Slumdog Millionär (Prokino)
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Rezensionen / Kritik / Filmkritik zu Slumdog Millionär (Prokino):
„Mumbai, 2006: Jamal Malik ist eine Frage entferntvom Gewinn von 20 Millionen Rupien. Wie hat er das geschafft? A: Er hat betrogen, B: Er hatte Glück, C: Er ist ein Genie und D: Es ist Schicksal“: Und schicksalsverbrämt geht dieser rote Faden durch den extravaganten Preisträger: Der 18-jährige Jamal Malik (Dev Patel) darbt als Vollwaise in den Slums der indischen Mega-Metropole Mumbai und ist nur noch eine einzige Frage von dem sensationellen Gewinn von 20 Millionen Rupien, was (runde . 300.000 Euro) entspricht, entfernt. Zuvor hatte er der außergewöhnliche Kandidat in der TV-Show „Wer wird Millionär?“ bereits 14 Fragen korrekt beantwortet und setzt nun alles auf eine Karte. Rückblende: Jamal ist verdächtigt, bei der Fernsehsendung geschummelt zu haben. Zwei Polizisten (Irrfan Khan, Saurabh Shukla) verhören ihn auf unsanfte Weise. Sie wollen den jungen zum Geständnis nötigen. Der jedoch bleibt stoisch ruhig und felsenfest beharrlich, bekräftigt immer Lösungen ehrlich gewusst habe. Zu jeder gestellten Frage in der Show erzählt er von einem traumatischen Erlebnis aus seiner Kindheit, das ihn auf die richtige Antwort gebracht habe. Immer wieder geht es dabei auch um Maliks Jugendromanze Latika (Freida Pinto), von der er unter dramatischen Umständen getrennt wurde. Zudem sei sein älterer Bruder Salim (Madhur Mittal) armutsbedingt in die Kriminalität abgedriftet. Deshalb das Misstrauen, sehr Arme dürfen auch in. Oder gerade in Indien eben nicht sehr reich werden. Jene maliziöse Bedeutung, die Geld für Menschen hat war auch schon beim Briten Danny Boyle bereits in dem Kinderfilm „Millions“ das zentrale Thema fokussiert nahezu dokumentarisch fängt er das ameisenartige Treiben in den Slums ein, um es in videoclipartige Sequenzen digitaler Handkameras auf den Betrachter prasseln zu lassen. So entsteht natürlich der bekannte „Ich-Bin-Mittendrin“- Effekt. Indien, ein armes reiches land zwischen Tradition und Moderne, zwischen Armut und Aufbruch, so kann es hier in den einzelnen Bildkadren allegorisch analysiert werden. Sehr sichtbar und gleichzeitig spirituell. Assistiert auch im nicht unerheblichen maße durch den Soundtrack als verbindende und bindende Brücke zwischen archaischen Einflüssen und elektronische Beats. Und The Best war eben Regie-Exzentriker Danny Boyle: der verwirrte den Zuschauer mit Slumdog Millionär nach "Trainspotting" (1996) und "The Beach" (2000) abermals mit einer faszinierenden Story in einer exotischen Welt. Ob die allerdings als Märchen zu betrachten ist, sei dahingestellt. (Jean Lüdeke) alle Rezensionen von Jean Lüdeke ...
Da staunten alle Beteiligten nicht schlecht, als Regisseur Steven Spielberg, bei der diesjährigen 81. Oscarverleihung, den Umschlag für den besten Film des Jahres öffnete und Danny Boyles modernes indisches Märchen „slumdog millionär“ als Sieger bekannt gab.
