Neulich in Belgien
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Ein Unfall mit Blechschaden ist das Letzte, was die 41-jährige Matty (BARBARA SARAFIAN) in ihrem ohnehin schon komplizierten Leben gebrauchen kann: Ihr Ehemann bekämpft seine Midlife-Crisis mit einer jüngeren Frau, ihre drei Kinder machen gerade verschiedene Phasen der Pubertät durch und ihr Job in der örtlichen Postfiliale ist alles andere als erfüllend. Als sie auf dem Supermarktparkplatz in den Truck des 29-jährigen Johnny (JURGEN DALNAET) crasht, liegen die Nerven auf beiden Seiten blank. Doch der ungehobelte Trucker entpuppt sich nach einem ersten Streit als echter Charmeur und lässt nicht locker bis sich Matty auf ein Date mit ihm einlässt … ...
Inhaltsangabe zu Neulich in Belgien: 
Ein Unfall mit Blechschaden ist das Letzte, was die 41-jährige Matty (BARBARA SARAFIAN) in ihrem ohnehin schon komplizierten Leben gebrauchen kann: Ihr Ehemann bekämpft seine Midlife-Crisis mit einer jüngeren Frau, ihre drei Kinder machen gerade verschiedene Phasen der Pubertät durch und ihr Job in der örtlichen Postfiliale ist alles andere als erfüllend. Als sie auf dem Supermarktparkplatz in den Truck des 29-jährigen Johnny (JURGEN DALNAET) crasht, liegen die Nerven auf beiden Seiten blank. Doch der ungehobelte Trucker entpuppt sich nach einem ersten Streit als echter Charmeur und lässt nicht locker bis sich Matty auf ein Date mit ihm einlässt … Neulich in Belgien stammt aus dem Hause Universum Film.
Neulich in Belgien Trailer ansehen:
Schauspieler / Schauspielerinnen in Neulich in Belgien:
Darsteller:
Barbara Sarafian, Jurgen Delnaet, Johan Heldenbergh, Anemone Valcke, Sofia Ferri, Julian Borsani, Bob de Moor, Jits van Belle, Camille Friant, Griet van Damme, Lisa Buytaert, Rania Gaaloul,
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Neulich in Belgien:
0Frank Brenner2009-04-09Matty ist vor einem halben Jahr von Werner für eine Jüngere verlassen worden. Als sie mit ihren Kindern auf einem Supermarktparkplatz einen Unfall baut, lernt sie den um einiges jüngeren LKW-Fahrer Johnny kennen, der ihr in Folge den Hof zu machen beginnt. Bitter-süße Suche nach dem Lebensglück.
Barbara Sarafian zeichnet jene Matty von Anfang an als unglückliche, verhärmte Frau in mittleren Jahren. Der Auffahrunfall auf dem Parkplatz ist nur die Krönung auf einem Berg voll Pech. Werner hat sie und die drei Kinder zwar verlassen, weil er in der Midlife-Crisis steckt und mit seiner jungen Geliebten, einer Studentin seines Zeichenseminars, Neues ausprobieren möchte. Aber Matty liebt ihn noch immer und hofft, dass diese Phase bald zu Ende geht und ihr Ehemann wieder zu ihr zurückkehrt. Dass nun ausgerechnet der rund 15 Jahre jüngere LKW-Fahrer, den Matty zunächst als tumben Klotz wahrgenommen hat, Interesse an ihr bekundet, schmeichelt und verstört sie zugleich. Sie lässt sich auf das Abenteuer ein, nur um schon kurz darauf festzustellen, dass Johnny früher wegen Trunkenheit und Gewaltausbrüchen im Gefängnis saß. Welcher der beiden Männer ist der richtige für Matty, welcher kann sie wirklich glücklich machen?
