Hwal - Der Bogen
Ein alter Mann und ein Mädchen leben alleine auf einem Boot. Seit der Fischer das Mädchen im Alter von sechs Jahren bei sich aufnahm, hat sie das Boot nicht verlassen. Mittlerweile ist sie 16 und in drei Monaten soll die Hochzeit der beiden sein. Die intimen Rituale, die sie schweigend begehen, werden jedoch jäh unterbrochen, als ein junger Student, der das Boot besucht, das Interesse des Mädchens weckt. Der Bogen, mit dem der Mann sonst Orakel oder auch zarte Melodien spielt, entwickelt sich zum Gegenstand sexueller Macht und bringt die Schicksalsgemeinschaft auf dem Boot aus dem Gleichgewicht. Hwal - Der Bogen stammt aus dem Hause Alive AG.
Schauspieler / Schauspielerinnen in Hwal - Der Bogen:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Hwal - Der Bogen:
Auf Kim Ki-Duk, den koreanischen Regiestar, ist Verlass. In seinen Filmen (Frühling, Sommer, Herbst, Winter…und Frühling, Samaria, Bin-Jip) werden selten viele Worte gemacht. Dafür sind die visuellen Reize, die seine Werke auf sein Publikum ausüben, umso eindringlicher. Gerade in Europa und in den USA hat man Kims Filme im Laufe der letzten Jahre kennen- und schätzen gelernt. Sie sind von der Teilnahme bei internationalen Festivals nicht mehr wegzudenken, Hwal – Der Bogen lief im vergangenen Jahr beispielsweise in Cannes. Neben der Dialogarmut und ihrer visuellen Raffinesse haben Kims Filme auch existenzielle Fragestellungen gemeinsam, die auf symbolische Weise thematisiert werden. Der titelgebende Bogen ist es in dieser Geschichte, der als Sinnbild für Kraft, Potenz und Schicksalhaftigkeit eingesetzt wird.
Auf einem Kutter leben ein junges Mädchen (Han Yeo-Reum) und ein alter Mann (Jeon Sung-Hwan), der ihr Großvater sein könnte. Aus Kommentaren von Fischern, die zum Angeln auf das auf offener See treibende Boot kommen, erfahren wir, dass der Alte das Mädchen mit sechs Jahren bei sich aufgenommen hat. In den vergangenen zehn Jahren hat es das Boot nicht mehr verlassen – in wenigen Wochen soll es mit dem Alten verheiratet werden. Annäherungsversuche der Fischer, die von den aufkeimenden Reizen des Mädchens gefesselt sind, beantwortet der Alte mit Pfeilschüssen aus seinem Bogen, welche die Machtpositionen in Sekundenbruchteilen klären. Als ein junger Student (Seo Ji-Seok) zum Angeln auf den Kahn kommt, erfährt das Mädchen zum ersten Mal Hingabe, die nicht an Besitzansprüche gekoppelt ist. Natürlich weckt das die Eifersucht ihres Vormundes und künftigen Ehemannes. Erstaunlicherweise hören wir im Laufe des gesamten Films weder den Alten noch das Mädchen irgendetwas sagen. Kim Ki-Duk begnügt sich damit, die zum Verständnis der Handlung notwendigen Fakten von den Nebenfiguren artikulieren zu lassen und arbeitet ansonsten ausnahmslos mit der Kraft seiner Bilder, den Gesten und der Mimik seiner Protagonisten und der emotionsgeladenen Musikuntermalung Kang Eunils. Der Bogen des Alten dient diesem nämlich nicht nur zur Unterstreichung seiner Vormachtstellung auf dem Kutter, sondern wird nach nur wenigen Handgriffen auch als Musikinstrument eingesetzt. Die Faszination, die von diesem symbolbeladenen Gegenstand ausgeht, illustriert der Regisseur schon in den ersten Einstellungen, wenn er das Spannen des Bogens in Detailaufnahmen ins Bild setzt. Sehen wir den Alten im Film musizieren, hören wir die Klänge seines Instruments als Soundtrack aus dem Off – die Diskrepanz zwischen Bild und Ton mag zunächst verwirren. Doch genauso, wie der Student auf all seine Fragen, die bei seiner ersten Begegnung mit dem Mädchen aus ihm heraussprudeln, keine Antwort erhält, muss auch der Zuschauer einige Assoziationen selbst vollziehen und sich aus dem Gezeigten seinen eigenen Reim machen. Auch wenn Kim Ki-Duk mit seiner Inszenierungsweise sicherlich wieder den Unmut zahlreicher Gruppierungen hervorrufen wird (Feministinnen hätten einmal mehr die Gelegenheit dazu), ist ihm auch hier wieder ein poetisches Meisterwerk mit wundervollen Bildern um eine denkbar simple Geschichte gelungen. ( Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Hwal - Der Bogen, DVD: Alle Film-Daten als PDF Diese Seite mit allen Filminfos ausdrucken Weitere Filminfos zu Hwal - Der Bogen: Originaltitel: Hwal Land / Jahr: Südkorea / Japan 2005 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Hwal - Der Bogen:
Kinotrailer, Kapitel- / Szenenanwahl, Making Of, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Poster
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