Ein echter Überraschungssieger, der insgesamt 8 Oscars, 4 Golden Globes und Lobeshymnen weltweit entgegen nehmen durfte. Regisseur Danny Boyle („Trainsspotting“, „The Beach“, „28 Days Later“) erzählt hier die Geschichte eines indischen Slum-Jungen, der aus dem Nichts heraus plötzlich vor der Chance seines Leben steht. Jamal Malik, ein junger Call-Center-Assistent aus den Slums von Mumbai, befindet sich auf dem begehrten Kanditatenstuhl von Indiens beliebtester Quizshow „Wer wird Millionär?“. Er konnte bis jetzt alle Fragen beantworten, obwohl er dieses Wissen unmöglich erlernt haben kann. Nun steht er vor der alles entscheidenden Frage, die ihm 20 Millionen Rupien sichern könnte. Doch der Moderator Kumar Prem hält Jamal für einen Betrüger und lässt ihn in der Nacht vor der Finalen Show von der Polizei abholen. Während des folgenden Verhörs, an dessen Beginn Jamal gefoltert wird, offenbart sich Jamals aufregende Lebensgeschichte: Er erzählt, wie er und sein verschlagener Bruder Salim als kleine Jungen zu Waisen wurden; wie sie im Elend aufgewachsen sind; wie sich die kleine Latika den beiden angeschlossen hat und zu Jamals großer Liebe wurde; und wie sie alle drei in die Fänge eines Gangsters geraten sind und sich ihre Wege getrennt haben. Und langsam wird klar, dass Jamal nicht in der Show sitzt, weil er hinter dem großen Geld her ist. Denn wie es sich für einen edlen Filmhelden gehört, geht es ihm vor allem um die Liebe. Fazit: „slumdog millionär“ zielt auf das Herz und trifft es punktgenau! Danny Boyle hat hier einen Film geschaffen, der mit kraftvollen und wunderbaren Bildern seine Zuschauer in den Bann zieht. Doch nicht nur das allein, denn die Lebens- und Liebesgeschichte von Jamal ist mitreißend, faszinierend und märchenhaft zugleich. Jamal ist der edle Ritter, Latika die schöne Prinzessin, die es zu retten gilt, und Bruder Salim ist der vom rechten Weg abgekommene Gauner. Gute Taten werden in dieser Welt nach einem gewissen Leidensweg immer belohnt und schlechte stets bestraft. Und das alles so bunt, laut und lustig, dass es jeden mitreißt, geradewegs hineinschleudert in die pulsierende Atmosphäre der indischen Millionenmetropole, der sich nicht festhalten kann. Kurz und gut: ein berauschender Mix aus Abenteuer-, Liebes- und Gangsterfilm, den man keinesfalls verpassen darf! Ein Meisterwerk! An Extras bietet die Einzel-DVD lediglich 25 Minuten an Zusatzmaterial, darunter Interviews mit Danny Boyle und den Hauptdarstellern sowie ein Featurette über die Toilettenszene. Wer mehr Bonusmaterial haben möchte, der muss zur Doppel-DVD greifen, die rund 100 Minuten an Extras bietet. Ganze 12 neue, bisher unveröffentlichte Filmszenen, zahlreiche unterhaltsame Interviews mit den Darstellern und dem preisgekrönten Team, zwei mit verblüffenden Hintergrundinfos gefüllte Audiokommentare, eine Dokumentation über Danny Boyle und seinen persönlichen „slumdog millionär“, die Anatomie der gefeierten Toilettenszene und ein Musikvideo des mit dem Oscar ausgezeichneten „Jai Ho“. Technisch gesehen (Bildformat: 2,35:1 - 16:9 – anamorph/ Ton: Dolby Digital 5.1) sind beide Versionen absolut makellos. Alternative: der brasilianische Film „City of God“ von Regisseur Fernando Meirelles („Der ewige Gärtner“, „Die Stadt der Blinden“), der das von Gewalt geprägte Leben in den Armenvierteln von Rio de Janeiro zeigt. (Bernd Hellweg) alle Rezensionen von Bernd Hellweg ...
