Dr. Alemán
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Marc ist von Frankfurt nach Cali in Kolumbien gereist, wo er im örtlichen Krankenhaus ein Praktikum absolvieren will. Das raue Pflaster, das von sich bekriegenden Banden dominiert wird, kann ihn von seiner Arbeit nicht abschrecken. Er verliebt sich in eine Kioskbesitzerin. Kulturschock im Delirium. ...
Inhaltsangabe zu Dr. Alemán: 
Marc ist von Frankfurt nach Cali in Kolumbien gereist, wo er im örtlichen Krankenhaus ein Praktikum absolvieren will. Das raue Pflaster, das von sich bekriegenden Banden dominiert wird, kann ihn von seiner Arbeit nicht abschrecken. Er verliebt sich in eine Kioskbesitzerin. Kulturschock im Delirium. Dr. Alemán stammt aus dem Hause Indigo.
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Schauspieler / Schauspielerinnen in Dr. Alemán:
Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Dr. Alemán:
5Jean Lüdeke2009-03-20„Emergency Room“ auf knallharten kolumbianischen Purismus modifiziert: Cali, das ist die zweitgrößte und eine der ältesten Städte Kolumbiens mit dem mächtigsten Kokain-Drogenkartelle der Welt. Cali ist aber auch ein Moloch von Meuchlern und Mördern. Hier tritt Marc (August Diehl) alias Dr. Aléman erwartungsvoll sein Praktikum im hoffnungslos überfüllten Hospital des berüchtigten Armenviertels Siloé an. Leider sterben die Leute hier weniger an geriatrischen Geschwüren als vielmehr durch locker sitzende Knarren. Daher füllt sich die Pathologie täglich mit jungen Männern, die irgendeiner rivalisierenden Drogengang zur falschen Zeit am noch falscheren Ort über den Weg liefen. Dr. „Deutsch“, alsbald zum King der Kugelentsorgung avanciert, will aber nicht nur Projektile entfernen, sondern auch Party, um die eigenen Grenzen auszuloten.
So schwelgt er im Cocktail aus Koks, Kumpanei, Kriminellen, Liebe und Salsa. Ein ohnehin kontroverses Thema, das Helfersyndrom allgemein. Ein idealistischer Westler giert in ein Krisengebiet, um zu helfen und zu heilen, verliert sich dann alsbald in seiner süffisanten Selbstdartsellung Rolle des segensreichen Halbgottes in Weiß. Geht es um Gutes für andere, oder um das gute gefühl in einem selbst. Der altrusmus beruht eben doch auf dem egoismus, nach der Regel: Ich schenke gerne, weil ich mir selbst dabei ein gutes Gefühl gebe…..
Wuchtig wird der Klemmen-Abenteurer in die Lebens- und Leidenswelten der vergessenen Straßenkids gezogen. Als seine Gastfamilie das selig machende Nasivin bei Marc entdeckt, quartiert er sich bei der Kioskbesitzerin Wanda (Marleyda Soto) ein, um in die ambivalenten Reize von Pflicht und Rausch, von Verantwortung und Verdrängung zu taumeln. Ein enervierender, schimärischer Trip durch die bleihaltige Luft der gefährlichsten Stadt der Welt. Dies bebildert Regisseur Tom Schreiber ohne Pathos und Perfektion, jedoch mit authentischer Intensität. Was zunächst als nachdenkliches Arthaus-Drama beginnt, nimmt einen dramatischen Verlauf, um im furiosen Finale zu gipfeln. Auf schauspielerische Gipfel steigt auch wieder einmal August Diehl: Einzigartig, wie der 32jährige Berliner die schön-schrecklichen Gespenster des schrecklich schönen Cali konfiguriert und konzentriert.
Stets konzentriert und voller mimischer Kraft auch Diehl, wie Daniel Brühl einer der heimlichen deutschen Shooting Stars. Ein Beobachter schrieb einmal: "In seiner Hingabe als stürmender Welteroberer voller Wut, Verletzbarkeit und Verzweiflung ist der stille Star unwiderstehlich. Und wie die Urfigur dieses Typs, Goethes Werther, sterben seine Charaktere meistens früh." Wenn nicht real, dann innerlich, wie in dieser kleinen grandiosen Filmperle.
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„Emergency Room“ auf knallharten kolumbianischen Purismus modifiziert: Cali, das ist die zweitgrößte und eine der ältesten Städte Kolumbiens mit dem mächtigsten Kokain-Drogenkartelle der Welt. Cali ist aber auch ein Moloch von Meuchlern und Mördern. Hier tritt Marc (August Diehl) alias Dr. Aléman erwartungsvoll sein Praktikum im hoffnungslos überfüllten Hospital des berüchtigten Armenviertels Siloé an. Leider sterben die Leute hier weniger an geriatrischen Geschwüren als vielmehr durch locker sitzende Knarren. Daher füllt sich die Pathologie täglich mit jungen Männern, die irgendeiner rivalisierenden Drogengang zur falschen Zeit am noch falscheren Ort über den Weg liefen. Dr. „Deutsch“, alsbald zum King der Kugelentsorgung avanciert, will aber nicht nur Projektile entfernen, sondern auch Party, um die eigenen Grenzen auszuloten.
So schwelgt er im Cocktail aus Koks, Kumpanei, Kriminellen, Liebe und Salsa. Ein ohnehin kontroverses Thema, das Helfersyndrom allgemein. Ein idealistischer Westler giert in ein Krisengebiet, um zu helfen und zu heilen, verliert sich dann alsbald in seiner süffisanten Selbstdartsellung Rolle des segensreichen Halbgottes in Weiß. Geht es um Gutes für andere, oder um das gute gefühl in einem selbst. Der altrusmus beruht eben doch auf dem egoismus, nach der Regel: Ich schenke gerne, weil ich mir selbst dabei ein gutes Gefühl gebe…..
Wuchtig wird der Klemmen-Abenteurer in die Lebens- und Leidenswelten der vergessenen Straßenkids gezogen. Als seine Gastfamilie das selig machende Nasivin bei Marc entdeckt, quartiert er sich bei der Kioskbesitzerin Wanda (Marleyda Soto) ein, um in die ambivalenten Reize von Pflicht und Rausch, von Verantwortung und Verdrängung zu taumeln. Ein enervierender, schimärischer Trip durch die bleihaltige Luft der gefährlichsten Stadt der Welt. Dies bebildert Regisseur Tom Schreiber ohne Pathos und Perfektion, jedoch mit authentischer Intensität. Was zunächst als nachdenkliches Arthaus-Drama beginnt, nimmt einen dramatischen Verlauf, um im furiosen Finale zu gipfeln. Auf schauspielerische Gipfel steigt auch wieder einmal August Diehl: Einzigartig, wie der 32jährige Berliner die schön-schrecklichen Gespenster des schrecklich schönen Cali konfiguriert und konzentriert.
Stets konzentriert und voller mimischer Kraft auch Diehl, wie Daniel Brühl einer der heimlichen deutschen Shooting Stars. Ein Beobachter schrieb einmal: "In seiner Hingabe als stürmender Welteroberer voller Wut, Verletzbarkeit und Verzweiflung ist der stille Star unwiderstehlich. Und wie die Urfigur dieses Typs, Goethes Werther, sterben seine Charaktere meistens früh." Wenn nicht real, dann innerlich, wie in dieser kleinen grandiosen Filmperle.
(Jean Lüdeke)
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Weitere Filminfos zu Dr. Alemán:
Originaltitel: Dr. Alemán
Land / Jahr: Deutschland 2008
Buch: Oliver Keidel
Medien-Typ:
DVD
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