Der letzte Zug - Home Edition
Was bedeutet es, einen Leidensweg leben zu müssen? Wie leben im Angesicht des Todes, wie die Würde bewahren unter den Bedingungen der Entwürdigung? „Der letzte Zug“ entwickelt diese Perspektive mit großer Intensität und lässt das Grauen und Leid einer Gruppe von Menschen, die zu den letzten Juden gehören, die bis 1943 noch in Berlin gelebt haben, spürbar werden. Produzent Artur Brauner hat die Judenverfolgung durch die Nazis am eigenen Leib erfahren, Filme gegen das Vergessen sind daher sein größtes Anliegen. Die Regisseure Joseph Vilsmaier und Dana Vávrová wurden für das erschütternde Drama mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Kriegsjahr 1943. Die Nazis wollen ein „judenreines“ Berlin. Fast 70.000 Juden wurden im Laufe der letzten Monate bereits aus der Hauptstadt des Deutschen Reichs deportiert. Im April sollen nun auch noch die letzten Juden nach Auschwitz gebracht werden. Für 688 Juden wird der Schrecken zur Gewissheit. Ob jung oder alt, Männer, Frauen, Kinder, Familien, Ehepaare, Schwangere, Fremde oder Freunde, Akademiker, Künstler oder Arbeiter, wohlhabend oder arm, das spielt jetzt keine Rolle mehr. Sie alle werden zum Bahnhof Grunewald gebracht und dort in Viehwaggons zusammengepfercht. Ein Transport mit nur einem einzigen Ziel: Auschwitz. Die Reise in den sicheren Tod dauert sechs Tage. Ein Kampf gegen unerträgliche Hitze, Durst und Hunger beginnt. In ihrer großen Verzweiflung versuchen einige aus der rollenden Gefängnishölle auszubrechen, darunter das Ehepaar Henry und Lea Neumann mit ihren beiden Kindern, ein älteres Liebespaar, der Kabarettist Jakob Noschik und die Pianistin Gabriella Hellmann, der Arzt Dr. Friedlich, Albert Rosen und die junge Ruth Zilberman. Langsam setzt sich die Lok in Bewegung. Schon bald gibt es Streit um das wenige Wasser. Henry Neumann setzt schließlich durch, dass wenigstens die stillenden Mütter und Kinder etwas Wasser bekommen. Langsam beginnt man sich über den Ernst der Lage klar zu werden und es dauert nicht lange, da hat Albert Rosen auch schon einen Plan: Die Fenstergitter durchsägen, dann kann einer von ihnen von außen die schwere Tür des Wagens aufmachen. Bei langsamer Fahrt könnte dann einer nach dem anderen in die Freiheit abspringen. Kaum hat man jedoch mit der mühsamen Arbeit begonnen, da fährt der Zug in einen Bahnhof ein. Dort angekommen flehen die Waggoninsassen Zugreisende und Passanten, die am Nebengleis auf ihren Zug warten, um Wasser an. Doch unter den Augen der Nazi-Bewacher traut sich niemand, ihnen zu helfen. Ein Soldat schießt ein paar Mal mit seinem Maschinengewehr in die Luft und gegen die Waggonwände, eine Frau wird tödlich getroffen. Bei einem weiteren Stopp beschließen die Nazi-Bewacher, den Eingesperrten etwas Wasser zukommen zu lassen ehe es weitergeht. Henry, Albert und noch ein paar andere wechseln sich damit ab, das Eisengitter durchzusägen. Die Menschen im Waggon versuchen, sich gegenseitig Hoffnung zu spenden. Endlich ist das Gitter durchgesägt, ein unerschrockener Junge klettert er aus dem Fenster, hangelt sich am Zugwaggon entlang. Doch plötzlich rutscht er ab und stürzt vor den Augen seiner Eltern in den Tod. Als es Ruth endlich gelingt, die Tür zu öffnen, springen zwei junge Männer bei voller Fahrt hinaus. Ein Wachsoldat schießt und die beiden Männer brechen noch auf den Gleisen tot zusammen. Die Zurückgebliebenen versuchen das Gitter wieder so ans Fenster zu hängen, als wäre nichts geschehen. Soldaten filzen die Waggons, finden aber nichts. Trotz Todesangst und wachsender Hoffnungslosigkeit – Henry gibt nicht auf. Schnell wird ein neuer Plan gefasst: Ein Loch im Holzboden hinter der Achse. Während das Loch im Boden langsam immer größer wird, sind die Menschen in den Waggons am Rande ihrer physischen und psychischen Kräfte, die ersten Toten sind zu beklagen. Der Tod wartet nicht bis Auschwitz. Kurz vor dem Lager gelingt es Nina und Ruth durch das Loch im Boden zu fliehen. Am sechsten Tag fährt der Zug schließlich mit seinen von Leid und Entbehrung gezeichneten Insassen in Auschwitz ein. Das berührende Holocaust-Drama über einen der letzten Judentransporte, basierend auf den Erinnerungen von Überlebenden, wurde von der Filmbewertungsstelle in Wiesbaden (FBW) mit dem Prädikat Besonders Wertvoll ausgezeichnet. Der letzte Zug - Home Edition stammt aus dem Hause Concorde Home Entertainment.
