The Broken
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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu The Broken:
Was geschieht nur? Als sie sich dem Psychologen Dr. Zachman (Ulrich Thomsen) anvertraut, glaubt der an die Folgen des Unfalltraumas. Doch die Zeichen verdichten sich, daß etwas ganz und gar nicht stimmt. Und immer wieder sind es wieder Spiegel, die in den Fokus des Psychohorrors stehe: Ein perfider wie verstörender Thriller, der auf der Story von Edgar Allen Poe namens William Wilson basiert, von allen Soßen des brutalen Gore-Horrors entfettet: keine bösen Geister, keine Mörder, nur der ganz (normale?) alltägliche Wahnsinn. Auf nur 80 Minuten Filmlängelänge bekommt der Thriller-Fan Packendes und Perfektes geboten, wobei die Protagonistin eine authentische und charismatische Vorstellung abliefert. Der Spiegel, eine interessante Thematik, zurzeit wieder filmisch in, man denke nur an Kiefer Sutherland in „Mirrors“: Aufgrund des einstigen Glaubens, das Spiegelbild einer Person sei ein lebenswichtiger Teil der eigenen Seele ist, betrachtete man lange Zeit Spiegel und andere reflektierende Oberflächen als Seelenfänger oder Tore in die jenseitige Welt der Geister. Die ÄgypterInnen verwendeten ein und dasselbe Wort für "Spiegel" und "Leben". Die keltischen Frauen wurden mit ihren persönlichen Spiegeln begraben, da man sie für ihre Seelenträger hielt. In Indien wurde die Große Göttin auch "Spiegel des Abgrundes" genannt, in dem sich der Große Gott (Shiva Mahadeva) ständig selbst betrachtet. antiken Kulturen stand der Spiegel als Abbild der Seele einer Person, in dem – je nach mythologischer Vorstellung – die Seele auch eingefangen und festgehalten werden konnte. In der griechischen Mythologie wird Dionysos Seele von den Titanen in einem Spiegel gefangen. Die Reflexion seines Selbstbildes hielt Narziss auf dem Wasser fest. Auch im Buddhismus wird die Existenz des Menschen mit der Reflexion in einem Spiegel verglichen. (Jean Lüdeke) alle Rezensionen von Jean Lüdeke ...
Die junge Radiologin Gina McVey (Lena Headey) entdeckt bei einer Röntgen- Aufnahme eines Patienten, dass dieser sein Herz statt links auf der rechten Seite trägt. Dieses Phänomen ist keine Neuentdeckung, aber sehr selten. Die schöne Gina ist mit Stefan (Melvil Poupaud) seit langer Zeit befreundet. Er will, dass Gina mit ihm eine Wohnung bezieht. Doch…Gina lässt sich bewusst Zeit. Bei der überraschenden Geburtstagsfeier ihres Vaters (Richard Jenkins) mit Ginas Geschwister und deren Partner zerbricht der große Spiegel im Esszimmer seiner Wohnung. Von nun an ist nichts mehr wie es vorher war. Als am nächsten Tag Gina aus einer Telefonzelle schaut, sieht sie in einem roten Jeep eine Frau, die ihre Doppelgängerin sein könnte. Kurze Zeit später verunfällt Gina mit ihrem Wagen, ein Frontalaufprall mit einem Taxi. Sie erwacht nach ein paar Tagen Bewusstlosigkeit im Krankenzimmer des Hospitals auf, wo sie selbst arbeitet. Nach zum Aufenthalt kehrt sie zu ihrer Wohnung zurück. Sie findet ein Chaos vor und findet bei ihrem Stefan Unterschlupf. Aber irgendwie hat sich Stefan verändert, sie erkennt ihn nicht wieder. Immer mehr bemerkt sie, dass sich Menschen, die sie kennt, verändern. Oder bildet sie sich das nur ein. Auf Anraten ihres Arbeitskollegen sucht sie den Psychologen Dr. Robert Zachman (Ulrich Thomsen) auf. Immer wieder wird sie fragmentartig mit der näheren Vergangenheit und mit dem Ablauf des Unfalls konfrontiert. Nur langsam erhält sich ihr Gedächtnis wieder. Selbst ihr geliebter Vater, der inzwischen sich auf das Rentnerdasein freut, scheint auch merkwürdige Züge an sich zu haben. Gina entdeckt im Dachboden über der Wohnung ihres Freundes eine Leiche…es ist Stefan. Doch wer ist der andere Stefan? Sie kommt dem Geheimnis auf die Spur?
