Nichts als Gespenster
Schauspieler / Schauspielerinnen in Nichts als Gespenster:
Darsteller:
August Diehl Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Nichts als Gespenster:
Fünf Geschichten, die sich allesamt ums Reisen und um die Liebe drehen. Ein Paar (Maria Simon & August Diehl) auf einem Trip quer durch die USA, bei dem die Stille und Weite der Landschaft das Seelenleben der Reisenden zu spiegeln scheinen. Zwei Freundinnen (Brigitte Hobmeier & Jessica Schwarz) auf Jamaika beim Ex-Freund der einen, zwischen nahendem Hurrikan und sexueller Begehrlichkeiten. In Island besucht Jonas (Wotan Wilke Möhring) mit seiner besten Freundin Irene (Ina Weisse) deren Jugendfreund, und vor der Kulisse des polaren Eises ordnen sich die Beziehungen neu. Marion (Fritzi Haberlandt) macht Urlaub in Venedig und trifft dort ihre Eltern, mit denen sie kaum Gemeinsamkeiten hat – die Begegnung mit einem Fremden heizt die Situation zusätzlich auf. Und auch in Deutschland wird gereist: Caro (Karina Plachetka) verschlägt es zu ihrer einstigen WG-Genossin Ruth (Chiara Schoras) von Berlin in die Provinz, wo Ruth Theater spielt. Deren neuer Freund Raoul (Stipe Erceg) findet Caro plötzlich viel interessanter. Die Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Geschichten werden durch die Bündelung und Verschachtelung in ihrer filmischen Adaption auf elegante Weise herausgestrichen. Für Martin Gypkens stellt das Reisen in Judith Hermanns literarischen Vorlagen das Gleiche dar, wie die Partys in seinem Debütwerk Wir: die Flucht vor Verantwortung und das Verdrängen zwischenmenschlicher Probleme. Deswegen begegnen wir in Nichts als Gespenster gleich einer ganzen Reihe Figuren, die in Sprachlosigkeit gefangen sind oder, ganz im Gegenteil, durch permanentes Geplapper auffallen. Beide Extreme sind die unterschiedlichen Methoden, die eigene Ratlosigkeit zu kaschieren. Gypkens hat sich dazu entschieden, die fünf einzelnen Kurzgeschichten in seinem Film nicht episodisch aneinanderzureihen, sondern genau wie in seinem vorangegangenen Werk aufzusplitten und bunt gemischt wieder zusammenzusetzen. Auf diese Weise gelingen ihm nicht nur wundervolle Parallelmontagen (das Abendessen, die Eskalation der Ereignisse, die Abreise), die eben jene Gemeinsamkeiten zu unterstreichen helfen, sondern auch für die Spannungsdramaturgie erweist sich diese Entscheidung als der richtige Schritt. Manchmal sind es nur sekundenkurze Augenblicke, in denen wir in eine Geschichte hineinspähen können, bevor uns der Schnitt herausreißt und in ein anderes Land zu anderen Figuren katapultiert. Hatte Gypkens in Wir noch überwiegend mit Neulingen der Schauspielszene gearbeitet, konnte er für seinen zweiten Film die Crème de la Crème der aktuellen Jungstars vor der Kamera versammeln. Auch wenn ihm nun zum zweiten Mal in Folge ein perfektes Ensemblestück in beeindruckend präziser Dramaturgie gelungen ist, könnte es umso interessanter werden, wenn sich Martin Gypkens für sein nächstes Projekt auf eine überschaubarere Menge an Protagonisten beschränken würde. (Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ...
Marion, Christine, Nora, Jonas und Irene sind alle auf Reisen in unterschiedlichen Ländern und aus unterschiedlichen Motiven. Doch was sie alle erkennen müssen, ist, dass auch wenn man weit reist und alles Mögliche unternimmt, man sich selbst dabei nicht entkommen kann. Denn die eigenen Probleme und Konflikte sind immer schon da, wohin man auch geht. Die Schärfe fällt gut bis sehr gut aus und präsentiert teilweise eine enorme Detaildarstellung. Kontrast und Farben wurden massiv nachbearbeitet. Die Farben sind dabei je nach Episode unterschiedlich. Mal sonnig warm und kräftig, mal kühl und von Blau- und Grautönen bestimmt. Es gibt ein leichtes Bildrauschen, welches aber weitgehend zurückhaltend und erträglich bleibt. Die Kompression zeigt sich unauffällig. Der Sound ist für ein grundsätzlich ruhiges und zurückhaltendes Drama ausgesprochen großartig. Die DD 5.1-Tonspur bietet eine wunderbare räumliche Klangkulisse, die stets alle Lautsprecher mit in das Geschehen einbezieht. Man wird zahlreich mit Musik oder mit detaillierten Umgebungsgeräuschen eingedeckt. Das geht vom Wind über das Meeres- bis zu Blätterrauschen, Vogelgezwitscher und anderes. Was die Dialoge angeht, sind keinerlei Fehler oder Mängel auszumachen. Optionale deutsche Untertitel sind vorhanden. Die Extras bestehen aus einem Audiokommentar von Regisseur Martin Gypkens (und einem begleitenden Filmkritiker), Behind the Scenes (ca. 28 min) mit Interviews und Bildern vom Dreh, aber mit zu vielen Filmausschnitten, sowie einem Feature zur Premierenfeier in Berlin (ca. 13 min) und einem Kinotrailer. Die noch vorhandene B-Roll (ca. 2 min) ist dagegen eine unnötige und überflüssige Beigabe, da dieses Feature nicht nur sehr kurz ist, sondern hier sowieso nur die gleichen Szenen vom Dreh, die man schon aus den „Behind the Scenes“ kennt, wiederholt werden. Verpackt wurde das Amaray in einem Pappschuber. NICHTS ALS GESPENSTER (BRD, 2007) ist ein auf Judith Hermanns Bestseller basierendes Episoden-Beziehungsdrama mit fünf Handlungssträngen, die allesamt von Sprachlosigkeit und verpassten Chancen handeln. Die Figuren plagen Zweifel und Ängste, was ihre Lebenspläne und Vorstellungen angeht. Sie sind auf der Suche nach irgendetwas, selbst wenn man nicht weiß wonach, doch sie finden es nicht, weil sie nicht wissen, was es ist. Einige Geschichten spielen an exotischen Schauplätzen, was aber letztendlich ohne Einfluss und austauschbar ist, denn egal wo sie sind, die Charaktere schleppen ihre Probleme überall mit hin und es sind in den verschiedenen Strängen oftmals die gleichen. Die Plots zeigen Reisen, weisen auf ein Ankommen und Abschied hin, aber die Figuren verharren im Stillstand. Sie sind getrieben von Sehnsucht und Verzweiflung, unerfüllten Leidenschaften, innerer Leere und ihren gestörten Beziehungen. Allen haftet ein ungeklärtes Verhältnis von Nähe und Distanz an. NICHTS ALS GESPENSTER ist ein kleiner, feiner, stiller und unspektakulärer Beitrag aus deutschen Landen, den es zu entdecken gilt.
(Carlito Brigante)
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Weitere Filminfos zu Nichts als Gespenster: Originaltitel: Nichts als Gespenster Land / Jahr: Deutschland 2006 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Nichts als Gespenster:
Kapitel- / Szenenanwahl, Making Of, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Interviews, Audiokommentar, B-Roll, Feature Roter Teppich
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