Elegy oder die Kunst zu lieben
Schauspieler / Schauspielerinnen in Elegy oder die Kunst zu lieben:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Elegy oder die Kunst zu lieben:
In den erfolgreichen und künstlerisch anspruchsvollen Filmen der Spanierin Isabel Coixet („Mein Leben ohne mich“, „Das geheime Leben der Worte“) haben wiederholt junge Frauen im Zentrum gestanden, die um die Steilklippen des Lebens trotz heftigen Seegangs stets erfolgreich herumgeschifft sind. Coixets neues Werk beruht nun nicht auf einem selbstverfassten Drehbuch, sondern ist die Adaption des Romans „Das sterbende Tier“ des Erfolgsschriftstellers Philip Roth. Dieses Mal ist es deswegen eher der männliche Charakter, Universitätsprofessor David, der im Mittelpunkt der Handlung steht. Wir sehen den alternden Einzelgänger entgegen seiner etablierten Prinzipien den Reizen einer rassigen Lateinamerikanerin verfallen. Hin- und Hergerissen von der Affäre, kann sich David weder dazu entschließen, Consuela den Laufpass zu geben, bevor sie dies tut, noch sich ganz und gar auf die Beziehung einzulassen, was letzten Endes auch das Erscheinen auf Familienfesten seiner Geliebten beinhalten würde. „Elegy“ ist kein typischer Isabel-Coixet-Film geworden, man merkt dem Film seinen literarischen Ursprung des Öfteren mal an. Auch scheint die Regisseurin nicht die gleiche Sensibilität für ihre Figuren entwickelt zu haben, wie sie das bei den selbst erdachten Charakteren in ihren vorangegangenen Werken bislang bewiesen hatte. Diese kleineren Mankos lassen „Elegy“ im direkten Vergleich mit den Vorgängerfilmen ein wenig abfallen. Nichtsdestotrotz ist die Romanadaption ein stimmungsvolles Porträt zweier sehr unterschiedlicher Figuren geworden, das durch das darstellerische Talent von Penélope Cruz und Sir Ben Kingsley geadelt wird. Auch die Nebenrollen sind mit Vollblutprofis äußerst reizvoll besetzt. Dennis Hopper spielt eine erste richtige Altersrolle als bester Freund der Hauptfigur, Patricia Clarkson hat einige sehr markante Kurzauftritte als Dauergeliebte Davids, die sich seit 20 Jahren regelmäßig für „puren Sex“ mit dem Universitätsdozenten trifft und durch das Auftauchen der jungen Konkurrentin wie eine alte Ehefrau vor den Kopf gestoßen ist. (Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ...
Literaturprofessor David Kapesh (Ben Kingsley) unterrichtet an einer New Yorker Hochschule und ist darüber hinaus als Literaturkritiker in Radio und Fernsehen bekannt. Er genießt ein selbstgefälliges Leben, in dem er, mittlerweile 55 Jahre alt, nie feste Bindungen oder Verpflichtungen eingehen wollte. Seine kurze Ehe bezeichnet er als „ den größten Fehler seines Lebens“ und sein völlig entfremdeter Sohn Kenneth (Peter Sarsgaard) ist eine ständig wiederkehrende, ärgerliche Erinnerung daran. Er unterhält seit Jahrzehnten eine Affäre mit der etwa gleichaltrigen Carolyn (Patricia Clarkson), einer erfolgreichen Geschäftsfrau, die keine Anforderungen an David stellt. Nebenher gönnt er sich nach Seminarabschluss eine seiner Studentinnen. Damit poliert er sein Ego auf und hat ein Gesprächsthema für die Treffen mit seinem Freund George O´Hearn (Dennis Hopper), der neben seiner Ehe ebenfalls regelmäßige Affären mit jüngeren Frauen eingeht. Davids Leben nimmt eine unerwartete Wendung, als er auf die Studentin Consuela (Penélope Cruz) trifft: Sie berührt sein Herz und er verliebt sich in sie. Zwar verbringen die Beiden eine schöne Zeit miteinander, doch David wird von Zweifeln zerfressen und wartet förmlich darauf, dass ihm die 30 Jahre jüngere Frau den Laufpass gibt. Er ergreift die Initiative und versetzt sie mehrfach, als es um Treffen mit Consuelas Familie geht. Ihre Enttäuschung ist so groß, dass sie ihn verlässt. Der erhoffte Seelenfrieden bleibt jedoch aus, denn David hat seine Gefühle für Consuela unterschätzt. Nach dem Tod seines Freundes George wird er sich schmerzlich der Einsamkeit bewusst, die er sein Leben lang freiwillig zur Weggefährtin gemacht hat. Er hofft auf einen Anruf von Consuela. Als dieser Jahre später kommt, hat sie eine schreckliche Nachricht für ihn.
