jahre auf dem Buckel hat, so kann man ohne weiteres sagen, dass dieser Film immer noch eine charmante Wirkung hat und von seinen Witz nichts verloren hat. Zudem hielt man die Geschichte ja auch für so interessant, dass die Regisseurin Nora Ephron ("Schlaflos in Seattle") 1998 ein sehr erfolgreiches Remake, unter dem Titel "e-m@eil für Dich", drehte. Tom Hanks und Meg Ryan übernehmen in der Neuverfilmung die Hauptrollen und schicken sich im Computer-Zeitalter natürlich nicht postlagernd Briefe, sondern hier läuft alles natürlich via anonymen Internet-Chat. Zum Regisseur: Ernst Lubitsch (1892-1947) war ein erfolgreicher Komödiant des deutschen Stummfilms, bevor er sich 1914 aufs Regieführen verlegte. Seine wichtigsten Filme waren "Die Austernprinzessin" und "Madame Dubarry" (beide 1919). 1922 ging er nach Hollywood, wo er zum Meister der Gesellschaftskomödie wurde: "Engel" (1937, mit Marlene Dietrich), "Blaubarts achte Frau" (1938, mit David Niven und Claudette Colbert), unvergessen "Ninotschka" mit Greta Garbo (1939), "Sein oder Nichtsein" (1942) und "Ein himmlischer Sünder" (1943, sein einziger Farbfilm). Ernst Lubitsch gilt als Pionier des populären Films. 1947, einige Monate vor seinem Tod, erhielt er den Ehren-Oscar. Die technische Seite der DVD ist leider sehr enttäuschend. Der Film wurde einfach lieblos auf DVD gebannt. Das Bild (4:3) und der Ton (Mono) wurden leider überhaupt nicht digital überarbeitet. Dementsprechend weißt das Bild natürlich einige Verschmutzungen auf. Wobei, wenn man das Alter des Films bedenkt, noch ganz ok geht. Dies könnte man noch verschmerzen, da es einen leichten Nostalgie-Effekt glauben machen kann, wenn wenigstens der Ton einigermaßen in Ordnung ginge. Doch dieser hat anfänglich mit starken Tonschwankungen zu kämpfen, welche sich aber nach 10 Minuten stabilisieren, ein Grundrauschen und kratzige Synchronisation bleiben aber den ganzen Film über konstant. Bonusmaterial sucht man hier genauso vergebens, wie eine Kapitelanwahl! Mit einem Deutschen Untertitel, wurde wenigstens an Hörgeschädigte gedacht. Fazit: "Rendezvous nach Ladenschluss" ist eine spritzige Komödie mit liebevoller Ironie, Esprit und geistreichen Dialogen. Ein echtes kleines Filmjuwel! Schade nur, dass dieser Klassiker keinerlei digitale Überarbeitung erfahren hat. Wer Filmklassiker liebt und nicht so großen Wert auf Bild und insbesondere Ton legt, kann hier ruhig zugreifen, da bei diesem Film höchstwahrscheinlich keine andere bzw. bessere Auflage erscheinen wird. Zudem ist dieses "Rendezvous nach Ladenschluss" auch günstig zu erstehen, so dass die mindere Qualität nicht so sehr ins Gewicht fällt. Also ruhig ins DVD-Regal aufnehmen, wie gesagt, es handelt sich hier um ein echtes kleines Filmjuwel! Übrigens: Die Schauspielerin Margaret Sullavan war dreimal verheiratet, unter anderem mit Schauspieler-Kollege Henry Fonda (ganze 2 Monate) und Regie-Meister William Wyler. In der Neujahrsnacht des Jahres 1960 wurde sie in einem Hotel in New Haven, Connecticut bewusstlos aufgefunden. Die Bewusstlosigkeit rührte von einer Überdosis an Barbituraten her, die auch zu ihrem baldigen Tod führte. Es liegt nahe, einen Selbstmord mit den festgestellten Schlafmitteln zu vermuten; als offizielle Todesursache wurde aber ein Unfall festgestellt (Bernd Hellweg) alle Rezensionen von Bernd Hellweg ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Rendezvous nach Ladenschluss, DVD:
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Weitere Filminfos zu Rendezvous nach Ladenschluss: Originaltitel: The Shop Around The Corner Land / Jahr: USA 1940 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Rendezvous nach Ladenschluss:
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