Christophe van Rompaeys Regiedebüt steckt voller symbolischer Anspielungen, die aus seiner Mischung aus realitätsnaher Alltagskomödie und Liebesdrama einer Frau in mittleren Jahren ein interessantes Stück Gegenwartskino machen. Beim ersten gemeinsamen Essen zwischen Matty und Johnny gibt es Blutwurst, die Matty großzügig mit Senf verfeinert. Johnny wird später diese Eigenheit auf Mattys Liebesleben übertragen und ihr vorwerfen, sie würde ihre wahren Gefühle und die Signale ihres Herzens mit scharfem Senf zukleistern und deswegen nicht mehr erkennen. Auch nutzen die Drehbuchautoren und van Rompaey einen Vergleich Johnnys zwischen Matty und da Vincis „Mona Lisa“ als roten Faden für die Liebesgeschichte, die sich zwischen den beiden Figuren nach und nach zu entspinnen beginnt. Eine Frau in mittleren Jahren, die vom Leben mehrfach enttäuscht wurde und nun auf der Suche ist nach ihrem eigenen kleinen bisschen Glück – das erinnert an Bernd Böhlichs gerade in den Kinos gelaufenen zweiten Spielfilm, „Der Mond und andere Liebhaber“. Und genau wie dieser unter den kleinen Leuten mit ihren alltäglichen Problemen spielte, so hat auch van Rompaey als Setting für seinen Film die Arbeiterviertel Moscou und Ledeberg am Stadtrand der flämischen Stadt Gent gewählt. Neben dem Erfolg an den heimischen Kinokassen hat das Debütwerk auch bei seiner Teilnahme an der Sektion „Semaine de la Critique“ bei den internationalen Filmfestspielen von Cannes für Aufsehen gesorgt und wurde dort mit dem „Prix SACD“ für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Ein unterhaltsamer und zu Herzen gehender Film, der eine Geschichte von länderübergreifender Relevanz erzählt.
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Matty ist vor einem halben Jahr von Werner für eine Jüngere verlassen worden. Als sie mit ihren Kindern auf einem Supermarktparkplatz einen Unfall baut, lernt sie den um einiges jüngeren LKW-Fahrer Johnny kennen, der ihr in Folge den Hof zu machen beginnt. Bitter-süße Suche nach dem Lebensglück.
Barbara Sarafian zeichnet jene Matty von Anfang an als unglückliche, verhärmte Frau in mittleren Jahren. Der Auffahrunfall auf dem Parkplatz ist nur die Krönung auf einem Berg voll Pech. Werner hat sie und die drei Kinder zwar verlassen, weil er in der Midlife-Crisis steckt und mit seiner jungen Geliebten, einer Studentin seines Zeichenseminars, Neues ausprobieren möchte. Aber Matty liebt ihn noch immer und hofft, dass diese Phase bald zu Ende geht und ihr Ehemann wieder zu ihr zurückkehrt. Dass nun ausgerechnet der rund 15 Jahre jüngere LKW-Fahrer, den Matty zunächst als tumben Klotz wahrgenommen hat, Interesse an ihr bekundet, schmeichelt und verstört sie zugleich. Sie lässt sich auf das Abenteuer ein, nur um schon kurz darauf festzustellen, dass Johnny früher wegen Trunkenheit und Gewaltausbrüchen im Gefängnis saß. Welcher der beiden Männer ist der richtige für Matty, welcher kann sie wirklich glücklich machen?