„The Broken“ (Originaltitel “The Brøken”) wurde 2008 in den Kinos mit nur mäßigem Erfolg von Regisseur Sean Ellis gebracht. Als erstes wird ein Zitat von Edgar Allan Poe aufgezeigt. Nur leider auf englisch…hier die deutsche Übersetzung:’„Gott, hilf´ meiner armen Seele“ seien seine letzten Worte gewesen. Kaum jemand betrauerte den verarmten und schwerkranken Mann, der im Herbst des Jahres 1849 seinen finalen Atemzug tat.’ Literaturwissenschaft und Psychoanalyse gleichermaßen feiern ihn als Genie. Im Kino aber blieb Poe die verdiente Anerkennung bislang verwehrt. Verfilmt wurde er sehr wohl, am hohen Geist der Vorlage sind etwa Roger Corman („House Of Usher“, „The Raven“) oder das unterirdische Lex-Barker-Machwerk „Die Schlangengrube und das Pendel“ allerdings katastrophal gescheitert. Mit „The Broken“ setzt Sean Ellis dem unwürdigen Treiben ein so überraschendes wie lange überfälliges Ende und zeigt, dass Poe in bewegten Bildern eben doch funktionieren kann. Als Basis diente die Kurzgeschichte „William Wilson“, die hier allerdings nicht adaptiert, sondern sehr frei interpretiert wird. Die paar banalen Schockmomente im letzten Akt beiseite genommen, überzeugt „The Broken“ weit abseits trendiger Asia-Horror- oder Torture-Porn-Nummern mit subtilem Horror und der für Poe so charakteristischen Bebilderung des Unbewussten. - London bei Nacht und Nebel: Die verbliebenen Mitglieder der Familie McVey feiern den Geburtstag des Vaters. Dann zerbricht der große Spiegel hinter der Speisetafel. Am Tag darauf erkennt Gina McVey sich selber am Steuer eines passierenden Wagens. Verstört folgt die junge Ärztin der mysteriösen Gestalt, bis zur Konfrontation in einem fremden Appartement. An mehr kann sie sich nicht erinnern, als sie wenig später im Krankenhaus erwacht. Einen Autounfall hätte sie gehabt, die Erinnerungen kämen schrittweise zurück. Das behauptet zumindest Dr. Robert Zachman. Das Gefühl einer aus den Fugen geratenen Welt aber wird sie nicht los. Erst recht nicht, als auch ihr Freund Stefan und der Rest der nächtlichen Partygesellschaft wie ausgetauscht wirken. - Es sind die letzten Zeilen aus „William Wilson“, die Ellis gleich an den Anfang stellt. Aufmerksamen Zuschauern wird der Schlusstwist damit zwar geschenkt, noch bevor das erste bewegte Bild über den Schirm flimmert, an Intensität verliert „The Broken“ dadurch aber keineswegs. Denn fortan ist nicht mehr von Interesse, was geschehen wird – sondern wie und warum. Bereits hier wird ersichtlich, wie präzise Ellis Poe interpretiert hat, sind dessen Kurzgeschichten doch in der Regel Fallstudien über pathologische Figuren, deren Ausgang naturgemäß bekannt ist. Die Poe’sche Technik des Schreckens basiert nicht auf der bedrohlichen Inszenierung von Monstern, Mördern oder Gore-Effekten, sondern auf etwas viel Basalerem: Dem Eindringen des ultimativ Fremden ins Vertraute. Der Moment des Horrors speist sich nicht aus der physischen Bedrohung des Körpers, sondern der nahezu mythischen Übermacht des Unbewussten. Gekonnt spielt Ellis mit dieser Prämisse, indem er „The Broken“ über weite Strecken mit den Mitteln eines David Lynch inszeniert. Kleine Zeichen werden bedeutungsschwanger aufgeladen, wenn Gina in die Badewanne steigt, ihre Augen schließt und im Augenblick der Entspannung plötzlich von einzelnen Wassertropfen aus einem Leck in der Raumdecke penetriert wird. Lange, ausgeblichene Bildeinstellungen und ein unterschwelliges Sounddesign schaffen eine Atmosphäre der Bedrohung, die sich aus dem Bruch des Gewohnten bezieht. Anders als in diversen Horrorfilmen kommen hier keine Dämonen durch zerberstende Spiegel. Es ist die Beziehung zwischen Mensch und Spiegelbild, zwischen Signifikant und Signifikat, die hier den Film über zahlreiche Male zerbricht und Doppelgänger als Bild fragmentierter Ich-Ordnung gebiert. Im letzten Akt gibt es dann leider billige Genre-Zugeständnisse, sobald die Doppelgänger der anderen Betroffenen zur Jagd auf ihre „echten“ Alter Egos blasen und diese überraschend blutrünstig aus dem Weg räumen. Das will kaum in die vorsichtig etablierte Geisteratmosphäre des restlichen Films passen. Wer sich bis hier gelangweilt hat, wird durch diese Schockmomente kaum mehr aus seinem Schlummer geweckt werden. Wer „The Broken“ zuvor hingegen für seinen subtilen Spannungsaufbau geschätzt hat, wird bei diesen Ausrutschern lediglich die Stirn runzeln. Derartige Effekthascherei hätte es unter Poes Federführung nicht gegeben. Abgesehen davon aber fängt „The Broken“ dessen Geist mit Würde ein – eine echte Premiere. Sean Ellis ist ein neuartiger Abstieg ins Fremdartige gelungen, der einem geduldigen Publikum, vor allem aber Fans des Meisters, vorbehaltlos zu empfehlen ist. Mein Fazit: 5 Sterne! (Nils Grundmann) alle Rezensionen von Nils Grundmann ...