Rupien! Rupien! - Slumdog Millionär
Ram Mohammed Thomas erzählt, wie er in Daravi, der größte Slum Asiens, verhaftet wird weil er in der indischen Ausgabe von „Wer wird Milliardär“ 1 Milliarde Rupien gewonnen hat, was nach Vorstellungen der indischen wie internationalen Rechteinhaber in den ersten acht Monaten nicht hätte passieren dürfen und schon gar nicht hätte ein Kellner aus den Slums gewinnen dürfen. Ram Mohammed Thomas muss also betrogen haben, doch dafür gibt es keine Beweise, was aber in Indien kein Problem ist, gibt es doch den ein oder anderen Polizisten der so perfide Foltern kann, das niemand es bemerkt und es keinen Aufschrei in der Presse geben wird, der die Geschichte vom armen Slumbewohner der zum Milliardär wird naturgemäß gefällt. Gerade als Ram Mohammed Thomas kurz davor ist unter Folter ein Geständnis zu unterschreiben, taucht die Anwältin Smitah Cha auf und holt ihn aus der Folter heraus. Später im Haus der Anwältin entscheidet ein Münzwurf, dass Ram Mohammed Thomas mit Smitah zusammenarbeitet und ihr vertraut. Also erzählt er ihr und dem Zuhörer, wieso er jede der zehn Fragen beantworten konnte und damit auch seine bisherige Lebensgeschichte. Selbst Schuld mag man meinen. Nach dem beachtlichen Erfolg des Filmes bei den Oscars, den Golden Globes und an der Kinokasse, dachte sich der Lübbe Audio Verlag, dass es durchaus Sinn macht, dass Hörbuch zum Roman „Rupien! Rupien!“ von Vikas Swarup unter dem Titel des Filmes, auf den Markt zu bringen und so das ein oder andere Exemplar mehr zu verkaufen. Was sich zunächst mal nicht schlecht anhört, wird dann aber letzten Endes weder dem Film noch dem Hörbuch wirklich gerecht, denn durch die Wahl des Titels „Slumdog Millionär“ und den Aufdruck „Das Hörbuch zum preisgekrönten Film von Danny Boyle“ wird eine Erwartungshaltung beim Käufer geweckt, die nur enttäuscht werden kann, wenn sich herausstellt, dass er, an Stelle einer eins zu eins Umsetzung des Kinofilms, ein auf dem Buch „Rupien! Rupien!“ basierendes Hörbuch hört. Der kleinste inhaltliche Unterschied macht dann die sprichwörtliche Mücke zum Elefanten und der direkte Vergleich, der sich ja förmlich aufdrängt, fällt dann naturgemäß zu Ungunsten des Hörbuches aus. Dabei gibt es hier nicht nur kleinste inhaltliche Unterschiede sondern doch recht große und doch hat nie das Gefühl, dass Ähnlichkeiten zwischen Buch und Film nur rein zufällig und „unabsichtlich“ sind. Dies spricht für die Klasse des Buches wie des Filmes und allen voran auch für die des Autors Vikas Swarup, des Regisseurs Dann Boyle und des Lesers Nicolás Artajo. So gibt es sicher mehr als einen Käufer, der, nach einer potentiellen ersten Enttäuschung, positiv überrascht, ein zweites Mal in die Welt von Ram Mohammed Thomas, aka Jamal im Film, eintaucht und sich von der Geschichte des Kellners aus den Slums der die Milliarde Rupien gewinnt gefangen nehmen lässt. Überraschenderweise ist die gleiche Geschichte als Hörbuch weitaus plausibler und glaubhafter als die doch sehr märchenhafte des Films. Dies kann aber auch „nur“ eine Folge des in (Hör-)Buchform möglichen konsequenten Ich-Erzählers sein, der den Leser/Hörer direkt in seine Welt zieht und ihn alles so erleben und erfahren lässt, als würde es ihm selbst passieren. Unterstützt und verstärkt wird der Ich-Erzähler-Effekt durch die facetten und variantenreiche Stimme von Nicolás Artajo, die die Eindrücke aller Sinnesorgane von Ram Mohammed Thomas glaubhaft rüberbringt. Der Zuhörer meint förmlich zu sehen, zu riechen und zu schmecken was ihm Ram Mohammed Thomas erzählt, ganz besonders gelingt dies bei der engelsgleichen Beschreibung wichtiger weiblicher Personen. Ich sehe da geradezu die dunklen Haare und die weiße Kleidung im Wind wehen und Licht leuchten. Es bleiben 292 spannende Minuten auf 4 CDs die für mich zu keiner Zeit langweilig wurden und das gute Gefühl, dass es bei „Slumdog Millionär“ mal nicht nur rein zufällige Ähnlichkeiten zwischen Buch und Film gibt. (Eric Hoch) alle Rezensionen von Eric Hoch ... Reminder, PDF-Datenblatt zu Slumdog Millionär (Prokino), DVD:
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Weitere Filminfos zu Slumdog Millionär (Prokino): Originaltitel: Slumdog Millionaire Land / Jahr: Großbritannien 2008 Medien-Typ: DVD Bonusmaterial zu Slumdog Millionär (Prokino):
Kapitel- / Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü, DVD-Menü mit Soundeffekten, Interviews, From Script to Screen: The Toilet Scene, Hörfilmfassung für Blinde und Sehbehinderte
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