„Elegy oder die Kunst zu Lieben“ ist die Verfilmung des Kurzromans „Das sterbende Tier“ (2001) des amerikanischen Autors Philip Roth. Die fiktive Figur des David fand bereits in zwei vorher erschienen Geschichten Verwendung: „Die Brust“ (1972) und „Der Professor der Begierde“ (1977). Dies nur als Randnotiz, denn der Film hat mich neugierig auf die Originalgeschichte gemacht hat, die sich mehr um die maskuline Sichtweise der Geschichte drehen soll. Der Film selbst ist zwar aus Davids Sicht geschildert, doch wurde die Regie von einer Frau, der spanischen Regisseurin Isabel Coixet, geführt. Sie verleiht der Geschichte als Frau eine eigene Note, die ohne die „brutal ehrlichen, sexistischen Ansichten des Erzählers“ (Leslie Felperin, Variety) auskommt bzw. diese zumindest auf ein erträgliches Maß abmildert.. „Elegy“, ein Wort das sich am besten mit „sehnsuchtsvoll“ übersetzen lässt, handelt von Einsamkeit, emotionaler Blindheit und der Angst vor dem Älter werden. Coixet gewährt einfühlsame Einblicke in das Seelenleben des Liebespaares und lässt den Zuschauer verstehen, was in ihnen vorgeht. Mit Ben Kingsley und Penélope Cruz in den Hauptrollen hätte „Elegy“ nicht besser besetzt werden können. Die beiden sind im Zusammenspiel brillant und absolut glaubwürdig – die intimen Momente des Liebespaares berühren, obwohl sie von minimalistischer Natur sind. Was dem Film fehlt sind jedoch echte (Auf-) Reibungspunkte, denn die Inszenierung wirkt zuweilen einfach nur glatt. Die Nebenfiguren, allesamt mit hochkarätigen Schauspielern besetzt, fristen nur ein Schattendasein, obwohl gerade hier (David – sein Sohn Kenneth, David – Carolyn) mehr Bewegung in den Film hätte kommen können. Zwar fehlen die Szenen nicht, in denen David mit den Beiden konfrontiert wird, doch ist ihr Stellenwert zu gering um auf Davids Welt, und somit der Perspektive des Films, Einfluss zu nehmen. „Elegy“ konzentriert sich auf Sinnlichkeit und Bildästhetik, schafft es aber nicht die Tragik der gezeigten Schicksale nahe zu bringen. (Jan Heesen) alle Rezensionen von Jan Heesen ...
„Alt werden ist kein Job für Weicheier“, soll Bette Davis mal gesagt haben, aber es war Tolstoi, der sagte: „Die größte Überraschung im Leben eines Mannes ist das Alter.“
David Kepesh, ein in Ehren ergrauter bekannter Kulturkritiker, der regelmäßig im Fernsehen auftritt und eine Dozentur an einem New Yorker College hat, ist über sechzig, und erlebt eine solche „Altersüberraschung“, als er die Studentin Consuela Castillo kennen lernt und die dann sein Leben in erotische Turbulenzen stürzt. Als in den sechziger Jahren die sexuelle Revolution begann, hat Kepesh Frau und Kind verlassen, und seither hat er mit einer Lebensweise experimentiert, die bestimmt ist durch das, was er als „männliche Emanzipation" bezeichnet. Im Lauf der Zeit hat er den Protest und die Freizügigkeit dieser Jahre in ein geordnetes Leben integriert, das ganz und gar seinen erotischen und ästhetischen Leidenschaften gewidmet ist. Doch Consuela stellt mit ihrer Jugend und Schönheit all seine Gewissheiten in Frage, und eine quälende sexuelle Besessenheit stürzt ihn in die Abgründe einer verzehrenden Eifersucht. Kurz und gut, es geht um Sex und Macht, Eifersucht, Werte und Konventionen, das Grauen vor dem Alter und die existenzielle Angst vor dem Sterben. Diese Geschichte stammt aus der Feder des Pulitzerpreisträgers Philip Roth, der diesen Roman unter dem Titel „Das sterbende Tier“ veröffentlichte, und der 2008 von der spanischen Regisseurin Isabel Coixet unter dem Titel „Elegy“ (deutscher Titel „Elegy oder die Kunst zu lieben“) verfilmt wurde. In den Hauptrollen ist Penélope Cruz als atemberaubend schöne Studentin mit Köpfchen und Sexappeal zu sehen, und in der Rolle des charismatischen Professor Kepesh ist Sir Ben Kingsley. Der Regisseurin ist hier eine ruhige, gepflegte und sehr einfühlsame Literaturverfilmung gelungen, in der zu melancholischen Klavierklängen stilvoll begehrt und gelitten wird. Kingsley und Cruz liefern hier eine super Performance ab, und auch die Nebenrollen (Dennis Hopper, Patricia Clarkson) sind glänzend besetzt, so dass hier durchaus ein sehenswertes Stück Film entstanden ist. Das einzige was vielleicht etwas stört ist, dass der Film, neben anfänglichen Längen und Klischees, optisch sehr steril wirkt und durch und durch zu perfekt arrangiert wurde. Schöne Bilder, schöne Menschen und Penélopes schöner Busen (der wohl ebenfalls perfekt arrangiert wurde). Nichts desto trotz: sehr zu empfehlen! Die DVD zum Film bietet ein paar nette Extras. Neben einen Audiokommentar und einem Making Of gibt es auch noch Interview sowie eine Dia-Show und die B-Roll. Das Bild (1,85:1/ 16:9 – anamorph) ist sehr scharf, was nicht allein am Busen von Cruz liegt, und kann auch mit der eher dunklen Farbgebung überzeugen. Der Ton (Dolby Digital 5.1) lässt zwar die Räumlichkeit etwas missen, aber kommt mit einigen netten Details daher. (Bernd Hellweg) alle Rezensionen von Bernd Hellweg ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Elegy oder die Kunst zu lieben, DVD:
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Weitere Filminfos zu Elegy oder die Kunst zu lieben: Originaltitel: Elegy Land / Jahr: USA 2008 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Elegy oder die Kunst zu lieben:
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