Christophe van Rompaeys Regiedebüt steckt voller symbolischer Anspielungen, die aus seiner Mischung aus realitätsnaher Alltagskomödie und Liebesdrama einer Frau in mittleren Jahren ein interessantes Stück Gegenwartskino machen. Beim ersten gemeinsamen Essen zwischen Matty und Johnny gibt es Blutwurst, die Matty großzügig mit Senf verfeinert. Johnny wird später diese Eigenheit auf Mattys Liebesleben übertragen und ihr vorwerfen, sie würde ihre wahren Gefühle und die Signale ihres Herzens mit scharfem Senf zukleistern und deswegen nicht mehr erkennen. Auch nutzen die Drehbuchautoren und van Rompaey einen Vergleich Johnnys zwischen Matty und da Vincis „Mona Lisa“ als roten Faden für die Liebesgeschichte, die sich zwischen den beiden Figuren nach und nach zu entspinnen beginnt. Eine Frau in mittleren Jahren, die vom Leben mehrfach enttäuscht wurde und nun auf der Suche ist nach ihrem eigenen kleinen bisschen Glück – das erinnert an Bernd Böhlichs gerade in den Kinos gelaufenen zweiten Spielfilm, „Der Mond und andere Liebhaber“. Und genau wie dieser unter den kleinen Leuten mit ihren alltäglichen Problemen spielte, so hat auch van Rompaey als Setting für seinen Film die Arbeiterviertel Moscou und Ledeberg am Stadtrand der flämischen Stadt Gent gewählt. Neben dem Erfolg an den heimischen Kinokassen hat das Debütwerk auch bei seiner Teilnahme an der Sektion „Semaine de la Critique“ bei den internationalen Filmfestspielen von Cannes für Aufsehen gesorgt und wurde dort mit dem „Prix SACD“ für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Ein unterhaltsamer und zu Herzen gehender Film, der eine Geschichte von länderübergreifender Relevanz erzählt.
(Frank Brenner)
alle Rezensionen von Frank Brenner ...
0Jean Lüdeke2009-05-22Ein wahrlich kleiner, feiner Film: Bei den Filmfestspielen in Cannes gewann dieses authentische Arthaus-Juwel Prix SACD für das beste Drehbuch und in seiner Heimat war er ein Kassenschlager. Ein Unfall mit Blechschaden ist das Letzte, was die 41-jährige Matty in ihrem ohnehin schon komplizierten Scherbenhaufen namens Alltag gebrauchen kann: Ihr Ehemann bekämpft seine Midlife-Crisis mit einer wesentlich jüngeren Frau, ihre drei Kinder machen gerade verschiedene Stadien der Pubertät durch und auch ihr Job in der örtlichen Postfiliale ist alles andere als erfüllend.
Moskau, oder auf Flämisch "Moscou", das ist ein Arbeiterviertel und Brennpunkt mit Hochhäusern am Stadtrand im belgischen Gent in Belgien. Dort lebt die 41-jährige Matty (Barbara Sarafian). Die Mutter von 3 Kindern hat gerade den Großeinkauf für die Woche erledigt und ist gestresst. Als endlich alles im Auto verstaut, der Wagen zurückgebracht und jeder angeschnallt ist, legt Matty den Rückwärtsgang ein, fährt aus der Parklücke und stößt mit Tempo mit einem Lastwagen zusammen. Genervt begutachtet Johnny (Jurgen Delnaet), der 30-jährige brummi-Fahrer, den Schaden an seiner vorderen Stoßstange und beginnt, auf Matty einzumeckern.
Obwohl die aparte, aber gleichzeitig unscheinbare Charakterfrau unter Schock steht, setzt sie sich sehr tough zur Wehr. Während Matty die kleine Beule für eine Lappalie hält und den vollbärtigen Rotschopf einen Wikinger schimpft, kontert Johnny mit der Frage, ob sie in letzter Zeit schon mal in den Spiegel geschaut habe. Das hat sie in der Tat nicht, denn die in Trennung lebende Postangestellte wirkt verhärmt und ein wenig verwahrlost. Das soll sich dann alles im Laufe dieser witzig-wunderbaren Dramedy ändern. Das Schicksal lässt Menschen hier in einer alltäglichen und banalen Situation zusammenprasseln. Leben ist Zufall, oder doch nicht? Hängt alles irgendwie zusammen? Man könnte meinen ja. In der Tat überrascht Neulich in Belgien als bewusst komödiantisch überdrehte, liebsame-unliebsame und realistische Liebesgeschichte. Und dies lässt der Filmemacher Christophe van Rompaey in seinem Regiedebüt so federleicht und selbstverständlich zwischen berührender, rühriger Komödie und waschechtem Drama balancieren, dass man von Anfang an von der authentischen, augenzwinkernden Lovestory der Underdogs vereinnahmt wird. Ein weiteres extrem erbauliches Film-Lebenszeichen der belgischen Bankrott-Szene, die bislang eher für gruselig Moribundes wie dem killer-Movie Man Bites Dog oder der bizarren Oostender Szene-Doku Ex-Drummer bekannt ist. Neulich in Belgien, im eigenen land ein Kassenhit, wurde an der Canner Croisette zu Recht bejubelt. Einfach schön, ein film, bei dem das wahre leben ein wunderschönes Script lieferte.