Schauspieler / Schauspielerinnen in Der letzte Zug - Home Edition:
Darsteller:
Sibel Kekilli Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Der letzte Zug - Home Edition:
Wer beim Namen Joseph Vilsmaier gleich an unsägliche, weil verfälschende und auf den breitesten Massengeschmack getrimmte History-Biopics (Marlene ist hierfür sicherlich das übelste Beispiel) oder an hoffnungslos überzuckerte Alpendramen (Bergkristall war hier sein letzter Streich) denkt, der kann sich bei Der letzte Zug nun wirklich eines besseren belehren lassen. Man könnte mutmaßen, dass es an der Mitarbeit Dana Vávrovás liegt, die ihren Mann dieses Mal auch auf dem Regiestuhl unterstützte.
Wahrscheinlicher ist allerdings die These, dass Produzent Artur Brauner sein Herzensprojekt mit Argusaugen überwachte und somit sicherstellte, dass sein seit Jahrzehnten auf die Realisation wartendes Treatment so umgesetzt wurde, wie er sich das vorgestellt hatte. „Atze“ Brauner, einer der erfolgreichsten und umtriebigsten Produzenten seit der Nachkriegszeit, hat die Gräuel des Dritten Reiches auch aufgrund seiner eigenen jüdischen Abstammung schon mehrfach in sehenswerten Filmen dokumentiert. Zu den erfolgreichsten zählen Hitlerjunge Salomon und Babij Jar – Das vergessene Verbrechen. Mit der Verfilmung des Drehbuchentwurfes, den er unter seinem Langzeitpseudonym Art Bernd verfasste, schafft es Brauner nun, der schon hinlänglich thematisierten Nazizeit doch wieder neue Aspekte zu entlocken. Der letzte Zug erzählt vom Schicksal von knapp 700 Juden, die als letzte aus Berlin deportiert werden sollen. Die Reise im April 1943 führt sie ins Konzentrationslager, das ist den meisten von ihnen klar. Einige haben dementsprechend vorgesorgt und Werkzeuge in ihren Koffern mitgeschmuggelt, die sie in den Viehwaggons während der tagelangen Fahrt zum Ausbruch einsetzen wollen. Kein leichtes Unterfangen, da in jedem Waggon über 100 Menschen eingepfercht sind, die in stickiger Hitze mit einem einzigen Eimer Wasser und ohne Nahrung auskommen müssen. Auch ist man sich uneins darüber, ob ein Fluchtversuch nicht alle ins Verderben stürzt und man sich nicht lieber auf das Quäntchen Hoffnung eines guten Ausgangs verlassen sollte. Joseph Vilsmaier zeichnet auch hier einmal mehr für die Bildgestaltung verantwortlich. Seine Kamera steckt zwischen den Menschen auf engstem Raume fest, was die klaustrophobische Stimmung in den Wagen auf geradezu beängstigende Weise spürbar macht. Diese Innenansicht unmenschlicher Lebensbedingungen wird nur ganz selten von kurzen Rückblenden unterbrochen, in denen wir die Protagonisten in glücklicheren Augenblicken erleben können. Zwar reißen uns die Filmemacher in diesen Momenten aus den intensiv erfahrbar gemachten Qualen heraus, andererseits unterstreichen sie durch die Kontrastwirkung auch deren Intensität. Die Figuren wachsen uns ans Herz und ihr persönliches Leid zerrt gewaltig an den Nerven. Auch wenn Der letzte Zug nicht mit großen Namen aufwarten kann und die meisten der Schauspieler eher aus Fernsehproduktionen bekannt sind, gelingt es vor allem Gedeon Burkhard und Brigitte Grothum durch ihre emotional aufwühlenden Darstellungen, die Zuschauer an dieser Fahrt des Grauens, aber auch der Hoffnung, des Stolzes und der Tapferkeit, ergriffen teilnehmen zu lassen. ( Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Der letzte Zug - Home Edition, DVD: Alle Film-Daten als PDF Diese Seite mit allen Filminfos ausdrucken Weitere Filminfos zu Der letzte Zug - Home Edition: Originaltitel: Der letzte Zug Land / Jahr: Deutschland / Tschechien 2006 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Der letzte Zug - Home Edition:
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