„The Broken“ ist eine französisch – britische Co-Produktion aus dem Jahr 2008 und entstand unter der Regie von Sean Ellis, der bereits zwei Jahre zuvor mit seinem Machwerk „Cashback“ für Aufsehen sorgen konnte. Hierzulande wird „The Broken“ von Koch Media auf Blu-Ray Disc veröffentlicht.
Die Radiologin Gina meint eines Tages in einem vorbeifahrenden Auto sich selbst zu sehen. Sie folgt der Frau bis in deren Wohnung und erblickt hier ein ihr unbekanntes Foto mit sich und ihrem Vater. Völlig verwirrt verursacht sie auf der Heimfahrt einen Unfall, den sie glücklicherweise ohne größere Verletzungen übersteht. Allerdings scheinen ihr ihre Erinnerungen an die vorherigen Erlebnisse zu fehlen. Die Tage vergehen und Gina bemerkt nach und nach ein merkwürdiges Verhalten bei Verwandten und bei ihrem Freund, das teilweise sogar aggressive Formen annimmt. Sie vertraut sich einem Psychologen an, denn sie kommt zu dem Schluss, dass es sich bei der Person mit der sie zusammenlebt nicht um ihren Freund handeln kann … Regisseur Sean Ellis inszenierte mit „The Broken“ einen Thriller, der es versteht den Zuschauer über die gesamte Spieldauer zu fesseln. Die düstere Atmosphäre sorgt für stetigen Spannungsaufbau. Das Grauen entsteht zwar langsam ist aber stets zugegen. Zum Finale hin steigert sich das Ganze zu einem überraschenden Höhepunkt. Auch optisch weiß der Film zu gefallen. Die Bilder sind überwiegend in einem gräulich-bläulichen Ton gehalten, wodurch das ganze eine durchweg kühle Atmosphäre vermittelt. Allerdings muss man dem Film inhaltliche Schwächen vorwerfen. Insbesondere die Auflösung zum Ende lässt einige Fragen offen. In der Hauptrolle sehen wir Lena Headey, die zuletzt in der TV-Serie „Terminator – The Sarah Connor Chronicles“ von sich aufmerksam machen konnte. Mit Ulrich Thomsen und Richard Jenkins ist „The Broken“ aber auch in den Nebenrollen stark besetzt. Die Blu-Ray von Koch Media ist mit einer deutschen und englischen Tonspur in DTS-HD Master Audio 5.1 ausgestattet. Das Bildformat kommt in einer 1920x1080p Auflösung. Leider enthält die Blu-Ray lediglich den original Trailer zum Film als Bonus, was ein wenig enttäuschend ist. „The Broken“ ist ein ansprechender, auf schauspielerisch hohem Niveau befindlicher Thriller, der zwar einige inhaltliche Fragen offen lässt, aber insgesamt durchaus gefällt. Insbesondere optisch weiß der Film zu überzeugen, was dank der gelungenen Umsetzung und der qualitativ hochwertigen Blu-Ray als weiterer Pluspunkt zu nennen ist. (Oliver Anter) alle Rezensionen von Oliver Anter ... Reminder, PDF-Datenblatt zu The Broken, DVD:
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Weitere Filminfos zu The Broken: Originaltitel: The Broken Land / Jahr: England / Frankreich 2008 Produktion: Alan Barnette für Universal Vorlage: Roman "The broken Cord" von Michael Dorris Musik: Laura Karpman Kamera: Roy Wagner Ausstattung: C. Robert Hollyway Schnitt: Elba Sanchez-Short Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu The Broken:
Kinotrailer, Kapitel- / Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten
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