Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe
Schauspieler / Schauspielerinnen in Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe:
Wenn sich hinter einer neuen deutschen Komödie der Name Leander Haußmann verbirgt, musste man in den vergangenen Jahren eher hellhörig als euphorisch werden. Nach seinem viel beachteten Filmdebüt „Sonnenallee“ und dem Achtungserfolg mit der Romanverfilmung „Herr Lehmann“ ging es mit dem Schauspielersohn aus der ehemaligen DDR unaufhaltsam bergab. Schon die überaus lukrative, aber dennoch strunzdumme Wehrmachtsfarce „NVA“ legte darüber Zeugnis ab, mit „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“ war Haußmann auf der Albernheitsskala schließlich in ungeahnte Tiefen abgerutscht. Wie erfrischend, dass er sich nun mit „Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“ rehabilitieren kann und einen witzigen Liebesfilm bzw. eine romantische Komödie vorlegt, deren Zauber man sich nur schwerlich entziehen kann. Die kleine Wäscherei, in der Monika arbeitet, an die Robert Zimmermann sein Herz verliert, liegt wohl nicht von Ungefähr an der Rosenallee in Hamburg; schließlich hat eine andere Allee in Berlin Leander Haußmann Ende des letzten Jahrhunderts den Sprung hinter die Filmkamera ermöglicht. Und die Parallelen zwischen „Sonnenallee“ und dieser Verfilmung eines Romans von Gernot Gricksch sind größer als zu allen anderen Werken Haußmanns. Erfreulicherweise konnte er sich hier wieder eines unschuldigen, verspielten Witzes und Humors entsinnen, den seine platten Mainstreamwerke der vergangenen Zeit so schmerzlich vermissen ließen. Haußmann nimmt seinen jugendlichen Heißsporn auf Freiersfüßen durchweg ernst und zeigt uns die Widerstände, die dieser ungewöhnlichen Leidenschaft entgegenschlagen. Darüber hinaus macht er sich auch über andere Formen der Zweisamkeit lustig, aber stets auf eine spielerische Art und ohne dabei die Nase zu rümpfen. Roberts Schwester Pia ist nämlich mit einer Kampflesbe aus dem Bilderbuch zusammen und hat einen Verehrer dazu gebracht, sie zu schwängern, weil ihr das in ihrer homosexuellen Beziehung nicht möglich war. Und Roberts Vater schließlich kehrt die Verhältnisse um und hat sich mit einem naiven Blondchen eingelassen, das locker seine Tochter sein könnte. Gricksch und Haußmann haben sich diesen Figuren mit dem gebührlichen Respekt angenommen, wodurch sie nicht zu simplen Knallchargen verkommen, sondern in ihrer komischen Dramatik glaubwürdig bleiben. Musikalisch unterlegt ist das Ganze wieder einmal von Element of Crime, mit denen der Regisseur am Theater („Peter Pan“) und in seinen vorangegangenen Filmen bereits wiederholt erfolgreich zusammengearbeitet hatte. (Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ...
Der 26jährige Robert Zimmermann (Tom Schilling) ist ein erfolgreicher Ego-Shooter-Designer und verdammt cool. Er ist Teil eines jungen innovativen Teams, das sich mehr als gut durchschlägt. Kurz vor einer Präsentation vor wichtigen Geschäftsleuten aus China, schlägt das Schicksal des kleinen Chaoten Zimmermann zu. Sein Jackett wird beschmutzt und er rennt in die erste Beste Schnell-Reinigung wo er der schönen Monika (Maruschka Detmers) begegnet. Nur das Ganze hat einen Haken: Robert ist in Sachen Liebe absolut unerfahren und Monika ist viel älter als er. Seine Versuche bei der reizvollen Reinigungsfrau zu landen erweisen sich als schwierig. Robert hat eine Idee, er unterzieht die Beziehung seiner „Freundin“ Lorna (Julia Dietze) einer näheren Prüfung: Der viel beschäftigte Vater (Johann Adam Oest) unterhält eine viel jüngere Geliebte. Roberts lesbische Schwester Pia (Annika Kuhl) will mit ihrer handfesten und rustikalen Lebensgefährtin Marga (Bettina Stucky) ein Kind haben. Auch Roberts schüchterne WG-Mitbewohner Ole (Christian Sengewald) hat mit Frauen so im Allgemeinen sein eigenes Problem. Wer welche Probleme wie löst und wer schließlich zum Ziel kommt…
