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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Lost Children:
Der Dokumentarfilm von den Regisseuren Ali Samadi Ahadi und Oliver Stoltz, in den Jahren 2003/2004 in Uganda gedreht, bebildert die Schicksale einiger Kinder im Konflikt von ugandischen Regierungstruppen mit den Rebellen der Lord's Resistance Army (LRA): In Uganda tobt seit nunmehr 20 Jahren ein Krieg, der an Zynismus und Menschenverachtung kaum zu toppen ist. Wie in jedem Krieg sind weniger diejenigen die Leidtragenden, die ihn agitieren, als jene, die am liebsten nichts mit ihm zu tun haben. Frauen, Familien und vor allem Kinder. Ahadi und Stoltz konzentrierten sich dann auf die Schicksale der vier Kinder Richard Kilama, Jennnifer Akelo, Francis Ochaya und Vincent Opio sowie der zwei Mitarbeiter der Caritas Grace Arach und John Bosco, die im Lager Wiedereingliederungshilfe betreiben. Der Krieg wird dabei von einem gesellschaftlichen zu einem privaten Phänomen, der nicht nur physisch, sondern vor allem auch psychisch Leben zerstört. Das schildert die packende und verstörende Dokumentation „Lost Children“. auf eindringliche und unnachahmliche Manier. Es geht konkret um mehr als die abgelichteten Kinder, zumal der film den Betrachter in Hilflosigkeit zurücklässt. Aber darf gehofft werden, daß er eine umso intensivere öffentliche Diskussion anregen kann?. „Wenn es einen Film gibt in diesem Jahr, den jeder sehen muß, dann ist es dieser“, postuliert der Spiegel zu Recht. Die schwierigen Dreharbeiten liefen in drei Phasen im September 2003 sowie Januar und Mai 2004 über insgesamt zehn Wochen. Die Produzenten interviewten dabei insgesamt 30 Kinder in einem Auffanglager in Pajule im Norden Ugandas etwa 40 Kilometer von der Grenze zum Sudan entfernt, das von der Caritas Gulu betrieben wird. Allen Kindern war zuvor die Flucht aus der Armee der LRA (Lord's Resistance Army) gelungen. Gott sei Dank. Der Doku-Schocker wurde im Februar 2005 bei den Berliner Filmfestspielen uraufgeführt und erhielt dort den dritten Platz beim PANORAMA-Publikumspreis, im Oktober 2005 den UNICEF Preis sowie den Youth Award und lief auf mehr als zwei Dutzend internationalen Filmfestivals. „Lost Children“ war zudem 2005 für den Deutschen Kamerapreis Köln in der Kategorie Bester Dokumentarfilm nominiert. Ebenso, den Deutschen Filmpreis 2006 in der Kategorie Dokumentarfilm; wenigstens ein filmformales, gutes Omen… (Jean Lüdeke) alle Rezensionen von Jean Lüdeke ...
Dead End Street, Kindersoldaten in Uganda: Unvorstellbar, Schon im Grundschulalter, wenn anderswo ihre Altersgenossen „spielerisch“ als Cowboys den Plastikcolt ziehen, sind Kampf und Krieg für global rund 300.000 Kindersoldaten grausamster Alltag. Allein im Norden Ugandas sind bislang rund 20.000 Jungen und Mädchen gekidnappt worden, um für den Krieg rekrutiert zu werden.
Der Dokumentarfilm von den Regisseuren Ali Samadi Ahadi und Oliver Stoltz, in den Jahren 2003/2004 in Uganda gedreht, bebildert die Schicksale einiger Kinder im Konflikt von ugandischen Regierungstruppen mit den Rebellen der „Lord's Resistance Army“ (LRA): In Uganda tobt seit nunmehr 20 Jahren ein Krieg, der an Zynismus und Menschenverachtung kaum zu toppen ist. Wie in jedem Krieg sind weniger diejenigen die Leidtragenden, die ihn agitieren, als jene, die am liebsten nichts mit ihm zu tun haben. Frauen, Familien und vor allem Kinder. Ahadi und Stoltz konzentrierten sich dann auf die Schicksale der vier Kinder Richard Kilama, Jennnifer Akelo, Francis Ochaya und Vincent Opio sowie der zwei Mitarbeiter der Caritas Grace Arach und John Bosco, die im Lager Wiedereingliederungshilfe betreiben. Der Krieg wird dabei von einem gesellschaftlichen zu einem privaten Phänomen, der nicht nur physisch, sondern vor allem auch psychisch Leben zerstört. Das schildert die packende und verstörende Dokumentation „Lost Children“. auf eindringliche und unnachahmliche Manier. Es geht konkret um mehr als die abgelichteten Kinder, zumal der film den Betrachter in Hilflosigkeit zurücklässt. Aber darf gehofft werden, daß er eine umso intensivere öffentliche Diskussion anregen kann?. „Wenn es einen Film gibt in diesem Jahr, den jeder sehen muß, dann ist es dieser“, postuliert der Spiegel zu Recht. Die schwierigen Dreharbeiten liefen in drei Phasen im September 2003 sowie Januar und Mai 2004 über insgesamt zehn Wochen. Die Produzenten interviewten dabei insgesamt 30 Kinder in einem Auffanglager in Pajule im Norden Ugandas etwa 40 Kilometer von der Grenze zum Sudan entfernt, das von der Caritas Gulu betrieben wird. Allen Kindern war zuvor die Flucht aus der Armee der LRA (Lord's Resistance Army) gelungen. Gott sei Dank. Der Doku-Schocker wurde im Februar 2005 bei den Berliner Filmfestspielen uraufgeführt und erhielt dort den dritten Platz beim PANORAMA-Publikumspreis, im Oktober 2005 den UNICEF Preis sowie den Youth Award und lief auf mehr als zwei Dutzend internationalen Filmfestivals. „Lost Children“ war zudem 2005 für den Deutschen Kamerapreis Köln in der Kategorie Bester Dokumentarfilm nominiert. Ebenso, den Deutschen Filmpreis 2006 in der Kategorie Dokumentarfilm; wenigstens ein filmformales, gutes Omen… (Jean Lüdeke) alle Rezensionen von Jean Lüdeke ...
