Rumba
Schauspieler / Schauspielerinnen in Rumba:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Rumba:
Es ist unverkennbar, dass Dominique Abel und Fiona Gordon, die im Film das Lehrer-Tänzer-Ehepaar spielen und gleichzeitig auch am Drehbuch und der Regie beteiligt waren, aus dem Theaterbereich kommen. Ihr zweiter Spielfilm (nach dem Festival- und Publikumserfolg „Iceberg“ aus dem Jahr 2005) ist in einige kunstvoll arrangierte Szenarios untergliedert, die oftmals in ungewöhnlich statischer Form eine ebenso kunstvoll kadrierte Einstellung einfangen. Gleich zu Beginn sehen wir die Wand einer Sporthalle mit aufgemalten Torbegrenzungen, vor denen das Paar seine streng choreografierten Tanzsequenzen probt. Anschließend nimmt die Kamera die Vogelperspektive ein und fängt von oben die Synchronverrenkungen der beiden bei Übungen auf dem Hallenboden ein. Das alles ist filmisch sehr präzise eingefangen und kann damit gleichermaßen die ästhetische Schönheit dieser Bewegungsabläufe und der betonten Körperlichkeit der Protagonisten einfangen und trotzdem für ein Lächeln auf den Lippen sorgen, weil diese Abläufe auch sehr absurd sind. Der skurrile Humor steigert sich, wenn die Filmemacher in kurzen Einstellungen den Lehreralltag von Dominique und Fiona einfangen – sie bringt als Englischlehrerin ihrer Klasse mit stoischer Gelassenheit in immer absurder werdenden Sätze einen Hund und seine Vorliebe zu Reis näher (übrigens sind das die einzigen Worte der ersten Hälfte des Films, die ansonsten stumm bleibt), er hüpft als Sportlehrer mit seinen Eleven in schöner Gleichförmigkeit im Hintergrund des Bildes über den Schulhof. Lange nicht mehr hat es in einem Kinofilm ein solch striktes Vertrauen in die visuelle Komik gegeben, dass die Dialoge fast gänzlich vernachlässigt und zur Nebensächlichkeit degradiert werden. Man denkt zurück an die Eskapaden eines Monsieur Hulot von Jacques Tati oder an den späten Versuch eines Stummfilms in den 70er Jahren von Mel Brooks. Die Kongruenzen sind hier zu beiden gegeben, wenn sich herrlich schräge Momente in immer abenteuerlichere Höhen schaukeln und ab und zu die Grenze zur Albernheit überschreiten. Dann stellen sich leider auch Längen ein, weil so mancher Gag über Gebühr strapaziert wird. Aber das ist Gott sei Dank eher die Ausnahme, denn in den überwiegenden Fällen verstehen sich die drei Regisseure auf das Timing sehr gut und schöpfen die Situations- und Typenkomik bis zum Maximum aus. In den vergangenen Jahren sind in dieser inszenatorischen Radikalität hinsichtlich visueller Komik nur Aki Kaurismäki oder Roy Andersson ans Werk gegangen, und wer deren Filme mag, der wird sicherlich auch an „Rumba“ Gefallen finden. (4/6) (Frank Brenner) alle Rezensionen von Frank Brenner ...
Eine wunderschöne, kleine feine filmische Hommage an den clownesken Stummfilm, an Charlie Chaplin und Co, aber auch eine liebenswerte Liebesgeschichte. Im burlesken Filmchen des französisch-belgisch-kanadischen Regieteams Dominique Abel, Fiona Gordon und Bruno Romy ("L' Iceberg"), die eigentlich auf Theaterbühnen und in der Zirkusmanege beheimatet sind, entwickelte das Trio einen eigenen, clownartigen Stil, den sie in ihrem Film kompromisslos steigern: Fiona (Fiona Gordon) und Dom(Dominique Abel) sind unsterblich ineinander verliebt. Ihre größte Leidenschaft ist es, sich dem Rumbatanz mit Leib und Seele hinzugeben. Das Haus voller Trophäen und den Blick voller Liebe erwarten sie nichts sehnlicher, als nach getaner Arbeit in Kleid und Anzug zu schlüpfen und dem sinnlichen Rhythmus zu verfallen. Doch auf dem Heimweg von einer Tanzveranstaltung stellt sich ihnen das Schicksal in Person eines tollpatschigen Selbstmörders in den Weg. Um ihn vor dem Freitod zu bewahren, setzen sie ihren wagen erst einmal gegen die Wand. Überhaupt ist ihr harmonisches Dasein nicht mehr so, wie es einmal war, denn Fiona wacht in einem Ganzkörpergips auf, und Doms Gedächtnis leidet fortan unter Systemausfall. Als sich Dom nicht mehr an den Heimweg erinnern kann und stattdessen in einer Imbissbude mit Meerblick landet, begibt sich Fiona auf eine abenteuerliche Suche nach ihm. Für beide beginnt ein Leben mit bizarren Missgeschicken, kleineren und größeren Katastrophen. Aber das Happy End naht. Eine amüsante Geschichte vom Suchen und Finden der großen alten Liebe schwebt daher, fast sprachlos. Und voller absurder Einfälle bebildert sie eine außergewöhnliche Tragikkomödie. Das ist schon Filmkunst oder Kunstfilm, je nachdem, wie man es betrachtet.
Rumba ist in seinem Ursprung ein Sammelname für viele kubanische Paartänze. Es ist nicht bekannt, seit wann das Wort Rumba gebraucht wurde. In den Tanzbeschreibungen des 19. Jahrhunderts wird von leidenschaftlichen Werbetänzen gesprochen, dem Streben der Frau, mit auffälligen Hüftbewegungen den Mann zu verführen. Das Wort Rumba bedeutet soviel wie Fest und Tanz. Musikalisch haben sich aus einer Fülle von afro-kubanischen Rhythmen zwei Tänze, im 19. Jahrhundert die Habanera und im 20. Jahrhundert die moderne Rumba, entwickelt, die eng miteinander verwandt sind. Die Musik wurde entweder langsam gespielt, wie der später in Europa populäre Rumba-Bolero oder im schnelleren Tempo, wie die Rumba-Guaracha und die kubanische Rumba. Durch seine grazilen Bewegungen wird der Rumba zu einem Spiel zwischen zwei Menschen, und etwas fortgeschrittenere Paare können sich hier richtig austoben. Rumba ein langsamer tanz? Nur ein Vorurteil. Bei Turnierpaaren wird bei der Rumba auf Zweiunddreißigstel, und sogar Vierundsechzigstel gezählt. (Jean Lüdeke) alle Rezensionen von Jean Lüdeke ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Rumba, DVD:
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