Wenn der Name des deutschen „Regisseurs“ Leander Haußmann fällt, macht sich gleich Unbehagen breit. Seine Filme scheinen zu der Gattung der „etwas anderen Art des Films“ zu gehören. Ich weiß überhaupt nicht, was ich von seinem „Talent“ halten soll. Hinzu kommt, dass ich nicht weiß warum so mancher Filmfreak bzw. Zuschauer diesen Filmemacher so toll findet. Haußmann muss eine schlechte Film- bzw. Regie-Ausbildung absolviert haben. Seine Produkte lassen im Grundstock des Handwerks und die übrig gebliebene Qualität sowie vom Inhaltlichen das Prädikat „Schlecht“ deklarieren. Auch in diesem Filmprodukt wird bestätigt, dass Herr Haußmann noch mal in Klausur gehen sollte. Die Szenen sind hölzern und die Schauspieler wirken wie dahingestellte Kleiderpuppen, die Übergänge von einer Szene zu anderen sind oft holperig… Im Ganzen wirken der Film „Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“, wie auch alle anderen Haußmann-Filme, wie eine große Szenenkollage. Die meist jungen SchauspielerInnen geben sich Mühe und es sind durchaus Momente da, die ich für „gut“ befinden kann. Das Buch zum Film, der Drehautor selbst, Gernot Gricksch, entschuldigt sich mit seiner Beteiligung zum Film mit den Worten „ich will ja nicht zweimal das gleiche schreiben“. Ich finde, dass sagt alles! Für Leander Haußmann kein Grund den Stoff nicht zu verwirklichen. Viel kann man vom Film und dessen Inhalt nicht halten, weil es ein großes Nichts gibt. Der Zuschauer soll entscheiden, ob sich die 102 Minuten lohnen oder ob sich die verlorene Zeit mit einem besseren Film gelohnt hätte. (Nils Grundmann) alle Rezensionen von Nils Grundmann ...
Die erträgliche Leichtigkeit des Seins in den Irrungen und Wirrungen der Liebe. In der gleichnamigen literarischen Vorlage des 44jährigen Hamburger Filmjournalisten und Buchautoren Gernot Griksch ist das ewige, schön schreckliche Thema Liebe locker-luftig und liebenswert geschrieben: „Eine angriffslustige Currywurst besiegelt Roberts Schicksal. Als er das verschmierte Sakko in die Reinigung bringt, verliebt er sich Knall auf Fall in die Reinigungsfachkraft. Robert schwebt auf Wolke sieben, seine Angebetete eher nicht. Denn Monika weiß: Das kann nicht gut gehen. Sie ist 42, Robert 27. Sie arm, er reich. Ihre Freunde gehen zum Squaredance, seine ziehen durch die Kiezclubs.“
Der deutsche Komödien-Prinz Leander Haußmann packt die verschrobenen Romanfiguren in einen trendigen Film: Robert (Tom Schilling) ist jener Mittzwanziger, der in seinem Job Computerspiele der unpädagogischen Sorte Egoshooter kreiert, sonst aber „Retro“ liebt. Robert verknallt sich eben in diese aparte Frau über 40 namens Monika (Maruschka Detmers). Diese Beziehungskonstellation aber ist auch heuer nicht unproblematisch; erschwerend kommt hinzu, dass auch in Roberts privater Sperrzone die Liebe Pirouetten dreht: Sein vornehmer Vater (Adam Oest) läßt die Gattin Frau (Marlen Diekhoff), im Regen stehen, um den Stillstand in seinem langweiligen Leben mit einer jüngeren Dame zu gerieren. Die lesbische Schwester Pia (Annika Kuhl) hegt fatale Kinderwünsche, und sein verschrobener Mitbewohner Ole (Christian Sengewald) kämpft sich knallhart durch den täglichen Kontaktanzeigen-Urwald.
Doch selbst das allein reicht Robert noch nicht, um den bewundernswerten Mann, der so heißt, wie es bei Bob Dylan nur in dessen Ausweis steht, zum Weinen oder Wundern zu bringen. Lachen kann man dagegen über Griksch und Haussmann gleichermaßen, fokussiert doch die dialogwizige Komödie das skurrile Universum von testosterongebeutelten Vätern, liebeskranken Typen und urbanes Paarungsverhalten. Sicherlich ist Haußmann kein meisterlicher Metteur en scene wie diese gute, glatte und gängige Persiflage einmal mehr bezeugt. Doch problematische Tiefe beansprucht der 49jährige ehemalige Intendant des Bochumer Schauspielhauses auch hier nicht. So plätschert zufriedenstellend dieses wortwitzige Werk, befreit von Intensität, nett und natürlich dahin. Erschwerend kommt wieder einmal hinzu, dass man bei Literatur-„Ver“filmungen nie exakt die phantasieträchtige Bildlichkeit der Worte in die geformte Sprachlichkeit der Bilder transformieren kann. Die Ironie der angriffslustigen Currywurst ist eben schwer zu filmen. Viel besser paßt Maruschka Detmers ins Bild. Die Niederländerin kocht als Vileda-Vamp die Spannung zwischen „Alt“ und Jung heillos hoch.
(Jean Lüdeke)
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Weitere Filminfos zu Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe: Originaltitel: Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe Land / Jahr: Deutschland 2008 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe:
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