Der afrikanische Kontinent ist ein Kontinent des kontinuierlichen Leides, dessen himmelschreiende Gräueltaten häufig fernab der Weltöffentlichkeit stattfinden. Erst Jahre danach gelangten mit Spielfilmen wie Hotel Ruanda und Sometimes in April die Völkermorde in Ruanda ins Bewusstsein der interessierten Kinozuschauer. Was auf dem schwarzen Kontinent in der Gegenwart alles schief läuft, hat nicht zuletzt auch der sehenswerte und mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm Darwins Alptraum von Hubert Sauper ins rechte Licht gerückt. Wo im Viktoriasee Tansanias der Nilbarsch zu einem weltweiten Exportschlager avanciert und gleichzeitig das Ökosystem eines der größten Binnenmeere der Welt zum Umkippen bringt, werden mit den gleichen Transportflugzeugen Waffen angeliefert, um die blutigen Auseinandersetzungen in Angola oder dem Kongo zu unterstützen. Viel zu selten erfährt man hierzulande von diesen Bürgerkriegen, deren Nachrichtenwert sich für die westliche Welt nach Jahren kontinuierlich abgenutzt hat. Auch in Nord-Uganda herrscht seit annähernd zwanzig Jahren Krieg, in den vor allen Dingen minderjährige Kinder unfreiwillig involviert werden.
Die nord-ugandische Rebellentruppe Lord’s Resistance Army überfällt mit erschreckender Regelmäßigkeit abgelegene Dörfer, um die wehrlosen Kinder in den Busch zu entführen. Dort werden sie auf bestialische Weise zu willenlosen Guerillakämpfern für einen perfiden Kampf im Namen Gottes konditioniert. Bereits achtjährige Jungen oder Mädchen werden gezwungen, skrupellos wehrlose Menschen zu töten, weil sie selbst getötet würden, leisteten sie Widerstand. Ali Samadi Ahadi und Oliver Stoltz haben sich über mehrere Monate hinweg in einer Caritasstation in Pajule aufgehalten und die Helfer vor Ort dabei beobachtet, wie sie einigen entflohenen Minderjährigen über ihre schweren Traumata hinweg zu helfen versuchen und eine Resozialisierung der unfreiwilligen Mörder in deren Familien anstreben. Was sie bei diesen Beobachtungen ans Tageslicht förderten, kann man als aufgeklärter Bürger einer Industrienation kaum fassen. Die Kinder berichten, zu was man sie und andere, denen es nicht gelungen ist, zu entkommen, im Busch gezwungen hat. Einige wenige, erschreckend deutliche Filmaufnahmen bebildern das Unvorstellbare. Der selbstlose, überaus liebevolle und feinfühlige Einsatz der Caritas-Hilfskräfte vor Ort weckt die Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation. Aber Ahadi und Stoltz sind weitschauend genug, um das Schicksal einer Handvoll ausgesuchter Kinder auch nach ihrem Aufenthalt in der Pflegestation noch zu verfolgen. Was sie dabei dokumentierten, gibt nur verhalten Grund zu Optimismus – die Realität sieht eben mitunter anders aus, als sie für eine Fiktionalisierung mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Recht gezimmert worden wäre. Nach einem Film wie diesem fragt man sich, wann Länder wie Uganda wieder wichtig genug werden, um eine Meldung in den Abendnachrichten zu rechtfertigen… (Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Lost Children, DVD:
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Weitere Filminfos zu Lost Children: Originaltitel: Lost Children Land / Jahr: Deutschland 2005 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Lost Children:
Kapitel- / Szenenanwahl, Interviews, Vita der Regisseure, Hintergrundmaterial, Trailer, Schulmaterial
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