Pingpong
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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Pingpong:
0Jean Lüdeke2009-01-28Matthias Luthardts einfühlsames Regiedebüt über das Erwachsenwerden in der scheinbar heilen Welt des Bürgertums: 2006 mit dem Förderpreis Deutscher Film für das Drehbuch belohnt:
Und es war Sommer: Paul (Sebastian Urzendowsky), 16 Jahre jungt, steht unangemeldet vor der Haustür seiner Verwandten, die zurückge-zogen im Grünen leben. Das letzte Familientreffen liegt ein paar Monate zurück und hatte einen tragischen Anlass: Pauls Vater hatte Suizid began-gen. Nun kehrt der Junge an den Ort zurück, der ihn an scheinbar unbe-schwerte Kindheitstage erinnert. Sein Onkel Stefan (Falk Rockstroh) und seine Tante Anna (Marion Mitterhammer) fühlen sich verpflichtet und neh-men ihn bei sich auf. Anna ist zunächst wenig erfreut über Pauls Besuch.
Sie ist damit beschäftigt, ihren Sohn Robert (Clemens Berg), ebenfalls 16, am Flügel auf die Aufnahmeprüfung für die Jungstudentenklasse an der Musikhochschule Leipzig vorzubereiten. Um nicht wieder heimgeschickt zu werden, macht Paul sich nützlich. Als Stefan, der sich anfangs um Paul gekümmert hat, auf Dienstreise geht, ist Anna mit Paul, Robert und ihrem Hund Schumann alleine. Sie merkt, dass Paul sich problemlos selbst be-schäftigen kann und akzeptiert den Jungen allmählich als Gast. Couragiert durch Annas wachsendes Zutrauen sucht Paul mehr und mehr ihre Nähe; das birgt fatale Folgen…
Newcomer Regisseur Matthias Luthardt schafft mit seinem Vier-Personen-Ensemblefilm eine Familie, die dabei ist, sich selbst systematisch zu demontieren. Um Angst, um existentielle Verlassenheit, und um die speziellen Nöte der Pubertät geht es schon eher. Behutsam inszeniert Regisseur Matthias Luthardt ein Familiendrama der eskalierenden Gefühle, das geradezu unvermeidbar in einem Todesfall gipfelt.
Luthardt, der seine Liebe zum Kino als Twen während eines Frankreich-Sprachaufenthaltes entdeckte, ordnet sich eher in das "Kino des unaufge-regten Erzählens" ein. Sein starkes Regiedebüt wurde in der Reihe "Se-maine de la Critique" in Cannes mit zwei Preisen ausgezeichnet – dem SACD Preis für das Beste Drehbuch und dem von Schülern und Studenten verliehenen OFAJ Young Critic Award:
“Tatsächlich fasziniert seine selbst-bewusste Inszenierung, die auf jedes Geplänkel und jede Effekt-Hascherei verzichtet. Sein Film bleibt hoch-konzentriert bei der Gereiztheit und Verzweiflung der Familienmitglieder und erinnert an die Atmosphäre französischer Filme, die so gerne bürger-liche Fassaden niederreißen“, lobt „Bayern 3“ diese dichotomische und atmosphärisch dichte Filmnovelle.
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Matthias Luthardts einfühlsames Regiedebüt über das Erwachsenwerden in der scheinbar heilen Welt des Bürgertums: 2006 mit dem Förderpreis Deutscher Film für das Drehbuch belohnt:
Und es war Sommer: Paul (Sebastian Urzendowsky), 16 Jahre jungt, steht unangemeldet vor der Haustür seiner Verwandten, die zurückge-zogen im Grünen leben. Das letzte Familientreffen liegt ein paar Monate zurück und hatte einen tragischen Anlass: Pauls Vater hatte Suizid began-gen. Nun kehrt der Junge an den Ort zurück, der ihn an scheinbar unbe-schwerte Kindheitstage erinnert. Sein Onkel Stefan (Falk Rockstroh) und seine Tante Anna (Marion Mitterhammer) fühlen sich verpflichtet und neh-men ihn bei sich auf. Anna ist zunächst wenig erfreut über Pauls Besuch.
Sie ist damit beschäftigt, ihren Sohn Robert (Clemens Berg), ebenfalls 16, am Flügel auf die Aufnahmeprüfung für die Jungstudentenklasse an der Musikhochschule Leipzig vorzubereiten. Um nicht wieder heimgeschickt zu werden, macht Paul sich nützlich. Als Stefan, der sich anfangs um Paul gekümmert hat, auf Dienstreise geht, ist Anna mit Paul, Robert und ihrem Hund Schumann alleine. Sie merkt, dass Paul sich problemlos selbst be-schäftigen kann und akzeptiert den Jungen allmählich als Gast. Couragiert durch Annas wachsendes Zutrauen sucht Paul mehr und mehr ihre Nähe; das birgt fatale Folgen…
Newcomer Regisseur Matthias Luthardt schafft mit seinem Vier-Personen-Ensemblefilm eine Familie, die dabei ist, sich selbst systematisch zu demontieren. Um Angst, um existentielle Verlassenheit, und um die speziellen Nöte der Pubertät geht es schon eher. Behutsam inszeniert Regisseur Matthias Luthardt ein Familiendrama der eskalierenden Gefühle, das geradezu unvermeidbar in einem Todesfall gipfelt.
