Nirgendwo in Afrika
Schauspieler / Schauspielerinnen in Nirgendwo in Afrika:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Nirgendwo in Afrika:
Rückblende und eigentlicher Beginn des Filmes. Winter 1938 in Breslau, Abschied von der Familie, da es für Mutter und Tochter heißt, sich auf den Weg nach Afrika zu machen. Es ist dem Mann gelungen, Frau und Kinde zu sich nach Afrika zu holen. Eine der letzen Chancen zur Flucht aus Deutschland. Doch nach der Ankunft in Afrika, genauer in Kenia, fangen die Probleme erst wirklich an. Die Tochter Regina blüht auf, wird zum Wildfang, der sich über (fast) alle Regeln der Mutter hinwegsetzt und mit den Einheimischen Freundschaft schließt, ja so gut es geht eben eine von Ihnen wird, daran kann auch eine englische Schule in der Stadt nichts ändern. Der Vater Walter, der erstmal eine schwere Krankheit überstehen muss, alles menschenmögliche tut um Frau und Kind nach Kenia zu sich zu holen, ihnen die Flucht aus Deutschland zu ermöglichen und dann Ernüchterung erfährt, sich daraufhin in die Arbeit stützt um an nichts anderes denken zu müssen, um zu vergessen, um dem Streit mit seiner Frau aus dem Weg zu gehen. Der trotz aller Niederlagen immer wieder aufsteht und es doch Leid ist. Der Idealist bleibt und doch knallharter Realist sein muss, nur um als Belohnung wieder eine Niederlage einzustecken. Die Frau und Mutter Jettel, für die das Familienporzelan wichtiger ist als der benötigte Kühlschrank und das dafür vorgesehene Geld lieber für ein Abendkleid ausgibt, dass sie nicht wird tragen können. Die scheinbar überhaupt nicht mitbekommen hat, was sich in den letzten Jahren getan hat und noch immer die Großbürgerliche herauskehrt, die Tochter muss auf die Schule, und sich für jede Arbeit zu fein ist, wozu gibt es schließlich Schwarze? Dabei sind sie als Weiße gerade mal so knapp über den Schwarzen, denn das letzte Wort hat der Besitzer der Farm und da kann sie sich noch so sehr dagegen wehren und die Realität ausblenden, es ändert sich nichts. Die denkt, es dreht sich alles nur um sie und mit ihrem Namen, bekommt sie alles. Die launige Diva, die sich der Macht ihres Körpers bewußt ist. . Die ihn im richtigen Moment gezielt einsetzt um im nächsten Augenblick das Falsche zu tun. Die einfach blind dafür zu sein scheint, dass sie andere verletzt bzw. mit deren Gefühlen spielt. Dieser Körper muss erst nach und nach, sehniger, drahtiger werden, sich der Arbeit anpassen, damit sie selber es auch tut. Der Einheimische Owuor einfach die gute Seele. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Der Leser und mit Sicherheit künftige Zuschauer, spürt hier schon die Spannung, das Knistern und die Energie mit der sich die Situation zuspitzt bis sich die Konflikte entladen. Dabei gelingt der Regisseurin Caroline Link das seltene Kunststücke genau dann aufzuhören und die Situation ohne Worte stehen zu lassen, wenn sie sich auf ihrem Höhepunkt befindet, denn bei dem Film sagt, das nichtgezeigte, nichtausgesprochene manchmal mehr als alle Worte und Bilder vorher. Sie beläßt es aber nie nur bei Andeutungen, es sei denn mehr ist nicht notwendig. Das soll jetzt nicht in dem Sinne falsch verstanden werden, dass jegliche Art von Konflikt ausgeblendet wird, sobald er auftaucht, Schnitt und dann Friede Freude Eierkuchen herrscht in der nächsten Szene oder alles sich in Wohlgefallen auflößt. Nein, das wäre der Weg den Daily Soaps oder Hollywood geht, nein sie geht ihren eigenen Weg und der ist nunmal genau der, den das Leben (der Hauptpersonen des Filmes) schreibt oder wie reagieren sie als Zuschauer in Extremsituationen? Vollendens abgerundet wird das Ganze dann durch die durch die Bank weg hervoragend besetzen Rollen. Die Schauspieler verleihen ihren Figuren die Glaubwürdigkeit, die es mir erst möglich machte, eine solch präzise Charakterzeichnung zu versuchen wie ich sie zu Beginn versucht habe. Ich denke jeder Zuschauer, wird Facetten seiner eigenen Persönlichkeit bei den Hauptdarstellern finden und sich mit einer Person besonders idendifizieren können oder aber so wie ich hin und her gerissen sein, wem den nun die Sympathie gilt, denn alle drei Reaktionen sind verständlich und man wüßte auf Anhieb wohl nicht, wie man selbst reagieren würde. Genau wie für die Eltern im Film, ist aus Sicht der Erwachsenen ist ab und an die Reaktion von Regina unverständlich und gibt es ein größeres Kompliment für die Regisseurin? Kompliment auch dafür, dass der zweite Weltkrieg nicht ausgeschlachtet wird und gleich alle Deutschen pauschal verdammt werden, Auslöser kann jede x-beliebige Situation sein, jeder x-beliebige Staat, die Menschen dazu zwingt, ihre Heimat zu verlassen und sich dann in einer ihnen völlig fremden Welt zurechtfinden zu müssen, in der alle alten Werte und Normen nun plötzliche keine Geltung mehr haben sollen. Wer den Film gesehen hat wird hoffen, nie in eine solche Situation kommen zu müssen. Anfänge dies zu verhindern, kann man als Zuschauer schon im normalen Alltag zu Hause machen... Die vielen Auszeichnungen und deutschen Filmpreise hat der Film einfach verdient, zeigt er doch, zu was das deutsche Kino, jenseits von Bullie Herbiger und Pubertätsklamotten, in der Lage ist. All in allem ein Film, der so einfach und wunderbar ist, dass mir die richtigen Worte fehlen, um ihn zu beschreiben, denn er hat etwas, das einen nicht mehr los läßt nachdem man ihn gesehen hat, nur bin ich mir noch nicht sicher, was dieses Etwas ist. Leider wird der Film wohl seine Zuschauer eher unter denen finden, die sich gerne mal Filme abseits der (Hollywood)Blockbuster anschauen. Bei uns in Worms beispielsweise lief er nur im Rahmen einer Reihe für anspruchsvolle Filme an ganzen zwei Tagen, wie es in größeren Städten Aussah, weiß ich nicht, an die Zuschauerzahlen vom Schuh des Manitu ist er aber mit Sicherheit nicht herangekommen, obwohl er sie verdient hätte. (Eric Hoch) alle Rezensionen von Eric Hoch ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Nirgendwo in Afrika, DVD:
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Weitere Filminfos zu Nirgendwo in Afrika: Originaltitel: Nirgendwo in Afrika Land / Jahr: 2001 Produktion: Peter Herrmann Vorlage: Stefanie Zweig Musik: Niki Reiser Kamera: Gernot Roll Kostüme: Barbara Grupp Schnitt: Patricia Rommel Maske: Nanni Gebhardt-Seele, Stefanie Hilke Ton: Andreas Wölki Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Nirgendwo in Afrika:
Disc 1: Hauptfilm; Audiokommentar mit Caroline Link, Peter Herrmann, Juliane Köhler, Benedict Mirow
Disc 2: Making of (kommentiert von C. Link); Interviews; Kenia Destination; Trailer; Fotogalerie; Filmographien
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