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Ein wahrlich kleiner, feiner Film: Bei den Filmfestspielen in Cannes gewann dieses authentische Arthaus-Juwel Prix SACD für das beste Drehbuch und in seiner Heimat war er ein Kassenschlager. Ein Unfall mit Blechschaden ist das Letzte, was die 41-jährige Matty in ihrem ohnehin schon komplizierten Scherbenhaufen namens Alltag gebrauchen kann: Ihr Ehemann bekämpft seine Midlife-Crisis mit einer wesentlich jüngeren Frau, ihre drei Kinder machen gerade verschiedene Stadien der Pubertät durch und auch ihr Job in der örtlichen Postfiliale ist alles andere als erfüllend.
Moskau, oder auf Flämisch "Moscou", das ist ein Arbeiterviertel und Brennpunkt mit Hochhäusern am Stadtrand im belgischen Gent in Belgien. Dort lebt die 41-jährige Matty (Barbara Sarafian). Die Mutter von 3 Kindern hat gerade den Großeinkauf für die Woche erledigt und ist gestresst. Als endlich alles im Auto verstaut, der Wagen zurückgebracht und jeder angeschnallt ist, legt Matty den Rückwärtsgang ein, fährt aus der Parklücke und stößt mit Tempo mit einem Lastwagen zusammen. Genervt begutachtet Johnny (Jurgen Delnaet), der 30-jährige brummi-Fahrer, den Schaden an seiner vorderen Stoßstange und beginnt, auf Matty einzumeckern.
Obwohl die aparte, aber gleichzeitig unscheinbare Charakterfrau unter Schock steht, setzt sie sich sehr tough zur Wehr. Während Matty die kleine Beule für eine Lappalie hält und den vollbärtigen Rotschopf einen Wikinger schimpft, kontert Johnny mit der Frage, ob sie in letzter Zeit schon mal in den Spiegel geschaut habe. Das hat sie in der Tat nicht, denn die in Trennung lebende Postangestellte wirkt verhärmt und ein wenig verwahrlost. Das soll sich dann alles im Laufe dieser witzig-wunderbaren Dramedy ändern. Das Schicksal lässt Menschen hier in einer alltäglichen und banalen Situation zusammenprasseln. Leben ist Zufall, oder doch nicht? Hängt alles irgendwie zusammen? Man könnte meinen ja. In der Tat überrascht Neulich in Belgien als bewusst komödiantisch überdrehte, liebsame-unliebsame und realistische Liebesgeschichte. Und dies lässt der Filmemacher Christophe van Rompaey in seinem Regiedebüt so federleicht und selbstverständlich zwischen berührender, rühriger Komödie und waschechtem Drama balancieren, dass man von Anfang an von der authentischen, augenzwinkernden Lovestory der Underdogs vereinnahmt wird. Ein weiteres extrem erbauliches Film-Lebenszeichen der belgischen Bankrott-Szene, die bislang eher für gruselig Moribundes wie dem killer-Movie Man Bites Dog oder der bizarren Oostender Szene-Doku Ex-Drummer bekannt ist. Neulich in Belgien, im eigenen land ein Kassenhit, wurde an der Canner Croisette zu Recht bejubelt. Einfach schön, ein film, bei dem das wahre leben ein wunderschönes Script lieferte.
(Jean Lüdeke)
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Weitere Filminfos zu Neulich in Belgien:
Originaltitel: Aanrijding in Moscou
Land / Jahr: Belgien 2008
Medien-Typ:
DVD
Bonusmaterial zu Neulich in Belgien:
Kapitel- / Szenenanwahl, Making Of, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Reportage von der internationalen Premiere in Cannes
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