Luthardt, der seine Liebe zum Kino als Twen während eines Frankreich-Sprachaufenthaltes entdeckte, ordnet sich eher in das "Kino des unaufge-regten Erzählens" ein. Sein starkes Regiedebüt wurde in der Reihe "Se-maine de la Critique" in Cannes mit zwei Preisen ausgezeichnet – dem SACD Preis für das Beste Drehbuch und dem von Schülern und Studenten verliehenen OFAJ Young Critic Award:
“Tatsächlich fasziniert seine selbst-bewusste Inszenierung, die auf jedes Geplänkel und jede Effekt-Hascherei verzichtet. Sein Film bleibt hoch-konzentriert bei der Gereiztheit und Verzweiflung der Familienmitglieder und erinnert an die Atmosphäre französischer Filme, die so gerne bürger-liche Fassaden niederreißen“, lobt „Bayern 3“ diese dichotomische und atmosphärisch dichte Filmnovelle.
(Jean Lüdeke)
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Weitere Filminfos zu Pingpong:
Originaltitel: Ping Pong
Land / Jahr: Deutschland 2006
Buch: Meike Hauck, Matthias Luthardt
Medien-Typ:
DVD
Kommentare zu Pingpong:
Kommentar von martin
le sehr schöne aneinander gereihte szenen, wo man gerne hinschaut und in denen die emotionalität der einzelnen personen sehr gut herausgearbeitet und dargestellt wird. Der hauptdarsteller versteht es einzigartig gut, gefühle an den zuschauer zu transportieren, zumal es sich nicht um einfache offene , sondern mehr um widersprüchliche negative aber lebensfroh übertünchte gefühle handelt. Davon und überhaupt von der anwesenheit des hauptdarstellers lebt der film ganz entscheidend.
Eigentlich ein schöner film, der sich aber leider durch den irrsinnigen, dummen und fiesen schluss selbst ins absolute AUS stellt...
Da hockt der liebenswerte paul mit dieser seele von familienhund am letzten abend am rande des von ihm renovierten swimmingpools und man will schon fast die szene geniesen... da schubst er den hundi ins wasser... und anstatt er selbst nachspringt und mit baden geht oder das tier wieder herausholt, zeigt der film auf der einen seite ein verzweifelt in der nacht um sein leben paddelndes tier, das alle seiten des pools absucht aber den etwa 50 cm hohen, glatt gefliesten beckenrand niemals alleine überwinden kann... und auf der anderen seite einen jungen, der diesem drama empfindungslos mit leerem blick zuschaut um dann seelenruhig in sein bett zu gehen und zu schlafen.
Solch eine handlung ist einfach schwachsinnig weil kein mensch dieser welt in einer solchen situation so handeln würde... und dies steht auch im kompletten widerspruch zur vorher so sympathisch dargestellten Figur der jungen paul...
Stellen sich fragen an alle beteiligten:
mies und nachlässig zu ende gedachte story... waren die buchautoren mit ihrem psychosozialem latein am ende oder musste es dann schnell fertig werden???
Hat die regie auch sinn für realität oder klebt man nur am buch und hat es nicht gemerkt, wie unglaubwürdig man sich damit macht oder war es einem selbst unangenehm, solche szene darstellen zu müssen und man tut es deshalb oberflächlich, gewissen- und gedankenlos... oder wollte man grosse kunst darstellen und opfert dafür pietät, ehrwürdigkeit und den vorher (zu recht) gepredigten humanismus???
Liest ein schauspieler vorher auch das buch bis zu ende.. und kann man eventuell auch mal eine rolle ablehnen, falls man beispielsweise tierfreund ist...???
Produziert man eigentlich für menschen, für künstler oder für in dramen versunkene professoren... und muss man sich für den paukenschlag wirklich immer einer provokation bedienen und tabus brechen um herauszuragen???
leben die vielen kritiker förderer und gönner wirklich nur in der welt der grossen dramatischen kunst und hat man den sinn für realität verloren, weil es zu aller schande auch noch so viele auszeichnungen gab???
Fazit:
genialer hauptdarsteller, der sich leider durch diesen film mit einen ganz dunklen schatten belegt hat...
Ein film mit ganz bitterem nachgeschmack, den man nicht schauen sollte, wenn man tierfreund ist und sich nicht den abend verderben möchte... ...
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